Manche Skandale sind so unwichtig, daß sie in der großen Masse untergehen. Nachdem nun im vergangenen Jahr der Nachweis erbracht wurde, daß der BND von alten NSDAP-Mitgliedern betrieben wurde, die sich zwar der neuen deutschen Regierung verpflichtet, aber null Schuldbewußtsein offenbart hatten, reißt die Pannenserie um den besten aller deutschen Inlandsgeheimdienste nicht ab.

Man mag zwar vieles von unseren Politikern halten, wenn es aber darum geht, das Volk kontinuierlich auszuspionieren, legen sie einen Tatendrang an den Tag, den man von der alten Staatssicherheit der DDR gewohnt ist. Nicht umsonst nennt die scheindemokratische Querfrontlerszene ja auch die Machenschaften der letzten 4 Innenminister chronisch Stasi 2.0. Verwunderlich ist dies nicht, hat doch der gerade durchgeführte Zensus bewiesen, daß es noch sehr viel über das deutsche Volk und seine Angewohnheiten von Staatsseite zu erfahren gibt.

Aber werden wir mal nicht zu polemisch. Polemik ist bei dem anstehenden Skandal die falsche Herangehensweise. Wie ja altbekannt sein dürfte, zieht der BND demnächst von seinem inoffiziellen Hauptquartier am Stachus in ein neues, wunderprächtiges Domizil in Berlin um. Quasi in Steinwurfweite der amerikanischen Botschaft. Und noch viel näher an all den angeblich unbekannten europäischen Geheimdienstbasen. Immerhin möchte man ja Freund und Feind absolut auf dem Laufenden halten. [Insbesondere die Ungarn, deren neuer Regierungsstil von unserer aktuellen Administration als echt wegweisend für Europa angesehen wird.]

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Es ist aber so, daß nicht der Umzug den Skandal darstellt, sondern eher das, was jetzt dieser Tage passiert ist. Wenn ein Neubau entsteht, wird im allgemeinen jemand gebraucht, der den Bauplan und die Skizzen lesen kann. Und die Elektriker sind angewiesen, bestimmte Subpläne von Leitungssystemen schon fast auswendig zu kennen, wenn es sich um einen solch aufwendigen Bau handelt, wie den, den sich der BND jetzt hinstellen läßt.

Diese wäre ja alles noch verschmerzbar. Katastrophal jedoch wird es in dem Moment, wenn irgendein Idiot den Bauplan verlegt. Und die erste Woche hat der BND kategorisch behauptet, mehr wäre auch nicht geschehen. Nur dummerweise ist nicht der Zentralplan des Gebäudes verschwunden, sondern der Sicherheitsplan, an dem die Selbstschußanlagen, die Kameraüberwachung und die einzelnen getarnten Wachposten eingezeichnet sind. Inklusive der Stellungen der Stromkästen, die den überdimensionierten Zaun noch zusätzlich unter 20.000V halten sollen. Angeblich soll auch der Plan für die ganzen ISDN-Leitungen des Hauses abhanden gekommen sein.

Es ist also keine kleine Katastrophe, die hier passiert ist, sondern ein wirklicher Skandal. Nun hat der BND – auch nicht blöde und in alter Tradition anknüpfend – die Idee in die Welt gesetzt, daß die Baupläne wahrscheinlich von ausländischen, wenn nicht sogar islamistischen Spionen gekidnappt worden sind. Zuerst ging der Verdacht ja in Richtung GUS, da man den Russen je nicht trauen kann, obwohl Putin ein Land in ungarischer Manier beherrscht und auch herzlich wenig Federlesen um Minderheiten macht.

Doch dies ist nicht alles. Da die deutsche Regierung sich verzweifelt einen islamistisch fundierten Anschlag in diesem Land wünscht, käme doch quasi nichts gelegener als das Abhandenkommen der Baupläne der neuen BND-Zentrale, um endlich offiziell das Kriegsrecht auszurufen und sicher zu stellen, daß keiner der im Land geduldeten Migranten seines Lebens nicht mehr froh wird. Aber es geht ja nicht nur gegen Migranten. Es könnte ja auch sein, daß in Berlin ansässige politische Blogger (wie das Spreeblick-Team oder die Redaktion von Duckhome) Landesverrat begangen haben, um sicher zu sein, daß vom BND keine Gefahr mehr ausgeht.

Hier möchte ich noch einmal an das „Celler Loch“ und die ungeplante Sprengung des Gefängnis Weiterstadt/Hessen erinnern. Beides Großtaten des BND, der mit diesen False Flag-Attentaten der in Auflösung begriffenen RAF neue Munition liefern wollte, um weiterhin Leute aus dem Verkehr zu ziehen, der der Regierung und den Regierenden ein Dorn im Auge sind. Immerhin war einst der Hochsicherheitstrakt des Gefängnis Weiterstadt für politische Gefangene reserviert, aber durch die Sprengung wurde der Beweis von Pfusch am Bau erbracht, da man eigentlich genauso wenig wie in Celle ein 5m durchmessendes Loch mit 2kg C4 in eine Stahlbetonwand bekommt.

