Stellen sie sich vor, sie wären einer der 12 Anführer einer der mächtigsten Nationen der Welt – und sie stellen erschreckt fest, daß ein anderer Staatenbund nicht nur eine äußerst effektive und harte (sprich stabile) Eigenwährung auf den Weg bringt, sondern gleichzeitig auch der Reichtum der dortigen Elite überproportional wächst. In ihrer eigenen Nation aber besteht das Problem, daß die Schulden bereits so erschreckend sind, daß man im Senat oder im Kongreß tricksen muß, damit man überhaupt noch Geld für die eigene Sekretärin bewilligt bekommt.

Was macht man an dieser Stelle nun als wirtschaftsorientierter Politiker? Die Antwort liegt auf der Hand. Ich berichte den Medien etwas von einer Krise, die das Land erfaßt hat, weil immer mehr Arbeitslose obdachlos werden. Und dann schimpfe ich auf die DEUTSCHE BANK, die primär diesen Immobilienschwindel angezettelt hat, der nun mein Land belastet.

Alles Phantasie? Mitnichten.

Doch kehren wir noch einmal zur Faktenlage zurück: Nachdem vor einigen Jahren in den USA eine verhängnisvolle Immobilienblase platzte, die unter anderem auch von der DEUTSCHEN BANK initiiert wurde, sieht es ein wenig schlecht um die größte, gewalttätigste und christlichste Nation (neben dem Vatikan) aus. Und nicht nur einfach schlecht. Das Platzen der Immobilienblase brachte mehrere Senatoren dazu, einmal ihre Handlungsweise zu überlegen. Man schloß also wieder einmal politische Kompromisse, obwohl ja der amtierende Präsident versprochen hatte, genau diesen Unsinn zu unterlassen. Doch manchmal kann man nicht aus seiner Haut, wenn in Detroit ehemalige Automobilarbeiter auf die Straße gehen, weil einige Geschäftsleute deren Rentenfonds geklaut haben!

Als die Krise aus dem Senat dann noch in den Kongreß überschwappte und viele Kongreßabgeordnete mitbekamen, daß da so einiges gar nicht mehr nach den Regeln des „Lands of the Free“ ablief (in dem Sklaverei immerhin gute 200 Jahre an der Tagesordnung gewesen ist) und man deshalb handeln müsse, war es bereits zu spät. Der gesamte Planet erfuhr in Rekordzeit von diversen Krisen, die in der Folge nach dem Platzen der Immobilienblase (die ganz nebenbei einige Senatoren scheißereich gemacht hatte) über das Land gleich Tornados zogen. Doch die Politik sah sich außer Stande etwas zu unternehmen. Weil auch hier wieder die gleichen Personen abblockten, die dies auch gleichzeitig in Europa taten, um eine wirklich große saftige Katastrophe erzeugen zu können.

In Europa nun leidet der Kontinent zwar nicht eben unter dem Platzen der amerikanischen Immobilienblase, aber auch hier hat man so seine Schwierigkeiten mit eingebildeten Krankheiten! Da wäre einmal die T€Uro-Krise, die eigentlich gar nicht existiert. Selbst wenn ungefähr 60% aller europäischen Blogger diesen Firlefanz wirklich glauben. [An dieser Stelle muß ich zugeben, daß sehr viele Blogger mehr Angst um ihre eigenen Ersparnisse haben, als um den Hartzer um die Ecke.] Der Haken an der T€Uro-Krise ist der Umstand, daß sie nicht existiert. Eine Währung kann nicht in einer Krise darnieder liegen, wenn die Bank, die vornehmlich diese Kunstwährung stützt, pro Quartal locker € 4,4 Mrd. Gewinn einfährt (nicht Umsatz) und weiterhin eine jährliche Rendite von 25% verspricht! In Zeiten einer Währungskrise wäre es schlicht moralisch unverantwortlich, den eigenen Aktionären gegenüber solche Versprechen abzugeben! Und der Vertrag dieses Mannes wurde noch über das Jahr 2013 hinaus verlängert.

