Politik ist etwas feines. Vor allem dann, wenn sie von Totalversagern betrieben wird. Wie wir ja wissen, hat im vergangenen Jahr unsere derzeitige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sehr laienhaft klar gemacht, wie leichtgläubig und bildungsfern sie selbst ist. Verwundern muß dies einen nicht, macht es doch einem sofort klar, wer in diesem Land wirklich die Politik macht. Selten ist es der gewählte Amtsmann/frau!

Jetzt haben die europäischen Piraten (Piraten-Partei [PP]) etwas aufgedeckt, daß einem schon zu Denken geben sollte. Immerhin wird durch diese Aussage, so schwer verifizierbar sie auch ist, klar gestellt, wer im deutschen Internet wirklich meint, die Hosen anzuhaben. Und das hier wahrscheinlich Abgründe vorhanden sind, die man nicht unterschätzen sollte. Da sowieso ständig davon gemunkelt wird, daß Internet sei von KiPo-Seiten nur so voll (ich selbst in meinem Leben aber über keine einzige gestolpert bin, es sei denn, man zählt kreuts.net mit dazu), und das normales Material dort faktisch gar nicht aufzufinden sei, wurde ich neugierig, und habe einmal ein wenig recherchiert. Von dem Ergebnis sollte man sich jedoch nicht erschrecken lassen. Folgende Äußerung ist allenthalben im Internet zu finden – und sie ist in ihrer Aussage eindeutig – wie ich zumindest finde:

Johan Schlüter, der Sprecher der dänischen Anti-Piraterie-Gruppe, die die Belange der nationalen Unterhaltungsindustrie im Netz vertritt, soll dabei das Wort ergriffen und Folgendes gesagt haben: “Kinderpornografie ist großartig. Es wird wunderbar werden, da Politiker Kinderpornos verstehen. Und indem diese Karte gespielt wird, können wir sie dazu bringen, dass sie Seiten blocken. Und wenn sie einmal damit angefangen haben, kriegen wir sie auch dazu, Filesharing-Seiten zu blocken.”

Quelle: basicthinking

Solch eine Aussage ist schon verräterisch genug. Wichtig ist dabei nun jedoch folgendes: Wenn also die Anti-Piraterie-Lobby wirklich so etwas vertritt, liegt dann nicht der Verdacht nahe, daß alle KiPo-Seiten (kreuts.net einmal ausgenommen) von eben dieser Lobby produziert und im Netz lanciert werden? Ich fnde, das KiPo schon ein schlimmes Verbrechen ist und jeder, der sich daran schuldig gemacht hat, gehört auf die nächsten 30, 40 Jahre in gesicherter Verwahrung eingesperrt.

Wenn es aber nun den Anschein hat, daß dieses politische KiPo-Problem faktisch gar nicht gibt, sondern nur von der entsprechenden Lobby, die ihre Macht im Internet entsprechend steigern will, forciert wird, heißt dies doch eindeutig, daß diese Lobbyisten selbst die KiPo-Hersteller und -Vertreiber sind, um den europäischen Staaten einen Zustand vorzugaukeln, der gar nicht existiert!

Womit wir wieder bei der Verantwortung der Politkschaffenden wären. Unsere derzeitigen Bundesfamilienministerin pflegt in ihrem Job eher ihrem eigenen Steckenpferd (der Verunglimpfung des Islam und des Hochhaltens christlicher Werte – wie Vergewaltigung in der Ehe) zu frönen, anstatt ihre Aufgabe wirklich ernsthaft wahrzunehmen. Zumindest ist sie selbst von dem Phantom KiPo so weit abgerückt, obwohl sie auch daran arbeitet, nicht nur brutalere Abwehrmethoden von angeblich gewaltbereiten linken Widerstand im Keim zu ersticken (und dafür die politisch-populistische Rechte dadurch weiterhin zu stärken), sondern gleichzeitig auch noch dafür Sorge tragen will, daß nicht jedes Schulkind in den Schulpausen Obst umsonst erhält. [Dieses Privileg soll nur den Kindern sogenannter Leistungsträger ermöglicht werden.] Von der Abwehr der KiPo hat die junge Dame keine Ahnung, immerhin sieht sie den Islam als schlimmere Gefahr an.

Nun, dies mag etwas positives sein. Dennoch wird dadurch das Problem mit dem KiPo nicht verkleinert. Mir stellt sich nun die Frage: Existiert KiPo im Internet wirklich? Über so aussagekräftige Seiten wie kreuts.net findet man schnell Anschluß an die Szene. Man muß dort nur bei den richtigen Personen ein wenig nachforschen und findet dann die bestehenden Kontakte. Kontakte zur Anti-Piraterie-Lobby bestehen hier jedoch nicht. Hier scheinen Leute auf eigene Kasse in dieser Szene zu arbeiten. [Aber die Staatsanwaltschaft weiß darüber ja auch inzwischen Bescheid, deshalb unterlasse ich es hier, Namen zu nennen.]

