Es ist geschehen. Die heutige Probeabstimmung hat eines offenbart: Das die hessische SPD partout nicht lernfähig ist. Und zwar schon einmal nicht in politischer, wie auch in menschlicher, Hinsicht. Das Ergebnis bei der heutigen Probeabstimmung fiel dann auch entsprechend aus. Insgesamt gab es 4 Abweichler!

Die anderen drei Abweichler sind nach ihren Angaben Ypsilantis Stellvertreter und innerparteilicher Konkurrent Jürgen Walter sowie die Landtagsabgeordneten Carmen Everts und Silke Tesch. Metzger lehnte weitere Erklärungen ab und verwies auf eine Pressekonferenz in Wiesbaden am Mittag.

Die ganze Schamesröte kann man nun getrost dem Königsmörder und Koch-Steigbügelhalter Jürgen Walter zuschustern, der das Restwochenende nutze, um noch einmal schnell Parteigenossen zu aktivieren, die ihm mithelfen, eine dauerhafte Koch-Regierung im Bundesland zu installieren.

Es ist traurig, es mit ansehen zu müssen. Aber diesmal hat der neoliberale Flügel der Mamam Sozialdemokratie eindeutig den Sieg davon getragen. Einen dritten Anlauf um die Macht wird es nun kaum mehr geben, eher Neuwahlen, wie es sich die CDU schon seit der vergurkten Landtagswahl zum Jahresbeginn wünscht. Immerhin hat die ganze Geschichte auch ein Gutes: Jürgen Walter hat endgültig jegliche Glaubwürdigkeit verspielt, weil er den Sturz von Frau Ypsilanti schon bei der Probeabstimmung geprobt hat. Ein Parteiausschlußverfahren gegen diese vier Landtagsabgeordneten, mit der Auflage, vorher ihr Landtagsmandat zur Verfügung zu stellen, dürfte nun die letzte Alternative sein, die der Landesparteichefin jetzt noch bleibt. Handelt sie nicht, wird die hessische SPD unwiderruflich dauerhaften Schaden nehmen. In jedem Fall ist es gut, wenn die Schuldigen nun bereits ausgemacht sind. Aber gleichzeitig bedeutet dies, das der geschäftsführende Ministerpräsident Roland Koch seinen eigenen Jahresetat für das kommende Jahr nun auch nicht mehr durchnicken lassen kann. Er hätte zwar mit den 4 Abweichlern der hessischen SPD die Mehrheit dazu im Landtag sitzen – aber es brächte ihm nicht genug.

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