Es gab einmal ein Land, eine Nation, die soviel Größe hatte, daß sie dem römischen Heer nicht standhalten und deshalb assimiliert werden konnte. Jenes Land hatte über Jahrhunderte hinweg große Denker und Literaten hervor gebracht und betrieb als einziges im klassischen Zeitalter bereits historische Forschungen. Sein Götterpantheon war berühmt, berüchtigt, nachdem die Römer einen Teil der vorhandenen Götter in ihr eigenes Glaubensbild integrierten und sogar einige Errungenschaften der geschlagenen Nation übernahmen. Dadurch wurde der Siegeszug der modernen Demokratie erst möglich.

Alles Quatsch. Die Römer fielen wie gewaltbereite Barbaren in Griechenland ein, daß vorher schon mehrfach Angriffe der Turks (aus Troja) und der Perser standgehalten hatte, ja diese beiden anderen Nationen sogar besiegte. Doch der römische Angriff, ohne schweres Gerät, nur mit Fußvolk und Kavalarie war vernichtend genug, um die Geschichte Europas umzuschreiben. Die Römer, die vorher die Sklaverei genauso wenig kannten wie das demokratische Selbstverständnis des Adels, übernahmen einfach beides, als Griechenland römische Provinz wurde.

Geschichte ist nun einmal unverschämt und selten in dem Rahmen, in dem sie allgemein gesehen wird. Die Römer waren zivilisierter, bevor sie auf die Griechen stießen. Doch das, was Griechenland im Gegentausch für eine halbwegs vorhandene Autonomie anbot, wurde leicht angenommen. Immerhin gab es zu jener Zeit in Südeuropa keine andere Macht mehr, die in der Lage gewesen wäre, den römischen Siegeszug zu stoppen. Die Kämpfe auf der iberischen Halbinsel dauerten auch nur dreieinhalb Jahre, dann war der Spuk vorbei und Rom die mächtigste Nation im Mittelmeer. [Und dies einige Jahrhunderte nach dem Untergang von Kreta und Troja. Sonst sähe es anders aus.]

In der Gegenwart angekommen, sehen wir in Rom nur noch einen Papiertiger, der zudem noch mit dem Vatikan – dem 7. der sieben Hügel – gestraft ist. Im Vatikan hat sich das geistige Oberhaupt der semitischen Religionen fest eingerichtet und herrscht seitdem ungehindert über Europa. Erhebt Steuern, wo sie ihm nicht zustehen, und setzt Streitkräfte, die nicht seine eigenen sind, gegen Andersgläubige ein. Von den alten Errungenschaften, die einst Griechenland Europa brachte, ist nichts mehr übrig. Außer vielleicht noch der Sklaverei, die der Papst über seine Vasallen in Deutschland europaweit wohl wieder einzuführen gedenkt.

Griechenland ist Pleite. Soviel dürfte feststehen. Doch ist diese Pleite keine normale Staatspleite, sondern eine künstlich herbei geführte, weil Griechenland wohl einige Brocken, die die €U gefordert hat, einfach nicht zu akzeptieren gedachte. Also wird hier in Deutschland von deutschnationaler Seite – den Parteiennamen zu nennen, erspare ich mir –  eindeutig gefordert, daß die Griechen sich einen Maßnahmenkatalog unterwerfen, der bereits Deutschland ruiniert hat. In Griechenland soll es dann auch nur noch ein Hartz IV geben, in genau der gleichen Höhe wie in Deutschland, und Arbeitsplätze werden großflächig zerstört. Immerhin besitzt ja jeder Grieche sein eigenes Haus, seinen eigenen Haus und Hof, und damit muß Schluß sein. In keiner Demokratie in Europa darf der kleine Arbeiter genauso viel besitzen wie der große Firmenboß. Wäre es anders, wäre die €U damals nicht unter diesen Voraussetzungen gegründet worden.

Die griechischen Wurzeln jedoch machen es kompliziert, die Demokratie – wie in Deutschland – weitgehend abzuschaffen. und ein wirtschaftsfreundliches System zu installieren. Also fordert die Deutsche Regierung in Vertretung seiner Heiligkeit des Frauenkleider tragenden Pabstes, von Griechenland eindeutige Zugeständnisse, wie es sein Sozialsystem auf einen Stand herunter kürzt, der noch unter dem von Deutschland zu liegen hat. Ja, wenn dies nicht geschieht, kann man Hartz IV nicht vor Jahresende entsprechend beikürzen, sondern ist gezwungen im kommenden Jahr jenes zu erhöhen. Es muß der absolute Beweis erbracht werden, daß Deutschland vor der Einführung der Errungenschaft Hartz IV ebenfalls kurz vor der Staatspleite stand. Und nur deshalb die Bankenrettungsschirme aufspannen konnte, weil wir eben Hartz IV haben und es seitdem den Reichen im Land bedeutend besser geht.

