“ Soll Goethe die gleichen Bedingungen haben wie ein beliebiger Hottentotte? So wenig wie ein Fisch die gleichen Voraussetzungen hat wie ein Affe, so wenig hat der Goethesche Geist diesselben geistigen Vorbedingungen wie der des Wilden.“ O- Zitat Rudolph Steiner( Begründer der Anthroposophie)Nun könnte man darüber streiten, wes Geistes Kind der Verfasser einer solchen Aussage sein muss…Immerhin handelt es sich um den Begründer einer „Philosophie“, die in Wahrheit nichts anderes als eine Art moderner Götzenkult ist- mit Goethe als Gott …Derselbe Philosoph ist auch der Zeichner von Karikaturen, die bei den folgenden drei Rassen verschiedene Hirnaktivitäten verorten,  ihnen gewissermaßen zuordnen und verordnen…

schwarz-rot-Hinterhirn-Triebleben

braun-gelb- Mittelhirn- Gefühlsleben

weiß- Vorderhirn- Denkleben

Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass Steiner ein Rassist war, und dass er diesen Rassismus als Wissenschaft ausgegeben hat. Und so steht eine Person wie Goethe bei ihm ganz oben im Götterolymp seines elitären Weltbildes.

Und Goethe entstammt ja durchaus nicht einer bildungsfernen Schicht, sondern er ist ein Beispiel für gelungene Integration. Sein Großvater hatte einen migrantischen Hintergrund- denn er war ein Wandergeselle aus Thüringen, der sich in Frankfurt als Damenschneider niederließ. In zweiter Ehe heiratete er dann die reiche Besitzerin des Weidenhofes an der Zeil…dort steht heute der Kaufhof….Der gemeinsame Sohn Johann Caspar wurde Doktor beider Rechte und kaufte sich 1742 das Amt eines kaiserlichen Rates, was ihm aber nichts nützte, da er das Amt nicht bekam.

Dies hatte etwas mit der verpatzten Krönung des Wittelsbachers Karl des V II zu tun.Wegen des österreichischen Erbfolgekrieges besetzten die frappierten Habsburger nach der Kaiserkrönung München, und Karl Albert war gezwungen 1742 in Frankfurt zu residieren. Er residierte in einem Mietshaus der Familie Barckhausen-Wiesenhütten, das  anscheinend auch dort stand, wo heute der Kaufhof steht…Man könnte also mutmaßen, dass Goethes Vater sich mit dem mütterlichen Vermögen die Gunst des Kaisers erkaufte .Leider war Karl der siebte in höchstem Maße gichtbrüchig und verstarb 1745. Daraufhin wurde der Gatte Maria Theresias Kaiser: Franz I. Ihm folgte 1764 ihr Sohn, Josef der II.

Die gemeinsame Tochter Marie Antoinette erlebte jedoch das 19. Jahrhunder nicht. Ebenso wie Goethes Vater, der 1795 eines natürlichen Todes starb. Er hatte dann doch noch seinen Schnitt gemacht, trotz des Krönungsdebakels, dass ihn seine Kaiserliche Ratswürde gekostet hatte. Er orientierte sich  an dem Balzverhalten seines Vaters und heiratete 1748 einfach eine  einflussreiche Frau, nämlich die 17 Jährige Tochter des Stadtschultheißen- Aja Textor- er selber war damals 38 Jahre alt. Seine jährlichen Einnahmen betrugen dennoch 900 Gulden mehr als die seines Schwiegervaters Textor, der offenbar aus einer Weberfamilie stammte und also auch kleinbürgerliche Wurzeln hatte.

Aber es ging ja um Macht und die Nähe zum Kaiserthron. Dennoch sympathisierte Goethes Vater eigentlich eher mit der Gegenseite der Habsburger-Wittelsbacher- Dynastie, mit den Preußen. Friedrich der Große hatte sich gerade Schlesien einverleibt. Und so wurde Johann Wolfgang als Sohn von Johann Caspar ein Jahr, nachdem er mit Aja ins Ehebett gestiegen war ,  geboren und protestantisch getauft: Das war am 28. 8. 1749. Er hatte circa ein dutzend Privatlehrer, die ihm Reiten, Fechten, Zeichnen und neben den üblichen Schulfächern 6 Sprachen beibrachten.

Leider geriet Goethe im zarten Alter von 15 Jahren,also im Jahre 1764 -im Krönungsjahr Josef des II. auf Abwege.

