Nachdem das geflügelte Wort des ‚Wortbruches‘ bereits hier in Hessen nicht nur für diverse Lacher, sondern auch für ein schlechtes Erwachen sorgte, scheint man sich bei den bundesfaschistischen Parteien in diesem Land einmal bei etwas so absolut sorglos einig zu sein, das es schon eine Schande ist. (Wie bereits von uns berichtet, mehrfach.)

Ich habe ja nichts gegen einen Wahlkampf, der gegen das Gesetz über ein Jahr lang dauert und dann noch das Ergebnis zeigt, was die Ausgaben letztlich sogar rechtfertigt. Aber wenn dann eine Partei sagt, sie werfe einer anderen einen Wortbruch vor, während sie selbst ständig ihr eigenes Wort bricht, wird einem nicht nur Übel, man beginnt allmählich am Verstand von Politikern zu zweifeln (sofern er denn vorhanden). An dieser Stelle bietet sich die Polemik gerade zu an. Dennoch werde ich sie weitgehend unterlassen, da es echt eine Schande ist, was derzeit in Hessen abläuft. Im letzten Artikel zum Thema Nachtflugverbot stellte der Trottelbot die entscheidende Frage, die damals jedoch wohl ein wenig in der Diskussion unterging: Warum stellt die Landesregierung keinen Revisionsantrag beim hessischen Verwaltungsgericht?

Nun dürfte die Antwort klar sein. Und als ich es das erste Mal las, war es für mich absolut unglaubwürdig. Naja, was erwartet man von einem sprechenden Hosenanzug einem Spaßpolitiker, der nicht lange genug im Big Brother-Container blieb, das seine Partei die Chance bekommen hätte, einen neuen Bundesvorsitzenden zu wählen?!

Frankfurt/Main. Im Streit um Nachtflüge am Frankfurter Flughafen können die Fluggesellschaften auf Unterstützung aus der neuen Regierungskoalition in Berlin hoffen. Die Koalition aus CDU/CSU und FDP wolle neben dem bedarfsgerechten Ausbau von Flughäfen auch „international wettbewerbsfähige Betriebszeiten“ sicherstellen, heißt es in einem Entwurf zum Koalitionsvertrag, der der Deutschen Presse- Agentur dpa in Frankfurt vorliegt. Die Lufthansa sprach von positiven Signalen, Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel dagegen von einem alarmierenden Bericht für die Region.

Wortbruch ist eindeutig der zweite Vorname von Roland Koch. Abermals hat er es darauf angelegt, abermals hat er sein Wort gebrochen. Und abermals kommt er ungeschoren davon. Nicht nur seine Lügen wider Frau Ypsilanti waren  ein dreister Wählerbetrug, sondern die Nummer, die er hier jetzt zusammen mit der FraPort abzieht, erfüllt den Tatbestandes des Wählerbetruges in einer solchen Eindeutigkeit, das man es nur schwer beschreiben kann.

Einerseits wissen die Bürger in der betroffenen Region, das der Flughafen Frankfurt/Main als internationales Waren- und Personentransportdrehkreuz dringend gebraucht wird. Immerhin ist er der älteste Flughafen Deutschlands, nur der alte saarbrücker Stadtflughafen wäre heute älter. Aber das ein gewählter Landespolitiker (der schon mit einem Bein im Bundesfinanzministerium steht, um zu beweisen, das er ein noch größerer Dyskalkulant als sein Amtsvorgänger ist) sich derart erdreistet, den Wählerwillen ad absurdum zu führen, geht eindeutig zu weit.

Eines muß man Roland Koch jedoch zugute halten: Er ist der einzige mir bekannte deutsche Politiker, der seit über 20 Jahren nur mit Lug und Trug an der Macht bleiben konnte. Ein Umstand, der viele ASPDler verwundern wird, da dort Unehrlichkeit im Allgemeinen nur dann belohnt wird, geschieht sie im Zusammenhang mit der Agenda2010. Jedenfalls steht fest, das das Nachtflugverbot aufgehoben wird. Wir also demnächst in Süd- und Mittelhessen demnächst mehr nächtlichen Flugverkehr erleben werden – sofern das Wetter mitspielt.

Traurig ist aber, das bisher noch keine Beschwerdebriefe auf dem Tisch des amtierenden Ministerpräsidenten gelandet sind. Anscheinend funktioniert nämlich nur eines: Das Nachtflugverbot für Beschwerdebriefe!

Quelle: hier & hier

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