Nein, ich schieße mich an dieser Stelle nicht sarrazinlike auf Moslems im Allgemeinen ein, sondern nur auf einige Tatbestände, die ich in der letzten Zeit leider habe beobachten dürfen. Manchmal stellt sich wirklich die Frage: Ist aus dem Land der Dichter und Denker inzwischen das Land der Dummen und Stänkerer geworden?

Im Prinzip bin ich ein Freund des Art. 4 GG. Aber wirklich nur im Prinzip. Immerhin erlaubt mir dieser Artikel, daß ich meinem eigenen nichtchristlichen Glauben in diesem Land auf privater Ebene unbelästigt nachgehen kann. Ohne mir Sorgen darüber machen zu müssen, daß mir irgendein Turban- oder Kuttenträger den Schädel einschlägt, weil mein Glaube ein völlig anderer als sein eigener ist. Gleichzeitig sichert mir Art. 4 GG auch noch zu, daß ich meinen Glauben jederzeit ausüben darf, und nicht an einen festen Ort oder den Staat daran gebunden bin. Ich genieße also gleichzeitig auch noch eine religiöse Freizügigkeit.

Nun ist es aber so, daß es zwar viele Moslems gibt, die von sich aus sagen: „Ja, wir respektieren diesen Staat und seine Gesetzgebung.“, aber mit und in ihren Taten das genaue Gegenteil offenbaren. Dies fängt schon damit an, daß sich anscheinend unsere eigene Bundesregierung nicht ganz sicher ist, ob wir ein säkularisiertes, oder dem Vatikan unterstelltes Land sind. Sind wir Ersteres, so ist jedes Bundesgericht dazu aufgefordert, die Klage von Yunus M. (wir kommen gleich noch einmal auf den Fall genauer zurück) abzuweisen. Sind wir Zweiteres, so ist gleichfalls jedes Gericht verpflichtet, selbst Strafmaßnahmen gegen Yunus M. einzufordern. In beiden Fällen würde Art. 4 GG – der mit zu den Menschenrechtsartikeln des GG zählt – nicht einmal im Ansatz berührt.

Unser Problem in diesem Land ist eine sinnlose inkonsequente Politik, die da betrieben wird. Vor allem in Religionsfragen. Selbst der schlimmste grüne Atheist vertritt immer noch die Ansicht, daß man die Moslems gewähren lassen sollte. [Und mir stellt sich dabei die Frage, bei was wir sie gewähren lassen sollen?]  Ich habe echt nichts gegen den Moscheebau. In einigen hundert Jahren werden die Moscheen genauso verfallen sein, wie es heutige Kirchen bereits sind. Und viele Moslems selbst halten es für Schwachsinn, jeden Freitag in die Moschee zu pilgern, um sich von einem Imam sagen zu lassen, daß Schweinefleisch böse und Schweinefleischfresser von Natur aus böse und verschlagen sind. Nur sind Schweine im Schnitt um 50% intelligenter und cleverer als Kühe. Und vor allem nicht für BSE anfällig. Obwohl beide Huftiere sind.

Aber kehren wir vorher zur Politik zurück. Ich kann ja verstehen, wenn solche hirnlose Idioten wie ein Thilo Sarrazin unbedingt einen höheren Bildungsgrad von Moslems fordern. Nur bedenkt man, wenn das deutsche Volk vor 250 Jahren genau dasselbe von den Hugenotten eingefordert hätte, als jene aus Frankreich flüchten mußten, wäre dieses kleine religiös eher extrem anzusehende Völkchen bis heute bei uns noch nicht integriert. Naja, Sarrazin ist ja bis heute nicht integriert, sonder würde er nicht solche Forderungen stellen. Aber Sarrazin ist nur die Spitze einer politischen Gegenbewegung, die unbedingt Integration verhindern möchte. Wollte man mit Integration richtig anfangen, so müßte man Sachsen und Bayern den Freistaat-Status erst einmal absprechen und sie unter deutsche Verwaltung stellen. Was dies für die Bayern bedeutet, wäre klar: Schluß mit Weißbier und Weißwurst, sondern harte faktische saarländische Lyoner auch in diesen Gebieten und das bayrische Bier würde auf dem Index landen. In Sachsen würde dies bedeuten, daß die Mehrzahl der minderjährigen Mädels wegen des protestantischen Einflusses im Bundesland sich offen prostituieren müßte.