Nun ist es aber so, daß sich der T€Uro gerade in einer ganz schlimmen Krise befinden soll! Ja, ich schreibe nicht befindet, ich schreibe befinden soll. Aus einem ganz einfachen Grund: Wäre unsere Währung instabil, würde sie weder an den asiatischen, noch an den amerikanischen Märkten mit einem Tageskurs über $ 1,50 [Heutiger Stand: $ 1,46412.] gelistet. Ist schon merkwürdig. Da dümpelt eine Kunstwährung nun schon monatelang um den Stand von $ 1,50 herum und alle reden davon, daß sie instabil sei. Schaut man sich mal im Vergleich dazu den Wert des Yen an, könnte man durchaus davon ausgehen, daß jener Instabilitäten aufwiese. Dabei gibt es bedeutend mehr Chinesen als Europäer.

Ich gebe ehrlich zu, ich bin ein wenig darüber überrascht, daß so viele Wirtschaftsfuzzis, allen voran unser heißgeliebter Dummschwätzer Prof. UNSinn, sich darüber deklanieren, wie unsicher doch unsere Währung sei. Die Währungsunsicherheitslegende wird natürlich noch von den drohenden Staatspleiten Irlands, Portugals, Spaniens und Griechenland begleitet. Rein technisch gesehen stehen diese Länder nicht vor der Pleite, sondern müssen nun eine Durststrecke überwinden, weil die Banken sinistrerweise die Bringzinsen dieser Länder unverschämt erhöht haben. Kredite, die vorher mit gerade einmal 3% gelistet waren, sind inzwischen auf 10% gestiegen. Und es ist klar, daß keine Regierung es sich leisten kann, eine mehr als dreimal höhere Zinslast (zuzüglich Tilgung) innerhalb eines Kalenderjahres entsprechend zu leisten.

Wer sind dann also die wahren Schuldigen an der Legende der T€Uro-Krise?! Wie wir schon weiter oben gesehen haben, existiert diese Krise einfach nicht. Man kann nicht von einer Währungskrise faseln, wenn 4 von 27 Mitglieds-, und 4 von 17 Währungsunionsländern nur wegen dem asozialen Gebaren gewisser Banken in der Bredouille stecken. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, daß hier wirklich eine Krise vorliegt. Nämlich eine rein moralische, in der sich die Banken dieser Welt befinden. Deren Hauptproblem ist nämlich zuzugeben, daß sie ihre Gewinnversprechen an ihre Aktionäre nur dann erfüllen können, wenn beispielsweise Portugal wirklich noch vor Jahresende in die Insolvenz geht. Und wohin eine staatliche Insolvenz führen kann, haben wir an Großbritannien der Vor-Thatcher-Ära gesehen. In der Thatcher-Ära selbst starb dann beinahe komplett das britische Kino (die Produktion von Kinofilmen ist ein guter Messzeiger dafür, in welchen finanziellen Kalamitäten eine Nation steckt – gilt für alle Länder außer Deutschland, da hier noch niemals gute Filme produziert werden konnten) aus. Mehrere Regisseure setzten sich dann in das feindliche Ausland ab, weil sie in der Heimat nicht mehr arbeiten konnten.

Doch dies ist es nicht allein. Das Pokerspiel, daß derzeit auf dem Rücken der Menschheit ausgetragen wird, kann keinen Sieger haben. Zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Werden die wirtschaftlichen Belastungen noch ein wenig mehr verstärkt, ist der Ausbruch eines dritten Weltkrieges alles andere als unwahrscheinlich. Und nur ein Krieg könnte einige der sich im Krisenzustand befindlichen Länder retten. Gleichzeitig haben wir noch diese ungewöhnliche islamische Demokratiebewegung, die sämtliche Aussagen über den Islam Lügen straft und beweist, daß die Aufklärung auch längst dort angekommen ist. Einen Glaubenskrieg als Dritten Weltkrieg können wir demnach so weit ausschließen. Eher dürfte sich der ganze Spuk via eines bankgesteuerten Bürgerkrieges initiieren lassen. Und die Bank, die dabei am meisten gewinnen könnte, wäre Ackermanns DEUTSCHE BANK. Auch dies ist kein Zufall.

