Alle irgendwie politisch angeheiterten Blogs in letzer Zeit scheinen ein kleines Wahrnehmungsproblem zu haben. Und zwar fängt diese verstörte Realitätswahrnehmung schon damit an, das man den Ministerpräsidenten Roland Koch über den Klee lobt, ohne dabei zu beachten, das er seine erste Landtagswahl mit antisemitischen Sprüchen gewonnen hat. Aber das ist ja nicht so wichtig. Anstatt des normalen in Hessen lebenden Semiten entdeckte er immer mehr im Migranten den Feind, den es zu bekämpfen lohnt.

Doch auch dies ist nicht weiter wichtig. Wenn man eine Geschichte erzählt, sollte man bei den Wurzeln einfangen. Ganz am Anfang – und nicht am Ende laut jubelnd mal wieder die Demokratie auf den Scherbenhaufen der Geschichte werfen, nur weil einige wenige, die nichts dazu lernen können, einfach nichts dazu lernen.

Das gesamte, jetzige, Desaster geht eindeut auf den Jahrtausend- und Wiedervereinigungskanzler zurück. Während seines sechzehnjährigen Potentats erließ er das eine oder andere ausländerfreundliche (vor allem islamfreundliche) Gesetz in diesem Land. Unter anderem geht auf ihn die Nachzugsregelung zurück (also mitnichten eine linke oder sozialdemokratische Erfindung) und auch die frühzeitige Erlaubnis, Importbräute nach Deutschland einzuführen. Dr. (37fach) Helmut Kohl hat in seiner Amtszeit nicht nur Schlechtes gebracht (wie die Wiedervereinigung), sondern auch das einige oder andere Gute (vor allem für die Industrie). So lehnte der Kanzler noch 1995 ernsthaft eine soziale Besteuerung für Industrieroboter ab. Mit der lustigen Begründung, dass jene keine Fahrzeuge kaufen würden, die sie zusammen bauten. Das dabei jedoch schon damals einige tausend menschliche Arbeitsplätze vernichtet wurden, interessierte den Jahrtausendkanzler nicht die Bohne.

Insbesondere die Regierung Kohl glänzte durch 16 Jahre Reformverschleppung und fast vollständiger Untätigkeit. Helmut Kohl – und damit der CDU – „verdanken“ wir nicht nur die absolut schlampig durchgeführte Wiedervereinigung, sondern auch den Euro, die aktuelle Misere aller Sozialversicherungen, einen großen Teil der „Migranten“, eine exzessive Steigerung der Staatsschulden und einen Ausbau der überbordenden Bürokratie.
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Aber dies ist nur ein Teil der Wahrheit. Das islamophile Herumgetue, das durch diese Partei in unserem Land Fuß faßte, ist an der jetzigen Misere alles andere als Unschuldig.

Als unter Kohl die DDR wieder aufgebaut wurde, führte das zu einer massiven Erhöhung der Staatsschulden und der Arbeitslosigkeit.
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Und zur völligen Ignoranz den Menschen gegenüber, die durch diese verfehlte Politik gerne wieder in Lohn und Brot gestanden hätten. Der Einheitskanzler bemühte sich redlich selbst diesen noch die letzte Hoffnung zu nehmen. Diesen Gefallen tat ihm dann der sozialdemokratische Hartz-IV-Kanzler.

