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Wie man heute allerorten lesen konnte – oder auch nicht – hat eine Hartz-Bezieherin in einem JobCenter dummerweise einen Polizisten mit einem Messer angegriffen und diese unrühmliche Tat noch mit dem Leben bezahlt. Wenn man sich jedoch einmal durchliest, was inzwischen durch die Medien, diesen Fall angehend, herumgeistert, ist es schon ein Wunder, daß jenes JobCenter an der Mainzer Straße in Frankfurt/Main nicht längst Opfer eines mittelschweren Bombenattentats geworden ist. [Was nicht ist, kann ja noch werden, und die Wetten stehen aktuell ziemlich gut, daß es nicht mehr lange bis dahin dauern wird.]

Nun ist es so, daß in Frankfurt/Main das JobCenter in der Mainzer Straße bereits unter den Opfern einen entsprechenden Ruf genießt. Dort kommt es öfter vor, daß die Grundversorgung gestrichen wird, ohne das ein richtiger juristisch nachvollziehbarer Grund vorliegt. Alles Quatsch oder was?

Nun kommt inzwischen immer mehr der Wahrheit heraus. Um die 39jährige, von der Polizei getötete, soll es sich um eine Nigerianerin handeln, die bereits zu Anfang des Monats im JobCenter negativ auffiel. Laut den bisher veröffentlichten Aussagen, sei alles ruhig zugegangen, bis besagte Frau darauf bestand, einen Teil ihrer monatlichen Leistung ausgezahlt zu bekommen. Nachdem der Sachbearbeiter sich lauthals darüber beklagte, daß dies nicht möglich sei, das Geld jedoch in den nächsten Tagen überwiesen werden könne.

Es kam zum Eklat und nach den Aussagen der Sachbearbeiter des JobCenters Mainzer Straße wurde die Nigerianerin danach entscheidend laut, so daß man sich gezwungen sah, den im Haus patrouillierenden Sicherheitsdienst zu rufen. An dieser Stelle werden die Aussagen ein wenig schwammig. Und zwar dahingehend, daß es mit einem Mal niemand gewesen sein möchte, der zusätzlich provozierte.

Letztlich zog die Hartz-Bezieherin schließlich eine 11cm lange Klinge (normales Küchenmesser-Format) und bedrohte damit den Sicherheitsdienst, der sich gezwungen sah, nach der Polizei telefonieren zu lassen. Ab diesem Moment war die Situation nur noch von einem Deeskalationsspezialisten der Polzei selbst zu entschärfen. Dies geschah jedoch nicht und eine übereifrige Polizeistreife in der Nähe reagierte auf den Notruf.

Der Rest ist schnell erzählt. Nachdem die Nigerianerin nun ihr Recht verlangte, aber nicht gehört wurde, stürmte die Polizestreife auch schon das Haus. Wie es ihr gelang, den einen Polizeibeamten in ihre Gewalt zu bekommen, ist noch ungeklärt, da die schießende Beamtin nach wie vor unter Schock steht. [Eine sehr gute Aussage dafür, daß die Polizeidirektion sie gebeten hat, keinerlei Aussage zu machen.] Das hier überreagiert wurde, steht außer Frage. Aber die Frankfurter Polizei ist für ihr überhastetes Handeln weithin bekannt. Hier wurde ein unschuldiges Systemopfer getötet und nun soll die Mörderin dafür straffrei ausgehen.

Wir bleiben am Ball, sobald sicher gestellt ist, wie die Schuldfrage nun genau liegt. Fest steht für uns als Redaktion jedoch eines: Hier wurde einem Menschen in mehrfacher Hinsicht Unrecht getan. Nicht nur, daß man ihr ihre monatliche Zahlung verweigert hat, sondern auch, daß man sie schließlich für eine Tat tötete, die vielleicht gar nicht so gemeint war. Denn eines sollte man über Schwarzafrikaner wissen: Wenn jene sich in den Kopf gesetzt haben zu töten, tun sie es. Und dann ist ihnen egal, ob man eine ganze Batterie tödlicher Waffen auf sie richtet. Hier hat die Polizei überreagiert. Man hätte keinen tödlichen Schuß setzen müssen. Eine vernünftige Deeskalation, wie in der wiesbadener „Straße des Terrors“ geübt, hätte hier nicht nur ein Menschenleben retten können. Sondern auch beweisen, daß wir in einem humanen Staat leben.