Jene Bank finanziert inzwischen die Mehrzahl der Krisen, die global über den Planeten rollen und Todesopfer fordern. Der Vergleich mit einem Tsunami kommt an dieser Stelle nicht von ungefähr. Japan hatte in einem solchen Fall noch Glück, da die wertkonservative Regierung durch das Erdbeben, den nachfolgenden Tsunami und schließlich die Reaktordurchbrüche gezwungen ist, endlich Farbe zu bekennen und vom neoliberalen Weg abzuweichen. Ja, Japan wird sich, auf Dauer gesehen, entsprechend reformieren, wie es sich viele Manga-Zeichner schon seit Jahrzehnten wünschen. Und eine Restrukturierung von Japan unter Einhaltung der alten Werte würde die Weltwirtschaft ebenfalls radikal verändern. Neoliberalismus würde wieder gebrandmarkt werden – da zumindest ein kleiner Teil der Menschheit begriffen hätte, daß dieser immer nur die Vorstufe vor dem Faschismus darstellt.

Das also einige Banker aktiv darauf spekulieren, daß es zur Krise kommt und diese dann auch noch künstlich anheizen, hätte man eigentlich vorher sehen sollen. Zumindest von politischer Seite. Solange sich aber solche Schlauberger wie Prof. UNSinn einbilden, wir hätten eine Krise, haben wir dann auch gefälligst eine zu haben. Natürlich darf man in der Krise den Armen nicht zuviel finanzielle Freiheit zugestehen, weil ja sonst die Gefahr besteht, und jene erkennen, daß gar keine Krise existiert. [Im japanischen stehen die selben Zeichen für Krise gleichzeitig auch für Chance. Oder anders ausgedrückt: Im japanischen, auch in der Mentalität, bedeutet die Zeichen Chance, immer eine positive Möglichkeit, seine eigenen Umstände zu verbessern.] Wenn man also die Armen weiter knechtet, rechnet man sich damit durchaus berechtigt aus, daß es früher oder später zum offenen Ausbruch der vorher prognostizierten Krise kommt. Man betreibt hier quasi nicht mehr als Selbsterfüllende Prophezeihungen[1].

Und genau dies ist die Gefahr, die von diesem Krisengeschwätz ausgeht. Man redet eine Krise herbei, die gar nicht existiert. Und dies nur vornehmlich deshalb, weil einige Finanzpolitiker nicht einmal in der Lage sind, einen Taschenrechner richtig zu bedienen. Auch dies ist kein Zufall, gilt doch im Allgemeinen in der Politik das Peter-Prinzip, wonach der Unfähigste den Posten erhält, der seinen beschränkten Fähigkeiten entsprechend ist. [Und da dies im Normalfall nur Beamte betrifft, muß man sich als Bürger keine Sorgen machen. Obwohl ich selbst in meinem kleinen Städten mehr Bürger kenne, die Fachwissen über die Arbeit der Beamten haben, als wir Beamten haben, die ständig Mist fabrizieren. Hier verhält es sich gespiegelt proportional. Je mehr Unfähige, umso mehr Bürger gibt es, die deren Arbeit locker übernehmen könnten.]

Nun bilden sich also einige Leute ein, wir hätten eine Währungskrise, also benimmt sich die Politik auch so, als wäre eine solche Krise vorhanden. Anstatt selbst nach entsprechenden Details zu forschen, werden die Berichte der Berater unkontrolliert Ernst genommen. Kein Ministerium überprüft die Werte, die von den Beratungsfirmen kommen, ob die Aussagen denn der Gegenwart entsprechen. Und nirgendwo wird festgeschrieben, wie hoch der Fehlerquotent bei einer beratenden Aussage sein darf. Klar, daß es dann zu selbsterzeugten Krisen kommt, die rein faktisch so vom Bürger nicht wahrgenommen werden. Alles andere als Zufall! Und eine große Gefahr für die Demokratie. Einige Leute bilden sich eine Krise ein, die dann natürlich auch zu geschehen hat. Tut sie dies nicht, gehen Milliardenvermögen verloren. Unwiderbringlich fließt dann Geld ans Volk zurück.