Es mag sein, daß dies für die CDU zutrifft. In einem richtigen Staat wäre die oberste Staatsraison das Wohlergehen des eigenen Landes und der eigenen Bevölkerung. Nur unmündige Vasallenstaaten stellen das Wohl Anderer über die eigenen Interessen. Ein formelles Bündnis mit Israel wurde nie abgeschlossen und liegt auch nicht im Interesse Deutschlands.
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Dies ist auch etwas, das auf die typische kohl’sche Aussitzungspolitik hinweist. Dr. (37fach) Helmut Kohl hat in seiner staatstragenden Doktrin (die sogar von seinem Amtsnachfolger von Seitens der Mama Sozialdemokratie getragen wurde) die Interessen von Drittstaaten immer über die eigenen gestellt. Als damals im hamburger Hafen ein ‚übereifriger‘ Zöllner eine Ladung schwerer Panzer (Typ ist mir leider nicht bekannt) entdeckte, die nach Israel gehen sollten, war natürlich das Ausgeschissene am Dampfen. Aber Dr. (37.fach) Helmut Kohl rechtfertigte sich niemals dazu, sondern opferte eiskalt einen Parteikollegen.

Das Volk in Deutschland ist von der politischen Willensbildung ausgeschlossen, sonst hätten wir weder den Euro noch eine deutsche Zustimmung zur Europäischen Verfassung. Nicht das Volk wählt seine Repräsentanten, sondern die Parteien geben vor, wen das Volk wählen darf. Zwar ist Franz Müntefering nicht bei der CDU, doch kein einziger Vertreter der CDU hat ihm widersprochen, als er gesagt hat, daß niemand erwarten soll, daß sich Parteien an ihre Wahlversprechen halten. Anders ausgedrückt: auch die CDU ist der Ansicht, daß das Volk zwar ankreuzen darf, wer regieren soll, aber ansonsten gefälligst der damit gewählten Obrigkeit zu überlassen hat, was diese mit der so errungenen Macht anstellt.
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Und das in diesem Fall die CDU geradezu richtiggehend gezwungen ist, mit Islamisten gemeinsame Sache zu machen, liegt auf der Hand. Und nun kommen solche rechtslastigen Wahlk(r)ampfhelfer daher und behaupten, das gesamte Islamistenproblem basiere auf dem rot-grünen Gutmenschengetue. Wenn dies keine Realitätsstörung ist, was ist es dann?

Vor allem, warum läßt sich die CDU in ihrem hessischen Wahlkampf noch so offen von dieser Meschpoke unterstützen? Auch ich bin ein Israelfreund, aber ich bin kein wirklichkeitsfremder Naivling, der sich einbildet, das das ganze Islamistenproblem nur auf dem Mist basiert, den die Bundespartei DIE GRÜNEN/B90 in den vergangenen 25 Jahren gebaut haben. Im Gegenteil.

Dieser ganze Müll mit dem Deutschland heute zu kämpfen hat, wurzelt nur auf den Taten (oder besser Nicht-Taten) des Einheitskanzlers. Jener öffnete die Grenzen ja erst so weit, weichte das Asylrecht dermaßen auf (für das die Vorgängerregierung echt jahrelang gerungen hatte), das wirklich jeder arme, nicht verfolgte, Anatole nach Deutschland kommen konnte. Und nun sollen alles die grün-roten Schuld sein?

Leute, mal ganz ehrlich! Wenn ihr mehr bei der Wahrheit bleiben würdet, und somit zugeben, das ihr es selbst wahrt, die durch ihre Kohlwahl in der Vergangenheit die jetzigen Zustände erst ermöglicht habt, so das man sich Nachts nicht mehr getraut, durch die Straßen seines Heimatortes zu gehen, dann wären wir auf dem Weg der Besserung.

Euer eigenes rechtslastiges Getue ist bei dieser Landtagswahl in Hessen Herrn Roland Koch nur abträglich. Und somit beweist ihr einmal mehr die Vorwürfe, die Ignaz Bubis damals gegen Herrn Dr. (37.fach) Helmut Kohl erhoben hat, das er Israel nur unterstützen würde, um den Palästinensern die Chance zu geben, das jüdische Heimatland zu zerstören. Heute erinnert sich kaum noch jemand daran, aber es bleibt in der Geschichte nachgewiesen, das das jetzige Ausländerproblem nur auf einen zurück geht: Auf den Einheitskanzler Dr. (37.fach) Helmut Kohl (CDU).