Eigentlich heißt es ja, sollte man auf einen am Boden liegenden Gegner nicht noch zusätzlich eintreten. Bei der aSPD macht dies aber besonderen Spaß. Immerhin hat diese Partei in ihrer knapp 150jährigen Geschichte eindeutig bewiesen, daß sie dasselbe höchstselbst gerne mit ihren Wählern macht: Auf jene Eintreten wie ein billiger besoffener Bahnhofschläger! Was dies angeht, hat sich die aSPD eindeutig nicht weiter entwickelt. Seit der Ära Schröder vermeint man eh Degenerationserscheinungen wahrzunehmen, wenn solche Flachpfeifen wie Peer Steinbrück tatsächlich als Kanzlerkandidat gehandelt werden.

Wo ist die gute alte aSPD geblieben? Wo ist der Verein geblieben, in dem Mobbing nur gegen Parteimitglieder üblich war und Dank einer Verschwiegenheitsklausel im Mitgliedsantrag nichts nach außen drang? Was ist nur aus der Partei geworden, die neoliberalen Sozialdarwinismus mit Sozialdemokratie gleich setzte?! Und damit auf den bewährten Zug aufsprang, den 1933 die NSDAP befeuerte!

Doch wir sollten den Zuständen gegenüber offen bleiben. Vielleicht weiß die große rote Tante aSPD nicht einmal mehr, daß sie inzwischen infolge ihrer Demenz bereits auf den gleichen populistischen Zug aufgesprungen ist, auf dem sich bereits DIE LINKE befindet. Wahrscheinlich ist es sogar so, daß die große alte rote Tante aSPD nicht einmal mehr mitbekommt, wer da mit ihr Schlitten fährt. (Um es einmal umgangssprachlich auszudefinieren.)

Die Ära Schröder hat nicht viel in der aSPD kaputt gemacht, welches nicht schon vorher kaputt gewesen wäre. Daran konnte auch ein Parteichef mit Namen Oskar Lafontaine nichts ändern. Nur wenn jenem mentale Ausrutscher passierten, wie es ihm bei der LINKEn öfter passiert, nahm man die gar nicht so richtig wahr. Immerhin galt er da noch als Napoleon von der Saar. Als Oskar Piss wurde er jahrzehntelang im Bundesland diffamiert. Und warum? Weil er selbst dachte, oder weil er damals schon populistisch handelte? Weder noch. Oskar Lafontaine führte in seiner langen Regierung das Saarland aus den roten Zahlen, in die es die Nachfolgeregierung prompt wieder hinein geschubst hat. Oskar Lafontaine hat Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen, und die Legenden über seine Rotlichtviertelzeit sind stellenweise sehr übertrieben. In der Bar meiner Eltern bezahlte er für seine Freunde immer die Rechnung gleich mit. Und der nächtliche Umsatz lag höher als € 5.000 (ich habe die Quittungen gesehen, die es offiziell gar nicht gegeben hat).

Schon vor Gerhard Schröder – oder auch GasGerd – war die aSPD auf dem absteigenden Ast. Innerhalb der Partei waren und sind Intrigen und Mobbing an der Tagesordnung. Wer auf kleiner kommunaler Ebene nicht so spurt, wie es sich die Karrieristen vorstellten, wurde gnadenlos fertig gemacht. Dumm nur, wenn es Parteimitglieder gab, die sich mehrfach erfolgreich wehrten und damals noch glaubten, daß die aSPD nicht auf den NSDAP-Zug aufgesprungen war. Doch solche Irrungen und Wirrungen bezahlt man im günstigsten Fall mit dem Leben. Bei der aSPD ist es so, daß dort innert der letzten 10 Jahre alles, was einen gewissen IQ überschritt, herausgeekelt hat. Zuviel Intelligenz in einer braunroten Partei ist niemals gut. So wird man nicht regierungsfähig. Man muß mit solchen Flachpfeifen und Spinnern wie Kristina Schröder von der CDU locker mithalten können. Da kann man keinen Gegenkandidaten aufstellen, der sich nicht nur besser artikulieren kann, sondern auch noch weiß, wovon er spricht. So was darf einfach nicht geschehen. Selbst DIE LINKE hat hier in Wiesbaden entscheidend mittlerweile gelernt. Auch dort werden nur noch die eher dummen Leute, die machtgeilen, die Karrieristen, aufgestellt, anstatt jene, die durch eigene Erfahrung mit Lehren aufwarten können, um wirklich etwas zu verändern. Aber dies ist, wie es scheint, ein rein linkes Problem.

