[Hier und anderswo]

Zuerst einmal: Es ist kein Zufall, daß sich DIE LINKE nicht aktiver für Frauenrechte stark macht. Starke Frauen sind Störfaktoren in einem sozialistisch bzw. kommunistisch ausgerichteten Land. In einer Hinsicht sind sich nämlich LINKE wie RECHTE Spinner einig: Frau gehört hinter den Herd und nicht an die Werkbank. Und linke Politiker beweisen jeden Tag mehr, daß ihnen die Floskel: Frauenrechte gleich Menschenrechte absolut unbekannt ist.

Nun, unsere Blogredaktion hat mehrere Tage ernsthaft durchkonferiert und dabei festgestellt, daß dieses festgefahrene Frauenbild, wie wir es hier schon öfter beschrieben haben, aber nicht nur ein linkes Problem darstellt, sondern an für sich schon ein Politikum ist, über das man sich zu berichten getrauen sollten. In den vergangenen Jahren brach dieses Blog als Einziges und mehr als nur einmal die Regeln des Anstandes und berichtete über Tatsachen, die andere Blogger so nicht gelten lassen wollten. Wir haben dafür Verständnis, wenn man für die Wahrheit kein Gespür hat. Aber uns deshalb anzuhaten, weil wir die einzigen hier waren, die über die Wahrheit und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft geschrieben haben, war deutlich kontraproduktiv.

Um aber nicht weiter abzulenken, konzentrieren wir uns wohl eher auf die Überschrift und auch um deren Konsequenzen, die so beflissentlich von politisch links und rechts ignoriert werden. Wo liegt das eigentliche Problem bei dem Problem? Vor einigen Jahren hat eine nicht unhübsche Fernsehmoderatorin zwei wirklich schräge Bücher verfaßt, die aber dummerweise in ihrer Grundaussage richtig sind, wenn man das ganze braune Geschwurbel, welches gleichfalls im Text zu finden war, heraus läßt:

  • Frau ist in der modernen Gesellschaft nach wie vor nicht mehr als ein abgerichtetes Haustier des Mannes, dem die Gesellschaft nur einen bestimmten Rahmen an Möglichkeiten zur Verfügung stellt.
  • Frau in der Gesellschaft zu sein, bedeutet gleichzeitig, sowohl beim Lebensstandard, als auch bei den generellen Lebensumständen, die gleichzeitig auch das Arbeitsleben betreffen, Abstriche zu machen.
  • Bestimmte politische Kreise in diesem Land sehen die Frau nach wie vor als Gebärmaschine an, die kein Anrecht auf ein eigenes Leben hat.

Dies sind aber nur 3 Erkenntnisse, die einem entgegenleuchten, wenn man sich einmal getraut, die Bücher von Frau Herman ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen. Ganz so unrecht hat sie damit nämlich nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall, aber erfolgreiche Blogs, die sich kurzzeitig für Frauenrechte stark machten, erhielten deutlich medialen Gegenwind. Immerhin gibt es einen ganzen Katalog von Erkenntnissen, die der großen Masse nicht publik werden sollen. Darunter zählt leider auch, daß unser aktuelles Arbeitslosenproblem allein den Frauen angelastet wird.

Doch daran ist nicht Frau allein, sondern die Gesellschaft als Ganzes Schuld. Zwar haben wir eine freie Nation mit freier Bildung und freier Berufswahl (sofern man nicht das Pech hat, Hartz-Eckregelsatzbezieher zu sein) und freier Meinungsäußerung (sofern man nicht das Pech hat, eine andere, dezidiertere Meinuung als der Rest zu vertreten), doch mit der allgemeinen Freiheit ist es bei uns nicht sonderlich weit her.

Solange linke und rechte Kräfte verzweifelt daran arbeiten, die Frau wieder hinter den heimischen Herd zu verbannen, läuft irgendetwas verkehrt. Immerhin ist auch in linken Kreisen überliefert, daß der Platz der Frau primär in der Küche und im Bett zu finden ist. Das es gar nicht einen anderen Aufenthaltsort für sie geben darf – außer vielleicht noch im Ausnahmefall der Aufenthalt im Kinderzimmer. [Und nein, der werte Herr Autor denkt sich das nicht aus, er gibt in einem solchen Fall nur das wieder, welches man in einigen linken wie rechten Schriften unisono vorfindet.]

Im Prinzip habe ich nichts gegen eine gewisse Kultur des Konservativismus, doch ist es schon anachronistisch zu glauben, daß in modernen Zeiten Frau nicht in der Lage sei, arbeitstechnisch nicht ebenfalls ihr Roboterdasein zu stellen und zu schuften bis sie tot umfällt. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, daß bei dieser ganzen Thematik ständig ausgespart wird, warum denn extremistische linke und rechte Kräfte so sehr darauf dingen, Frau wieder hinter den Herd und in das heimische Schlafzimmer zu verbannen. Der Grund dafür liegt nämlich wieder einmal auf der Hand und wird in der Bloggosphäre nach wie vor ignoriert. Genauso wie der Umstand, daß Frauenrechte Menschenrechte sind. Und solange eine politische Gruppierung nicht bereit ist, generell für Menschenrechte zu kämpfen – die die Frauenrechte mit einschließen – wird aus dem ganzen linken Befreiungskampf nichts, sondern ist nur Wahlkampfgeschwurbel.

