Nicht nur in Hessen ist die Wahl vorbei, gelaufen. Auch in einigen anderen Bundesländern hat sich etwas ganz deutlich abgezeichnet: In Rheinland-Pfalz darf ein Ministerpräsident das Ausflugshotel eines Familienmitgliedes auf Staatskosten (also mit Steuergeld) sanieren lassen, und wird dafür auch noch im Amt bestätigt. Als neuer Steigbügelhalter wird sich nun die bundesdeutsche Grüne Partei betätigen. Die Partei, deren Gewissenlosigkeit den Armen in diesem Lande bestimmt noch im Halse steckt.

Doch fangen wir dort an, wo wirklich alle Wähler einmal ankommen: Bei der späten Wahlanalyse, die diesmal in Hessen nur für Kommunalwahlen zum Einsatz kam. Durchweg läßt sich sagen, daß die Grünen in allen Landkreisen überproportional abgeschnitten haben. Die aSPD fuhr gewaltige Verluste ein (obwohl sie in vielen Gemeinden nicht einmal in Regierungsgewalt stand und steht), während die CDU – die braunen Konservativen – noch einen Zahn zulegen konnte. Doch für eine absolutistische Alleinherrschaft wird es bei den Konservativen nicht mehr reichen. Der Zug ist abgefahren. Wohl nicht nur für die nächsten fünf Jahre.

Wenn in Biblis der CDU-Bürgermeister nun damit rechnen muß, bei der kommenden Gemeinderatssitzung gekippt zu werden, ist dies schon einmal ein gutes Zeichen. Nur ob es auch ein gutes Zeichen für die Grünen selbst ist, in so gut wie allen Gemeinde- und Stadträten – unabhängig vom frankfurter Römer – nun die stärkste Kraft zu stellen, lassen wir einmal dahin gestellt. Meiner persönlichen Meinung nach kann man dem Sieger zwar gratulieren, aber dem persischen König Pyrrhus half es damals auch nichts, als die Griechen ihm nach der Schlacht an der Straße von Korinth derart den Arsch versohlten, daß die Gratulationen nach seinem Sieg einen echt faden Beigeschmack bekamen.

Nun befinden sich die hessischen Grünen in der gleichen Situation. Aber nicht nur in Hessen, daß von jeher für diese braungrüne Losertruppe ein Stammland war, sondern auch im südlicher gelegenen Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz haben die Grünen mehr als nur einige wenige billige Trophäen geholt. Nur wie geht jetzt eine Partei mit so etwas herum, die bereits in der Bundespolitik 2005 genug Mist gebaut hat, daß es für eine Handvoll Todesurteile gegen dessen Parteiführung reicht?

Ich gönne ja wirklich jeder Partei einen Sieg. Das in sehr vielen Landkreisen die Grünen ebenfalls sehr gut abgeschnitten haben, sollte die Parteimitglieder nervös machen. Ernsthaft nervös! Nun sind sie überall gefordert. Überall müssen die Grünen nun zeigen, daß sie herrschen können. Nun sind keine Ausflüchte mehr möglich, wenn man Mist baut. Nun ist gar nichts mehr möglich. Die Grünen sitzen in der Herrschaftsfalle!

Die Grünen müssen nun regieren. Ja, sie müssen. Sie sind im Regierungsauftrag. Besonders schmerzlich wird dies nun den Stuttgartern auf die Füße knallen, die Kretschmann ernsthaft geglaubt haben, er würde Stuttgart21 stoppen. Ganz Baden-Württemberg schaut nun nach Stuttgart, wo sich demnächst eine Koalition der Willigen dazu bereit erklärt, den Stuttgarter Bahnhof zu einer Untergrundbahnhaltestelle zu degradieren. Da Grün dort nicht allein regieren kann – und der Herr Mappus nur vom Amt, aber nicht aus dem Landtag, vertrieben wurde – heißt dies, daß die Katastrophe Stuttgart21 gebaut werden wird. Und Herr Kretschmann wird neuer Ministerpräsident, weil so die CDU hinterher keck behaupten kann, daß sie mit dem Mist, den er da fabriziert, nichts zu schaffen hat. [Obwohl sie den kleinen Koalitionspartner stellen werden.]

In Hessen wird es genauso laufen. Da sogar in den Kreistagen hier die Grünen mit absoluter Dominanz heraus kamen, heißt dies, daß sich sehr vieles ändern wird. Der hessische ÖPNV wird noch teurer werden. Folglicherweise, da nun jeder Mist mit Ökostrom betrieben werden soll. Ok, der ist zwar nur um 400% teurer als Atomstrom, aber wen juckt das? Die Grünen mit Sicherheit an Wahrscheinlichkeit grenzender Dummheit bestimmt nicht. Die Auswirkungen wird man innerhalb der nächsten zwei Jahre bereits sehen können.

Was mich aber diebisch an der ganzen Sache freut, ist der Umstand, daß die Grünen nun die Chance des Pyrrhus haben. Klar, auf kommunaler Ebene haben sie hier in Hessen gewonnen. Moralisch waren sie schon immer gut, weil sie ja damals den Kosovo- und den Afghanistan-Einsatz zugestimmt hatten, obwohl sie genau wußten, daß die europäische Intervention nur zugunsten der DEUTSCHEN BANK eines Jupp Ackermanns wegen stattfindet. Hat es aber diese Körnerfresser und Fairtrade-Narren jemals gekümmert? Natürlich nicht. Es waren ja nur Ausländer, die da mit deutschen Waffen getötet wurden. Also unwichtigere Kollateralschaden.