Wenn ich nun also mal wieder lese, daß die aSPD Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten hofiert und aufstellen möchte, kommt mir der Gedanke, daß die Partei nach ihrer 150jährigen Geschichte unbedingt die Kanzlerschaft nicht gewinnen möchte, sondern lieber in der Opposition bleiben. Das man gewisse Themengebiete schon im Vorfeld lieber den Piraten oder anderen braunen Parteien überläßt, ist demnach also nur Zufall. Schaut man sich einmal auf Kreisebene um, was da die aSPD zu bieten hat, muß ich der Bundesparteiführung zumindest in einer Sache Recht geben: Peer Steinbrück ist derzeit wirklich der beste Kandidat, wenn es darum geht, einen rechtslastigen, faschistischen Staat in diesem Land zu installieren. Alles andere, was da angeboten wird, denkt immer noch zu sozial, und nicht richtig karriereorientiert.

Bei der LINKEn in Hessen sieht es da kaum besser aus. Jene ähnelt inzwischen so sehr der aSPD, daß es einen gruselt. Auch hier werden Kandidaten gefördert, die eher eine Gefahr für ihre Umgebung darstellen, als wirklich eine Hilfe, etwas an den Zuständen im Land zu ändern. Karrieristen allüberall. Lauter Menschen, die noch niemals richtig gearbeitet haben, und selbst wenn, sieht man ihnen nicht an, welche Entbehrungen sie hinter sich haben. Das die Mehrzahl – auch in der aSPD – nicht in der Lage sind, richtig lesen und schreiben zu können, erwähne ich an dieser Stelle besser nicht. Das Analphabetentum wird in diesem Land vor allem durch die Nichtparteiarbeit der aSPD noch weiter befeuert. Und LINKE und aSPD sind hier wie zwei Schwestern. Sie wollen beide dasselbe: Macht.

Womit wir wieder bei Peer Steinbrück sind. Die alte Troika innerhalb der aSPD ist zerbrochen, zerbröselt, dennoch ist ihre neoliberale Ausrichtung immer noch da, obwohl sich knapp 60% aller Parteimitglieder vor so vielen Jahren gegen die Einführung der AGENDA 2010 sträubten und nicht damit einverstanden gewesen waren, das ausgerechnet die aSPD den sozialen Kahlschlag proben soll. Klar ist dann auch, daß nach Einführung dieses Kahlschlages, nach Einführung von Hartz IV, keiner mehr bereit war die aSPD zu wählen, die damit der Industrie, den Bossen, einen gewaltigen Gefallen getan hat. Noch heute gehehen Gerüchte um, daß es innert der aSPD immer noch Parteimitglieder gibt, die mit dem Müntefering-Weg nicht einverstanden sind. Nur wenn sich diese Parteimitglieder aufmucken, können sie sicher sein, am nächsten Tag direkt einen Brief, der sie an ihren Parteiausschluß gemahnt im Wiederholungsfalle, in ihrem Briefkasten zu finden.

Diese Partei ist ganz ehrlich fertig. Steinbrück als Kanzlerkandidat aufzustellen bedeutet in den Augen der Wissenden, daß diese Partei unter Garantie nicht herrschen möchte. Warum auch? Solange die CDU einem die Arbeit abnimmt, trifft es in jedem Fall den richtigen. Man kann nicht einfach das Amt übernehmen und dann so farb- und glanzlos weiter machen wie der sprechende Hosenanzug aufgehört hat. Dies wäre unethisch. Man müßte dann, um seine Wählerschichten zu erhalten, zumindest Sammellager für obdachlos gewordene Hartzer einrichten. Nur dazu ist selbst die aSPD nicht bereit, weil sie nicht möchte, daß ihr Name jemals mit der NSDAP mehr in Verbindung gebracht wird, als es so schon der Fall ist.

Ich erinnere noch einmal daran, daß die aSPD zwar beim Gesang des Horst-Wessel-Liedes verweigerte, ansonsten aber nichts gegen die Kasernierung und Ghettoisierung der Juden und sonstigen Fremden im eigenen Land unternahm. Eher im Gegenteil. Gerüchten zufolge arbeiteten damals aSPD-Bürgermeister gerne mit der NSDAP zusammen, um weiterhin im Amt zu bleiben und die eigenen Leute vor den Nachstellungen der SS und SA zu schützen. Allein meine Heimatgemeinde gibt da die eine oder andere skandalöse Storie her.

Es ist also wirklich nur noch eine Frage des K. Nur wann wird die aSPD endlich ihr störendes kleines A los, und wann besinnt sich die Partei wieder auf ihre Wurzeln, die schon 1923 zu der Stilblüte führten, daß es ausgerechnet diese Partei war, die einen Eugenik-§§ im Reichsgesetzbuch verankert sehen wollte. Einen Paragraphen übrigens, der es deutschen absolut verboten hätte, sich mit Ausländern zu verheiraten und Kinder in die Welt zu setzen. Übrigens ein Gesetzesvorschlag, der mehr als 10 Jahre später von den Nazis in den nürnberger Gesetzen umgesetzt wurde. Und zwar beinahe im Originalwortlaut des Antrags, den damals die aSPD stellte. Also alles Zufall?

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