Manchmal meint man echt, es gäbe nichts schlimmeres als den Zustand absoluter Verblödung. Nun, wie ich im Verlauf des vergangenen Monats feststellen durfte, gibt es davon noch eine Steigerung. Um den komplexen Zusammenhang jedoch begreifen zu können, muß man wissen, das unsere Bundesfamilienministerin (zukünftig nur noch Zensuruschi genannt) einst das Christival in Bremen als Schirmherrin betreut hat. Bei diesem Christival war ursprünglich ein Seminar angeboten worden, das Homosexuellen helfen sollte, wieder ’normal‘ zu werden. Obwohl schon im Vorfeld nicht genauer definiert gewesen war, was man unter ’normal‘ zu verstehen hat!

Wenn man also noch die unrühmlichen Geschehnisse um das Christival im Ohr hat, wird einem der demnächst in Marburg stattfindende Kongreß einen besonderen Spaß machen. Katholibans in Deutschland werden sich dort wahrscheinlich in sehr großer Zahl einfinden und weiterhin nach Lösungen suchen, wie man die Homosexualität aus dem Menschen heraus bekommt, wenn man schon Waterboarding nicht mehr verwenden darf, weil dies unter die Folterrichtlinien der UN fällt!

Richtig pervers wird es jedoch erst, wenn man sich einmal vor Augen führt, welche Kaliber sich da in Marburg treffen wollen. In erster Hinsicht Psychotherapeuten, Psychologen und Psychiater. Drei Berufsgruppen, die ich wegen ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit (und ihr offenkundiger Mißbrauch während der Nazi-Ära) sofort unter Berufsverbot stellen würde. Immerhin haben diese drei Berufsgruppen bis heute keinen Beweis erbracht, das sie wirklich in der Lage sind, psychisch angeschlagenen Menschen zu helfen.

„Da wird pseudowissenschaftlichen Homoheilern und Umpolern ein Forum geboten“, kritisiert Renate Rampf vom Verband der Lesben und Schwulen in Deutschland. Die Organisation macht Front gegen den Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge, zu dem vom 20. bis 24. Mai mehr als 1000 Teilnehmer in Marburg erwartet werden. Die grüne Landesmitgliederversammlung spricht sogar von einem „Homophobie-Kongress“.

Interessant für den Laien ist auch, welche Referenten da besonders ins Kreuzfeuer geraten sind. Mit ein wenig Recherche bekommt man dann Fakten geliefert, die einen überlegen lassen, das gerade genossene Mittagessen nicht doch besser dem heimischen Klo zu opfern.

Im Kreuzfeuer der Kritik stehen zwei Referenten, die nach Ãœberzeugung des Schwulen- und Lesbenverbandes „Homosexuelle zu Heterosexuellen therapieren wollen“. Dabei handelt es sich um Markus Hoffmann, der eine „Umpolungsorganisation“ namens Wüstenstrom leite, und Christl Ruth Vonholdt vom „Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft“. In Zusammenarbeit mit dem Institut sei ein Buch veröffentlicht worden, in dem Homosexuelle als „psychologisch und biologisch unreife Menschen“ bezeichnet werden.

Aber wieso bringe ich da die Kirche mit rein? Nun, dies liegt daran, das die Kirche da abermals ihre Flossen mit in der Geschichte drin hat. Genauso wie beim Christival, das ja eine evangelikale Veranstaltung war, bei der wohl mehr katholische Kirchen und Organisationen mitgewirkt haben, als sonst bei faschistisch geprägten Veranstaltungen. (Und dies ist nicht nur bloße Behauptung, sondern leider auch belegbar.)

Die Kirche, die ohne mit der Wimper zu zucken zuläßt, das ihre Pfarrer sich an kleinen Meßdienern oder Meßdienerinnen (auch bei den Katholiken) vergehen, startet erneut die Kampagne gegen alles, was in ihren Augen nicht Gottes Wohlgefallen entspricht. Obwohl ich sonst selten mit den Homosexuellenvereinigungen einer Meinung bin (wir streiten uns öfters über Sachthemen, die ihre Lebensweise betreffen), muß ich hier ausnahmsweise zugeben, das an dieser Stelle richtig gehandelt wird.

Nur der perverse Hintersinn hinter diesem Psychologen, Psychiater und Psychotherapeutentreffen in Marburg geht mir nicht ganz in den Kopf. Und warum ausgerechnet eine christliche Organisation da als Ausrichter fungiert! Könnte es nicht sein, das da mal wieder voll christlichkonservative Paranoia zugeschlagen hat? Die Volksverhetzung mit der angeblichen Islamgefahr hat ja auch nicht gefruchtet. Also greift man nun ein Thema auf, das näher am Menschen liegt. Dies erscheint irgendwie logisch, hat aber gleichzeitig wieder einen solch faschistischen Beigeschmack, das ich mich allmählich frage, was man in Deutschland anstellen muß, um als Faschist verhaftet zu werden? Roland Koch küssen vielleicht?!

Bei der „Akademie für Psychotherapie und Seelsorge“ handelt es sich um eine evangelikale Organisation, die bereits den dritten Kongress dieser Art in Marburg abhält. Die Diskussion um die beiden Referenten kann Veranstalter Dr. Martin Grabe nicht verstehen. Zum einen gehe es bei dem Kongress nicht um Sexualität, sondern um das Thema „Identität – der rote Faden in meinem Leben“.

Schlimm genug, das sich solche geistig verwirrte Menschen auch noch in einer der medizinischen Hochburgen im Land treffen. Aber noch schlimmer ist, das die Kirche da wohl absolut kein Problem damit hat, ein faschistisches Thema auf die Tagesordnung zu setzen, anstatt gegen die Initiativen einer Zensuruschi zu wettern, die eindeutig mehr Menschenrechte gefährdet als es ein einziger Homosexueller tun würde!

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2 Kommentare on Menschenhaß ganz puristisch!

  1. Andreas E. sagt:

    Wie ich nach mehrfachem Probieren herausgefunden habe, mag unsere Blogsoftware heute diesen Link nicht, da sie wohl für zu faschistisch gehalten wird. Die Quelle ist keiner solcher Art, sondern eine reguläre Tageszeitung.

    Jedes weitere Einstellen des Linkes hätte eine weitere Beschwerde der Software zur Folge, deshalb verzichte ich heute ausnahmsweise einmal auf die Quellangabe, die Tatsachen in diesem Fall sprechen jedoch für sich!

    [Ist nicht das erste Mal. So wurden schon Links weniger radikaler Zeitungen von der Blogsoftware kategorisch abgelehnt, obwohl die Verweise nützlich für den Insgesamtzusammenhang bei anderen Themen gewesen wären.]

  2. Andreas E. sagt:

    Wie ich nach mehrfachem Probieren herausgefunden habe, mag unsere Blogsoftware heute diesen Link nicht, da sie wohl für zu faschistisch gehalten wird. Die Quelle ist keiner solcher Art, sondern eine reguläre Tageszeitung.

    Jedes weitere Einstellen des Linkes hätte eine weitere Beschwerde der Software zur Folge, deshalb verzichte ich heute ausnahmsweise einmal auf die Quellangabe, die Tatsachen in diesem Fall sprechen jedoch für sich!

    [Ist nicht das erste Mal. So wurden schon Links weniger radikaler Zeitungen von der Blogsoftware kategorisch abgelehnt, obwohl die Verweise nützlich für den Insgesamtzusammenhang bei anderen Themen gewesen wären.]