Eigentlich sollte dies zwar eine Glosse werden, nur die Realsatire, die alldieweil im Bundeskabinett ihr Unwesen treibt, muß man beim Namen nennen dürfen. Deshalb verzichte ich auf den humorvollen Teil und komme gleich zum Tacheles. Obwohl ich noch zusätzlich darauf hinweisen muß, daß die Äußerungen von Kristina Schröder zwar den Ausgangspunkt dieses Artikels bilden, von der Redaktion jedoch nur noch als reine Profilierungssucht einer frigiden Sexsüchtigen angesehen werden.

Der deutsche Konservativismus treibt mal wieder freundliche Blüten und Urständ und man fragt sich echt, ob die letzten 75 Jahre spurlos an der deutschen Gesellschaft vorbei gegangen sind. Da wird mit einem Mal wieder maßlos gegen Migranten und Ausländer gehetzt, an anderer Stelle bettelt man dann von Politikerseite nach weiteren billigen Facharbeitern aus Dritte-Welt-Staaten, weil die deutsche Industrie zu feige ist, faire Löhne zu bezahlen. Und über allem thronen dann die beiden großen Politikerdamen der Rechtsaußen-CDU von der Leyen und Kristina Schröder mit blasphemischen Sprüchen, die sogar ihrem Gott die Schamesröte ins Gesicht steigen würde.

Aber alles halb so schlimm. So denkt man zumindest, wenn man sich einmal das Geschwafel anschaut, was da durch die Rede unseres Bundespräsidentendarstellers losgetreten wurde. Der braune Konservativismus feiert in Deutschland wieder alte Zeiten. Nur in einer Hinsicht ist er lernfähig geworden. Jetzt, wo der Islam als die grüne Gefahr erkannt ist, zieht man noch schlecht die im Land lebenden Juden mit ins Boot, die man eigentlich vor 65 Jahren kostengünstig per KZ und Arbeitslager hat entsorgen wollen.

Sind die Konservativen intelligenter geworden? Mitnichten und mittanten. Natürlich nicht. Sie sind nur militanter geworden. Seitdem ein Herr Thilo Sarrazin offen Statistiken verfälschen und in seinem durchgeknallten Sinne interpretieren darf, ist es mit einem Mal wieder statthaft eine Integrationsdebatte loszureißen, obwohl man davon ausgehen kann, daß die meisten Politiker nicht den blaßesten Schimmer von dem haben, von dem sie schwafeln.

Die Schwafelköpfe der CDU, der NSDAP-Nachfolgepartei, fühlen sich doch nun tatsächlich diskriminiert. Sie fühlen sich falsch behandelt. Sie fühlen sich als Opfer. Und warum? Weil das dummdoofe deutsche Volk nicht in der Lage ist, ihren Müll, ihre Lügen, ihre Verunglimpfungen und Verhetzungen über den Islam einfach nicht zu glauben. So etwas ist ein Kapitalverbrechen. Da macht sich die Partei die Mühe, den Freiherrn von und zu Guttenberg als neuen Kanzler und späteren Kaiser Deutschlands aufzubauen, und dann nimmt ihn der normale Bürger, der einfache dumme Michel, einfach nicht Ernst.

Eigentlich fehlt an dieser Stelle die übliche Propagandawildsau, die durch das Mediendorf getrieben wird, in dem die Gattin des werten Freiherrn freiweg von der Leber die Behauptung aufstellt, daß die Männer, die sie in ihrem Warnbuch über die Internetkriminalität des Kinderfickens gar keine Christen, sondern durch die Bank Moslems sind. Im Prinzip wartet die gesamte politische Bloggosphäre in Deutschland auf diesen mentalen Ausrutscher der werten Dame, da sie damit nur beweisen würde, daß die Konservativen ernsthaft lernbehindert sind.

Aber kehren wir zuerst einmal zu Kristina Schröder zurück. Sie ließ, keine 24 Stunden nach der phänomenal langweiligen Rede des Bundespräsidentendarstellers zum 20. Gedenken des Untergangs der DDR, eine solche Dummheit raus, daß nicht nur ich mich fragen mußte, wie diese Frau zu ihrem Doktortitel gekommen ist! Kann es gar möglich sein, daß er wirklich ein Falscher ist?! Ok, Falschgeld ist wie Politiker, man wird es einfach nicht los. Aber der Spruch von Kristina Schröder, daß an deutschen Schulen deutsche Kinder von Migranten auf das Übelste beschimpft und behandelt würden und das es ihr an ihrer Schule einst genauso ergangen sei, war einfach nur Comedy pur.

