Polizisten scheinen nicht ausgelastet zu sein. Jedenfalls nicht in dem Maße, wie man es eigentlich als Bundesbürger annehmen sollte. Wird doch der Bundesgrenzschutz in der deutschen Bahn dazu eingesetzt, um Schwarzfahrer aufzugreifen und deren Personalien festzustellen. Oder hin und wieder einmal eine Schlägerei nach einem Fußballspiel im Zug zu verhindern oder zu deeskalieren.

Das, was ich dieser Tage erfahren habe, hat mich zuerst amüsiert. Bis mir klar wurde, das die Meldung kein Joke oder die Ausgeburt einer kranken Phantasie war und ist, sondern tatsächlich auf Fakten basiert. Jeder Schwarzfahrer, der bei der Bundesbahn erwischt wird, muß eigentlich € 40 Aufpreis auf sein Ticket bezahlen. Nur wie sieht es aus, wenn es unsere Freunde und Helfer in Uniform sind, die schwarz fahren?

Es gibt ja viel Schwachsinn auf der Welt, aber ich hätte die bundesdeutschen Polizei schon für ein wenig intelligenter gehalten. Immerhin gibt es einige tausend Polizeibeamten, die zwar die Freigabe für die 2. Klasse besitzen (also jene Klasse, in der sie eigentlich auch tätig werden müssen, da selten ein 1. Klasse-Passagier auf die Idee kommt, den Schaffner abzustechen), aber sich nicht dort aufhalten, sondern liebe in den bequemen Einzelabteilen der 1. Klasse Platz nehmen.

An für sich wäre das ja nicht so schlimm. Aber schlimm wird es erst, wenn die Polizeibeamten sich weigern, den 1. Klasse-Aufschlag auf ihr freies Ticket auch zu bezahlen. Nun, dies kommt immer wieder vor. Aber während die mehdornsche Bahn Millionen für die Mitarbeiterüberwachung verschwendete, richteten die bundesdeutschen Polizisten mit ihrer Schwarzfahrerei (die sie eigentlich selbst exekutiv verfolgen sollen) den zehnfachen Schaden dessen an, den Schwarzfahrer (in zivil) bei der Bahn anrichten können.

Nun ist es jedoch so, das sich sowohl die Polizeigewerkschaft als auch die einzelnen Polizeibeamten absolut uneinsichtig zeigen und sich mit einer guten Handvoll unglaubwürdigen Ausreden aus dem Dilemma herauszuwinden versuchen. Natürlich bleibt dabei die Ehrlichkeit auf der Streckie. Aber was erwarten wir von einer Polizei, die einen millionenschweren Steuerhinterzieher wieder laufen läßt, anstatt ihm einmal die normale Diebesbehandlung (die zwar schmerzhaft, aber ohne Blessuren ist) angedeihen zu lassen!

Mir stellt sich immer öfter die Frage nach der Glaubwürdigkeit unserer deutschen Polizei. Wenn ein Beamter ein Privileg mißbraucht, sollte dies eigentlich und im Normalfall mit dem Herauswurf aus dem öffentlichen Dienst geahndet werden. Zumindest wurde es dies noch, bevor die Ära Kohl begann und dieses Land auf den absteigenden Ast geriet. Heutzutage darf sich ein Polizeibeamter alles erlauben, selbst ungestraft einen Journalisten niederknüppeln und dann hinterher so tun, als hätte er nur seine Pflicht getan. Dies vielleicht, aber der Amts- und Privilegsmißbrauch weitet sich immer weiter aus. Und unsere Polizei sorgt eher für Unsicherheit als für die Abwesenheit derselben.

