Im Prinzip kann ich ja den Aussagen der deutschen Bischöfe so weit folgen. Im Prinzip hätten sie ja Recht. Im Prinzip! Wobei sich für jeden denkenden Mensch an dieser Stelle automatisch die Frage stellt, worin denn das Prinzip der Kirchen generell besteht.

Zu Weihnachten und Neujahr haben die diversen Bischöfe der deutschen Kirchenmal wieder etwas von den Geboten Gottes verkündet und wie sie dazu stehen, daß gewisse Bankenmanager Trotz einer gewaltigen Finanzkrise nach wie vor gewaltige Boni gutgeschrieben bekommen.

Einfacher Futterneid kann es nicht sein. Immerhin verdient ein Bischof selbst genug Geld und ist demnach nicht auf die Kollekte seiner Gemeinde, der er vorsteht, angewiesen. Doch die Bischöfe sprechen, selbsterklärend, im Namen ihrer Gläubigen und beschweren sich darüber, daß Bankenmanager eindeutig zu viel Geld verdienen.

Nun, hierzu kann man stehen, wie man will! Nur ist es immer wieder amüsant, zu sehen, wie die Kirchen sich aus ihrer Verantwortung stehlen. Übrigens mit den gleichen Praktiken und Techniken, die wir auch bereits von unseren Politikern kennen.

Die Kirchen mokieren sich über die geringe Höhe von Hartz IV. Sehen sich jedoch vollständig außer Stande, etwas daran zu ändern, da dies ja Politik ist. Statt dessen werden von den Kirchen Tafeln eingerichtet, mit der Auflage, daß die Leute, die sich dort Nahrung holen, weil ihr Geld sonst nicht reicht, zum Glauben finden und sich Predigten gefallen lassen müssen.

Sieht also so die Hilfe der Kirche bei Armut aus? Anstatt zu helfen, werden die Leute mit Religion traktiert. Anstatt zu helfen, schreibt man ihnen vor, daß ihr Lebenswandel am unterem Ende der Leistungskette in Deutschland nur deshalb von der Kirche behütet wird, damit sie wieder fleißig in die Kirche kommen.

Die deutschen Kirchen und Dome stehen weitgehends leer. Man darf aber hierbei auch nicht die besondere Kirchenpolitik vergessen, grundsätzlich die Kirchen nach einer gewissen Uhrzeit abzusperren. Wirklich Gläubige werden solange aus Kirchen ausgesperrt, bis die neu missionierten Glaubensbrüder regelmäßig in der Messe erscheinen und ihr knappes Geld dann auch noch in die Kollekte geben.

Hat dies etwas mit dem christlichen Geist des Teilens zu tun? Die Kirche in Europa ist mit der reichste Privatkonzern, der existiert. Er beruft sich auf Teilung von Reichtum, teilt aber seinen eigenen Reichtum nicht ein Jota. Und verkauft das Alles dann noch als gute Tat an der Allgemeinheit. Die Kirche ist dem Staat gegenüber steuerbefreit. Ja, der Staat zieht sogar noch Kirchensteuer von Hinz und Kunz ein, um der Kirche bei der Reichstumschaffung zu helfen.

Die AUSREDE, daß die Kirche in Deutschland nicht mehr handeln könne, wenn die Kirchensteuer komplett ausbliebe, ist in meinen Augen wirklich nicht mehr, da sie ganz gewaltig an der Realität vorbei geht. Die Kirchen arbeiten größtenteils mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sie nicht einmal bezahlen müssen. Der Rest vegetiert in simplen € 400-Jobs herum und muß noch zusätzlich Hartz IV beziehen, um überhaupt einen äußerst niedrigen Lebensstandard halten zu können.

Die Kirche und ihre Repräsentanten hat es eindeutig überreizt, nun mit dem Vorwurf zu kommen, daß die Bankenmanager mit ihren Boni und Boniboni zu gut gestellt sind, weil sie nicht teilen. Andererseits sagt ein Bischof dann auch noch offen in einem Interview, daß Gier absolut keine der himmlichen Todsünden ist, sondern etwas total menschliches und normales. Diese Aussage allein outet die Kirche bereits als menschenfeindlichen Ort, der sich wohl der dunklen Seite der Macht verschrieben hat.

Hilfe für Arme, Hilfe für diejenigen, die durch Krankheit und Behinderung ihr eigenes Auskommen nicht mehr finanzieren können, interessiert die Kirche doch schon lange nicht mehr. Sehr viele Landesbischöfe haben an ihre Priester und Pfarrer die Weisung ausgegeben, daß man Personen nur noch mit € 5 im Monat als Maximalleistung helfen dürfe. Familien erhalten, mit ein wenig Glück, alle 9 Monate einen speziellen Freßkorb der Kirche, obwohl dieser schon ein Jahr im Voraus bestellt werden sollte.

Und es gibt noch mehr auf diesem Gebiet. Ab diesem Jahr wird das Thema Religion in diesem Blog wieder ein Thema sein. Da solches Gebaren der Kirche eindeutig gegen den Menschen gerichtet ist. Hilfe sieht anders aus. Auch die Einstellung der Kirche, daß jede geleistete Hilfe zurückgezahlt werden muß, widerspricht eindeutig dem christlichen Geist. Aber erklären sie das einmal dem Pfarrer ihrer Gemeinde! Sie werden auf taube Ohren stoßen, die nicht bereit sind, ihnen zuzuhören. Immerhin ist der Pfarrer ja von Gott berufen, nicht von seinem Bischof …

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