In meinem Leben, auch außerhalb des Internets, ist mir schon so manches über den Weg gelaufen. Stellenweise so schräges, daß ich mich ernsthaft fragte, ob es mein Verstand ist, an dem ich verzweifle. Immer öfter jedoch mußte ich erkennen, daß es nicht mein Verstand war, sondern der anderer Leute, der aus dem Ruder lief.

Warum sich ausgerechnet ein solches Thema in den TROTTELBOT verirrt, hat ebenfalls seine Gründe. Zwar ist klar, daß unsere Art, diese Welt so wahrzunehmen, wie wir sie wahrnehmen, auf elektrischen Impulsen in einem Leiternetzwerk beruht, jedoch wird von sehr vielen einfach nicht erkannt, was dies im Klartext bedeutet. Unsere gesamte Wahrnehmung, auch unser Sehen, basiert eigentlich nur aus Dritter Hand.

Um dies begreiflich zu machen, sollte man verstehen können, wie das menschliche Gehirn arbeitet. Heutzutage fertigen wir bereits Computer, die mehr als 4 Mio Rechenoperationen in einer Sekunde erledigen können. Das menschliche Gehirn ist immer noch ein wenig schneller und wird ungefähr bei 16 Mio Rechenoperationen in der Sekunde vermutet. Jedoch bedeutet reine Verarbeitungsgeschwindigkeit noch gar nichts. Während ich also tippe, braucht die Information, welchen Buchstaben ich auf der Tastatur gedrückt habe, bis diese in meinem Gehirn angekommen ist, ungefähr eine tausendstel Sekunde. Dies funktioniert deshalb so gut, weil wir nicht nur optisch erfassen, was wir tippen, sondern auch über Nervenfasern in den Fingerspritzen. Da man sehr leicht den Aufbau einer westlichen Tastatur erfassen kann, merkt sich das Gehirn den Aufbau der Tasten und die Buchstabenverteilung. Selbst mit einer etwas langsameren Schreibgeschwindigkeit dürfte die Datenmenge in etwa dieselbe sein.

Und da unser Gehirn bei so etwas wie ein Computer reagiert (das zwar nicht eben über einen ANSI-Code die einzelnen Lettern im Hirn zwischenverschlüsselt, um sie lesen zu können), können wir davon ausgehen, daß die Datenmenge in etwa konstant ist. Eine konstante Datenmenge nun bedeutet, daß wir eine bestimmte Verarbeitungsgeschwindigkeit in unserem Gehirn aufweisen können. Im Schnitt liegt die derzeit bei 16 Mio Rechenoperationen in der Sekunde, da wir nicht nur das aufnehmen, was wir tippen, sondern gleichzeitig auch noch Musik hören können oder etwas riechen!

Warum diese ellenlange Erklärung für einen ganz einfachen Vorgang? Weil ich diesmal den werten Lesern dieses Blogs etwas vor Augen führen möchte. Jeder erlebt selbst oft genug Dinge, die für ihn unerklärlich sind, die sich jedoch ganz einfach logisch und kausal erklären lassen. Auch wenn es manchem hin und wieder schwer fällt, die entsprechenden Zusammenhänge dementsprechend zu begreifen. Um jedoch die Überschrift genauer interpretieren zu können, darf ich Ihnen, werter Leser, keine Details vorenthalten, sondern sie erst einmal mit Informationen füttern, damit sie verstehen, worauf ich eigentlich hinaus möchte.

Die Chaostheorie

Um die weiter aufgeführten Zusammenhänge besser verstehen zu können, binde ich an dieser Stelle eine kurze Einführung in die Chaostheorie ein. Wenn man größere Zusammenhänge sichtbar machen möchte, ist man hin und wieder gezwungen, sehr weit auszuholen, um kleinere Details zu klären, bevor der Leser wegen Überforderung abbricht.

Die Grundaussage der Chaostheorie sagt aus, daß kein Ereignis auf einem Planeten mit mehr als 30 Mrd. Lebewesen in irgendeiner Form vorhersagbar ist. Geht man nun davon aus, daß zu Zeiten Nostradamus weniger Lebewesen auf diesem Planeten vorhanden waren, schränkt dies zwar nicht eben die Möglichkeit seiner Prophetien ein, aber es zeigt, daß es schon damals unheimlich schwierig gewesen sein muß, eine entsprechend genaue und detailierte Vorhersage zu treffen. Vorhersagen jedoch fallen genau in das Metier der Chaostheorie.

Und da unser Universum nicht nur aus der Erde und den Lebewesen auf ihr besteht, sondern noch aus einem Sonnensystem mit 10 Planeten, ca. 80 Monden und einer ziemlich großen und heißen Sonne, zusätzlich noch aus einer Galaxis aus mehreren hundert Millionen Sonnen, dürfte in etwa klar sein, worauf ich eigentlich hin aus möchte. In der Chaostheorie ist nichts vorhersagbar. In unserem Universum, daß ebenfalls noch einmal einige hundert Millionen oder gar Milliarden Galaxien beherbergt, genauso wenig.