Er verliebte sich in eine einfache Schankmagd, die ihm Wein servierte…in der Wirtschaft zum „Bobbeschänkelsche“(Puppenschänkelchen)…und ihr Name war GRETE…Dort lernte er auch junge Burschen kenne, die ihn zu Bubenstücken verleiteten, die ihn in Konflikt mit der Polizei brachten. Um was es sich hierbei genau handelte, das möge hier offen bleiben. Bei der Vorladung gab jene Grete zu den Akten, sie habe ihn immer für ein Kind gehalten.Das mag den jungen Goethe sehr verletzt haben, wird ihn immerhin  aber vor einer Jugendstrafe bewahrt haben. Denn schließlich sollte er in die Fußstapfen des Vaters treten und einmal ein erfolgreicherer Anwalt werden, und da wäre ein Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis sehr kontraproduktiv gewesen.

Mit 16 wurde Goethe nach Leipzig geschickt, um dort Jura zu studieren, mit 19 kam er  ohne Diplom und krank zurrück. Er blieb anderthalb Jahre als Hätschelhans im Elternhaus, bis er Anfang 1770 nach Straßburg geschickt wurde, um dort sein Studium zu beenden. 1771 kehrte er zurrück, nur um die Verhaftung und Hinrichtung einer Magd Margarethe aus einer Polizeifamilie zu erleben, die im Januar 1772 vollzogen wurde. Im Frühjahr desselben Jahres schickte ihn sein karrieregeiler Vater nach Wetzlar ans Reichskammergericht. Dort verliebte sich Goethe unglücklich in Lotte Buff, die Tochter eines Amtmannes , die mit dem hannoveranischen Gesandtschaftssekretär Kestner verlobt war. Sein Freund Jerusalem, der sich in Wetzlar aus Liebeskummer erschossen hatte und seine eigenen Gefühle regten ihn zu den LEIDEN DES JUNGEN WERTHERS an. Ein Buch, das die Tendenz hatte, die jungen Leute des Sturm und Drang reihenweise in den Selbstmord anstatt zur Rebellion zu treiben.Aber so war halt die vorrevolutionäre Stimmung im heiligen römischen Reich deutscher Nation- preussischerKadavergehorsam bis in den Tod.

Leider gab es damals nur Leute wie Goethe, die aufgrund ihrer Bildung nicht wild genug waren, sich der elterlichen Autorität zu verweigern. Nur einmal rebellierte Goethe, nachdem sein Vater schon zwei seiner Beziehungen zerstört hatte- die zu Friederike und wahrscheinlich auch die zu Grete. Er löste 1775 die Verlobung mit Lili Schönemann auf.

Sie war die Tochter eines reichen Bankiers am Kornmarkt, und ihr widmete er vermutlich CLAVIGO und WILHELM MEISTERS THEATRALISCHE SENDUNG. Er entschied sich damals gegen das Bankwesen und für die Literatur, womit er bewies, dass er  sein Handwerk ebenso verstand wie seine beiden Großväter. Nur dass er keine Texturen webte, sondern Texte schrieb, und dass er keine gewebten Stoffe zusammennähte, sondern seine Handschriften in den Buchdruck gab, der sie zusammenband in gebundener Sprache von Dichtung und Wahrheit. Diese verkauften sich sehr gut und waren am Weimarer Hoftheater der große Renner. Dies alles zusammen mit einer Vorliebe für kulinarische und erotische Genüsse ebneten Goethe den Weg auf die Bühne der Welt, auf der er die Vorlagen für seine Stoffe in Hülle und Fülle fand…Er wurde gewissermaßen durch seine kultivierte Bildung zu einer Art Anbauer von literarischer Inspiration , die er wie Baumwolle pflückte und zu fiktiven Stoffen spann. Denn da war durchaus etwas wildes anarchistisches in ihm, das er nur Frauen gegenüber ausleben konnte, indem er sie reihenweise aberntete. Rebellion war nur der Mutter gegenüber möglich,nicht gegenüber dem Vater…Leider überlebte seine Schwester diesen Kadavergehorsam nicht, sie starb entkräftet im Ehe-bzw. Wochenbett..Ihre Rebellion gegen das Rollenbild verlief ergebnislos und tödlich. Ihr Bruder wurde hingegen zum eigenen Biographen.

