Manche Politiker haben eindeutig den falschen Beruf. Da wäre zum einen erst einmal unser stets gegelter Verteidigungsministerdarsteller mit dem von und zu, der jeden Tag einmal mehr beweist, daß Intelligenz eindeutig keine Zugangsvoraussetzung für einen Ministerposten ist. Und dabei hat sich der gute Herr von und zu Guttenberg wirklich redlich bemüht, sich nicht als total Schwachsinnigen darstehen zu lassen.

Aber nun gut, manche Dinge in der Politik sind eben so unergründlich wie der Verstand eines nichtexistenten Gottes. Womit wir beim Thema wären. Unser Bundesverteidigungsminister war der erste, der sich getraute, das Fiasko in Afghanistan wirklich als Krieg zu bezeichnen. Unser guter Bundeskanzler folgte dieser Aussage erst mit zehn Tagen Verspätung nach. Dies ändert die Situation, unter der da unsere Soldaten am Hindukusch stehen auch nicht sonderlich. Es wird auf sie geschossen, man wirft mit Bomben und Granaten nach ihnen, weil sie einer imperialen Macht, einem Vasallen gleich, dabei helfen, eine reine kapitalgesteuerte Politik zu vertreten.

So was ist doof. Auch für Soldaten. Und wenn ein deutscher Adliger sogar das Gesicht verliert, weil er den falschen Verbündeten hinterher läuft,  ist das allein sein Problem. Ist es mitnichten. Es ist das Problem des gesamten deutschen Volkes. [Nein, wir sind hier nicht beim völkischen Beobachter.] Ich finde es schon hanebüchen, wenn ca. 60% der bundesdeutschen Bevölkerung gegen den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch ist, daß dann der Bundestag total sinnentleert beschließt, daß die Truppe vor Ort noch aufgestockt werden soll.

Er war gut vorbereitet – und punktete mit dem Eingeständnis eigener Fehler: Verteidigungsminister Guttenberg hat vor dem Bundestagsausschuss sein Handeln in der Kunduz-Affäre gerechtfertigt.

Nun haben wir das Dilemma an der Sache, daß ein gewisser Oberst Klein der besonderen Haudrauftruppe der Bundeswehr eigenmächtig zwei Tanklastzüge unweit der militärischen Basis der Bundeswehr hat bombardieren lassen. Bei jener Bluttag im vergangenen September kamen 142 Menschen ums Leben. Das Ziel des Angriffs, der von amerikanischen Jägerbombern durchgeführt wurde – und das amerikanische Militär ist ansonsten nicht so zart besaitet, wenn es darum geht, auf Zivilisten schießen zu müssen – wurde vornehmlich von Zivilisten belagert. Ob da der eine oder andere bewaffnet war, läßt sich hinterher nicht mehr feststellen. Aber wenn ich unweit einer stark befestigten Armeestellung mit schußverrückter Soldateska wohnen würde, bewaffnete ich mich auch, um meinen Hals verteidigen zu können.

Jetzt ist es so, daß ein Gericht feststellte, daß die Bluttat, die Oberst Klein zu verantworten hat, gar keine solche war. Eine interessante Schlußfolgerung für ein deutsches Gericht, daß noch nicht einmal ein Verstoß gegen das Völkerrecht wahrnehmen will. In den Augen des Bundesministers für Verteidigung galt Oberst Klein von Anfang an für mal schuldig, mal weniger schuldig, aber insgesamt unschuldig. Man muß schon ein Idiot sein, um bei Nacht einen Tanklastzug mit Bomben niedermachen zu lassen. Aber so sind deutsche Offiziere nun einmal, wenn sie die Chance kriege, ungerechtfertigt um sich zu ballern, geben sie die dementsprechenden Befehle. Hier bei uns darf die Bundeswehr ja auch nur auf Pappkameraden schießen, jedoch nicht auf Lebensziele.

Allerdings gestand Guttenberg erneut ein, dass seine erste Bewertung des Bombardements falsch war. Für diese Fehleinschätzung übernahm er persönlich und politisch die Verantwortung. Guttenberg hatte den Angriff auf zwei von den Taliban entführte Tanklaster und vermutete Kämpfer um die beiden Fahrzeuge herum zunächst Anfang November 2009 als „militärisch angemessen“ bezeichnet, rund einen Monat später behauptete er das Gegenteil.