Da immer mehrere Faktoren zu einem Ereignis zusammen kommen müssen, damit es geschieht, sagt an dieser Stelle die Chaostheorie voraus, daß man nur dann ein Ereignis absolut vorhersagen kann, wenn man alle daran beteiligten Konstanten und Variablen kennt, die letztlich zu einem bestimmten Ergebnis führen. Einfach ausgedrückt: Solange wir also nicht den genauen Quantenfluß zu einem Zeitpunkt X auf der Zeitleiste kennen, können wir das damit in Zusammenhang stehende Ereignis nicht aus der Vergangenheit heraus voraussagen. Allein die Quantenmechanik (wir kommen da gleich auch noch drauf) verbietet dies. Die Chaostheorie sagt uns also nicht, was unmöglich ist, sondern das, was wir wissen müssen, damit etwas möglichst vorhersagbar wird. [Dieser kleine Unterschied wird übrigens nicht einmal im dementsprechenden Wikipedia-Artikel berücksichtigt, der an dieser Stelle mal wieder falsch ist. HINWEIS!] Die Chaostheorie sagt also eindeutig aus, daß man ein Ereignis nur dann eindeutig vorhersagen kann, wenn man alle damit in Zusammenhang stehenden Faktoren eindeutig kennt.

Die Quantenmechanik

Die Quantenmechanik ist etwas, daß Albert Einstein bereits vor einigen Jahrzehnten postulierte, sie jedoch Zeit seines Lebens niemals hatte beweisen können. Die Quantenmechanik bedeutet nicht mehr, als das jedes Energieteilchen die in seiner Umgebung befindlichen in irgendeiner Form beeinflußt. Dies bedeutet, daß wir einen permanenten Energiefluß erleben in diesem Universum. Und zwar nicht nur von der Sonne kommend, sondern von wirklich jedem existierenden Körper.

Quanten sind nun einmal so kleine Teilchen, daß sich daraus Neutronen, Protonen und Elektronen bilden können. Jedoch kommt es hierbei auf den EigenSPIN der einzelnen Quanten an, die an dieser Schaffung beteiligt sind. Da es mindestens 12 verschiedene Quantenzustände gibt (wenn man die farbliche Kennung mit berücksichtigt), dürfte es den Quanten jederzeit möglich sein, jeden Energiezustand zu erreichen, den sie erreichen möchten.

Jedoch unterliegt der Quantenraum besonderen Mechanismen. Einer davon ist leider die Grundlage für die Chaostheorie. Ein Quantenteilchen kann jederzeit seinen SPIN ändern, ohne sonst einen weiteren Faktor seiner Existenz dabei verändern zu müssen. Ein Quantum kann also einfach in einen anderen energetisch (errechneten) Zustand wechseln, ohne sich dabei zu verlieren. Es verändert beispielsweise seine Polung, ohne dabei den eigentlichen SPIN zu verlieren, ist immer noch dasselbe, nur das eben nun die Polung eine andere ist. [Wurde bereits beobachtet, aber kann einfach nicht nachvollzogen werden, wie ein so winziges Energieteilchen dazu in der Lage ist, ohne seine Energie zu ändern oder gar seinen Zustand.]

Die Quanten unterliegen aber noch einer anderen Einschränkung, daß es zwar nicht einfacher macht, ihr zukünftiges Verhaltensmuster vorher zu sagen, aber das in dem Zusammenhang mit der Überschrift von Belang ist. Und dies ist die Unschärferelation, die jedoch bei den meisten magischen Techniken grundsätzlich ignoriert wird. Die Unschärferelation behauptet von sich nicht perfekt zu sein, jedoch stellt sie eine weitere Einschränkung dar, die uns direkt in die Chaostheorie führt.

Die Unschärferelation

Die Grundaussage dieser Sache ist, daß man zwar ein Objekt beobachten kann, dann ist es jedoch unmöglich, seinen Weg vorher zu sagen – und umgekehrt. Kann ich den Weg eines Objektes bestimmen, kann ich nichts über seine Qualitäten sagen.

Wie man unschwer erkennt, befinden wir uns bei diesem Thema auf dem Gebiet der Hyperphysik. Da Physik jedoch immer auf irgendeine Art und Weise mechanisch ist, möchte ich den werten Leser an dieser Stelle nicht noch weiter überfordern, sondern auf den Punkt kommen. Die Unschärferelation sagt im Prinzip nur aus, daß wir als Beobachter grundsätzlich auch Einfluß auf das Nehmen, daß wir beobachten. Beobachten wir ein Objekt, verändern wir es. So wie ein Quant einfach seinen SPIN verändert, ohne das direkt darauf eingewirkt worden wäre. Die Beobachtung allein reicht schon aus, um eine Sache zu verändern. [Um es einmal sehr leicht und wenig wissenschaftlich auszudrücken.]

