Liebe Brüder und Schwestern im Herren,

ich hoffe , sie haben den Jahreswechsel und die suizidgefährdete Weihnachtszeit gut überstanden. Demnächst werde ich in dieser Reihe nach Art eines evangelikalen Fernsehpredigers eher über eigene Erlebnisse berichten und diese in protestantischer Form lebensnah ihrer Deutung überlassen- denn SIE sind das Volk und SIE haben den direkten Zugang zu Gott oder zum Allgemeingott- sorry-Allgemeingut- der Demokratie. Zumindest auf dem (Wert)papier.

Denn eigentlich ist es nicht politisch korrekt, sich über den Kapitalismus aufzuregen und zu beschweren. Der Kapitalismus, folgt man den Thesenpapieren von Marx, der selber Rabbi werden sollte, aber dann doch zum Protestantismus übertrat, um eine protestantische Adelige zu heiraten, mit dem Ergebnis, dass sie beide enterbt wurden ,und der sein Lebtag lang von den Zahlungen seines Freundes Engels in England leben musste, die dieser aus der väterlichen verhassten Baumwollfabrik erbrachte, basiert im wesentlichen auf…dem Protestantismus.

Man mag dies für eine kommunistische Verschwörungstheorie halten, aber warum fand die Versammlung des ersten bürgerlichen Parlamentes bitte sehr ausgerechnet in der protestantischen Paulskirche in Frankfurt statt ??? Und warum wurde kein einziger Fabrikarbeiter Mitglied desselbigen? Weil es in Deutschland damals einfach noch zuwenige Fabrikarbeiter und zuviele Bauern gab, anders als in England, das bedingt durch die parlamentarische Monarchie und die evangelische Tradition einfach mehr verarmte Bauern aus den Obdachlosen-und Kinderheimen zur Zwangsarbeit in den industrialisierten Norden verschicken konnte,nicht per pedes, sondern mit der Bahn und das, um der „Überbevölkerung“ abzuhelfen, 100 Jahre vor Auschwitz.

War es nicht in England, in dem in der Debatte über Mehrarbeit und Lohndumping ein Unternehmer fürs Lumpenproletariat, das „ideale Arbeitshaus“ forderte??? Marx beschreibt detailliert, wie Jahrzehnte später dieses Arbeitshaus Realität wurde-in Form der Fabrik… Wer war es denn, der die absolute Freiheit der Kapitalistenklasse forderte, wenn nicht die bürgerlichen Liberalen selbst? Mit dieser Liberalität verhält es sich anscheinend wie mit den aristokratischen Privilegien, sie ist nicht egalitär, denn manche sind gleicher als andere.

Dies soll nicht bedeuten, dass der mittelalterliche Großgrundbesitz und seine Formen der Schuldsklaverei und Fronarbeit harmloser waren, obwohl Marx andeutet, dass es dem bürgerlichen Kapital innerhalb weniger Jahrhunderte gelungen sei, den 1000 jährigen Großgrundterror der Katholibans im fränkischen Reiche zu übertrumpfen. Er setzt gar Sklaverei in schwarzer Haut mit der in weißer Haut gleich, und in der Tat fragt man sich, wie der frühkapitalistische Fabrikterror im Norden Amerikas ohne die Sklaverei im Süden der USA hätte funktionieren sollen, zumindest was die Bekleidungsindustrie anbetraf. Erst mit der Abschaffung der Sklaverei setzte sich die einheitliche Forderung nach dem 8 Stunden Tag durch.

Aber gibt das etwa nachträglich der katholischen Verfolgung des Protestantismus recht ? Mit Sicherheit nicht.

Da ist nur etwas sehr schief gelaufen, nachdem man die Ketzer im Süden Frankreichs ausradiert hatte- übrig blieben nur noch ungefährliche Leute wie Dr. Martin Luther. Und Leute mit einem Doktortitel sind viel zu gebildet für eine proletarische Revolution. Das hat Dr. Luther mit seiner Stellungnahme zu den Bauernkriegen bewiesen. Er als Mitbegründer des Protestantismus hat selbigem den Todesstoß versetzt und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Von da an war der Protestantismus in Deutschland kein Protest mehr, er war nur noch evangelikal, dem Wort verhaftet. Man hatte eine gemeinsame Bibel in Deutsch, aber das bedeutete lediglich, dass man dem Wort nach verstand, was der Pfarrer am Sonntag von der Kanzel verlas,lesen konnte man deswegen noch lange nicht.