Das Deutschland nun offen Kritik am selbst zusammengezimmerten Griechenland-Rettungsschirm übt, hat nichts mit Unfähigkeit zu tun. Unsere wirtschaftsfreundliche Politik weiß sehr genau, was sie da tut. Sogar die ansonsten hirnlos durch die Gegend rennende FDP kriegt mal etwas gepeilt. Denn fest steht: Solange es Griechenland Scheiße geht, kann man dies immer wieder als Ausrede für Sozialkürzungen in diesem, unserem eigenen Land, benutzen. [Auch wenn sich dies jetzt nationalistisch liest, manche Leute scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, wie Politik in diesem Land zu funktionieren hat.]

In Deutschland wird seit einigen Jahren nur noch nationalistische Politik betrieben. Der Vorwurf, daß sich Deutschland auf Kosten der €U saniert, ist nicht von der Hand zu weisen. Und die gut anderthalb Mrd. €, die man der deutschen Bank noch zusätzlich geschenkt hat, machen in einem solchen Fall den Kohl nicht fett. Der Freund unseres Kanzlers, Joe Ackermann, hat sein Bett gemacht, hat seine Pferdchen im Trocknen. Und ist jederzeit bereit, seinen deutschen Landesverrat noch ein wenig weiter zu treiben. Immerhin ist es in erster Hinsicht die Deutsche Bank, die für die Kredite, die Griechenland zugestanden werden, bürgt. Sollten die Griechen also nicht in der Lage sein, diese überteuerten Kredite zu bedienen – wozu sie eindeutig weder die Lust, noch das Vermögen haben – wird die Deutsche Bank gnadenlos Griechenland ausverkaufen und pfänden. Dies ist alles von der deutschen Politik von langer Hand geplant worden, um die deutsche Wirtschaftsmacht noch mehr zu stärken. Angehörige aller fünf Bundestagsparteien haben deshalb schon applaudiert, weil sie wissen, daß es Ihnen nützt, dem einfachen deutschen oder griechischem Bürger jedoch nicht.

Der griechische Rettungsschirm, den Deutschland da so frei spendiert hat, ist nichts mehr als der Lockköder, um Griechenland gezielt ruinieren zu können. Was interessiert uns die dort herrschende Korruption? Sie kann kaum schlimmer sein als in Deutschland oder Italien. Was interessiert uns das merkwürdige Baugenehmigungsverfahren, welches in Griechenland vorherrscht und immer noch Anwendung findet? Dieses ist auch kaum besser als das Deutsche, weil es ja auf den gleichen Wurzeln basiert.

Doch kehren wir noch einmal in die Vergangenheit von Griechenland zurück. Zehn Jahre, nachdem die Römer Griechenland erobert und die ersten Sklaven als Tributverpflichtung in Rom ankamen, erkannte man den Vorteil, den es bringt, fremde Sklaven aus dem Ausland, aus den fernen Provinzen zu importieren und sie die Arbeit machen zu lassen. Schon damals gab es im neugegründeten römischen Senat die ersten Diskussionen darüber, wie das mit den Sklaven enden wird. Und schon damals gab es Senatoren, die ein wenig weiter sahen als all die anderen. Jene merkten nämlich damals an: „Unser Problem werden in der Zukunft nicht die Sklavenheere sein, sondern die Arbeitsstellen für diejenigen. Und wir dürfen nicht vergessen, daß für jeden Sklaven mindestens zwei einheimische Arbeitsstellen vernichtet werden. Unser Hauptproblem wird also Arbeitslosigkeit und ein Sklavenheer sein. Ein unzufriedenes Volk verbündet sich eher mit den Geknechteten.“ Woraufhin ein konservativer Senator aus der Familie Caesare anmerkte: „Und wenn schon! Die Welt ist groß – und Krieg führen kann man überall. Jeder freie Römer wird gerne für seine Nation an Eroberungsfeldzügen teilnehmen, vor allem dann, wenn wir ihm hinterher ein Leben in Reichtum und Wohlstand versprechen.“

Wie das damals in Rom schon endete, muß ich nicht erwähnen. Wie dies bei uns enden wird, solange nicht die faschistischen europäischen Staaten verhindert werden, ist auch nicht weiter erwähnenswert. Fest steht: Der Rettungsschirm für Griechenland wird das Land vernichten. Da ist eine Griechenlandpleite sogar für die Griechen derzeit noch die günstigste Option. Und ihre Landeskinder müssen später nicht in sinnlosen Kriegen eines aufstrebenden Imperiums sterben. Dieser Rettungsschirm ist eine Farce. Jeder Grieche weiß dies. Und die Mehrzahl der Deutschen auch. Doch die Deutschen leben bereits seit 13 Jahren in Knechtschaft. Und dies ist noch lange nicht genug, um sie mundtot zu machen. Die Leibeigenschaft wurde in Deutschland ja auch erst 1801 abgeschafft, als ein gewisser Napoleon Bonarparte sich anschickte, über Resteuropa herzufallen und die existierenden Herrschaftssysteme zu zerschlagen, um dem Volk das zu bringen, was es brauchte: Freiheit!

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