Die Unschärferelation ist jedoch nur im Bezug auf den Quantenraum von Bedeutung. Im Zusammenhang mit der Chaostheorie ergibt sich daraus die Schlußfolgerung, daß der Mensch durch seine Taten niemals absehen kann, was das letztliche Ergebnis sein wird. Vor allem nicht bei Langzeitoperationen.

Abseits der Wissenschaft

Nun haben wir jedoch das Problem, auf das ich schon in den Eingangsabsätzen ein wenig eingegangen bin. Eine Gruppe von Lichtarbeitern hat heute Abend vor, ein entsprechendes Energieritual durchzuführen, um den Golf von Mexiko zu reinigen. Wenn man nun obige energetische und physikalische Grundlagen nimmt, dürfte klar sein, worin die Gefahr eines solchen Experimentes besteht.

Nicht die Anzahl der daran beteiligten Magietreibenden ist dabei der Umstand, der mich nervös macht, sondern die Tatsache, daß hier Menschen mit Energiegehalten spielen, die sie nicht einmal im Ansatz kontrollieren können. Und dies bedeutet gleichzeitig, daß nicht sicher ist, wie das Endergebnis aussieht.

Fügt man in ein bestehendes energetisches System noch zusätzliches Energie ein, geht das selten gut. Man kann einen Kondensator nicht mit Überlast betreiben, früher oder später fliegt einem das Teil um die Ohren. Was dies für den Golf von Mexiko bedeutet, möchte ich an dieser Stelle nicht andeuten, da der Vergleich ziemlich bildhaft gehalten ist. Und dies bedeutet für mich, daß diese Aktion abzulehnen ist.

Einerseits sind noch nicht einmal die Grundlagen für das, was Magie letztlich darstellt, vollkommen wissenschaftlich erforscht, geschweige denn begriffen worden. Andererseits haben wir hier eine Gruppe von Menschen, die bereitwillig in eine gewaltige Wassermenge hochenergetische Kraft einbringen wollen. Wenn man ein gesättigtes System hat, darf man nicht noch weitere Eingriffe vornehmen. Hier kommt eine Arroganz zum Tragen, die für den ganzen Planeten lebensgefährlich werden kann. Da an diesem Teil des Golf von Mexiko, wo vor kurzem diese Ölbohrinsel überrachend absoff (aber nicht unerwartet), nun auch noch der Golfstrom vorbei kommt, sollte man vorsichtig mit den Energien sein, mit denen man hier hantiert.

Selbst Wissenschaftler sehen es kritisch, wenn man das Bohrloch in 1.500 m Tiefe mit einer Atombombe schließen möchte. Auch hier wird wieder Energie in das System eingebracht. Und diese Energie könnte ebenfalls fatale Nebenwirkungen zeigen. Wenn nun also Magier ihrerseits Energie ebenfalls in dieses gesättigte System bringen (und Wasser kann sehr viel Energie aufnehmen), kann wer weiß etwas passieren. Immerhin steht hier das menschliche Handeln im direkten Widerspruch zur Unschärferelation und zur Chaostheorie. Heize ich ein bestehendes Dilemma noch weiter auf, sind auf Quantenebene alle möglichen Zustände erreichbar. Und da Quanten zusätzlich noch sehr viel Energie aufnehmen können – und sie leider alle uns bekannten Atomformen bilden – könnte sich ein Versuch der energetischen Heilung des Golfes von Mexiko sehr schnell als Eigentor erweisen.

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1 Kommentar on Gesundbeten für die Erde …

  1. Bernd sagt:

    Hallo Andreas,

    ich kann Dir nur voll zustimmen, von solch einem energetischen Experiment doch bitte die Finger zu lassen. Klasse, wie Du die Gründe dafür mittels Chaostheorie und Unschärferelation aufzeigst. Hoffe nur die Mühe wird Dir gedankt, indem eben nichts passiert.

    Es liegt doch auf der Hand: 1.) Hier wurde schon ganz viel manipuliert in den letzten 10 Wochen, unter anderem durch (schwarzmagischen) Einsatz von Riesenmengen an Chemikalien, das kommt wie „den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“. 2.) Auch in Kreisen, die esoterisch oder okkult geschulter sind, ist das „Final Virus“ weit verbreitet (Mensch spielt Gott – erst so, dann so). Sie ahnen nicht welche Wesen(-haftigkeiten) und Energien mitmischen in ihrem Spiel, wie sehr ihre „Gier zu heilen“ sie zum Bestandteil des Zerstörerischen macht. 3.) Du erwähnst an anderer Stelle, dass Mutter Gaia das NICHT von uns erwartet. Ja, absolut nicht – und trotz der enormen Verwundung, die Mensch oder was ihn steuert, ihr antut. Sie nicht mehr weiter zu plündern und auszurauben, ihr Vertrauen und stille Achtsamkeit zu schenken – also nicht ein erneutes zielhaftes Handeln – das ist die Antwort einer Seele im Einklang mit ihr.

    Es dankt Dir für Deinen Artikel und teilt Deine Sorge,
    Bernd