Lesen lernten erst die Arbeiterkinder, die als erstes unter den 8 Stunden Tag fielen, nämlich die der Altersgruppe 9 bis 13…Und unter 9 Jahren durfte man gar nicht in die Fabrik, sondern nur in den Kindergarten, der den Frauen damals die Vereinbarkeit von Familie und Fließbandarbeit ermöglichen sollte. Dies war die Sternstunde der bürgerlichen Frauenbewegung; der Beruf der Kindergärtnerin entstand. Nun konnten sie mit eigenen Augen das Arbeiterelend sehen und verwalten, das ihre Fabrikantenmänner gesät hatten. Und dies war auch bitter nötig, damit diese Kinder nicht auf die schiefe Bahn gerieten und zu betteln begannen, nur weil ihre Familien nicht von den Hungerlöhnen leben konnten, so dass sie mit 9 in die Fabrik MUSSTEN, um nicht im Armen- bzw. Arbeitshaus zu landen. Hier also wurden sie auf die Fabrik vorbereitet, und als ein Hr. Fröbel es anstrebte, im Kindergarten gleiche ständeübergreifende Bildungsschancen für alle Kinder anzustreben, sah das mal wieder zu protestantisch und zu wenig evangelisch aus.Und das ist auch verständlich, denn er als Erzieher im Holzhausenschlösschen, wusste, wer jahrhundertelang die freie Reichsstadt Frankfurt regiert hatte durch seinen Hofstaat alten Limpurg. Er wusste, wie hartnäckig Patrizier ihre Privilegien vertraten und konnte sich ausrechnen, wie hartnäckig erst die Plebeier der dritten Ratsbank im Römer alte neue Privilegien vertreten würden, nach Art des Zuckerbäckers Fettmilch. Denn das Bäckergewerbe war auch noch zu zünftigen Zeiten ein Gewerbe, das Mehrwert durch Mehrarbeit und Preisverfall erwirtschaftete, davon konnte das Hospital zum heiligen Geist ein Lied singen, da dort immer die überarbeiteten Gesellen und Mägde auf Stroh schlafen mussten, damit sie sich recht bald zu ihren Brotherrn zurrückbequemten. Auch damals gab es Arbeitgeberfreundliche Gesundheitsreformen. Erst später entstanden dann Fabrikgesetze, da man feststellte, dass die Arbeiterjugend so abgearbeitet war, sie bald nicht mehr für Mobilmachungen rekrutiert werden konnte. Und wer sollte denn bitte sehr die Produkte der Rüstungsindustrie konsumieren, bzw. von den Produkten selber konsumiert werden- als Kanonenfutter??? In der monarchistischen Demokratie dachte man noch in Begriffen wie Sieg und Niederlage, während das Bürgertum, das auf den Krieg spekulierte,eher auf ein Jahrhundert der nicht endenden Kriege hoffte…Und dafür galt es Proletenkinder anzupflanzen, die den Produktionsprozess zumindest solange überleben sollten, bis sie eine neue kurzlebige Generation von Feldfrüchten reproduzieren konnten.

Die Kinder sollten schließlich in den Kindergärten, die sich im Schoße der Diakonissenanstalten entwickelt hatten, lernen, was der Inbegriff des Evangeliums sei: die die viel haben, bekommen noch mehr und denen die wenig haben wird auch noch das wenige was sie haben genommen, auf dass sich der Reichtum der anderen vermehre.

AMEN. Soweit zum Evangelium des Kapitals. Die Bibel lesen zu können hieß dann noch lange nicht, Zeit dafür zu haben oder gar Zeit genug zu haben, darüber nachzudenken und sie zu verstehen.

Aber man hatte ja jetzt die deutsche Sprache und die brauchte man  als Waffe, auch später als Kampfmittel gegen Napoleon. Die Hohenzollern pflegten zwar noch unter dem alten Fritz Französisch als Hofsprache, aber um zu Lützows wilder Jagd zu blasen, brauchte es eine Uniform in schwarz rot gold, aus der sich dann später die rechtsradikale Burschenschaftsfahne entwickeln sollte. Es brauchte gesunde Zähne, um die Munition aufzubeißen. Vielleicht spielt auch deshalb die Zahnpflege in den meisten Kitas eine so große Rolle, in Zeiten, in denen die Bundeswehr mit immer mehr Kultusministerien von immer mehr Bundesländern Kooperationsverträge schließt.

