… Adolf Merkel kommt!

Oder wie das in den 80er Jahren so schön hieß.  Eine Katastrophe bundesrepublikanischen Ausmaßes ist soeben dabei, sich zu manifestieren. Unser kriegsphiler, neoliberaler Quatschkopf, der das Amt des Bundespräsidenten so beschädigt hat, daß er schon seit Jahren in der Bloggosphäre nur noch als Bundespräservativ bezeichnet wird, weil er einigen Schwachsinn der GroKo und später von schwarz-gelb nicht mittragen wollte, wirft hin.

Ausschlaggebend war wohl die Kritik an seinen Aussagen, die er bei seinem Truppenbesuch in Afghanistan brachte. Einige der Äußerungen in diesem Interview waren nicht nur grenzwertig, sie waren faschistisch und abartig. Das es deshalb dann aus so gut wie allen Richtungen Kritik darüber hagelte, war nicht weiter verwunderlich. Horst Köhler hätte es mit Freiherr von und zu Guttenberg halten sollen: Lieber zwei Tage lang herumgedruckst und gelogen, als einmal bei einer ehrlichen Aussage erwischt zu werden.

Aber so sind bundesdeutsche Politiker nun einmal. Lernresistent bis zum bitteren Ende. Schon der alte Adolf brachte sich lieber um, als lebenslang in einem Knast in einer Einzelzelle zu verrotten. Dies überließ er dann doch lieber seinem rechten Arm, Heß. Unser Bundeshorst ist da ein völlig anderes Kaliber. Zuerst verabschiedet sich Roland Koch vernehmlich von der politischen Bühne, dann muß er selbst hinwerfen, weil er sich falsch verstanden fühlt.

Falsch verstanden würde ich seine Äußerungen nicht bezeichnen. Man verstand ihn sehr wohl. Und man verstand ihn besser, als ihm lieb war. Also tritt unser Bundesvollpfostenhorst lieber zurück, anstatt sich seiner Verantwortung zu stellen und den Krieg in Afghanistan als den Schwachsinn zu geißeln, den er darstellt. Doch auf am Boden liegende soll man nicht herumtreten. Es sei denn, sie haben es sich redlich verdient.

Bei Ex-Bundespräsident Horst Köhler nun liegt der Fall so, daß er sich immer wieder einen Namen machte. Meistens einen schlechten. So war er bei der T€uro-Einführung beteiligt, arbeitete jahrelang für den Menschenschlächterverein IWF (Internationaler WährungsFonds) und war eigentlich ganz froh drum, daß er es wenigstens in seiner arbeitsreichen Karriere zu einem Sparkassenfilialleiter brachte. Aber schon mit dieser Arbeit soll er der Legende nach chronisch überlastet gewesen sein.

Deshalb zog er es als Bundespräsident auch vor, in einer 5Zimmer-Kleinbauwohnung in Berlin-Mitte privat zu wohnen, anstatt die präsidentialen Gemächer zu benutzen, die ihm doch in seinem Amtssitz zur Verfügung standen. Schon daran war zu erkennen, daß er seelisch niemals im Amt angekommen war, sondern sich immer nur als Aushängeschild für eine besonders perverse Politik sah. Und weil er so gerne mit dem kleinen Mann per Du sein wollte, zog er eine kleine Wohnung dem prunkvollen Wohnstil vor, der einem Bundespräsidenten eigentlich zusteht.

Was kann man also über einen Mann sagen, der niemals Prinzipien hatte und diesen auch bis zum bitteren Ende folgte? Das er schwach geworden sei? Mitnichten. Das Problem, daß Bundeskanzler Merkel mit ihm hatte, war ein ganz einfaches: Bundespräsident Köhler ist kein Befürworter der anstehenden Sozialkürzungen, die dringend notwendig sind, damit die Reichen und Wohlhabenden in diesem Land weiterhin auch reich und wohlhabend bleiben können. Wenn er nämlich ein Freund dieser Politik wäre, hätte er auch die Präsidentenvilla in Berlin einer schmalbrüstigen 5Zimmer-Wohnung in Berlin-Mitte vorgezogen. Aber ein solcher ist er nicht. Auch wenn er prinzipiell Prinzipienlos handelte.