Schon seit Kindesbeinen halte ich nichts von den Grünen, die damals schon Pazifismus nach außen hin predigten, sich jedoch regelmäßig Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. Und dies meist nur wegen Kleinigkeiten. Wer waren die gewaltbereiten Täter immer in Biblis, als es noch darum ging, die Laufzeit dieses Atomkraftwerks einzuschränken? Wer war es, der sich logischer Argumentation verschloß? Natürlich die Grünen. Wer baldowerte mit dem GazProm-Kanzler sowohl das menschenrechtsverbrechen Hartz IV und den ein Vierteljahrhundert dauernden Einstieg in den Ausstieg aus der Atomernergie aus? Natürlich die Grünen!

Von gestern an sind jene nun in die Pflicht genommen, etwas für ihre Bürger zu tun. Und nicht nur weiterhin Herumkrakelen und sich über die Unfähigkeit der anderen Parteien zu mokieren, sondern diesmal müssen sie Taten zeigen. Jetzt sind die Grünen auf kommunaler Ebene in der Pflicht. Jetzt können sie etwas in der richtigen Richtung bewegen, oder weiterhin bei ihrem verlogenen, heuchlerischen Verhaltensmuster bleiben, daß sie seit 30 Jahren in ganz Deutschland an den Tag legen. Der Bürger hat entschieden. Und seine Entscheidung war salomonisch weise – zumindest hier in Hessen.

Hier sind nun die Grünen gefordert, zu zeigen, was in Ihnen steckt. Ab wann nun der Besitz von Zigaretten zur strafbaren Handlung wird, ist noch nicht genau zu sagen. Aber es wird kommen. Alkoholverbot auf den Straßen, nun auch für Fußgänger, wird gleichfalls nun kommen. Die Unterweisungszentren, die bürgerlichen Bildungsstätten, sind schon darauf eingerichtet, den Menschen die grüne Denkweise einzutrichtern. Die Offenbarung der Grünen steht kurz davor. Wir sollten sie nicht verpassen, wenn diese Faschisten sich derartig selbst bloß stellen, daß dieses Land wirklich wieder zur Demokratie zurückkehren kann.

Die Grünen haben eine Schlacht, aber noch nicht den Krieg gegen alles denkende Leben, gewonnen. Und eine Schlacht kann katastrophale Nebenwirkungen haben. So wie damals bei König Pyrrhus von den Persern. Als die griechische Flotte vernichtet gewesen war und Pyrrhus selbst fast seine eigene Flotte vollständig bei dem Sieg eingebüßt hatte, während er am Ufer gegen ein doppelt so starkes griechisches Heer zu Felde zog, bekam er Beifallsbekundungen von allen Seiten. Doch dann meldete ein Späher das nähern einer zweiten griechischen Flotte und einer weiteren griechischen Armee, die jedoch nur die Farben Spartas trug. König Pyrrhus wußte genau, was dies zu bedeuten hatte. Er ließ sich noch einmal erneut rüsten, obwohl er genauso von der letzten Schlacht erschöpft war, wie die ihm verbliebene Armee und stellte sich seinem Gegner. Das Ergebnis ist bekannt. König Pyrrhus verließ nicht mehr lebend das Schlachtfeld und die persischen Armeen wurden restlos aufgerieben. Persien wurde vernichtend geschlagen und mußte Vasallentreue auf die griechische Demokratie schwören. Seine älteste Tochter wurde für den Frieden verpflichtet den griechischen König zu heiraten und aus dieser Verbindung entsprang die makedonische Linie, die einige Jahrhunderte später erneut für Unfrieden auf der Welt sorgen sollte – aber gleichfalls in sinnlosen Schlachten abgeraucht wurde.

Die Grünen mögen in den Gemeinden und Städten hier in Hessen gewonnen haben. Sie mögen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz die Mehrheit im Landtag stellen. Aber sie haben nicht gewonnen. Jetzt müssen sie sich gewähren. Und sie werden es nicht schaffen. Die Grünen werden, wie einst König Pyrrhus, von der Armee des Guten in den Staub getreten werden. Es wird also interessant in den hessischen Gemeinden, weil dort schon abzusehen sein wird, wie sich die grüne Bundespolitik weiter entwickeln wird. Die Grünen sind politisch tot. Nur sie selbst – haben es eindeutig noch nicht gemerkt. Und ein politischer Umschwung, weg vom Neoliberalismus, wäre gleichzeitig ein sehr effektiver politischer Selbstmord. So wie einst König Pyrrhus, der sich in sein eigenes Schwert stürzte, um nicht in Gefangenschaft der Spartaner zu geraten. Letztlich erwies sich der Sieg als Niederlage. Aber davon gestärkt werden weder die Konservativen, noch die roten Idioten der aSPD, sondern jene Mächte in diesem Land, denen es wirklich um ein soziales Miteinander geht. Nur sind die Grünen die Letzten, die das mitbekommen werden.

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