Eine Rezension (von lateinisch recensio: Musterung) oder auch Besprechung, ist die schriftlich niedergelegte und veröffentlichte Form einer Kritik, die einen bestimmten Gegenstand eines abgegrenzten Themenfeldes behandelt. Es werden in ihr Inhalte wissenschaftlicher Erkenntnisse oder kultureller Schöpfungen wie Bücher, Filme, Kunstwerke, Konzerte, Bild- und Tonträger sowie mittlerweile auch Computerspiele oder Software ihrer Entwicklung nach beschrieben, analysiert und bewertet. Rezensionen sind häufig mit bis zu drei Seiten eher knapp gehalten, können aber in der literarischen Form eines Essays auch weit mehr Seiten bis zum Umfang eines eigenständigen Buches einnehmen.

Manche Geschichten sind wieder so komisch, daß einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Wir haben da in Niedersachsen, bei Ministerpräsident Wulff, das typische Ergebnis rechter, konservativer Politik. Ich habe absolut nichts gegen eine migrantile Ministerin für Integration. Eher im Gegenteil, auch hier in Hessen könnte dies von den Schultern Volker Bouffiers einiges an Last nehmen, seitdem Jörg-Uwe Hahn bewiesen hat, daß er als Integrationsminister ungefähr so tauglich, wie als Justizminister ist.

Doch dies ist nicht das Problem. Das sich immer mehr religiöser Fundamentalismus in diesem Land breit macht – und dieser nicht islamischen Ursprungs ist, liest man öfter an solchen Hetzseiten wie „Politically incorrect“ oder „kewils Fact&Fiction“, die schon jenseits von Gut und Böse angekommen scheinen. Das es aber auch anders geht, beweisen schon seit einigen Jahren zwei sture CDU-Parteigänger, die einen Blog mit dem Namen SPD Watch unterhalten, in dem manchmal bemerkenswert gut geschriebene Artikel auftauchen, die jedoch den Glaubwürdigkeitsgrad einer Rede von Roland Koch besitzen. Das an solchen Stellen nur billigst polemisiert werden, muß also nicht extra erklärt werden.

Kritisch wird das Ganze dann aber doch, wenn eine designierte Ministerin für Integration, die selbst sehr gut integriert ist, noch vor Amtsantritt für das Einstehen zugunsten des Grundgesetzes und eines Bundesverfassungsgerichtsurteils von Parteikollegen derart abgekanzelt wird, daß man sich ernsthaft fragt, wer in diesem Land denn nun die Gestörten sind.

Ich habe nichts gegen Menschen, die den Papst als oberste Authorität anerkennen und sich dementsprechend neben der Spur benehmen. Ich habe nichts gegen homosexuelle Priester, die dennoch gute Menschen sind, weil sie sich eben nicht ständig katzbuckelnd unterwerfen, wie es ihnen ihr Glaube vorschreibt. Aber ich habe etwas gegen Menschen, die andere wegen ihres Glaubens, ihrer Hautfarbe und ihrer Ansichten zu diskriminieren versuchen. Da hört für mich der Spaß auf.

Hat also nun eine junge Frau, die demnächst Ministerin für Integration ist, diesen Haß, der sich da gegen ihre Person entlädt, wirklich verdient? Wohl kaum! Aber es zeigt, wie einige Gestalten in diesem Land ticken. Wo bei ihnen das Problem ist. Das ihr jetzt noch ihre eigene Glaubensgemeinschaft, die Ummah, feige in den Rücken fällt, entbehrt zwar vom katholischen Standpunkt aus nicht einer gewissen Ironie, zeigt aber offensicht auf, welches Problem in diesem Land wirklich herrscht.

Es gibt keinen Krieg der Religionen. Es gibt auch keinen Krieg der Ansichten. Sondern es gibt einen Krieg der Gepflogenheiten. Klar und auch verständlich kann der Zentralrat der Muslime nichts gegen religiöse Symbole in Schulen haben. Immerhin hat er erst vor einigen Monaten durchgesetzt, daß ein muslimischer Schüler an einer berliner Schule seinen eigenen Gebetsraum bekam, damit er während des Unterrichts dort beten kann, wie es ihm sein Glauben vorschreibt. Das nenne ich Extremismus!

