Nun aber Hallo! Ich habe ja schon sehr viel Schwachsinn vernommen und gehört. Aber der heutige Ausrutscher von der Bundestagsabgeordneten Frau Lopez (die aus einem der Wahlkreise kommt, aus denen gestern eine Landtagsabgeordnete fahnenflüchtig wurde) ist mehr als lachhaft. Nicht abwegig, aber lachhaft.

Um genau solchen Schwachsinn zu verhindern hat doch die RWE Power AG den Wolfgang Clement damals eingestellt. Da muß man nicht noch Jürgen Walter einen schwarzen Geldkoffer in die Hand drücken, damit der sein Gewissen wieder findet. Ich finde das mit den Silberlingen sowieso lachhaft. Was soll Jürgen Walter mit DVDs?! Von denen hat er doch nichts!

Das die Gerüchteküche mal wieder kocht und man prompt den Vorschlag aufgenommen hat, die vier Verräter aus der Partei zu schmeißen, muß ich schon zugeben, das einige der rechtsdrehenden Moralisten in unserem Land auch mal wieder Amok laufen. Es ist aber ein harmloser Amoklauf, da er nur verbal statt findet. Die wichtigste Forderung, die man von diesem rechtslastigen Gesocks ständig hört, ist der Umstand, das Frau Ypsilanti von ihrem Posten als Landesparteichefin zurücktreten sollte.

Nun, an dieser Stelle ist ein Einspruch angesagt. Frau Ypsilanti hat nichts verkehrt gemacht. Der Königsmörder und seine Gehilfen gleichfalls nicht. Hier ging es um eine rein private, persönliche Abrechnung. Und persönliche Abrechnungen werden nun einmal vom Gewissen diktiert. Das Gerücht, das die vier Abweichler vielleicht gekauft sein könnten, ist so etwas von irreal, das man sich schon wieder vorstellen kann, aus welcher rechten Ecke dieser Müll jetzt schon wieder kommt.

Die Politik von Frau Ypsilanti war dahingehend ausgerichtet, die hessische Landespolitik nicht nur ökonomischer, sondern auch ökologischer aufzubauen. Die Idee mit der Energiewende war vielleicht in ihrem Extremismus nicht so cool, aber sie entsprach ungefähr den Gedankengängen, die Herr Koch beim Anblick eines Ausländers in seinem, noch von ihm geschäftsführend regiertem, Bundesland hegt.

Die Energiewende ist bundesweit fällig. Die Dezentralisierung der Stromerzeugungshoheit in den Händen von nur 4(!) Konzernen ist dringend notwendig. Nicht nur, daß dadurch der Strompreis aktuell wieder sinken würde, es hätte auch zur Folge, das im Prinzip jeder Hausbesitzer den benötigten Strom selbst produzieren kann und die Überschüsse ans Netz abgibt. So sah der Plan aus. Keine rauchende Schornsteine mehr und auch kein überaltertes Biblis unweit von Frankfurt/Main, das jederzeit in die Luft gehen kann, weil mal wieder einer mit dem Kühlkreislauf herumspielt.

Das andere Problem, vor dem die SPD nun wirklich steht, ist das fatalere. Nicht nur, das sich jetzt sehr viele, wohl zurecht wütende, SPD-Parteimitglieder als ziemlich weit rechtsaußen stehend geoutet haben, so haben sie mit der Behauptung, das die Energielobby hier zugeschlagen hätte, vielleicht den Nagel auf den Kopf getroffen. Jedoch nicht, was die Person des Jürgen Walters angeht. Ich mag den Kerl vielleicht auch nicht, aber er ist nicht bestechlich – nur – nachweislich – rachsüchtig. Und dies, obwohl er sich selbst um einen Ministerposten brachte.

Wäre er nämlich asl Europaminister in die geplante Regierung eingestiegen (und da interessierte es ihn nicht die Bohne, ob dies mit Hilfe der Linken geschieht oder nicht) [wo kommt dann sein Gewissen her?], so hätte er, bei einem Versagen des Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer, ohne größere Kalamitäten dessen Ministerium übernehmen können. Mit dem Verhalten, was er nun gezeigt hat, ist er für die hessische Politik einfach gestorben. Der Mann ist so etwas von politisch tot, das glaubt man nicht.

Und man kann sich noch zusätzlich bei ihm bedanken. Nun verhilft er – ob gewollt oder nicht – den Linken in Hessen wahrscheinlich bei Neuwahlen zu einem so gutem Ergebnis, das es sich für ihn gar nicht lohnen würde, sich noch einmal zur Wahl zu Stellen. Zumindest hat er jetzt den Posten als Parteivize bereits zurück gegeben. Also ein wenig Anstand scheint ihm doch noch bekannt zu sein. Obwohl er dies gestern bereits auf der Pressekonferenz hätte tun können, dann wäre er sogar mir glaubhafter erschienen.

Alles in Allem hat die SPD dieser Tage bewiesen, das sie ihre Politik der Selbstzerfleischung demnächst auch auf den Bund übertragen wird. Die Netzwerker, der ‚Seeheimer Kreis‘ und alle rechtsdrehenden Idioten innerhalb der Partei sind am Ende. Ihr wichtigstes Zugpferd, Jürgen Walter, hat mit seiner unbeherrschten Tat der Rache seinen Parteifreunden endgültig das Wasser abgegraben. Er kann Stolz auf sich sein. Er ist der Totengräber der hessischen SPD – und steht damit Franz Müntefering in Nichts nach. Für beide wäre ein freiwilliger Parteiaustritt das beste. Und zwar noch vor der kommenden Bundestagswahl im nächsten Jahr, da von der SPD, sollten sie nicht aus der Partei draussen sein, das Projekt 18%- immer wahrscheinlicher, und somit nichts mehr von ihr übrig bleiben wird.

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