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6 Kommentare on Die Schwarzfahrer

  1. P. Wargen sagt:

    Sehr geehrter Herr,
    diesen Beitrag kann nicht unwidersprochen bleiben! Wie kommen sie dazu, so einen Quatsch hier zu verbreiten? Zur Richtigstellung:
    Der ehemalige Bundesgrenzschutz heißt jetzt Bundespolizei, er hat die (unter anderem) die Aufgaben der aufgelösten Bahnpolizei übernommen.
    Fahrscheinkontrollen obliegen dem Schaffner.
    Alle Bundespolizisten im Dienst oder in Uniform fahren frei (siehe Dienstausweis).
    40,- Euro für Schwarzfahrer sind ein erhöhtes Beförderungsentgelt, kein „Aufschlag auf den Fahrpreis“.
    Beamte des Gehobenen und Höheren Dienstes fahren erster Klasse.
    Sollte ein Beamter ILLEGALER WEISE erster Klasse fahren, würde er SCHWARZFAHREN und dafür sofort auf mehreren Ebenen disziplinarrechtlich Bestraft!
    Es ist völlig unsinnig, so ein Risiko einzugehen – Geldbßen, Beförderungsverbot, möglicherweise Ausscheiden aus dem Dienst.

    Einen solchen Fall hat es in meiner Dienststelle NIEMALS gegeben. Nachweis:
    http://www.presseportal.de/pol.....despolizei

    Eine Tip: Da hat ihnen jemand gehörigen Schwachsinn erzählt. Und sie posaunen so einen Quatsch hier lauthals in die Welt, vielleicht weil sie einfach ein gestörtes Verhältnis zu unserer Polizei haben?

    P. W.

  2. P. Wargen sagt:

    Sehr geehrter Herr,
    diesen Beitrag kann nicht unwidersprochen bleiben! Wie kommen sie dazu, so einen Quatsch hier zu verbreiten? Zur Richtigstellung:
    Der ehemalige Bundesgrenzschutz heißt jetzt Bundespolizei, er hat die (unter anderem) die Aufgaben der aufgelösten Bahnpolizei übernommen.
    Fahrscheinkontrollen obliegen dem Schaffner.
    Alle Bundespolizisten im Dienst oder in Uniform fahren frei (siehe Dienstausweis).
    40,- Euro für Schwarzfahrer sind ein erhöhtes Beförderungsentgelt, kein „Aufschlag auf den Fahrpreis“.
    Beamte des Gehobenen und Höheren Dienstes fahren erster Klasse.
    Sollte ein Beamter ILLEGALER WEISE erster Klasse fahren, würde er SCHWARZFAHREN und dafür sofort auf mehreren Ebenen disziplinarrechtlich Bestraft!
    Es ist völlig unsinnig, so ein Risiko einzugehen – Geldbßen, Beförderungsverbot, möglicherweise Ausscheiden aus dem Dienst.

    Einen solchen Fall hat es in meiner Dienststelle NIEMALS gegeben. Nachweis:
    http://www.presseportal.de/pol.....despolizei

    Eine Tip: Da hat ihnen jemand gehörigen Schwachsinn erzählt. Und sie posaunen so einen Quatsch hier lauthals in die Welt, vielleicht weil sie einfach ein gestörtes Verhältnis zu unserer Polizei haben?

    P. W.

  3. P. Wargen sagt:

    Sehr geehrter Herr,
    diesen Beitrag kann nicht unwidersprochen bleiben! Wie kommen sie dazu, so einen Quatsch hier zu verbreiten? Zur Richtigstellung:
    Der ehemalige Bundesgrenzschutz heißt jetzt Bundespolizei, er hat die (unter anderem) die Aufgaben der aufgelösten Bahnpolizei übernommen.
    Fahrscheinkontrollen obliegen dem Schaffner.
    Alle Bundespolizisten im Dienst oder in Uniform fahren frei (siehe Dienstausweis).
    40,- Euro für Schwarzfahrer sind ein erhöhtes Beförderungsentgelt, kein „Aufschlag auf den Fahrpreis“.
    Beamte des Gehobenen und Höheren Dienstes fahren erster Klasse.
    Sollte ein Beamter ILLEGALER WEISE erster Klasse fahren, würde er SCHWARZFAHREN und dafür sofort auf mehreren Ebenen disziplinarrechtlich Bestraft!
    Es ist völlig unsinnig, so ein Risiko einzugehen – Geldbßen, Beförderungsverbot, möglicherweise Ausscheiden aus dem Dienst.