Doch seien wir einmal ehrlich: Welchen Vorteil hat uns denn als Deutsche der Anschluß an die christliche Religion gebracht? Die meisten der in Deutschland verehrten Ortsheiligen waren Schlächter, Mörder, Vergewaltiger! Und solche Leute verehren wir als Verbreiter des Christentums. Und da ist wurscht, ob der heilige Boromäus nun ein Mönch gewesen ist, der mit Feuer und Schwert im Süden der heutigen Bundesrepublik das Christentum verbreitet hat, oder ob es ein irischer Mönch ist, der in Norddeutschland ganze Volksgruppen hat abschlachten lassen, weil jene sich dem neuen Glauben von Roms Gnaden verweigerten. [Wohlgemerkt, beide genannten Heiligen haben im 5. christlichen Jahrhundert gelebt.]

Es geht aber nicht nur darum, ob man nun Moslem, Christ, oder ein Angehöriger des angeblich alten Deutschen Asenglaubens ist. Der Glauben an die Asen wurde von den Wikingern in Europa etabliert, nachdem sie als blonde, dümmliche und sehr gewaltbereite Irre über Deutschland und die Nachbarländer herfielen. Die Geschichte der Wikinger reicht von alles vernichtenden Kriegszügen, bei denen ihr alter Glaube in den überfallenen Gebieten verbreitet wurde, bis zu jener Zeit gegen Mitte des Mittelalters, als die Wikinger Handelspartner der deutschen Hanse wurden. In diesem Zeitraum, der gut 800 Jahre umfaßt, wurden sehr viele Gebiete Asen-gläubig. Sie dachten, wenn sie die Religion der neuen Herren übernähmen, wären sie vor weiteren Überfällen sicher. Als Frankfurt/Main damals von den Wikingern überfallen wurde, bildete sich hier ebenfalls eine Zelle des teutonischen Glaubens (wie ihn die Frankfurter damals selbst bezeichneten), die sich sehr lange Zeit schwere Gefechte mit dem alteingesessenen Christentum lieferten.

Und genau dies ist die Schwäche vieler Deutscher heutzutage. Deshalb ist es im Prinzip egal, ob oben in der Überschrift Moslem oder Christ zu finden ist. Der allgemeine Durchschnittsdeutsche hat nicht die religiöse Konsistenz, um sich über einen längeren Zeitraum gegen die Glaubensansichten eine gewalttätigen oder friedlichen Eroberers oder Invasors zu stellen und auf seiner Meinung zu beharren. Der durchschnittliche Deutsche ist schlicht nicht schlau genug, um zu erkennen, daß Religion immer die Waffe eines Eroberers ist. Schon die alten Römer gingen mit dieser Taktik vor. Solange das Christentum im römischen Reich keinerlei Stellenwert hatte, wurde in den eroberten Gebieten der Mithras-Glaube verbreitet. Als das Christentum dann im 4. Jahrhundert an Macht gewann – nachdem es schon den Tod von Kaiser Nero zu verantworten hatte – wurde das Christentum von nun an weiter verbreitet und der alte römische Glaube geriet ins Hintertreffen.

Doch dies ist nicht das Problem an für sich! Das Problem sitzt tiefer. Womit wir nun bei der eigentlichen Geschichtslektion angekommen sind. Deutsche Politiker sind in Glaubensfragen schon von jeher Arschkriecher gewesen. Sonst hätte das Neuariertum als eigene Religion sich nicht einmal im Dritten Reich durchsetzen können. Und unsere heutige Politik weiß schon sehr genau, warum sie die Todeszahlen der damals in KZs gestorbenen Pfaffen unter den Tisch fallen läßt und darüber keine eindeutige Aussage zuläßt.

Jetzt kehren wir zu Yunus M. zurück, eben jenen jungen Mann, der mit seinem Willen zum Gebet in einem berliner Gymnasium schon seit Jahren für Unfrieden sorgt. Unsere Politik ist zum einen absolut Zwiespältig bei dem Thema, auf der anderen Seite weiß sie aber nicht genau, inwieweit sie hier Art. 4 GG zur Anwendung bringen soll. Bringt sie den Artikel des GG zur Anwendung, kann dies dennoch als Bummerang für eine gescheiterte Integrationspolitik gewertet werden. Andere Glaubensrichtungen werden in diesem Land ja auch nur zugelassen, wenn sie von der richtigen Fraktion betrieben werden. So ist Buddhisten vornehmlich den im Land integrierten Chinesen vorbehalten und deutsche Buddhisten sind nicht allzu gerne gesehen. Genauso verhält es sich noch mit einem halben Dutzend anderer Religionen. Sukh wird beispielsweise in diesem Land bis heute nicht gestattet, einen Kali-Tempel zu errichten. Und dies, obwohl ihre Religion eigentlich vom Staat als akzeptiert gilt!