Und der Plan ging auf: Freiherr von Stein, dessen Konterfei noch heute an der Paulskirche zu sehen ist( dort wo früher ein Armenarbeitshaus und die neue Börse zur Gründung der Bahn standen auf dem Gelände des alten Antoniterklosters), stachelte seine Preussen auf. Und so kam es, dass in der Schlacht von Leipzig, just jene Sachsen die Schlacht für jene Karolinger entschieden, die ihnen vor gut 1000 Jahren im Namen des Gründers Frankfurts (Charles le magne nannten ihn die Merowinger) die Köpfe abgeschlagen hatten.

Denn jene Franken, seien sie nun karolingischer oder merowingischer, also links-oder rechtsrheinischer Herkunft, waren von alters her Kopfjäger und brachten im Auftrag ihrer Fürsten Menschenopfer, noch während sie sich gegen den römischen Imperialismus wehrten, den sie dann mit dem Untergang Roms ins Blut aufnahmen…wie eine Art Virusinfektion…Und zwar verbrannten sie ihre Opfer bei lebendigem Leib in Strohhütten. Diese Art des Menschenopfers erlebte zu Zeiten der Inquisition dann eine Art Revival. Die Kopfjagd erfreute sich im revolutionären Frankreich großer Beliebtheit. Hätte Naploleon nicht dasselbe Ergebnis erzielt, wenn er einfach Marie Antoinette geehelicht hätte, die Tochter des österreichischen Kaisers Franz des ersten? Stattdessen heiratete er die Tochter ihres Bruders Franz des zweiten, nachdem er ihn als Kaiser abgesetzt hatte…Und so wanderte die Frankenkrone wieder nach Frankreich, wenn auch nur für kurze Zeit. Naploeon schuf ,ohne es zu beabsichtigen, durch seine Verleihung von Königskronen die Voraussetzung für ein Wiedererstarken des deutschen Nationalismus, diesmal unter evangelikaler Flagge. Die Rechnung ging auf und bescherte uns das eiserne Kreuz und zwei Weltkriege…Obwohl man die Schuld durchaus in beiden Fällen Österreich mitanlasten könnte.

Fest steht, die Sachsen haben sich nicht effektiv gewehrt, weder gegen die katholische noch gegen die evangelische Kirche. Im Gegenteil, unter katholischer Flagge griffen die Ottomanen dann auch noch nach der Kaiserkrone und zu Zeiten Luthers wurde Sachsen zum Land der Pseudorevolution- GEGEN den Papst, aber FÜR die Könige, ein umgekehrter Gang nach Canossa. Entweder versklavt von weltlicher oder geistlicher Macht. Und so war auch das gesamte Mittelalter ein einziger Kampf um die Vorherrschaft der weltlichen und geistigen Macht.

Mit dem Protestantismus, wurde dieser Konflikt gelöst: durch die Bourgoisie, das Bürgertum- es ergriff hüben wie drüben die Macht, und zwar die absolute Macht. Das Bürgertum wollte geistige und weltliche Macht, es wollte gleichzeitig Bildungs-und Besitzbürgertum sein. Und der Plan ging auf,dank eines abtrünnig gewordenen Augustinermönchleins, der wie der Begründer seines Ordens den Wandel vom Ketzer zum Arschkriecher vollzog.

Das Bürgertum zollt ihm heute noch Dank… Nun hat es die Arbeiterschicht mit einem neuen Herrn zu tun, der sie in Personalunion versklavt, der ihr aber Lesen und Schreiben beigebracht hat, damit sie wenigstens weiß, wo sie ihr Kreuz zu machen hat, wenn die Gewerkschaften mal wieder vom ehemaligen ArbeiterBILDUNGSverein zur Burgfriedenspolitik aufgerufen werden, wenn es um die Aufrüstung zum neuen Weltwirtschaftskrisenkrieg geht. Die Kriegskredite wurden ja bereits vergeben, es ist das Geld ,das heute im Sozialstaat fehlt und nun in den Banken liegt, bis zum Tag X, an dem es ausgegeben wird, auf dass es durch die Rüstungsindustrie Mehrwert erziele…

Böse Kommunisten, die da mal wieder nach dem Generalstreik rufen, werden sie mal wieder von Sozialdemokraten verraten werden? Es sieht alles danach aus, hat doch der DGB einen Antrag auf einen bundesweiten Flächentarifvertrag gestellt, der nur eine einzige kleine Bedingung hat: die FRIEDENSpflicht.

In diesem Sinne, lesen sie die Bibel, sie wimmelt von Kriegen aber auch von der Abschaffung der Sklaverei und dem Aufstand eines kleinen Spartakisten namens Jesus, der leider der antispartakistischen Liga des Imperiums zum Opfer fiel… But his soul is marching on, glory halleluja.

1 Kommentar on Das Wort zum Sonntag

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