Mir ist zwar klar, daß rechtschaffende Christen ein Problem mit dem Islam haben, weil diese Religion noch menschenfeindlicher als ihre eigene ist. Jedoch verstehe ich nicht ganz, wieso ausgerechnet sich Konservative darüber beschweren, wenn der eigene Bundespräsidentendarsteller den Spruch abläßt, daß der Islam nun eben auch zu Deutschland gehört. Neben dem bayrischen Horst Seehofer war die Bemerkung von Frau Kristina Schröder so etwas von weltfremd und vor allem realitätsfern, daß ich mich allmählich frage, welche Drogen in das Wasser im Bundestag gemischt werden, damit solche Gestalten dort solchen Mist verzapfen dürfen.

Beide wären, rein theoretisch (leider nicht praktisch machbar) wegen ihrer dummen und dümmlichen Äußerungen wegen Volksverhetzung dran. Wer über Migrantenkinder behauptet, daß jene die Schulhöfe dominieren und deutsche Kinder wie den letzten Dreck behandeln, sollte mit Beweisen aufwarten. Oder doch zumindest mit Kennzahlen oder zumindest einer kleinen Statistik, die diese Aussagen belegen. Dem ist aber nicht so. Sich dann aber im nächsten Atemzug auf das Sarrazin-Buch zu berufen, ergibt in dem Fall erst Recht Sinn, steht doch Thilo Sarrazin so weit rechts, daß ihm bereits eine Ehrenmitgliedschaft in der NPD angeboten wurde. Inklusive eines Ehrentitels in der „Garnisonstruppe Ausschwitz“. Bei soviel konservativer Ehrung kann man verstehen, wenn da Frau Schröder gleichziehen will, weil sie eben auch gerne mit den Jungs der „Garnisonstruppe Ausschwitz“ um die Häuser zieht und Migranten verprügeln möchte. Aber ohne Ehrentitel darf man das mit denen nicht! Pech gehabt!

Also platziert sich die Gute so weit rechts außen, wie es ihr möglich ist, ohne ihr Amt dabei zu beschädigen. Obwohl sie eben mit dieser lernresistenten Aussage, die sie da über die deutschen Schulhöfe traf, bereits ihr Amt nennenswert beschädigte. Als Familienministerin ist sie auch für Migranten zuständig. Und wenn sie auch in Wiesbaden Islamexpertin und auch Extremismusexpertin ihrer Partei gewesen ist, zeigt dies doch nur, daß sie nichts begriffen hat. Sie ist die Extremistin, vor denen uns unsere Eltern früher immer gewarnt haben (und vor denen ich heute auch meine Kinder warnen würde).

Jedoch steht fest, wenn die Konservativen weiterhin solche Nummern bringen, wie Frau Schröder und Herr Seehofer dieser Tage, sollte man sich die Frage stellen, welches Problem die CDU denn eigentlich hat. Christlich war die Partei noch nie, und mit Demokratie hat sie wegen ihrer Parteigründungsgeschichte auch ziemlich wenig am Hut. Mit der Installation eines christlichen Kaisers in Deutschland, der dann auch noch Österreich miteingemeinden soll, wollte man endlich wieder wer sein in Deutschland. Aber bringt dann solchen Mist, den man eigentlich von Geert Wilders gewohnt ist.

Für mich bedeutet dies nur, daß alle Katholiken nichts als dümmliche Spinner sind. Sie begreifen einfach nicht, daß ihre Religion mit der des Islam identisch ist. Nur das der Islam eben mit Nestbeschmutzern, Ungläubigen, Aufrechten, ein wenig anders umgeht, als man es gewohnt ist. Das alles wird dann abgelehnt, obwohl man es doch eigentlich als christlich-konservativer Idiot selbst tagtäglich in seiner Ortschaft praktiziert.

