Ich gebe zu, ich war niemals ein sonderlicher Fan von den Abenteuern von Professor Jones. Immerhin habe ich 1978, als der erste Teil der Quadrologie im Kino lief, diesen Film mit Absicht boykottiert, weil alle meine Klassenkameraden diesen Film so super spannend und affengeil fanden.

Der erste Teil: Jäger des Verlorenen Schatzes hatte nun jedoch wenig mit den sonstigen Archäologiefilmen zu tun, die man allenthalben schon damals im Kino immer wieder sehen durfte. Alles nichts als billiger B-Picture-Dreck, der sich merkwürdigerweise bis in die späten 1990er hielt. Und dort dann mit den Filmen: Die Mumie & Die Mumie kehrt zurück ein wahnsinniges Comeback erlebte.

Indiana Jones Kampf gegen die Nazis hatte jedoch gleich im Vorneherein den Geschmack einer Retourkutsche und des Beweisen wollens, das man es besser kann. Das zeitliche Umfeld spielte meiner Meinung nach im ersten Teil nur eine nebensächliche Rolle, vielmehr ging es darum, aufzuzeigen, warum die USA nun einmal God’s own Country sind und warum sich dies niemals ändern wird.

Der zweite Teil: Indiana Jones und der Tempel des Todes wiederum hantierte das erste Mal mit alten indischen Legenden und Mythen und zeigte dabei auf, das es durchaus Mächte jenseits der Vorstellungsmöglichkeiten dessen gibt, was man im allgemeinen so als triviales Leben angibt. In diesem Teil war ich dann auch das erste Mal im Kino und wurde nicht enttäuscht. Obwohl dieser Teil bei den meisten Fans schon durchfiel, weil es nun nicht gegen Nazis ging, sondern gegen Sukhs und deren Kali-Glauben.

Der dritte Teil: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug sattelte noch einmal auf der Storie auf, die man im ersten Teil erleben durfte. Hier wurde dann gezeigt, warum nur ein Amerikaner die Unsterblichkeit genießen durfte – oder zumindest den Schlüssel dazu in die Hand bekam. Dieser Teil ist derjenige der ersten drei Teile, der wohl die positivste Fanbilanz aufweisen kann, da Sean Connery (der Henry Jones Sr. spielt) seinen jüngeren Kollegen Harrison Ford ständig alt und rückständig aussehen ließ.

Nun sind wir am vierten Teil angekommen: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels. Nach gut 20 Jahren gönnt uns Steven Spielberg endlich einen abschließenden Teil der Indiana Jones-Reihe und bleibt dabei mehr als nur seinen Wurzeln treu.

Die Einleitungssequenz zum abschließenden Teil beginnt im geheimen Lager des CIA, für den Jones schon mehrfach tätig war (unter anderem im dritten Teil). Die Nummer, die hier Harrison Ford als bereits gealterter Archäologie-Professor bringt, ist schon sehenswert. Vor allem zeigt diese Einleitung auch, das er nicht sehr viel verlernt hat. Er kann noch sehr viel austeilen und einstecken. Das hier stellenweise bereits Bond karikiert wird, fällt nur eingefleischten Bond-Fans auf. (Es gibt einige Szenen, die durchaus in einen Bond-Film gepaßt hätten, und so geschieht dies laufend in diesem Film.)

Danach schwenkt die Storie überraschend um. [Ich werde an dieser Stelle nicht spoilern.] Die ganze Geschichte bleibt rasant bis zum Schluß. Auch ist klar erkennbar, das diesmal der Handlungsfaden bedeutend dichter gewoben ist, als in den bisherigen Indiana Jones-Teilen. Die Szenen machen nicht den Eindruck, als würden sie nur auf gewisse Situationen hinführen, die Regie nahm sich sogar die Zeit, um einzelne Szenen und Kulissen wirklich bis zum hintersten Winkel auszunutzen und damit zu spielen. So gibt es auch eine McGyver-Anleihe, die jedoch auch nur sehr schwer zu erkennen ist, falls man nicht die betreffende Folge der Serie (bei der Steven Spielberg unter anderem als Berater tätig war) kennt.

Der Schluß des Films wiederum war für Indiana Jones überraschend klar. Auch wenn hier wieder mit Übertreibung gespielt wurde und man in manchen Szenen durchaus merkte, das der komplette Cast den Film selbst nicht sonderlich Ernst nahm. Cate Blanchett, die hier die Böse spielt, kommt eindeutig klar, aber nicht nur unterkühlt, sondern auch leicht frigid rüber. Ich gehe mal davon aus, das dies genau so von Spielberg gewollt war. Nach meiner Wertung ist dies ein durchgängiger Popcornspaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Dennoch gibt es nur AAB, da der Film am Schluß eindeutig ein wenig zu sehr zu den Wurzeln von Spielberg führte, jedoch nicht zu denen Indys.

Noch eine kleine Anmerkung (wofür mich wahrscheinlich viele hassen werden): Ich hätte nichts dagegen, Shya LeBeouf, der hier Indianas Sohn verkörperte, in einem fünften Teil selbst die Rolle des Dr. Jones übernehmen würde. Sein Spiel war wunderbar und auch bei ihm merkte man, das er gefordert wurde. Seine Mimik war besser als in Transformers (Kritik dazu folgt hier noch!), und man erkennt gleich, das er seinen Charakter als komische, aber dennoch rasante Nebenfigur anlegte.

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