Das derzeit von der Bundeswehr so viel zu sehen ist, mag ein wenig störend sein. Das die Bundeswehr nicht dort zu sehen ist, wo sie dringend gebräucht würde – vor dem Bundeskanzleramt nämlich, den sprechenden Hosenanzug wegen Landesverrat festnehmend – scheint symptomatisch für unser Land zu sein. Unsere Bundeswehr soll so schnell wie möglich Freiwillige in ihre Reihen bekommen, damit man die unterschiedlichsten Kampfaufträge für die Verbündeten übernehmen kann.

Das dann jedoch Bundeswehr dazu mißbraucht wird, die Ärmsten der Armen in diesem Land zu verführen und ihnen vorzumachen, daß der Dienst an der Waffe ein besonderer Dienst für das Vaterland sei, empfinde ich bereits als Landesverrat. Doch ein Militär, daß zu solch schmutzigen Tricks gezwungen ist, bombardiert ja auch Zivilisten oder vergiftet Brunnen in Krisengebieten, um die militärische Obergewalt im Gebiet zu haben. [Diese Aussage stammt übrigens von einem Exmilitär, der an Afghanistan beteiligt war. Derzeit wird seine Anzeige noch in Den Haag beraten, ob ihr statt gegeben wird. Wenn ja, sind die letzten 3 Bundesverteidigungsminister wegen Völkermordes fällig, dagegen verblaßt der Fall Oberst Klein regelrecht.]

Aber seien wir einmal ehrlich: Das Hauptproblem besteht nicht am Dienst an der Waffe, sondern daran, wie dieser Dienst versehen werden soll. Die meisten Rekrutierungen in den letzten Monaten dienten nur dazu, das Blut der geschlagenen Truppe am Hindukusch entsprechend wieder aufzufüllen. Obwohl in der Wehrgesetzgebung eindeutig steht, daß bei solchen Einsätzen keinerlei Wehrdienstleistende zum Einsatz kommen dürfen. Um das Maß voll zu machen, entschloß sich die CDU dann in ihrer Weisheit dann auch umgehend, die Wehrpflicht in diesem Land abzuschaffen.

Das dies kalt und herzlos und absolut nicht im Sinne der Erfinder war, haben inzwischen ebenfalls die meisten Menschen mitbekommen. Reagiert hat aber keiner. Ohne eine Wehrpflicht bricht auch die gesamte zivile Verteidigung zusammen. Und die Bundeswehr lacht nur dazu! Unser Bundesverteidigungsminister ist nicht eben ein Ausbund von Intelligenz und noch weniger Militär. Kein Wunder, daß dann das Militär Forderungen durchsetzen kann, die absolut ademokratisch geartet sind. Keiner merkt es, wie sich dieses Land, gestützt auf die Loyalität einiger entlaufener Irrer, immer mehr selbst in eine faschistische Diktatur umbaut.

Doch viel schlimmer ist es, wenn die Bundeswehr nicht nur an den Schulen nach neuen Rekruten werben muß, sondern sich gezielt die Unterschicht bei solchen Proletenveranstaltungen wie der IAA aussucht. Was ist so schön daran, daß man einen Panzer fahren kann? Das ein Taliban einen mit einer Stinger-Rakete jederzeit in die Luft sprengen kann, ohne das die Warnsysteme darauf ansprechen, daß eine Stinger ja ein verbündetes Kampfsystem ist? Mal ganz ehrlich, welcher Idiot druckt denn immer wieder diesen Scheiß der Bundeswehr, der dann in den Kinderzimmern zu finden ist?

Ich selbst war nie beim Militär und bei der Heimatverteidigung wollte man mich auch nicht. Der Grund war einfach: Ich war zu intelligent und ich maßte mir an, die Befehle meines Vorgesetzten im Zweifelsfall zu hinterfragen und zu verweigern, wenn sie gegen geltendes Recht verstießen. So macht man keine Karriere bei der Bundeswehr mehr. Vor 30 Jahren hätte eine solche Geisteshaltung mich im Nu in den Generalsrang befördert. Heute bringt es mir eine Kugel am Hindukusch ein, oder einen traurigen Unfall auf der A6, wo mein Truppentransporter dann verunglückt und der Fahrer nur ganz knapp selbst dem Tod entkommen ist.