Schaut man sich die Stammtischgespräche der Konservativen in meiner Heimatstadt an, könnte man das kalte Grausen kriegen. Auch dort beschwert man sich über den Bundespräsidentendarsteller, der eindeutig das Amt nun überstrapaziert hat. Als Christ, als aufrechter Katholik, hätte er niemals zugeben dürfen, daß der Islam zu Deutschland gehört, wie das jüdische Erbe. Wo wir grade beim jüdischen Erbe sind – wie war das damals noch beim brutalstmöglichen Aufklärer dieser bürgerlich-konservativen christlichen Partei? Bis heute ist nicht ganz klar, wo denn das jüdische Erbe her kam. Und der Fall Wolski hier läßt zwar rein theoretisch auf Ignaz C. schließen. Nur wer die jüdische Gemeinde in Frankfurt/Main kennt, weiß, daß jener niemals sein Erbe an die CDU abgetreten hätte. Nicht einmal dann, wenn der brutalstmögliche Aufklärer auf Knien zu ihm wie nach Canossa gekrochen wäre! Ignaz C. verachtete die christlich-demokratische bürgerliche Partei, weil sie nach wie vor den alten NSDAP-Lehren anhängt. [Nicht nur in Hessen, sondern bundesweit.]

Nun fühlen sich also die Konservative in diesem Land als Diskriminierte im eigenen Land. Sie bringen jedoch nur Behauptungen, Aussagen und keinerlei Beweise. Während meiner Schulzeit konnte ich mich immer darauf verlassen, von den muslimischen Schulkameraden gegen die deutschen Schläger verteidigt zu werden. Und dies, obwohl ich nichts von ihrer Religion wissen wollte. Sie taten es, weil sie wußten, wie verlogen diese Bürgersöhnchen waren, die sich offen als christlich bezeichneten, aber einem Armen oder einem Bettler nicht einmal eine abgekaute Brutkrume hinwarfen. Diskriminierung ist immer schlecht. Und für einen Konservativen, der sich diskriminiert fühlt, weil er nicht mehr Ernst genommen wird, muß es die blanke Hölle sein. Ich hoffe jedoch sehnlichst, daß die Konservativen weiterhin die diskriminierten bleiben. Sollen sie doch ihrer häßlichen Blutreligion abschwören, wie es jeder denkfähige Mensch tut. Doch dazu fehlt ihnen das Rückgrat – und leider auch die dafür notwendige Denkfähigkeit.

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2 Kommentare on Die Diskriminierten

  1. Oswald Kremer sagt:

    Gut geschrieben Andreas, immer weiter so, passt alles genau.

  2. Ulrich Brosa sagt:

    Wie kam Kristina Schröder zum Doktor-Titel?

    Parallel zu ihrer Abgeordnetentätigkeit im Bundestag ab 2002 promovierte Schröder bis April 2009 bei Jürgen W. Falter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Mainz mit einer Studie über Gerechtigkeit als Gleichheit, in der untersucht wird, wie sich die Wertvorstellungen der CDU-Bundestagsabgeordneten von denen der übrigen CDU-Mitglieder unterscheiden.

    Quelle: Wikipedia

    Ein Doktor-Titel ist nicht viel. Wenn die Typen erst einmal führend im Staatsapparat situiert sind, schieben sie sich Professoren-Titel zu. Beispiel: Herbert Landau
    http://bloegi.wordpress.com/20.....-burschen/
    Qualifikation, Intelligenz oder gar Integrität spielen dabei keine Rolle.

    Auch der CDU/CSU laufen die WählerInnen weg. Nicht einmal der ehemals populäre Seehofer bekommt die CSU in die alten Quoten und in Merkels CDU bröckelt es ohne Ende. Das Hitler nachahmende Getön im Stil von „Ausländer raus“ ist sicher ein Zeichen von Panik. Wir werden abwarten müssen, ob es den christlichen Parteien nutzt.

    Die Anti-AKW-Demo in München und die Anti-Abriss-Demos in Stuttgart waren unerwartet kräftig und, was noch mehr überrascht, sie wurden von Leuten aus der so genannten bürgerlichen Mitte gefüttert. Vielleicht entsteht da etwas Neues.

    Zurück zu Kristina Schröder: Sie ist eine Karrieristin und ziemlich dumm. Es demütigt mich, dass sie den Staat, in dem wir leben müssen, stärker beeinflusst als ich. Doch es geht nicht nur um Schröder. Stefan Mappus, der gegenwärtige Ministerpräsident in BW, ist von ähnlichem Kaliber wie sie. Viele Leute in Stuttgart dürfte es demütigen, dass Mappus den Staat, in dem alle leben, stärker beeinflusst als sie. Die Leute in Stuttgart, München, der Autor dieses Blogs, aber auch ich werden beweisen müssen, dass sie es besser können als Schröder, Mappus, Seehofer etc.