Und nun verliert der BND die Baupläne für sein eigenes neues Hauptquartier, das wie gesagt, in Rufweite zu den anderen Geheimdienstbasen in unserer schönen Noch-Hauptstadt gebaut wird. Wo ist da nun der Skandal? Einmal würde keine Nation, die die Pläne gestohlen hat, zugeben, daß sie dies getan hat! Zum anderen waren die Pläne nicht digital vorhanden, sondern in realer Form (womit China automatisch als Diebesnation ausscheidet). Auch waren am Bau relativ wenig Muslime beteiligt und keiner davon steht in Verbindung zu irgendeinem islamistischen Netzwerk wie al-Quaida oder den Salafisten!

Wo liegt nun also das Problem, daß dieses Land hat? Irgendein Depp verliert die Baupläne der wichtigsten Bereich des BND-Zentrums (in das übrigens auch diese neue ultrageheime Antiinternetterrorismusabteilung untergebracht werden soll, die Bundesinnenminister Friedrich zu Beginn des Monats vorgestellt hat) und schon geht unsere ach so vom Terror bedrohte Nation (bzw. deren Regierenden) davon aus, daß der Dieb entweder islamistisch, chinesisch, russisch oder britisch ist.

Meiner Meinung nach hätte man nicht eine amerikanische Sicherheitsfirma mit der Sicherung und Sicherheit des Neubaues beauftragen sollen. Die amerikanischen Sicherheitsleute hatten in alle Bereiche Zugang, inklusive auch die Baubude des Architekten, in der alle Pläne offen herum lagen. Man muß also kein James Bond sein, um dort lange Finger zu machen. Anscheinend hatte der betreffende amerikanische Spion keine Mikrokamera dabei, deshalb nahm er die Pläne gleich komplett mit, die mit Sicherheit kommenden Freitag in irgendeiner Mülltonne in unmittelbarer Nähe zur Baustelle wieder auftauchen werden. [Und an dieser Stelle ist zu hoffen, daß die Bundesregierung wenigstens so schlau war, und in der ganzen Hauptstadt die Leerung der blauen Papiermülltonnen zu untersagen.] Doch mit soviel Intelligenz sollte man bei unseren Politikern besser nicht rechnen.

Statt dessen fabuliert man nun etwas von islamistischen Spionen, die die Pläne gestohlen haben. Dabei tauchen die einzigen Islamisten in den Terrorplänen dieser Regierung auf, wenn diese mal wieder einen False Flag-Anschlag planen. Dummerweise waren bei der letzten Terrorübung in Frankfurt/Main nicht genug Passanten am Hauptbahnhof und im Umland, als das es sich gelohnt hätte, wirklich das Attentat durchzuführen. So fuhr die Bombe unbeschadet durch den Bahnhof und mußte in Stuttgart dann aufwendig aus dem ICE geladen werden. [Dafür gibt es übrigens Augenzeugen.]

Wenn also die Luschen des BND wirklich glauben, daß man ihnen diese Art der Vorbereitung auf einen islamistisch fundierten Terroranschlag in diesem Land wirklich glaubt, sind die Mitarbeiter dieses Inlandgeheimdienstes noch dümmer als es der deutsche Schäferhund im Allgemeinen ist. Für uns hier bedeutet dies nur eines: Der BND will einfach nicht zugeben, daß die Pläne schlicht verloren gegangen sind, daß noch nicht einmal ein am Bau mitarbeitender Handwerksbetrieb diese Pläne mit Erlaubnis des Architekten mit in die eigene Werkstatt genommen hat, um die entsprechenden Kabelmengen besser berechnen zu können.

Hier liegt also kein Versagen des Geheimdienstes vor, sondern reine Wichtigmacherei. Und noch nicht einmal diese ist sonderlich gut gelungen, da sie ja eindeutig beweist, daß der BND seine beste Zeit bereits vor 70 Jahren hinter sich hatte. Die Organisation ist so etwas von dumm und fadenscheinig, daß es wohl wirklich für einen chinesischen Spion (die übrigens für einen Teil der Hauselektronik verantwortlich sind) mehr als ultraeinfach gewesen wäre, sich Kopien der Pläne zu erstellen. Die Pläne sind also schlicht nur verlegt, aber nicht gestohlen worden. Den Beweis dafür, daß sie wirklich gestohlen wurden, muß der BND nun erbringen. Aber jeder denkende Mensch weiß, daß dies eine Sache der Unmöglichkeit ist. Was nicht gestohlen wurde, kann auch schlecht bei einem Dieb gefunden werden.

Meiner Theorie nach würden eh nur ultrarechte ultrakonservative Katholibans (CDU-Parteimitglieder) als Diebe in Frage kommen. Alle anderen Parteien werden aktuell gar nicht vom BND überwacht. Und die eigene Regierungspartei hat durchaus ein Interesse daran, daß der BND dort bleibt, wo er im Moment noch residiert. Solange der BND weit weg von den regierenden Politikern ist, schaut er diesen nicht allzu sehr auf die Finger. Dies ist nämlich die Hauptaufgabe eines Bundesnachrichtendienstes, der eng mit den Landesverfassungsschutzbehörden zusammen arbeitet. Nur befürchte ich, daß der BND diesen Teil seiner Arbeit bereits vor 30 Jahren vergessen hat. Sonst hätte es Celle nie gegeben …

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