 


[1] Selbsterfüllende Prophezeihungen = Die sich selbsterfüllende Prophezeiung (engl. self-fulfilling prophecy) ist eine Vorhersage, die sich deshalb erfüllt, weil derjenige oder diejenigen, die an die Prophezeiung glauben, sich – meist unbewusst – aufgrund der Prophezeiung so verhalten, dass sie sich erfüllt. Geht auf Robert K. Merton zurück. Dieser bezeichnet den Denkfehler, die eigene Rolle zu übersehen und die Ereignisse dann als Beweis für die eigene Vorhersage anzuführen, pointiert als reign of error („Fehlerherrschaft“, als Wortspiel zu reign of terror „Schreckensherrschaft“).

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1 Kommentar on Des Eingebildeten Krise

  1. „Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.
    Der Kampf geht seit eh und je um das arbeitsfreie Einkommen, das die Zinsbezieher einstreichen, indem sie den Arbeitsertrag der Werktätigen kürzen. Dass die erste Gruppe bisher immer siegreich war, braucht nicht erst erwähnt zu werden. Zahlenmäßig ist die Gruppe der Sieger verschwindend klein.
    Die unterlegenen Werktätigen hat ihre riesenhafte Überzahl bisher nichts geholfen, sie blieben in allen Ländern erfolglos, und sie waren es auch, die in Wirklichkeit alle Kriege und Revolutionen „verloren“ haben. Sie erkannten nie die zwei Fronten (hier Monopol, hier Arbeit), die sich in Politik und Wirtschaft seit jeher unversöhnlich gegenüber standen, einfach deshalb nicht, weil sie dem optischen Eindruck erlagen und im Privatbesitz der Produktionsmittel die Ursache der Ausbeutung und im Unternehmer den Ausbeuter sahen; sie ließen sich verleiten, die Politik zum Tummelplatz der so genannten „Weltanschauungen“ und „Gesinnungen“ (konservativ-liberal, national-international, bürgerlich-proletarisch, links-rechts, usw.) zu machen, anstatt sich auf die wirtschaftlichen Realitäten zu beschränken und den Kern des Problems, die Monopole, anzugehen. Die Folge: Ihre heillose wirtschaftspolitische Verwirrung und ihr Misserfolg.“

    Otto Valentin, aus „Warum alle bisherige Politik versagen musste“, 1949

    Daran hat sich bis heute nichts geändert, obwohl das Wissen, um absolute Marktgerechtigkeit herzustellen (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) und damit Wirtschaftskrisen, Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg generell zu vermeiden, seit einem Jahrhundert zur Verfügung steht! Die wirklich interessante Frage lautet:

    Warum hat eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, etwas im Grunde so Einfaches wie die Makroökonomie bis heute nicht verstanden, und warum gilt das insbesondere für jene, die von sich glauben, sie wüssten schon was („Spitzenpolitiker“, „Wirtschaftsexperten“, Moralverkäufer, etc.)?

    Die Ursache ist eine veraltete Programmierung des kollekiv Unbewussten, welche die halbwegs zivilisierte Menschheit überhaupt erst „wahnsinnig genug“ für die Benutzung von Geld machte (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld), lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war. Anderenfalls hätte das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, gar nicht erst entstehen können! Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) mutierte, und die uns – unabhängig vom so genannten Glauben – alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich „Auferstehung“.

    Bitte Bedenken Sie: Sobald Ihnen die wirkliche Bedeutung der Erbsünde bewusst wird, können Sie mit „dieser Welt“ und allen, die sich noch in religiöser Verblendung befinden, nichts mehr anfangen – bis zum Jüngsten Tag!

    http://www.deweles.de/willkomm.....nesis.html