    Einen solchen Fall hat es in meiner Dienststelle NIEMALS gegeben. Nachweis:
    http://www.presseportal.de/pol.....despolizei

    Eine Tip: Da hat ihnen jemand gehörigen Schwachsinn erzählt. Und sie posaunen so einen Quatsch hier lauthals in die Welt, vielleicht weil sie einfach ein gestörtes Verhältnis zu unserer Polizei haben?

    P. W.

  4. Andreas E. sagt:

    Sehr geehrter Herr Wargen,

    Danke für die Bestätigung meines einfachen Anfangverdachtes! Sie behaupten zwar, das es in ihrer Dienststelle nicht der Fall ist, jedoch liefere ich Ihnen hiermit den Beweis, das dieses Verhalten durchaus an der Tagesordnung ist:

    http://www.stern.de/panorama/:.....04681.html

    Es ist schon erschreckend, wenn man mitbekommt, das nicht einmal mehr auf den Freund und Helfer Verlaß ist. Die Aussage ihres Pressedienstes kann ich demnach nicht Ernst nehmen. Eine Dienststelle mag in Ordnung sein – und all die anderen? Hier bleibt allein die Verhältnismäßigkeit auf der Strecke, auf der Bahnstrecke …

    Und ich hätte diesen Artikel bestimmt nicht gebracht, wenn ich kein Freund der Polizei wäre. Nur gehört solcher Filz eindeutig nicht in den Polizeidienst! Und der gehobene Dienst darf eben auch nicht die 1. Klasse fahren (zumindest nicht nach meiner Recherche).
    mfg

  5. Andreas E. sagt:

    Sehr geehrter Herr Wargen,

    Danke für die Bestätigung meines einfachen Anfangverdachtes! Sie behaupten zwar, das es in ihrer Dienststelle nicht der Fall ist, jedoch liefere ich Ihnen hiermit den Beweis, das dieses Verhalten durchaus an der Tagesordnung ist:

    http://www.stern.de/panorama/:.....04681.html

    Es ist schon erschreckend, wenn man mitbekommt, das nicht einmal mehr auf den Freund und Helfer Verlaß ist. Die Aussage ihres Pressedienstes kann ich demnach nicht Ernst nehmen. Eine Dienststelle mag in Ordnung sein – und all die anderen? Hier bleibt allein die Verhältnismäßigkeit auf der Strecke, auf der Bahnstrecke …

    Und ich hätte diesen Artikel bestimmt nicht gebracht, wenn ich kein Freund der Polizei wäre. Nur gehört solcher Filz eindeutig nicht in den Polizeidienst! Und der gehobene Dienst darf eben auch nicht die 1. Klasse fahren (zumindest nicht nach meiner Recherche).
    mfg

  6. Andreas E. sagt:

    Sehr geehrter Herr Wargen,

    Danke für die Bestätigung meines einfachen Anfangverdachtes! Sie behaupten zwar, das es in ihrer Dienststelle nicht der Fall ist, jedoch liefere ich Ihnen hiermit den Beweis, das dieses Verhalten durchaus an der Tagesordnung ist:

    http://www.stern.de/panorama/:.....04681.html

    Es ist schon erschreckend, wenn man mitbekommt, das nicht einmal mehr auf den Freund und Helfer Verlaß ist. Die Aussage ihres Pressedienstes kann ich demnach nicht Ernst nehmen. Eine Dienststelle mag in Ordnung sein – und all die anderen? Hier bleibt allein die Verhältnismäßigkeit auf der Strecke, auf der Bahnstrecke …

    Und ich hätte diesen Artikel bestimmt nicht gebracht, wenn ich kein Freund der Polizei wäre. Nur gehört solcher Filz eindeutig nicht in den Polizeidienst! Und der gehobene Dienst darf eben auch nicht die 1. Klasse fahren (zumindest nicht nach meiner Recherche).
    mfg