Das neue Jahr fängt gleich richtig an. Nach ein wenig Recherche stieß ich auf eine weitere Unmöglichkeit als jenes Material, welches wir im Zusammenhang unserer Ermittlungen gegen die GEMA bereits hier offen gelegt haben. Interessanterweise stellte sich der erste Verdachtsmoment doch als korrekt heraus. Nicht, daß wir etwas anderes erwartet hätten, aber es war schon überraschend zu sehen, mit welchem Zweierlei Maß die GEMA zu messen bereit ist.

Doch fangen wir einmal bei den ersten Ergebnissen unserer Recherche an. Nachdem sich die Redaktion über die Feiertage die Mühe machte, und einmal gezielt einige YT-Accounts unter die Lupe nahm, fanden wir folgendes heraus (was die GEMA übrigens offiziell in ihrem Blog bestreitet):

1. Die GEMA läßt bei YT vornehmlich jene Accounts sperren, die professionell und im Auftrag bestimmter asiatischer Labels Musik in den deutschen Sprachraum einbringen. Besonders hervorzuheben sind Accounts, die direkte Kontakte zu zetima und noch zwei anderen Musikergewerkschaften in Japan unterhalten. Bei unserer Recherche fiel uns auf, daß es dabei auch koreanische und chinesische Publisher erwischt, die nicht bereit sind, mit der GEMA Sonderabmachungen zu treffen.

2. Bestimmte Labels, die sich einem Vertragsschluß mit der GEMA verweigern, darunter auch das H!P, werden kategorisch unter irgendwelchen Vorwänden auf YT einfach für Deutschland geblockt. Zumeist vergehen zwischen Blockantrag und eigentlichem Blocking nicht mehr als 16h. Schneller reagiert YT nicht, weil es immer wieder fadenscheinige Aussagen der GEMA sind, warum genau diese Titel gesperrt werden müssen. Hier sind vornehmlich im asiatischen Raum Neuerscheinungen oder direktes Release von aktuellen asiatischen Titeln betroffen. Im sonstigen internationalen Bereich werden nach wie vor nur 40 Künstler blockiert, mit denen die GEMA eindeutige Verträge hat!

3. Hauptaugenmerk der GEMA liegt eindeutig daran, im deutschen YT-Bereich nur noch deutsche und maximal englischsprachige Titel zuzulassen. Asiatische Kunst wird permanent und kategorisch bekämpft. Sogar Indi-Labels geraten in diesen Zwist mit hinein und deren Accounts werden ebenfalls von der GEMA grundsätzlich gleich mitgeblockt, obwohl mit jenen Labels ebenfalls keinerlei Vertrag besteht.

4. Als letzte, aber wichtigste Beobachtung während unserer Recherchezeit konnten wir noch wahrnehmen, daß die GEMA sich nicht einmal an die eigenen vorgegebenen Regeln hält. Man läßt lieber einen Titel zuviel als einen zu wenig blockieren. Und dies zieht sich durch die komplette internationale Musikszene. Selbst viele Musikclips von Shakira, die ja einen Vertrag mit der GEMA hat, werden konsequent geblockt. Hier beruft sich die GEMA dann auf deren Label, um die Sperrung durchsetzen zu können.

Alles in allem zeigt die GEMA einmal mehr, daß hier wohl eher rassistisches Gedankengut als Schutz der Künstler vor sich selbst der Auslöser für das ganze Getue ist. Das hier eindeutig ein kultureller Krieg via Internet geführt wird, kann inzwischen nicht mehr bestritten werden. Zwar kann man nach wie vor mit einem maskierten Proxy die Clips anschauen, aber dies ist nicht das, was die GEMA eigentlich möchte. Der Großteil der YT-Nutzer kennt sich mit Proxy-Schaltungen nicht aus, und ist demnach von der Musik abgeschnitten, die sie eigentlich lieber hören möchte, als der Dieter Bohlen-Schrott, den die GEMA durch ihr Verhalten aktiv zu bewerben scheint.

Fakt ist: Die GEMA hat auf YT inzwischen mehr als 2000 widerrechtliche Blockierungen zu verantworten, weil sie mit den betreffenden Künstlern, Labels und auch Werbenetzwerken keinerlei Verträge unterhält, jedoch YT mit diesen eindeutige Verträge vorweisen kann. YT wird hier unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gezwungen zu blockieren, obwohl die GEMA keinen Nachweis eines Vertrages bringen kann.

Wenn man also etwas für Künstler übrig hat, sollte man sich nicht nur einer Aktion anschließen, die das Urheberrecht in seiner jetzigen Form erhält, sondern gleichzeitig auch dafür kämpfen, daß die GEMA mit ihrer Bevormundung von Künstlern aufhört. Hier geht es nicht um Geld. Aus guter Quelle weiß dieses Blog, daß mehr Gelder im Rachen der GEMA verschwinden als an die Künstler letztlich ausgezahlt werden. Dies war vor 30 Jahren auch schon nicht anders – und diesem Blog liegen entsprechende Abrechnungen – nicht nur von Künstlern – inzwischen in ausreichender Menge vor.

Die GEMA sollte bei der Wahrheit bleiben und ihre Blockadepolitik bei YT aufgeben. Hier geht es nur um das eigene Geldsäckelfüllen, aber nicht um einen marktwirtschaflichen Vorteil zugunsten der Künstler. Wäre dem nämlich so, hätte die GEMA schon beim Anfang dieses Streites auf eine permanente Blockierung gewisser Künstler verzichtet. Das es hier um einen kulturellen Krieg geht, erkennt man auch daran, daß man den Einfluß den asiatische Musik auf den deutschen Geist und die Seele haben könnte, zurückdrängen möchte. Und zwar sehr weit zurückdrängen. Die GEMA betreibt hier also Kulturpolitik. Ohne Genehmigung des betreffenden Bundesministeriums, oder gar durch Erlaubnis durch die durch sie angeblich vertretenen Künstler.

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