Der Auftritt der Bundeswehr auf der IAA war trostlos. Lustigerweise unterstand die komplette Truppe einem weiblichen Major, die schmuck in ihrer Uniform ausgesehen hätte, wenn sie sie denn hätte tragen dürfen. Aber die höheren Befehlsempfängeretagen der Bundeswehr sind verpflichtet bei öffentlichen Veranstaltungen im Ausgehanzug aufzukreuzen und nicht mehr in Ausgehuniform. Höhere Dienstgrade dürfen – wie zur Nazizeit – nicht identifizierbar sein. Maximal noch an den Kragenspiegeln, alles andere muß so weit zivil aussehen, daß man nicht auffällt.

Die Bundeswehr präsentierte einen Daimler ABC-Schützenpanzer. Ein kleines Sondierungsfahrzeug für schwieriges Gelände, daß darauf geeicht ist, atomare, biologische und chemische Bedrohungen aus der Atmosphäre festzustellen und dann dementsprechend den Bereich zu kennzeichnen. Ich gebe ehrlich zu: Jeder normale Hamsterkäfig ist größer als dieses Fahrzeug. Insgesamt tun in dem Ungetüm 5 Mann Dienst, davon 2 Fahrer, die auch noch Stolz darauf sein, ein semiziviles Fahrzeug steuern zu dürfen. Ein Fahrzeug des Katastrophenschutzes besitzt übrigens genau die gleiche NATO-Lackierung, hat aber ein anderes Nummernschild, keines, daß mit einem Y beginnt. Das Fahrzeug war also nichts besonderes, sondern passend zur IAA nur ein einfaches Lockmittel.

Wenn also unsere BW auf solche Tricks zurückgreifen muß, um die abgehängte, prekäre Jugend für den Dienst an der Waffe zu begeistern, stellt sich mir eher die Frage, warum die Wehrpflicht überhaupt abgeschafft wurde? Etwa nur deshalb, um die Anzahl der unverschuldet verarmten in diesem Land auf drastische Art und Weise zu verkleinern und dennoch nicht als Massenmörder dazustehen? An Afghanistan sieht man ja die ungefähre Lebenserwartung eines deutschen Soldaten im Auslandseinsatz. Zudem kann man solche Freiwilligen auch im Krisenfalle im eigenen Land gegen die eigene Bevölkerung einsetzen, sollte es einmal zu Hungeraufständen oder ähnlichem kommen.

Doch es ist schon abzusehen, daß die heutige Jugend in dieser Hinsicht nur massiv betrogen wird. Was bringt einem eine Ausbildung bei der Bundeswehr? Nichts. Man kann nur gut kuschen, arschkriechen und Rektal seinen Meister machen, wenn man seinem Führungsoffizier immer zustimmt. Dies verhindern bei der Jugend auch das eigenständige, kritische Denken. Mit solchen Freiwilligen wird also die derzeitige Politik zementiert. Jeder möchte aus der Armut heraus. Und nur der, der seine Pflicht als Soldat tut – sich in Afghanistan erschießen läßt – ist dann ein guter Deutscher.

Solch eine Politik ist menschenverachtend. Und zwar offen. Die BW redet sich mit ihrer neuen Rekrutierungskampagne heraus, daß dadurch den Menschen doch kein Schaden entstehen würde. Ja, bei der Rekrutierung noch nicht. Auf den Schlachtfeldern für die Industrie und die Wirtschaft schon. Wann werden dann BW-Soldaten dazu angehalten, Moscheen und Synagogen abzufackeln, weil der Regierung die Denkweise der dort Betenden nicht gefällt? Zu diesem Schritt ist es mit einer Freiwilligenarmee auch nicht weit. Dies bewies schon Hitler.

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