Die Weihnachtsansprache von Ahmadinedschad im britischen Channel 4 treibt, wie es scheint, die Islamophoben Europas wieder einmal auf die Barrikaden. Obwohl man sich hierbei die Frage stellen sollte, warum dies der Fall ist. Die Politik des gewählten Herrschers des Irans ist nicht gerade dem Westen gegenüber freundlich gestimmt.n Auch dies ist leider ein Fakt. Diese dem Westen feindlich gegenüber stehende Politik wird jedoch von den mächtigen Staaten des christlichen Westens selbst mit ihren Taten erzeugt.

Channel 4 sieht sich nun international von diversen Pressemedien angegriffen, weil man die Dreistigkeit besaß, Ahmadinedschad eine Propaganda-Plattform zu geben, auf der er, wieder einmal, gezielt gegen den Staat Israel wettern konnte. Hört man sich seine Rede jedoch genauer an – und ignoriert einmal die Einblendungen der englischen Synchronübersetzung – könnte einem der Gedanke kommen, daß er wirklich das meint, was er da sagt.

Und genau das ist das Problem des Westens. Noch ist im Geist der Leute die Aussage seiner letzten großen Rede im Gedächtnis, in der er ‚angeblich‘ die Vernichtung des Staates Israel in seinen momentanen Grenzen forderte. Das sich diese Aussage jedoch als dreister, mutwilliger Ãœbersetzungsfehler der westlichen antiiranischen und antiislamischen Propaganda herausstellte, haben die meisten bereits vergessen.

Ok, Ahmadinedschad ist kein Waisenknabe. Er ist kein Unschuldslamm. Solange seine Religion, vor allem dessen faschistisch eingestellte Anführer nach wie vor Christen im Iran verfolgen (und auch gegenlautende Gerüchte auf diversen Pro-Islam-Blogs können diese Aussage nicht negieren) das Christentum verfolgen, wird es da kaum Ruhe geben. Man darf aber nicht vergessen, daß der vom Westen so hoch gelobte Schah Reza Pajlevi bedeutend schlimmer mit den Christen im Land umgesprungen ist als es die jetzige Führung tut. Und das er sogar noch die Rückendeckung der wichtigsten Westmächte für dieses Treiben hatte – immerhin ging es um Öl.

Wenn also Ahmadinedschad eine Weihnachtsansprache im britischen Fernsehen hält, so ist dies ein Zeichen für zweierlei. Großbrittannien ist tatsächlich zur vollkommenen Anerkennung des Islam als mitbestimmende Religion bereit. Der andere Punkt ist in dem Fall sogar noch leichter zu erkennen. Großbrittannien hat kein Problem, einem Erdölkrieg, wie ihn die Amerikaner planen, auszuweichen, in dem sie dem Iran jetzt bereits eine pobuläre Plattform für Kommunikation bietet.

Auch bedeutet die Weihnachtsansprache von Ahmadinedschad nicht, daß sich auch nur irgendetwas an seiner Meinung über den Westen geändert hätte. Ahmadinedschad war in seiner Jugend ein Schah-Kritiker und später auch keiner der absoluten Hardliner, die Khommeini nachgerannt sind. Er versuchte immer den Mittelweg zu gehen. Also ist er mitnichten der Aggressor im Nahem Osten. Diesen Schuh sollten sich jene anziehen, die damals, während die von den Israelis initiierte ‚Operation Etzel‘ lief, nicht entsprechend reagiert haben. Und es so erst ermöglichten, daß der Staat Israel mit der Prämisse entstand, die er heute offen vertritt: Dem abolsuten Herrschaftsanspruch in der Region. Mit Herrschaft über die Zedernwälder des Libanon bis weit nach Syrien hinein.

Ist der Iran wirklich der Böse? Und dies nur, weil er aus Selbstverteidigungsgründen, genauso wie Nordkorea, sich gezwungen sieht, Atombomben zu bauen? Würde man davon ausgehen, hätte man die USA schon vor 40 Jahren brandmarken sollen, als jene, total unprovoziert den Korea-Krieg vom Zaum brachen und erst mit Vorderasien fertig waren, als drei mächtige Tigerstaaten damals endgültig geteilt wurden. Burma, Myanmar, leidet heute noch unter den Missetaten, die die Amerikaner einst in der Gegend angestellt hatten. Nun erfahren wir das gleiche mit dem Nahem Osten. Das ganze Szenario wird sogar noch gezielt von Israel geschürt, das auf diese Art und Weise seinen Allmachtsanspruch über diese Region hinaus festigen will. Israel hat Atombomben, warum setzt es jene nicht einfach gegen den Iran ein, um sich das Problem vom Hals zu schaffen?

Die Antwort hierauf liegt auf der Hand. Israel würde dann endgültig als der Hauptaggressor in dieser Weltgegend erkannt werden. Doch so weit ist es noch lange nicht. Ahmadinedschad hat durchaus Sympathisanten unter den jungen Israelis, die mit der Politik ihrer Staatsführung alles andere als einverstanden sind. Ahmadinedschad befindet sich also mitnichten auf Abwegen, sondern eher in der klassischen Situation des in die Ecke gedrängten Raubtiers, daß sich früher oder später gezwungen sieht, zu handeln. Nur dürfte er erst dann handeln, wenn es wirklich unumgänglich ist. Der Iran jedoch sollte gleichzeitig froh darüber sein, daß die USA mit ihren Verbündeten den Iraq besetzt hält, so ist er nicht zu einem zweiten Iran/Iraq-Krieg gezwungen. Frieden ist in dieser Weltgegend durchaus möglich. Nur sollten dies auch die mächtigen Staaten dieses Globus es auch wirklich ernsthaft wollen.

Um ein solches Ziel zu erreichen wäre eine komplette Entwaffnung Israels angeraten. Und eine genaue Festlegung der endgültigen Grenzen. Da Israel jedoch weder dem einen, noch dem anderen, Punkt zustimmen dürfte, ist klar, daß Ahmadinedschad mit seiner Forderung nach einer Auflösung des Staates Israel berechtigt wirbt, solange Israel nicht selbst mit der Aggression gegen seine Nachbarn einhält. Dementsprechend ist auch seine Weihnachtsansprache zu werten.

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