Das Dilemma von Kunduz ist jedoch ein völlig anderes. Zum einen offenbarte das Bombardement eindeutig die politische Unfähigkeit unserer derzeitigen deutschen Administration. Wir haben einen Kanzler, der ein Definitionsproblem nur dann lösen kann, wenn ihm soufliert wird [erinnert dies nicht an eine andere Landespolitikerin, die genau mit diesem Argument fertig gemacht wurde?], einem Bundesverteidigungsminister, der am liebsten Kriegsminister spielt und sich mit jeder zweiten Aussage selbst widerspricht, einem Finanzminister, der ähnlich wie sein Amtsvorgänger Probleme mit wirtschaftlicher Buchführung hat und deshalb eine Schuldenbremse einbauen ließ, einer Arbeitsministerin, die noch nicht einmal das Wort Arbeit buchstabieren kann, da sie noch niemals in ihrem Karriere- und Familienleben wirklich hat arbeiten müssen und zum Abschluß noch, als schlimmsten Skandal eine Familienministerin, die keinerlei Familie hat und deren Doktortitel irgendwie halbseiden zustande kam. [Unter anderem bei einem Doktorvater, der für seine faschistische Denkweise bekannt ist.]

Zählen wir all dies zusammen und rechnen noch die Zahl der Toten hinzu, die diese Administration bereits gefordert hat, muß man einwandfrei bekennen, daß diese Regierung einfach nicht in der Lage ist, ihre Arbeit zu tun. Normalerweise wäre der Besuch des Verteidigungsministers in Afghanistan ein Grund für den Außenminister gewesen, dort ebenfalls aufzutauchen und mit Präsident Karzai bessere Bedingungen auszuhandeln. Nur unser Außenminister macht lieber Innenpolitik und stellt somit alle Berufspolitiker als geldgeile Vollidioten bloß. Er selbst ist nicht nur keiner Schuld bewußt, da Schuldbewußtsein bei ihm niemals vorkam. [Man erinnere sich an die Möllemann-Affäre.]

Es geht aber um den Lügner von Kunduz und nicht um die restlichen politischen Aggitatoren, die sich derzeit in Bonn und Berlin gütlich an der deutschen Landesmutterbrust gut tun. [Auch dies ist kein querfrontlerischer Neusprech, sondern eine genaue Analyse der Situation.] Wir haben einen Bundesverteidigungsminister, der bereits vor 3 Wochen schamlos zugegeben hat, daß sich Deutschland in einem grundgesetz- und völkerrechtswidrigen Kriegseinsatz befindet. Normalerweise wäre, wenn an dieser Stelle die Gerichte wirklich ihre Arbeit tun würden, die kompletten letzten drei Administrationen dieses Landes dran. Sie haben immerhin das Grundgesetz gebrochen, daß den Wert einer Verfassung hat. Komplizierter wird es aber dann mit der Personalie Oberst Klein. Sollte die Bundesregierung offen zugeben, daß sie sich in einem Kriegseinsatz befindet, ist das formaljuristische Urteil, daß er erhielt, hinfällig. Dann steht eindeutig fest, daß er ein Kriegsverbrechen begangen hat. Dann greift auch das Völkerrecht. Dies ist nämlich genau der Knackpunkt, warum wir es hier mit einem chronischen, adligen, Lügner zu tun haben:

Haben wir einen Kriegseinsatz, sind unser Bundesverteidigungsminister, der Kanzler und noch einige andere Herren automatisch wegen Verstoß gegen das Völkerrecht und das Grundgesetz juristisch zu belangen. Haben wir jedoch keinerlei Kriegseinsatz können diese Herrschaften ihrem Tagewerk so wie bisher nachgehen.

Genau dies ist nämlich nun das Problem, welches dieser Staat hat. Unsere Administration versucht sich damit heraus zu reden, daß wir doch eigentlich nur ein klein bißchen Krieg haben. Zu groß darf dieses bißchen Krieg nicht sein, weil ansonsten ein übereifriger Jurist auf die Idee kommen könnte, diesem Staat entsprechend eine Lektion zu erteilen und sogar noch erfolgreich dann zu verklagen. Und er käme sogar vor dem EuGH damit durch, daß ist das Fatale. Da in einem solchen Fall nämlich das Gesetzbuch des EU-Mitgliedslandes eher greift als das EU-Gesetz.

Der Lügner von Kunduz hat nicht nur sich selbst einen Gefallen getan, in dem er seine Chancen, neuer Kaiser von Deutschland ganz gewaltig abgesenkt hat, sondern auch der deutschen Landesbevölkerung, weil er den Beweis erbrachte, daß unsere jetzige Regierung nur lügt und betrügt [Und dazu braucht man keinen Außenminister, der sich als neuer Rechtsaußen outet.], sondern auch, daß sie es mit der Ehrlichkeit nicht sonderlich genau nimmt. Und zwar mit der Ehrlichkeit dem einfachen Volk gegenüber. Hier zu lügen kann ein böses Ende nehmen!

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