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2 Kommentare on Geschichten aus der Provinz

  1. Diotima sagt:

    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass diese Allaussage über „Schwarzafrikaner“ am Schluss ironisch gemeint war. Denn ansonsten würde sie den Todesschuss ja geradezu argumentativ abstützen.
    Und genau da ist für mich der Haken an der Geschichte: das gezogene Buttermesser beweist anscheinend, dass die Frau es nicht zum Broteschmieren für unterwegs in der Handtasche mit sich herumgetragen hat, sondern eine Art „Tötungabsicht“ vorgelegen haben muss. Zumindest scheint die Frankfurter Polizei diese These zu vertreten, sonst würde sie nicht Bauchschüsse verteilen.
    Wozu trägt jemand ein Brotmesser mit sich herum, wenn er ins Jobcenter geht??? Aus dem selben Grund vielleicht, warum Polizisten eine Dienstwaffe mit sich herumtragen?
    Und da stellt sich mir zusätzlich die Frage, ob die Frau vielleicht noch am Leben wäre, wenn sie anstatt des Messers zur Selbstverteidigung ein Spray benutzt hätte…Als Frau könnte man sich von Sicherheitsdienstlern nämlich durchaus bedroht fühlen, vorallem wenn diese sofort mit der Polizei drohen…Vielleicht hat die betreffende Person ja schon negative Vorerfahrungen mit der Polizei gemacht, die ja auch immer wieder gerne benutzt wird, um Abschiebungen nach gescheiterten Asylverfahren „zu begleiten“.
    Eines lässt sich hier wieder klar erkennen: alle Gewalt geht vom Staate aus. Und auf Gewalt ( in Form von Verweigerung des Existenztminimums) darf nicht mit Gegengewalt reagiert werden. Sollte sich jemand überdies erdreisten, der eigenen Verhaftung auch noch entgegenwirken zu wollen( Hausfriedensbruch gibt ja einen hübschen Eintrag im Führungszeugnis, was dann wieder Auswirkungen auf die Vermittelbarkeit hat), dann ist das Widerstand gegen die Staatsgewalt. Sollte man hierbei versehentlicherweise nicht von denselben Produkten wie die Polizei Gebrauch machen( nämlich von tränenerzeugendem Pfefferspray), sondern das Messer ziehen, dann ist das sogar bewaffneter Widerstand gegen die Staatsgewalt.
    Diese Frau stand einfach auf der falschen Seite. Sie hätte einen prekär bezahlten Job im Sicherheitsdienst annehmen sollen, wie es Hartz 4 vorsieht…
    Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, wie sehr muss er am Hungertuch nagen, um das Brotmesser gegen den zu richten, der ihm Brot (und Arbeit) verweigert, oder nur Brot gegen Arbeit, die zum Beispiel darin besteht, Geschlechtsgenossinen anderer Hautfarbe niederzustrecken??? Bekommt man dafür eine Belohnung, eine Art Kopfgeld, oder warum trainiert die Frankfurter Polizei neuerdings den Notstand??? Braucht der Staat vielleicht gar den Notstand, um seine Notstandsgesetze endlich anwenden zu dürfen?
    Und lässt sich die Flut der Klagen wirklich nur abwenden, indem die ARGEN zur Kasse gebeten werden? Dies führt anscheinend nur dazu, dass dann einfach Hartz 4 Empfänger außergerichtlich hingerichtet werden, zumindest diejenigen, die nicht bereit sind, in der Gosse zu landen. Denn sie hatten es ja „verdient“, sie sind ja „nur“ ausgerastet, weil man ihnen die Menschenrechte verweigerte.
    Jeder Mensch wird zum Tier, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht, aber das rechtfertigt noch lange nicht, ihn wie einen räudigen Hund zu erschießen.

  2. Andreas E. sagt:

    Liebe Diotima,
    diese Aussage war nicht ironisch gemeint. Sonst basiert auf einem Gespräch mit einem afrikanischen Studenten von der hiesigen TU, der mir gegenüber sich derart äußerte. Und er sprach von sich selbst als Schwarzafrikaner, weil es ja in Südafrika immer noch die Buren gäbe! Und jene sind nun einmal weiß! Was an der Aussage generell verwerflich sein soll, erschließt sich mir jedoch nicht!

    Auch Türken und Iraner töten in Deutschland. Wenn jene dies aber tun, ist es wohl systemkonform.