Auf der Suche nach einem positiven Vorbild, einem Idol an das man auch als Frau glauben kann, stößt man eher auf aeschreckende Relikte. Das fängt schon bei den angeblichen matriarchalischen Kulten an. Dort trifft man auf jene wenig ästhetischen Plastiken, die die angebliche Urgöttin mit abnorm großen Corpus und relativ kleinem Kopf darstellen. Dies ist es was uns die Historiker als die große Zeit des Mutterkults zugestehen: eine allein auf ihre Unterleibsfunktionen reduzierte Frau. Sollte einen dies abschrecken, so kann man sich auch mit der indischen angeblichen Urgöttin wenig Trost verschaffen. Diese war anscheinend eine blutrünstige Alte mit Totenschädeln als Halskette ,die sich vom Blut ihrer Opfer (Männer) ernährte. Sie wird so teuflisch dargestellt, dass der Einfall der selbst ernannten „Arier“ in Indien in jedem Geschichtsbuch auch heute noch als Segen der Menschheit beschrieben wird, wenn er auch mit der Einführung des Kastensystem und der Einordnung der Ureinwohner als deren unterste verbunden gewesen sein sollte. Dieses Zerrbild von Weiblichkeit findet sich auf abgemilderte Art im Tantrakult wieder. Die wilde böse männermordende Göttin ist da auf einmal das gezähmte Weibchen Shakti, das im Gegensatz zu dem ständig auf dem Himalaya abwesenden Gatten Shiva die Verbundenheit mit der Materie demonstriert. Während Gott sich aus allem heraushält, mischt sich Shakti immer ins Weltgeschehen ein. Ich habe schon so oft versucht, mich mit Yoga zu beschäftigen und bin aber immer an der Philosophie gescheitert. Immer wenn man mir weismachen wollte, dass das ewig Weibliche doch mit den unteren drei Chakren asoziiert werden müsse, ging bei mir gar nichts mehr. Das erweckte in mir eine Art Allergie. Warum ist denn der Mann der ewig abwesende Frostige,mit dessen Hilfe allein sich das Urweib durch meditativen Beischlaf zu den Höhen der oberen drei Chakren hochschlafen kann ?
Nun die Antwort ist, weil es nun mal so geschrieben steht. Und sollten einem als Frau dennoch aufmüpfige Bemerkungen über die Rolle als Verkörperung der Materie, als Mutter Erde entschlüpfen, so wird man selbst von im Yoga bewanderten Frauen auf diesen geistigen Irrtum hingewiesen. Als Frau hat man selbst bei den Griechen unten zu liegen und dies nicht nur im übertragenen Sinne. Uranus, der Urgott ( nicht zu verwechseln mit Anu dem anunakischen Urgott) ist der Himmel, der sich über die Urgöttin wölbt. Diese gebiert Monster, die anscheinend, da sie ganz nach der Mutti kommen, von Papa in die Hölle gesperrt werden. Danach zettelt Mutti die Ermordung ihres Mannes durch den Zeittitan Chronos an. Der schlägt Papi die letale Wunde, indem er ihn entmannt. Aus dessen letztem Erguss entsteht die Göttin der körperlichen Liebe, die auch für die Tempelprostitution verantwortlich zeichnete. Chronos frisst seine Kinder, um an der Macht zu bleiben, wird aber wie sein Papa von der eigenen Frau ausgetrickst und so erfüllt sich der Fluch seines Papas und er erleidet dasselbe Schicksal. Sein Söhnchen Zeus ist der neue Usurpator. Der richtet sich auf dem Olymp häuslich ein mit seiner Gattin Hera, welche außer gelegentlichen Tobsuchtsanfällen nichts zu melden hat. Dieser Gott hurt in der Weltgeschichte herum wie kein zweiter und erzeugt so eine Serie von Halbgöttern, die ihm teils ergeben teils gefährlich werden. Er treibt es sogar mit den Titanen und wird gut gegen diese von den so erzeugten Geißeln beschützt, als das Urweib Gaia mal wieder zum Aufstand aufruft, weil Hera am häuslichen Herd zu versauern droht. Natürlich wird der Aufstand niedergeschlagen. Dafür kommt einige Zeit später der Ärger mit Prometheus.Dieser wird bestialisch bestraft unter anderem durch die Büchse der Pandora, die natürlich eine Frau ist. Und sollte eine Frau bei den Griechen in keine der drei Kategorien einzuordnen sein, entweder männermordende Amazonengöttin, Weibchen am Herd oder Hure (Artemis, Hera oder Aphrodite), dann handelt es sich um die Urgöttin Athens: Athene. Die erste Göttin, die mit dem Verstand asoziiert wird. Und dies auch nur aus einem Grund : Zeus hat sie in seinem Kopf ausgebrütet,sie sich also ausgedacht.