Seien wir doch einmal ehrlich. Einmal wenigstens. Wenn nun also ein Gymnasiast islamischen Glaubens für seine Schule einen Gebetsraum einfordert, den er auch außerhalb des Freitags zu nutzen gedenkt, so ist dies so weit vom Grundgesetz gedeckelt. Wenn es aber nicht um einen Einzelschüler, sondern um eine Gruppe geht, wird ein Handschuh daraus. Dann nämlich ist die ganze Aktion nicht vom GG geschützt. Und dabei ist es wurscht, ob Yusum nun Moslem, oder Anglikaner ist! Das Grundgesetz schützt die Glaubensausübung des Einzelnen, nicht die einer Gruppe. Wenn also Yusum M. nun einen Gebetsraum für außerhalb des Freitaggebets einfordert, so steht ihm dieser Raum als Einzelperson zu, so schreibt es das Gesetz vor. Dieser Raum kann natürlich von anderen Angehörigen seiner Religion durchaus mitbenutzt werden, jedoch nicht mit dem Wissen von Yusum M. Sobald er darüber Bescheid weiß, schreibt das Gesetz vor, daß der Raum zum Glaubenausüben geschlossen werden muß. Da es ja dann keine Privatangelegenheit mehr ist, sondern eine Gruppenangelegenheit. Auch hier ist das GG mit seinem Art. 4 eindeutig. Einer Einzelperson ist das einzelne Beten gen Mekka zu gestatten. Einer größeren Gruppe jedoch nicht.

Yusum M. hat dies erkannt und klagt nun vollständig integrationsresistent ein Recht ein, welches er doch längst besitzt! Und genau darum geht es mir. Wäre mal jemand so freundlich, den jungen Mann darauf hinzuweisen, daß er das GG bricht, sollte er den anstehenden Prozeß gewinnen? Danach hätte nämlich jeder Christ an seinem Gymnasium das Recht ihn zu verklagen, weil diese sich an seiner Religionsausübung in der Gruppe gestört fühlen könnten. Dies hätte zur Folge, daß es einen integrativen Bruch in der Schulgemeinschaft geben würde. In dem Moment, wo Yusum M. das Recht zugesprochen bekomm, in einem separaten Raum seine Religion auszuüben, haben christliche Schüler das gleiche Recht. Hinzu kommt noch, daß sie sich wirklich durch die Ausübung seiner Religion durch Yusum M. gestört fühlen könnten. Im Klartext würde dies bedeuten, daß die Menschenrechtscharta hier eindeutig auszulegen ist.

Erhält Yusum M. seinen Religionsausübungsraum, so ist sicher zu stellen, daß er immer nur von einer Person benutzt werden kann. Dann werden die Menschenrechte der anderen nichtislamischen Schüler nicht tangiert. Sobald der Raum jedoch von mehr als einem Schüler benutzt werden kann, werden die Menschenrechte durchaus tangiert. Und dann wäre ein solcher Raum offene Provokation der Christen an der Schule. Der Raum wäre dann umgehend wieder zu schließen, um den religiösen Frieden zu wahren.

Fanatismus kann zu sehr interessanten Stilblüten führen. Wenn ein katholischer Christ solches im anglikanischen Großbritannien versuchen würde, wäre er schneller ausgewiesen, als er bis drei zählen könnte. Dem Eurotunnel sei Dank. Hier wird also unser GG mit Absicht mit Füßen getreten. Wie gesagt, ich habe nichts gegen Moslems. Aber wenn taqqyyamäßig unser GG gegen uns eingesetzt wird, nervt mich dies schon ein wenig an. Hier mißbraucht eindeutig Jemand seine Bürgerrechte und seine bürgerlichen Freiheiten. Möchte der gute Yusum M. gerne in einem Scharia-Staat leben? Gut, dann soll er in den Iran gehen. Dann ist er nämlich mit seinen Ansichten in diesem Land verkehrt. Und zwar absolut verkehrt.

Hier tobt sich ein Fanatiker aus, anstatt zuzugeben, daß er bereits gescheitert ist. Und für die Gerichte hoffe ich, daß es dort Richter gibt, die noch denkfähig sind und nicht einfach nur nach Aktenlage entscheiden. [Und nach Aktenlage hätte Yusum M. auch einen schlechten Stand. Es könnte sich wirklich herausstellen, daß er ein Extremist ist und wie es diesen in diesem Land ergeht, wenn sie die falsche Religion haben, lehrt uns ja bereits die Geschichte.]

Update 02.12.2011

Yunus M. hat den Prozeß verloren und die Meinung dieses Blogs zu dem Problem deutlich widergegeben. Wir sind froh, daß hier das Grundgesetz einmal einen eindeutigen Sieg davongetragen hat. Und das unsere Anfangsprognose vollkommen korrekt war. Da Yunus M. nicht ein stilles Gebet in dem für eine Einzelperson hergerichteten Raum in Frage gestellt wurde. Die Demokratie hat wieder einmal gesiegt, auch wenn dies extremistische Moslems nicht wahrhaben möchten.

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