Es gibt keine reine Wahrheit. Es gibt aber auch nicht die perfekte Lüge. Es gibt nur etwas zwischen drin. Manche Leute bezeichnen dies als besondere Ehrlichkeit. Ehrlich daran ist jedoch nur die versuchte Lüge – und so etwas kommt normalerweise immer heraus. Falsche Freunde gibt es viele. Vor allem in der Blogger-Szene. Hier haben die Egomanen eindeutig derzeit Vorfahrt. Richtige Aufklärung über gewisse Themen finden nur in ganz speziellen Themenblogs statt, deren Autoren keine Angst davor haben, sich bestimmte Leute zum Feind zu machen.

Feindschaften werden sowieso in der Blogger-Szene nach meinen Erfahrungen bedeutend schneller geschaffen als wirklich echte Freundschaften geschlossen. Mit Netzwerken ist das dann sowieso eine Sache. Nichts gegen Blogger, die sich, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, zusammen schließen. Hin und wieder kommt da wirklich etwas vernünftiges heraus, wie man deutlich an telepolis sehen kann. Andererseits gibt es auch genügend Gruppen, die nicht nur in einem Themenbereich Unfrieden und Zwietracht säen, sondern auch eine ganze Menge Blödsinn verbreiten. [Ich erspare mir an dieser Stelle solche Netzwerke beim Namen zu nennen.]

Als Blogger muß man immer damit rechnen, von Irgendjemandem mit Absicht falsch verstanden zu werden. Dies ist nichts schlimmes. Das dann aber total humorlose Leute Sarkasmus und Ironie nicht einmal mehr verstehen und statt dessen ihren querfrontlerischen Blödsinn verbreiten, kann einem schon unter die Haut gehen. Auch dagegen habe ich nichts. Ich beobachte gerne solche Blogs und amüsiere mich königlich über die Hetze, die dort betrieben wird.

Auch dagegen ist nichts einzuwenden, wenn dann wenigstens die Autoren ehrlich genug sind, um Kommentare durchzulassen, die ihrer festgefassten Meinung absolut widersprechen. Leider ist es so, daß die wenigsten Blogger, die angeblich etwas auf ihre Schreiberei halten, lieber Zensur betreiben, anstatt einmal das überhaupt zu lesen, mit dem sie da in ihren Kommentarfeeds konfrontiert werden. Oft ist es so, daß unliebsame Meinungen generell ausgesperrt werden und konstruktive Kritik bereits im Ansatz abgewürgt wird. [Deutliches Beispiel für dieses unbelehrbare Verhalten ist beispielsweise die Pusteblume von Zawa.] In einigen Blogs ist Zensur der Vernunft an der Tagesordnung, während man in Kommentaren dann schamlos Kommentatoren beleidigt. [Auch dies konnte mehrfach bei Zawa beobachtet werden.]

Womit wir wieder bei dem Thema Wahrheit wären. Manche Blogger sind so von sich überzeugt, daß sie meinen, sich jenseits des guten Geschmacks tummeln zu können. Ich habe nichts an einer fundierten Kritik an der katholischen Kirche und der Religion an sich. Doch gibt es hier auch nur wieder eine Handvoll Blogs, die da wirklich objektiv berichten und sich nicht in atheistischer Hetze verlieren. Dort kann man als Gläubiger eines in Europa eher als exotisch angesehenen Glaubens durchaus punkten, wenn die Kommentare zugelassen werden. Aber auch hier formiert sich derzeit eine Front von Extremisten, die nichts außer ihrer eigenen Meinung gelten lassen. [Auch hier gibt es einige deutliche Negativbeispiele wie Aufklärung 2.0, der keine Aufklärung, sondern offene Volksverhetzung betreibt.]

Und dann gibt es noch die rein parteiischen Blogs, die wirklich jede anderslautende Meinung abwürgen. Dies geschieht jedoch nicht aus Unhöflichkeit, sondern auch reinem Pragmatismus, weil man sich mit seiner Meinung als so besser wähnt, wie die Leute, die man ständig angreift. Von Intelligenz und Wahrheitsliebe zeugt dies durchaus nicht. Schon oft genug wurden auf solchen Blogs Lügengeschichten in die Welt gesetzt, die schließlich sogar von Medien aufgegriffen wurden, die es eigentlich besser wissen sollten.

Eines sollte jedoch jedem klar sein: Wer bloggt übernimmt Verantwortung. Nicht nur für das eigene Geschreibsel, sondern auch für die Reaktionen darauf. Dabei ist irrelevant, ob es sich dabei um offensichtliches Trolling handelt, oder um konstruktive Kommentare. Als Blogger sollte man auch sich selbst gegenüber ehrlich sein – und dies sind die wenigsten Blogger. Deshalb ist es immer wieder interessant zu sehen, wie manche Leute Amok laufen, wenn man ihnen Tatsachen um die Ohren haut, die sie einfach nicht sehen wollen. [Auch hierüber gibt es gut ein Dutzend Blogs die derzeit vermehrt negativ auffallen. Zensur wird dort zum Alltag.] Als letzte Konsequenz daraus sollte man als guter Blogger also aufhören, überall und jederzeit zu kommentieren. Meistens lohnt sich dies nicht, da man damit entweder nur Öl in ein schwelendes Feuer gießt, daß durch reine Dummheit angefacht wurde, oder man zieht sich den Haß einer Person zu, deren Bildungsniveau noch unter dem der Hauptschule angesiedelt ist. [Negativ leuchtende Beispiele gibt es da auch zu Hauf. Meistens wird dann mit einer übersteigerten Rufmordkampagne gegen den Kommentator gegengesteuert, die jedoch nur den Rufmörder selbst als totalen Idioten outet.]

Wenn man also einen Blog betreiben will, sollte man mit Fakten kontern können. Und nicht der eigenen Rage nachgeben. So etwas ist immer schlecht. Es zeugt zudem von schlechter oder gar keiner genossenen Erziehung. Als Blogger ist Objektivität das wichtigste Gut, daß man verbreiten kann. Nur diese Regel wird ebenfalls von den wenigsten befolgt. Meistens geht es um Selbstbeweihräucherung, wie gut man doch selbst ist und welches Genie man auf dem Gebiet der Recherche ist. Manche lernen es nie und geben nur ihre Meinung zu Protokoll. Solche Blogs sind dann noch die interessantesten, weil die dortigen Autoren wenigstens eines beweisen: Eine eigene, nicht vorgefaßte, Meinung. Und solche Blogs sind in der Bloggosphäre äußerst selten. Aber wichtig! [Und dieser Blog hier hofft einer derjenigen der letzten Kategorie zu werden.]

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