Kultusministerkonferenz (KMK), Verband Bildung und Erziehung (VBE), Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) und Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW):

Wir alle tragen Verantwortung

Am Welttag gegen Kinderarbeit stellen wir fest: Noch immer sind weltweit über 200 Millionen Kinder unter 13 Jahren gezwungen, für ihren Lebensunterhalt oder den ihrer Familien zu arbeiten. Über 100 Millionen werden als Kindersklaven oder in Lohnknechtschaft, in Zwangsprostitution oder als Kindersoldaten ausgebeutet. Auch für den Export produzierte Waren werden zum großen Teil unter Arbeitsbedingungen hergestellt, die als “schlimmste Formen der Kinderarbeit” eingestuft sind. So werden wir, die Konsumenten in Deutschland – bewusst oder unbewusst – zum Teil des Problems.

Vor diesem Hintergrund bitten wir Bund und Länder, sich auf internationaler Ebene im Kampf gegen Kinderarbeit verstärkt zu engagieren. Wir wünschen uns von der Bundesregierung noch mehr Unterstützung der Arbeit vor Ort, die auch von vielen deutschen Verbänden und Institutionen gefördert wird, nach dem Motto “Bildung statt Kinderarbeit”.

Wir bitten die Bundesregierung, in Europa und auf internationaler Ebene entschlossen voranzugehen. U. a. gilt es, in der WTO darauf zu dringen, im Rahmen der “Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen” (GATT) geeignete Maßnahmen gegen Produkte aus Kinderarbeit zu ergreifen. Ein Importverbot für Produkte aus Kinderarbeit würde ein wichtiges Signal setzen.

In dieser Zielsetzung unterstützen wir die Initiative des Bundesrats vom Mai 2010 (Bundesratsdrucksache 309/10).
Im Einzelnen schlagen wir vor:

– eine rechtlich bindende Regelung zur Verhinderung des Marktzugangs von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit,
– die Entwicklung europäischer Zertifizierungsauflagen,
– die Indizierung jener Länder, die das von 90 Prozent der Staatengemeinschaft ratifizierte Verbot von Kinderarbeit unterlaufen,
– eine bundesweite Aufklärungskampagne für Verbraucher über Produkte aus Kinderarbeit.

Zudem erinnern wir an die Millenniumsziele der Vereinten Nationen. Diese sehen u. a. vor, bis zum Jahre 2015 allen Kindern eine Primarbildung zu ermöglichen. Bis heute haben jedoch noch immer ca. 70 Millionen Kinder nie eine Schule von innen gesehen. Kinderarbeit ist der Hauptgrund, der einen regulären Schulbesuch der Kinder verhindert. Ohne Schulbildung bekommen die arbeitenden Kinder aber nie eine Chance, den Armutskreislauf zu durchbrechen. Nachhaltige Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern muss deshalb vor allem auch auf Bildungsinvestitionen und die Durchsetzung des Rechts auf Bildung für alle Kinder setzen.

Wir sind überzeugt: Die kritische Zivilgesellschaft in Europa will keine Produkte kaufen, die von Kinderhänden hergestellt sind. Sie wartet viel mehr auf ein Zeichen der Politik. Dies wird Exporteure und Importeure veranlassen, noch mehr auf “kinderarbeitsfreie Produkte” zu achten und ihre Lieferketten entsprechend zu kontrollieren. Hier liegt erhebliches Potenzial.

Quelle: GEW-Hauptvorstand – entnommen dem Sozialticker

 


Dies heißt aber nun nicht, daß wir dieser heuchlerischen Aussage auch nur einen Deut Demut oder Ernst entgegen bringen. Organisationen, die lieber die Kinderarbeit im Ausland bekämpfen – da sie die eigene Wirtschaftskraft schwächt – aber Kinderarbeit im eigenen Land gutheißt und sogar noch fördert (man schaue sich nur einmal das XII. Sozialgesetzbuch mit seinem Arbeitszwang an), heucheln nicht nur in meinen Augen. Die Pressemitteilung wurde deshalb von uns übernommen, um aufzuzeigen, wie weit die Heuchelei vor allem zu Feiertagen immer wieder geht! Damit muß endlich Schluß sein. Die Armut im eigenen Land muß bekämpft werden, nicht die Armut im Ausland gefördert, damit die eigenen Armen und Arbeitslosen sich nicht getrauen, ihr Maul aufzumachen!