Ist aber nun die restliche KiPo-Szene wirklich nur eine Erfindung der entsprechenden Lobbyisten? Kann es sein, daß immer wieder über die gleichen Serversysteme solches Material gehostet wird, um der Regierung aufzuzeigen, daß hier wirklich ein Handlungs- und vor allem Sperrbedarf besteht? Es hat den Anschein. Nur sollte sich dieser Anschein bewahrheiten, bedeutet dies, daß die Anti-Piraterie-Lobby kein Problem hat, geltendes Recht zu brechen und wieder eine Zensur in diesem Land einzuführen.-

Womit wir genau beim Kernthema sind. Viele politische Blogs sind auch unserer Bundesfamilienministerin ein Dorn im Auge, einige sogar ihrer Kollegin vom Bundesarbeitsministerium. Mit einer entsprechenden Zensur-Vorschrift, mit der man zuerst unliebsame Seiten wegsperrt [und dann solche gehirntoten und asozialen Seiten wie kreuts.net fördert], könnte man die Meinungsbildung im Internet in genau die Richtung zensieren, die man haben will. Also wäre allein von dieser Warte aus ein europäisches Zensurgesetz, im Auftrag der €U durchaus gewollt.

Nur mit welchem Sinn und Zweck? Nur um KiPo auszusperren?! Dazu wäre der Aufwand schon einmal zu groß und zu weit. Und wie man an obiger Rede sieht, würde dies sogar bedeuten,  daß nicht nur harmlose Filesharing-Börsen dran wären, sondern eigentlich jede Seite, auf die Material angeboten und verschoben wird, von dem die daran verdienende Industrie nichts hat. Im Klartext heißt dies: Diejenigen, die sich auf Kosten von Künstlern chronisch bereichern wollen sich weiterhin bereichern können, weil sie der Meinung sind, daß Filesharing-Börsen nicht nur ihr Geschäft, sondern auch ihren Wohlstand bedrohen. Einfach ausgedrückt: Die Lobbyisten haben Angst davor, was passieren könnte, würde das Urheberrecht im Sinne des Wortlautes umgesetzt – und nicht im Sinne der Lobbyisten!

Das gesamte Geschwurbel um KiPo bedeutet für mich nur, daß die Lobbyisten und Rechte-Inhaber von eben jenen Dingen, die man eigentlich frei im Internet herunterladen kann, Angst davor haben, ihre Macht über die Künstler und ihr Auskommen ohne richtige Arbeit, zu verlieren. Dies heißt aber auch, daß eine solche Lobby jederzeit in der Lage ist, eben genau jene Verbrechen zu begehen oder begehen zu lassen, um ihre eigenen Ansprüche entsprechend durchsetzen zu können. Gleichzeitig heißt dies, daß Lobbyisten kein Problem damit haben, nicht nur das Gesetz einzelner Staaten, sondern ganzer Unionen zu brechen. Immerhin kassieren sie ja in einem solchen Fall nicht nur bei der KiPo, sondern faktisch bei allen Medien, die im Internet angeboten werden.  Das dabei noch zynischerweise das eigentliche Urheberrecht im Sinne des Künstlers ausgehebelt wird, interessiert diese geldgeile Mischpoke absolut nicht. Es geht hier nur um den eigenen Profit.

Wenn man diesen also entsprechend steigern kann, in dem man unliebsame Seiten wegsperrt und die Politiker von vorneherein so instruiert, daß die Gesetzeslage später so genutzt werden kann, politsch-kritische Internetseiten einfach wegsperren zu lassen, hätten eigentlich alle gewonnen. Zumindest alle, die diese Doppelmoral gut und richtig finden. Schon beim Aufkommen der Vorratsdatenspeicherung wurde jene nur aus einem bestimmten Grund eingeführt, jedoch nicht für den Bereich eingesetzt, für den sie wirklich Sinn gemacht hätte: Nazis, Faschisten, KiPoTäter, KiFis und Internettrolle damit bloß- und kaltzustellen. Dafür ist sie immer noch gut zu gebrauchen. Aber der Gesetzgeber hat hier mit Absicht halbherzig gehandelt. Man wollte ja nicht die eigenen Leute ans Messer liefern, sondern jene, die einem mit ihrer freien Meinung und ihrem unbeugsamen Willen ein Dorn im Auge sind.

Demnach macht der Gedanke also durchaus Sinn, daß die Anti-Piraterie-Lobby selbst der Urheber von drei Viertel der im Internet auffindbaren KiPo ist. Hier empfehle ich dringend, die als Host benutzten Serversysteme einmal einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Auffälligkeiten [wie sie meine Recherchen ergaben] sind nicht sofort auszumachen, aber der Beweis ist durchaus erbringbar. Und ich spreche hier nicht von einzelnen Lobbyisten, sondern von ihren Auftraggebern, die sehr groß in diesem Geschäft drin zu sein scheinen. Aber nichts genaues weiß man nicht. Jedoch gibt es die Möglichkeit, den privaten KiPo einzuschränken, wenn man einmal auf den einschlägigen Seiten [vornehmlich aus dem katholibanischen Lager] ein wenig nachschaut. Hier könnte die Politik wohl eher einen Sieg verbuchen, wenn sie ihre Erkenntnisse richtig nutzt. Nur ist kaum zu erwarten, daß die eine Krähe einer anderen die Augen aushackt. Hier hält das asoziale Pack ja leider stur zusammen, schuldig sind immer die Anderen …

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2 Responses to “Die Lobby der KiPo-Produzenten”

  1. treffend sagt:

    sie wählen ihre zeugen , sie sichern den bestand ,wo sich die rechte beugen ,da ist ihr vaterland !

  2. treffend sagt:

    internet und faschistiche strukturen bestimmen den , die user !ein previleg braucht keine akzeptans , bann commy ,kein statusgebettel ! neander thaler und internet !gooooo gelee tube , spamm und € error lobbyterror !MFG konsumer