Slither – Voll auf den Schleim gegangen

Genre: Komödie, Horror, Science-Fiction
Darsteller: Nathan Fillion, Elizabeth Banks , Michael Rooker , Gregg Henry , Tania Saulnier , Brenda James , Don Thompson , Jennifer Copping , Jenna Fischer , Haig Sutherland
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn

Zu Beginn des Films sieht man einen Meteoriten in ein Waldstück nahe der beschaulichen amerikanischen Kleinstadt Wheelsy einschlagen. Ein Bewohner des Städtchens – der reiche Mr. Grant – ist nach einer sexuellen Abweisung seiner Ehefrau Starla frustriert und versucht sich mit einer alten Bekanntschaft in der örtlichen Kneipe abzulenken. Beim nächtlichen Spaziergang durch den Wald kommt er in Kontakt mit einem Organismus, der in Grant eindringt und fortan sein Wesen bis hin zur körperlichen Mutation beeinflusst. In dem verschlafenen Städtchen passieren immer mehr merkwürdige Dinge. Eine junge Frau verschwindet und dazu noch viele Haustiere und Nutztiere, von denen nur Körperteile und Blutspuren zurückbleiben. Der Sheriff Bill Pardy findet mit Hilfe von Grants Frau Starla und dem Teenager Kylie heraus, dass dahinter ein uralter außerirdischer Organismus steckt, der sich langsam ausbreitet und alles Leben verschlingt.

Soviel zur Storie. Die ersten Minuten sind ein wenig langsam, beinahe zynisch. Doch dann legt der Film richtig los und zeigt, was in ihm steckt. Handwerklich ist er gar nicht mal so schlecht, obwohl man sehr schnell erkennt, daß er sich an den alten B-Movie Science-Fiction-Streifen der frühen 50er und 60er Jahren orientiert.

Und darin liegt der besondere Zauber dieses Streifens. Wer wirklich schräge Filme mag, kommt voll auf seine Kosten. Der Film übertreibt es zwar stellenweise mit dem Filmblut, aber handwerklich ist er genial gemacht. Besser als manch anderer Streifen, der sich mit außerirdischen Invasionen und deren Weltübernahmepläne beschäftigt.

Die Slither, wie die unheimlichen Wesen der besonderen Art genannt werden, nennt man ihm Film übergroße Schnecken. Auch dies ist wieder eine kleine Anspielung auf einen anderen kultigen Horrorfilm – jedoch einer aus den frühen 70er Jahren, der es in Deutschland nicht weit brachte. Der ganze Film enthält Anspielungen, sogar regelrechte Filmzitate. Wenn man ein wenig Ahnung von den frühen B-Movies hat, kommt man voll auf seine Kosten. Deshalb erhält der Film allein für seine Storie – die wohl wirklich ein wenig schmalbrüstig ist – trotzdem noch ein A. Ist eine Ausnahme, da ich sonst nicht so auf Splatterstreifen stehe.

Womit wir beim zweiten Bewertungskriterium sind. Einige Szenen sind mutwillig absolut eklig angelegt. Wenn man nicht darauf vorbereitet ist, kann einem schon schlecht werden. Dennoch hat jede Szene ihre Bedeutung! Also nichts durch Zufall. Die Tricktechnik ist sehr gut und auch wunderbar ausgereift. Im Gegensatz zu einigen Billig-TV-Produktionen hat der Film etwas, daß man durchaus als Flair bezeichnen kann. Da die Tricktechnik nicht, wie sonst in solchen Filmen, billig herüber kommt, wird hier auch ein A gewährt.

Nun zu den darstellerischen Leistungen. Nathan Filion dürfte vielen noch aus Desperate Housewifes oder Firefly ein Begriff sein. Diesen Film hier drehte er zwischen der Serie Firefly und Serenity, dem Kinofilm zur Serie. Sein Charakter ist durchaus ernsthaft angelegt. Und stellenweise könnte man meinen, er wäre der einzige ernste Charakter im Film. Als komische Nebenrolle tritt überraschenderweise Michael Rooker auf, der in solchen Rollen regelrecht aufzublühen scheint. Elizabeth Banks, die die weibliche Hauptrolle hat, legt ihren Charakter ausnahmsweise einmal körperbetont an, obwohl der Regisseur ihr eine richtige Nacktszene verweigert. Jedoch erhält sie, die in Horrorfilmen übliche Duschszene. Allen Darstellern ist anzumerken, daß sie wirklich Spaß am Dreh hatten. Deshalb ist die schauspielerische Leistung auch überdurchschnittlich. Selbst Filion kommt in seiner Rolle glaubwürdig rüber, obwohl er damit schon in Firefly stellenweise seine liebe Not hatte. Auch hierfür ein dickes, breites A.

Die Insgesamtnote und der Insgesamteindruck ist nun jedoch entscheidend. Obwohl er in allen wichtigen Kategorien ein A bekommt, gibt es dennoch ein Manko: Und zwar ist dies ausgerechnet der Teil des Films, der zwar voll des Lobes ist, dennoch ein wenig den Spaß mindert. Es sind die ständigen Filmzitate, Anspielungen und wirklich schrägen Witze. Dies senkt die Insgesamtnote auf ein AAA+. Dies ist zwar auch nicht schlecht, aber wenn man sehr viele gute Horror- und Science-Fiction-Streifen kennt, bleibt einem keine andere Wahl. Der Film ist empfehlenswert, eindeutig. Aber ein bißchen weniger schrägen Humor, dafür einen größeren Actionpart hätte der Storie auch nicht geschadet.

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