Macht nix, da muss man sich halt dran gewöhnen als Frau, daß die Frau in den meisten Philosophien der Welt denkbar schlecht wegkommt und buchstäblich die A…karte gezogen hat, da sie mit ebenjenem asoziiert wird. Nicht umsonst ist die Farbe des untersten Chakras rot und dies wird ja auch immer als die Farbe des Blutes und Todes angesehen. Oder als die Farbe der Geburt. Da es aber auch hier philosophische Schulen gibt, die die Bindung an die Materie für dämonischer Natur halten, ist dies ebenfalls kein Ausweg aus dem Dilemma. Und so ist es kein Wunder, dass die meisten Religionen auch unser Zeitalter als das dunkle eiserne Zeitalter bezeichnen. Im indischen System spricht man auch vom Kali Yuga. Das heißt, man kreidet das Zeitalter der Industrialisierung ebenfalls der Monstergöttin Kali an. Was heißt die Verantwortung für sämtliche Kriege, die aus der Gewinnung von Eisenerz oder anderen Erzen resultieren, soll auch der Urfrau angelastet werden. Aber wie schön, dass es diesbezüglich einen Mitverantwortlichen zu geben scheint. Ich würde da ganz klar Prometheus zum Mitdämonisierten machen, da es ohne die Feuerentdeckung gar nicht möglich gewesen wäre, Erze zu berarbeiten, egal ob es sich nun um Edel- oder Schwermetalle handelte. Egal ob goldenes oder eisernes Zeitalter, Prometheus ist immer mit von der Partie. Wo wären wir ohne Zündquellen, ohne Zunder für Feuer ? Wir können doch gar nicht ohne Öl existieren. Sollte die Menschheit tatsächlich so bekloppt sein, wegen des Öls einen Weltenbrand anzuzetteln, so weigere ich mich als Frau dafür später beschuldigt zu werden. Selbst wenn bei den alten Persern Mithras eine Lichtgestalt und Anahita eine blutrünstige Kriegsgöttin gewesen sein sollte. Niemand sagt, dass man aus Eisen Waffen herstellen muss. Man kann auch Kochtöpfe daraus herstellen. Ja soll man sich denn als Frau für die gesamte Verhüttungsindustrie der Antike verantwortlich fühlen, für die Kelten und die Etrusker, die ordentlich in ihren Zechen einheizten ? NEIN. Es ist gut zu wissen, dass da ein männlicher Ketzergott in den Köpfen der Alten existiert, der ebenfalls beteiligt sein muss. Auch wenn sich die Welt fragt und fragt und fragt, warum er sich nicht mal einmischt und den Weltuntergang aufhält ? Vielleicht ist es, weil Zeus bei seiner Machtübernahme ihn auf dem Himalaya festgenagelt hat und er dort bis zum heutigen Tage Besuch von Vögeln bekommt. Vielleicht, weil diese Welt beherrscht wird von Religionen, die auf Philosophien aufbauen, die von einem kalten weltabgewandten Gott und einer hirnlos agierenden Göttin zeugen. Vielleicht wäre es nötig, Gott zurrück zu den Menschen zu holen und zu begreifen, dass denkende Frauen nicht unbedingt die Wahnvorstellung eines Mafiagottes sein müssen, der keinen Widerstand duldet, vorallem nicht in den eigenen Reihen. Die Dämonisierung des Weiblichen ist eine Gehirnwäsche, mit der sich früher oder später jede Frau auseinandersetzen muss. Gelingt es nicht, sich davon zu befreien, so wird man die Fehler machen, die das System erwartet. Man wird denken, man sei ja nur ein kanonenfuttergebärendes Monster und wird fatalisiert auf den Weltenbrand warten. Und wer wirds  amEnde gewesen sein, der die Lunte zum brennen brachte ? Natürlich der Lichtbringer selbst. Denn wo eine Lilith, die sich weigert,brav unten zu liegen, da ist Lucifer nicht fern, der sogenannte Teufel oder mit ihr Verteufelte, der neue Mann, der lieber unten liegt, als Frauen mit seinem Gewicht in zeuscher Manier zum Beischlaf zu erpressen. Erst wenn man Symbole umdreht, werden sie zu pervertierten Symbolen. Bei Religionen jedoch, die sich des mehrfachen Ritualmordes an sogenannten Ungläubigen schuldig gemacht haben, wäre es meiner Meinung nach bitter notwendig, die Verhältnisse wieder ins rechte  also linke Licht zu rücken. Es kann kein Schöpfer ohne Quelle schöpfen. Die Materie kann nicht aus dem Nichts entstanden sein. Ich glaube, daß hier die größte Chance überhaupt besteht, in der richtigen Verwendung der Sexualenergie. Wäre die Sexualität zwischen weiblichem und männlichem Prinzip egal ob hetero- oder homogen ausgeübt nicht so eine mächtige Waffe gegen die Dualität dieser Welt, so würde man sie nicht so sehr verteufeln und nur noch in missbrauchter Form zulassen. Damit sich eine Frau aber missbrauchen lässt und damit als Quelle ihre Energie böswilligen Schöpfern überlässt, dazu muss man ihr erst einmal eintrichtern, dass sie ohnehin ein willenloses Wesen sei. Wie schade. Ich bin überzeugt, dass guter Sex diese Erde retten könnte und mehr zur Verständigung unter den Menschen beitragen könnte, als es alle Weltreligionen jemals getan haben. Vielleicht existiert hinter dem Zerrbild der Frau ja noch die wahre Urfassung und vielleicht können wir einfach aufhören daran zu glauben, denn man kann niemanden dämonisieren, ohne sich selbst mit Schwefel zu bedecken. Der ausgestreckte Finger zeigt immer auf einen selbst zurrück.