Das heißt, er nutzte seine Bildung, um sein Leben zu dokumentieren und in Theaterstücken psychodramatisch zu verarbeiten. Um ein solches wildes Leben führen zu können,folgte er dem jungen Herzog Karl- August nach Weimar. Mit ihm erlebte er den Kampf der Preußen gegen das revolutionäre Frankreich. Und er war dorthin zurrückgekehrt, woher sein Großvater gekommen war- in den wilden Osten, der schon-erfolglos- Karl dem Großen getrotzt  und den Lutherismus hervorgebracht , jedoch den Protestantismus eines Münzers erfolgreich verhindert hatte.

In jener fortschrittlichen Stadt sollte nach dem 1.) 1000 jährigen heiligen römisch- katholischen Reich und zwischen dem 2.)50 jährigen kleindeutschen  protestantischen und 3. )großdeutschen evangelisch-katholischen Reich die erste parlamentarische Republik entstehen…

Rechtzeitig genug, um die basisdemokratischen Räterepubliken Berlins und Münchens zu zerschlagen und die bürgerliche Schicht, der Goethe entstammte, vor der Revolution der Unterschicht zu bewahren, der Personen wie Grete entstammten…und uns alle vor dem bolschewistisch-menschewikischen Polizeistaat zu retten.

Sie wurde zerschlagen vermittelst des Berufsstandes, dem Angehörige der Unterschicht oft angehören, um ihre Ohnmacht abzureagieren; mittels der Polizei. Und so war Frankfurt als freie kaiserliche Stadt ebenso eine Polizeistadt, wie es zur Zeit der französischen Periode , oder der preussischen Annektion eine gewesen ist…und insbesondere war es natürliche eine Polizeistadt zur Zeit des Naziregimes… Die Geschichte der Hauptwache ist wechselhaft, doch es gibt eine Konstante der Konstablerwache- die Polizei.

Grete wurde es zum Verhängnis, dass sie aus einer Polizeifamilie stammte. Und so ist es bis heute möglich, in diesem Land die Unterschicht zu terrorisieren, indem man jeden Widerstand kriminalisiert-selbst wenn es sich um friedlichen bürgerlichen Widerstand handelt. Und so kann es dann sein, dass bisweilen die Bürgerschaft wie in der DDR, bisweilen Opfer der Diktatur des Arbeiter-und Bauernstaates wird. Denn wir wissen ja, wer in der DDR das Sagen hatte. In der Zwangsehe SED gab eindeutig  die KPD den Ton an und nicht die SPD. Oder war es vielleicht doch umgekehrt?I

Meinte Marx mit Diktatur des Proletariats die Proleten als Subjekt oder als Objekt ??? Diktieren sie oder wird ihnen diktiert??? Müssen sie diktieren, weil sie selber nicht schreiben können??? Würde also ihre objektive Position als Diktatempfänger auf bürgerliche Bildungsbemühungen hindeuten??? Muss das Bürgertum den Arbeitern Lesen und Schreiben beibringen, damit man ihnen besser in einer Diktatur durch einen Diktator diktieren kann???

Aber kommt das eingedeutschte Verb diktieren nicht ursprünglich von dem lateinischen Verbum DIRE-SAGEN ????

In einer Diktatur des Proletentums dürften also die Proleten sagen, was sie wollen und zwar ganz subjektiv und nicht objektiv. In einem echten kommunistischen Regime hätte man also als Prolet einfach sagen können- und das im Goethejahr 1932, dass man Goethe für ein A… hält.

Das darf man in einer parlamentarischen Demokratie natürlich nicht sagen, denn es käme einem Boykottaufruf gleich. Ob es wohl erlaubt ist, eine Philosophie zu boykottieren, die auf einen Rassisten zurrückgeht??? Ich weiß nicht.

Anscheinend nicht und deswegen gibt es wohl auch weiterhin rechtsradikale Parteien hierzulande, während die kommunistische Partei nach wie vor verboten bleibt. Und dennoch gibt es nur eine Möglichkeit die Entstehung des 4. Reiches zu verhindern, das da gerade zusammengerührt wird-indem man diese Parteien gezielt boykottiert, also nicht wählt. Zumindest solange wir noch in Frankfurt frank und frei sind und freie Wahlen haben.

Dies war das integrierte Wort zum Boykott am Sonntag.

Amen.

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1 Kommentar on Die Gretchenfrage- Epilog- ein dramatischer Anthropomonolog

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