Als Bundespräsident war er eine mittlere Katastrophe (wir hatten nur einen noch schlechteren, aber dessen Name schreibe ich hier nicht mit Absicht hin, sonst kommt wirklich noch jemand auf die Idee, Schmidt als guten Kanzler zu bezeichnen), aber als Mensch war er annehmbar, wie er immer wieder an den offenen Tagen des Präsidentensitzes zeigte. Dort spielte er dann mit Unterschichtenkindern oder erzählte Märchen, wie jenes von der Weltwirtschaftsfinanzkrise, weswegen Deutschland so viel sparen muß. Sparen schon, aber seine Unterschrift leistete er schon unter die Diätenerhöhung, die im Bundestag vor kurzem beschlossen wurde!

Bundespräsident Köhler wird niemandem fehlen. Zumindest nicht auf Anhieb. Jedoch zeigt seine Karriere überdeutlich, wohin man es in Deutschland bringen kann, wenn man relativ gewissenlos und egoistisch handelt und immer nur auf Karriere bedacht ist. Köhler ist kein Familienvater, sonst könnte er nachvollziehen, wie sehr Kinder in Hartz IV-Familien hungern müssen, damit er jeden Abend sein Steak essen kann.

Sein Abtritt aus der Geschichte hat auch etwas Gutes. Endlich sieht Deutschland, daß Kanzler Merkel schon vor einigen Jahren Recht hatte, als sie das Amt des Kanzlers mit dem des Bundespräsidenten verwechelte. Kanzler Merkel kann nun schamlos weiter regieren und ihr Kabinett jederzeit so umstellen, wie sie es möchte, da sie nun keine präsidentiale Unterschrift mehr für eine Benennung braucht.

Die Gerüchte jedoch, daß der brutalstmögliche Roland das Amt des Bundespräservativs übernehmen soll, halte ich für ein wenig verfrüht. Noch hat Roland Koch in seinem neuen Amt nichts angestellt oder Thilo Sarrazin bei einer dessen Aussagen zugestimmt. Vielmehr müssen wir uns Sorgen um unser Land machen, weil wir nun einen der schlechtesten Politiker der letzten 20 Jahre vermeintlich billig losgeworden sind. Seine Beschwerden über die Kritik an seinen letzten Aussagen ist nachvollziehbar, aber nicht sehr authentisch. Wäre Köhler wirklich authentisch, hätte er den Weg des ehrenvollen Todes gewählt und sich in seiner kleinen Wohnung in Berlin-Mitte erschossen. Oder auch in seinem Amtssitz. Dies wäre in jedem Fall würdevoller, als Deutschland nach diesem phänomenaeln ESC-Sieg derart in den Rücken zu fallen. Nun hat er bewiesen, daß man keinem deutschen Politiker mehr trauen kann.

Dies hat zwar auch etwas Gutes für sich. Aber der negative Nachgeschmack, einen total Unfähigen jemals im Präsidentenamt gehabt zu haben, wird in Deutschland (vor allem in dessen Rechter Szene) klaffende Wunden hinterlassen, die sich nicht mehr schließen lassen. Nun wäre es an der Zeit einen Linken zum Bundespräsidenten zu machen. Wie wäre es da mit Klaus Ernst? Zwar als Politiker auch nicht das Gelbe vom Ei, aber tausendmal ehrlicher als die letzten Amtsinhaber.

Man kann froh sein, daß Köhler von sich aus geht und nicht erst aus dem Amt geschmissen werden muß. Dadurch, daß er selbst geht, tut er viel für die deutsche Würde. So unter aller Anstand sind wir als Volk noch nicht, obwohl wir an völkerrechtswidrigen Kriegen lachend teilnehmen und kein Problem damit haben, Frauen und Kinder zu erschießen oder wegzubomben, nur weil sie die Zufahrt zu einem Tanklaster blockieren. Der Weggang des Vollpfostenhorsts bedeutet nur eines für dieses Land: Es kann nur noch besser werden  – wenn wir dies zulassen …

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