Der Haken daran ist nun auch wiederum nicht das Christentum mit seiner an für sich schon menschenfeindlichen Ansichten, sondern generell der Glaube, der Konservativismus, sowie ein nicht eben unerheblicher Neoliberalismus, der sich wohl bereits verselbstständigt zu haben scheint. Doch auch dies ist nicht das Problem. Das Problem ist die Menschwahrnehmung an für sich.

Dieses Blog hier brach schon öfter eine Lanze gegen die Mißverständnisse jener Frauenversteher, die immer noch meinten, Frauen aus dem Osten Europas müßten unbedingt Huren sein. Nachdem wir hier in einigen Artikeln über die Hintergründe aufklärten, riß ein beständiger Strom von unterstellenden eMails und Benachrichtigungen, ja sogar beleidigender SPAM nicht ab. Natürlich fragte sich die Redaktion, was solch geharnischte Antworten herausgefordert hat. Als wir der Antwort näher kamen, wurde nicht nur der Blogredaktion klar, daß wir mit dem Thema Frau in der Gesellschaft in ein Hornissennest gestochen haben.

Nun ist es aber so, daß dieses Blog sich niemals vor einer Konfrontation drückt. Vor allem dann nicht, wenn wir gleichzeitig beim Kampf um die genaue Ausdefinierung von Frauenrechten auch noch etwas für die Menschenrechte tun können. Im Klartext heißt dies, daß diese kleine Artikelreihe über einiges berichten wird, über das wir stellenweise schon einmal berichtet haben. Doch nun nicht mehr mit dem Balken im eigenem Auge, sondern jenen schlagbereit über den Köpfen jener erhoben, die sich nach wie vor erdreisten, den Menschen die ihnen zustehenden Rechte wegzunehmen.

Deshalb, nach diesem etwas länger geratenem Vorwort auf die eigentliche Artikelserie, hier die Überschriften der nachfolgenden Kapitel, die später noch als Link aktiviert werden, wenn die einzelnen Passage geschrieben sind. Erweiterungen nicht ausgeschlossen. Dieses Jahr werden wir uns ein wenig intensiver mit dem Thema Frauen auseinander setzen und einmal einige Mißverständnisse des modernen Feminismus aufklären. Hier nun die Titelliste der einzelnen Dossiers (alle unter dem Label: Frau in der Gesellschaft):

0. Frau in der Gesellschaft
1. Gesellschaftlicher Aufstieg – Wer bezahlt den Preis?
2. Ausbildungsberufe, einmal anders
3. Eh(r)e und Familie – warum die Ansichten migranter Familien nicht schlecht sein können
4. Schulische Ausbildung kontra Herd
5. Der Beruf als Chance
6. Für verrückt erklärt (5 wunderbare juristisch greifbare Begründungen)!
7. Intersexuelle Frauen
8. Die Gesellschaft im Wandel der Zeit und der Status der Frau darin
9. Gefangene Hure oder Befreierin?

[und ich hoffe diesmal, daß wenigstens die Herren der Schöpfung diesmal richtig mitlesen.]

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3 Kommentare on Frau in der Gesellschaft (I)

  1. […] 0. Frau in der Gesellschaft 1. Gesellschaftlicher Aufstieg – Wer bezahlt den Preis? 2. Ausbildungsberufe, einmal anders 3. Eh(r)e und Familie – warum die Ansichten migranter Familien nicht schlecht sein können 4. Schulische Ausbildung kontra Herd 5. Der Beruf als Chance 6. Für verrückt erklärt (5 wunderbare juristisch greifbare Begründungen)! 7. Intersexuelle Frauen 8. Die Gesellschaft im Wandel der Zeit und der Status der Frau darin 9. Gefangene Hure oder Befreierin? […]

  2. […] 0. Frau in der Gesellschaft 1. Gesellschaftlicher Aufstieg – Wer bezahlt den Preis? 2. Ausbildungsberufe, einmal anders 3. Eh(r)e und Familie – warum die Ansichten migranter Familien nicht schlecht sein können 4. Schulische Ausbildung kontra Herd 5. Der Beruf als Chance 6. Für verrückt erklärt (5 wunderbare juristisch greifbare Begründungen)! 7. Intersexuelle Frauen 8. Die Gesellschaft im Wandel der Zeit und der Status der Frau darin 9. Gefangene Hure oder Befreierin? Segnala presso: […]

  3. […] 0. Frau in der Gesellschaft 1. Gesellschaftlicher Aufstieg – Wer bezahlt den Preis? 2. Ausbildungsberufe, einmal anders 3. Eh(r)e und Familie – warum die Ansichten migranter Familien nicht schlecht sein können 4. Schulische Ausbildung kontra Herd 5. Der Beruf als Chance 6. Für verrückt erklärt (5 wunderbare juristisch greifbare Begründungen)! 7. Intersexuelle Frauen 8. Die Gesellschaft im Wandel der Zeit und der Status der Frau darin 9. Gefangene Hure oder Befreierin? Segnala presso: […]