Aber das nun eine zukünftige Ministerin derart angefeindet wird, weil sie mit beiden Beinen auf den Grundlagen des Grundgesetzes steht, und dann sogar noch von ihrer eigenen Glaubensgemeinschaft derart verraten wird, macht keinen Sinn. Vor allem dann nicht, wenn man auf jeder konservativen Internetpräsenz lesen kann, daß doch der Islam unser Feind ist. Wie stark kann also diese Feindschaft sein, wenn konservative Moslems mit konservativen Christen einer Meinung sind [die von einem Bundesverfassungsgerichtsurteil als schwachsinnig torpediert wurde], gemeinsame Sache machen?

Religiöse Symbole haben in Klassenzimmern nichts verloren. Hier war das Bundesverfassungsgerichtsurteil eindeutig in seiner Aussage. Wenn nun also eine designierte Ministerin für Integration es als ihren Job ansieht, offen auszusprechen, daß weder Kruzifixe, noch islamischbedingte Kopftücher etwas an einer deutschen Schule zu suchen haben, ist sie vollkommen im Recht. Steht damit aber sofort im Unrecht, da sie für Werte einsteht, die den religiös verbrämten in diesem Land absolut abgehen. Sie wird diffamiert, in Zeitungsberichten beleidigt und dazu gezwungen, ihr Wort zu widerrufen. [Irgendwelche Ähnlichkeiten mit Galilei sind zufällig und bestimmt nicht von diesen Hetzern beabsichtigt. Oder etwa doch?]

Seitdem herrscht in Niedersachsen wieder eitel Sonnenschein, nachdem diese junge türkischstämmige Deutsche offen zurückruderte und sich für ihre falschen und vor allem barschen Worte entschuldigte. Sie wird also im Kieler Landtag ohne weiteres ihre Arbeit versehen dürfen. Nur kann sie es sich nun nicht mehr leisten, in wichtigen Dingen zu Sagen, was Sache ist. Wenn sie in Integrationsfragen als mit einer Methode aufwartet, die die Integration von Ausländern kostengünstig beeinflussen würde, pfiffe man sie sofort zurück. Darauf wette ich!

In diesem Land darf es von christlich-konservativer Seite aus nicht zu einer vollständigen Integration der Migranten kommen. Diese Denkweise ist sogar direkt nachzuvollziehen. Stelle man sich doch einmal vor, wie die Multikulturelle Gesellschaft funktionieren würde, wenn die Religionen in wenigstens einem Land auf diesem Globus miteinander in Einklang und ohne Streit leben könnten? Für die Bewohner des Vatikans wäre dies der absolute Horror. Die Mär vom bösen, verdorbenen, kinderfickenden Moslem würde nicht mehr ziehen.

Auch wäre dann in Frage gestellt, wie weit die Religionen selbst noch glaubwürdig sind, wenn ihre religiösen Symbole samt und sonders aus den Schulen und Kindergärten verbannt wären. Wenn die Kinder frei im Geist aufwachsen würden! Das Ergebnis wäre ein fatales. Vor allem für den Glauben. Ohne religiöse Leidenssymbole würden die Kinder ein eigenständiges ethisches Bewußtsein entwickeln. Und zwar unabhängig von ihrer Religion, in die sie hinein geboren wurden. Die Folgen wären gewaltig. Solchen Kindern kann man nichts mehr von der Auferstehung oder von 72 Jungfrauen erzählen, die sie erhielten, wenn sie sich mit einer Bombe in einer belebten Straße in die Luft sprengen. Solche Kinder würden die Grundregeln des Islam einer Prüfung unterziehen. Sie wären in der Lage, die Lügen im Christentum zu erkennen, da sie niemals unter dem Joch eines christlichen Symbols gestanden haben!

Kirchen könnten, wie es sich Sozialisten und Sozialdemokraten schon lange wünschen, zu Lagerhäusern umfunktioniert werden können. Moscheen würden riesigen Diskotheken weichen, in denen die Menschen unterschiedlichsten Glaubens miteinander feiern könnten!

Und genau dies wollen die extremistischen Christen und Moslems eben nicht. Sie wollen kein freies Miteinander, sondern zanken um jede Seele. Seelen sind wichtig, so scheint es. Ob aber der Glaube, auf dem alles basiert, richtig ist, wird dabei gar nicht mehr in Frage gestellt. Und genau aus diesem Grund ist unvrständlich, warum die Ummah hier gemeinsame Sache mit den christlichen Hardlinern macht. Es scheint fast so, als wollte die Mehrzahl der Moslems, die als Migranten hierher kommen, nicht integriert werden. Und dann stellt sich die Frage: Warum sind sie dann eigentlich hier?

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