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1 Kommentar on Gemeinsame Erklärung zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni 2011

  1. Diotima sagt:

    Ich begrüße die Ablehnung von Kinderarbeit im sogenannten Ausland wie im Inland. Aber ich frage mich, warum im In-wie Ausland nicht mehr gegen die Ausbeutung Jugendlicher getan wird? Laut jetziger Regelungen darf beispielsweise ein Jugendlicher zwar eine betriebliche Ausbildung machen, aber er darf nicht diejenigen wählen oder abwählen, die solche Regelungen erlassen. Er darf sich ebenfalls von der Bundeswehr anwerben lassen, da diese nicht nur Abiturienten anspricht . Sie spricht generell BewerberINNEN im zarten Alter von 17 bis 24 Jahren an. Bildungsziele sind so attraktive Studiengänge wie der zum „militärischen Manager/Offizier“, bzw. „Fachausbildungen“ zum Unteroffizier/Gesellen/Feldwebel. Im Falle eines Studiums verpflichtet man/frau sich von 13 bis zu 17 Jahren und im Falle einer Ausbildung lediglich für 8 bis 13 Jahre…Und diese Entscheidung wird einem/einer Jugendlichen zugemutet, selbst wenn sie die „Ableistung des militärischen Dienstes in berufsnahen Verwendungen“ miteinschließen sollte.
    „Nicht minder interessant sind die sogenannten Truppendienste- ob als Fallschirmjäger, Kampfschwimmer oder Gebirgsjäger- hier finden junge Leute die Herausforderungen der besonderen Art“.
    Nun, worin bestehen denn diese Herausforderungen ? Darin auf Kinder(soldaten)schießen zu müssen? Nein, das ist eth(n)isch nicht vertretbar…Es ist ethisch nicht vertretbar, europäische Kampfroboter im besten Alter( von 17 bis 34 ) auf Kinder loszulassen…Diese Kinder haben viel geringere Überlebenschancen gegenüber Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Da wird es einfach Zeit für Zeitsoldaten, die schlechter ausgebildet sind und nur einen crashkurs hinter sich haben…Die entsprechende Logistik besteht landesweit, dafür haben Sozialdemokraten und Realos gesorgt…Denn eines ist ganz klar, die Kriegsindustrie braucht Feldherren, Feldarbeiter und billige Feldfrüchte… Dieses ach so demokratische Land ist gerade dabei die abgeschaffte Wehrpflicht via Hintertür über die BürgerINNENarbeit wieder einzuführen…Daher wohl auch der saftige Sanktionskatalog…
    Früher war die Wehrpflicht auf Männer beschränkt, jetzt wird sie auf Frauen ausgedehnt…Über die Hintertür…Natürlich ist diese Amazonenwalkürenromantik einer gewissen Adeligen, die einem anderen gewissen Adeligen zugearbeitet hat, nur vorgetäuscht…Schließlich werden prekär beschäftigte Frauen an ganz anderer Front gebraucht: vielleicht als Prostituierte in Bordellen, die von gestressten Bildungsbürgern besucht werden. Oder um als Leiharbeiterinnen eben jenen gutbegenstückten Nachwuchs auszutragen, den sich ein Hr. Sarrazin so wünscht?
    Auf was führt das hinaus? Ich würde sagen, da treffen sich Eugenik( Leihmutterschaft) und Euthanasie( Zeitsoldatentum) auf perverseste Weise…Bald wird der Slogan MEIN BAUCH GEHÖRT MIR wieder zu ganz neuer Bedeutung kommen. Auch die Verweigerung des WEHRDIENSTES wird wieder eine ganz existentielle Dimension erfahren…Und eines sollte man nicht vergessen, wir brauchen unbedingt mehr bildungsbürgerliche Frauen in MINT Berufen… Wenn es uns gelingen sollte, unsere Art der ABC Kriegsführung zu perfektionieren, dann werden konventionelle Waffen kaum noch nötig sein. Allenfalls, um diejenigen zu erschießen, die die neueste biologische Waffe dank guten Immunsystemes überlebt haben…Und natürlich werden biologische Kampfstoffe nur so zum Zeitvertreib gezüchtet und kommen offiziell nie zur Anwendung. Es ist also ausgeschlossen, dass AIDS nicht rein ZUFÄLLIG in dem afrikanischen Land ausgebrochen ist, das die wertvollsten Resourcen für unseren Überwachungsstaat birgt: COLTAN…Es ist auch bloßer Zufall, dass AIDS sich in Afrika großer Verbreitung erfreut und dass es gerade rechtzeitig kam, um Homosexualität und homosexuelle Praktiken einer neuen Hexenjagd preiszugeben.
    Und natürlich war es Zufall, dass im ersten Weltkrieg Giftgas verwendet wurde, eigentlich war es für die Landwirtschaft gedacht.Ebenso war es vermutlich Zufall, dass es im zweiten Versuch Anwendung fand an Menschen, die man als „Schädlinge“ klassifiziert hatte…Ebenso war die Erfindung der Atombombe ein bloßer Zufall, eigentlich wollte man die Atomkraft friedlich nutzen, also nicht wie in Hiroshima sondern wie in Fukoshima…
    Und so setzen wir uns für Bildung statt Kinderarbeit ein: ABC statt ABC Waffen…Und auch hier ist die GEW Vorreiter, da sie sich für eine Zivilkausel an deutschen Hochschulen stark macht.
    Meine Unterstützung habt ihr!