Marvel hatte vor DC einen lichtschnellen Superhelden. Nicht Flash ist der wahre Meister der Geschwindigkeit, sondern der bereits 1952 geborene Lightspeed. Hier nun meine Meinung über den Film, der Einigen bestimmt gefallen wird. [Nur eben mit der Einschränkung, daß er nicht mehr überall im Handel zu bekommen ist. Die deutsche DVD-Ausgabe ist bereits eine Rarität. Deshalb auch ein Preis von über € 29,– im Laden.]

Titel: Lightspeed

Genre: Fantasy, Comic-Verfilmung

Darsteller: Jason Connery, Nicole Eggert, Lee Majors

Jason Connery, eigentlich nicht sonderlich bekannt dafür, gute Rollen abzubekommen, hat hier Lee Majors (Colt Seavers, 6 Mio Dollar Mann) als direkten Vorgesetzten. Der Film ist eine Produktion von Stan Lee und des Sci-Fi-Channel und stammt aus diesem Jahr. Ja, ein wirklich aktueller Film, der jedoch kaum bekannt wurde. Anscheinend weil kaum Jemand diese Geschichte kennt.

Es geht um den Zweikampf zweier Männer. Python und Lightspeed, die durch eine gemeinsame Geschichte miteinander verbunden sind. Die Verbindung ist Pythons tote Schwester, die durch einen Autounfall ins Koma fiel. Währenddessen hat Python, noch in seiner ursprünglichen Identität, an einem Schlangenhautderivat gearbeitet, daß Verbrennungswunden in minutenschnelle ausheilen lassen kann.

Doch ausgerechnet Lightspeed, der zu diesem Zeitpunkt noch ein Mitglied eines Ghost-Squad ist – mit sehr guten Kontakten zur washingtoner Politik – muß seinem Schwager Pyhton verkünden, daß die Regierung die Forschungsgelder für das Schlangenhautderivat eingestellt hat. Python dreht durch als sein Labor geschlossen wird und verbrennt sich dann mit dem Labor.

Der Auftakt, der nach dieser Einleitung seelenruhig weiter geführt wird, ähnelt sehr stark der Startfolge des 6 Mio Dollar Manns (eine der erfolgreichsten Serien von Lee Majors). Ironischerweise ist es jedoch Python selbst, der Lightspeed schafft.

Als Python dann auf die Idee kommt, Washington DC mit einer geniale konstruierten Aerosolbombe dem Erdboden gleichzumachen, greift Lightspeed ein. Und kann die Katastrophe verhindern.

Meine Bewertung: Obwohl ich es Klasse finde, daß diese uralte Marvelstorie aus den Anfangstagen von Stan Lee endlich verfilmt wurde, so schrecklich finde ich, ist der Pilotfilm zur geplaneten Serie dann letztlich auch geworden. Man hielt sich sehr gut an die Details und benutzte sogar mal wieder einige der humorvollen Einlagen Stan Lees, um zumindest einen Teil des eignetlichen Flairs rüber zu bringen.

Die Tricks sind eindeutig noch billiger als im damaligen 6 Mio Dollar Mann (und die waren zeitweilig schon grausam). Da aber weder Villain, noch Superhero, besondere Superstärke haben, konzentriert sich die Geschichte auch vornehmlich auf das Menschliche im Monster (wie im Helden). Allein dieser Umstand sichert dem Film noch ein B.

Die total unnötige Liebesgeschichte zwischen dem Superhelden und seiner ehemaligen Partnerin bei der NSA-Ghostsquad war für den Film nicht notwendig. Jeder, der Lightspeed kennt, weiß, daß im Original diese Liebesgeschichte eigentlich eher durch die verstorbene Schwester des Villains symbolisiert war. Auch ohne Anne ist an dieser Stelle die Geschichte nachvollziehbar. Dafür ein B (obwohl ein A machbar gewesen wäre, wenn man Nicole Eggert eine Nacktszene zugestanden hätte, dies hätte die Storie ein wenig mehr aufgelockert).

Der Insgesamteindruck ist jedoch immer noch gut. Deshalb bekommt der Film ein BBB. Unter anderem deshalb, weil man es fertig brachte, sich an die originale Comic-Storie zu halten. Und zwar detailiert. An der Dramaturgie jedoch gibt es einige Mängel, da man wohl schon während der Dreharbeiten die Meinung vertreten hat, daß es zu einem Serienstart nicht reichen wird. So ist der Film zwar ein guter Pilotplot, aber er taugt nicht fürs Kino.

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