Dazu befassen wir uns erst einmal mit der deutschen Bedeutung des eingedeutschten Anglizismus „exhibition“. „exhibition“, eigentlich ein anglizierter Latinismus ,bedeutet nichts anderes als- Ausstellung. Nun um diese These zu verifizieren, sehe man sich einfach mal sämtliche Kunstausstellungen der Welt an und evaluiere den weiblichen Anteil daran. Sind es vorwiegend Frauen, die Ausstellungsräume anbieten, oder eher Frauen, die dort ihre Werke ausstellen, oder handelt es sich bei den Werken vorwiegend um Ergebnisse weiblicher Akte, die ja nun buchstäblich auf dem Akt des Ausziehens beruhen ? Ich weiß es nicht. Aber verlassen wir doch mal den Bereich der bildenden Künste und überspringen auch das Lichtspielhaus mit den bewegten Bildern und der ein oder anderen Nacktaufnahme, da es sich hier um eine Vermischungsform beider Kunstgenres handelt….Gehen wir doch direkt zur Kunst im öffentlichen Raum über. Hiermit meine ich natürlich nicht das Straßentheater , sondern das Theater in noch subventionierten öffentlichen Theaterräumen. Hier stellen Menschen öffentlich Gefühle, Gedanken und Handlungen aus. Allerdings nicht als Privatpersonen sondern als Schauspieler. Und trotzdem es sich um eine Zurschaustellung handelt, bezeichnet man diese nicht als Schausteller, sondern als Schauspieler. Schausteller nennt man Personen, die auf Jahrmärkten ihre Waren mit Moderationskunst zur Schau stellen. Im Zentrum steht hierbei jedoch nicht der Mensch, sondern die von ihm angebotenen Waren. Wer dies für einen verrufenen Beruf halten mag, mag sich über den psychischen Exhibitionismus auf den Brettern, die die Welt bedeuten ,noch mehr empören. Vielleicht mag dies auch eine Erklärung für die Subventionskürzung in eben diesen öffentlichen Kulturräumen sein. Der Staat schützt und fördert die Kultur und daher möchte er die armen Schauspieler vor dem körperlichen Exhibitionismus bewahren. In Wiesbaden hat sich ja ein regelrechter Hassclub gegründet, der Sturm läuft gegen jede Neuerung im Musiktheater, die auf die eine oder andere Art etwas mit Exhibitionismus zu tun haben mag. Aber wie soll das Theater denn sonst mit dem Medium Film Schritt halten ? Und hat sich die Kinowelt nicht immer mehr in Richtung Theater ausdifferenziert ? Nach der Tonrevolution versucht man jetzt sogar die dritte Dimension des Theaters zu reanimieren. Und so befruchten sich beide Medien wechselseitig. Und dennoch verfehlt jede technische Imitation des abgebildeten Lebens ihren Sinn, wenn keine authentischen Gefühle rüberkommen. Andererseits sollte man sich auch davor hüten, den circus maximus Naturalismus mancher reality soaps nachzuäffen, weil man sich hierbei zum Affen machen würde. Dies wäre meiner Meinung nach die schlimmste Exhibitionierung. Obwohl es zu vermuten steht, dass auch hierbei arbeitslose Schauspieler angeheuert werden, die den Proleten in seiner Gefühlswelt so authentisch wie möglich nachstellen sollen und das ,obwohl sie aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammen. Aber ist das etwas typisch Weibliches ? Dazu müsste man untersuchen, wer sich die hochgeistigen Texte für diverse reality Formate ausdenkt. Im Bereich der Theaterwelt stehen immer noch sehr viele Stücke von Männern auf dem Spielplan. Und ja, es gibt eine Schauspielerinnenschwemme, seit dieser verpönte Beruf seit der Aufklärung auch dem weiblichen Geschlecht zugänglich wurde. Die Konkurrenz ist groß. Wäre man im Schoße von Mutter Kirche verblieben zusammen mit den Schaustellern, dann würde man heute noch an der Kirmes Himmel und Hölle nachstellen. Ich bin persönlich ein großer Fan von Monty Python. Und ich finde, dass Männer Frauen oft viel besser darstellen können. Überhaupt fände ich es gut, wenn Männer den Frauen einfach unangenehme Dinge abnehmen könnten, bei denen man sich einfach vor wildfremden Personen ausziehen muss, weil es der Gesetzgeber so befiehlt, zum Beispiel beim Wunder der Geburt. Ohne das Ausziehen vor wildfremden Personen bekommt man als Frau nicht den Nachweis über die Mutterschaft, die Erziehungsberechtigung ausgestellt. Der Erdenbürger hat dann auch keine Aufenthaltsberechtigung, wenn er illegal geboren wurde. Das bedeutet, weil man als Frau dazu verdammt ist, zum Überleben der Bevölkerung beizutragen, muss man exhibitionistisch sein. Man muss dabei auf seine Menschenwürde größtenteils verzichten, zum Nutzen der Menschheit. Und um dahin zu kommen, dass der Mann sich überhaupt mit der Frau zu paaren gedenkt, wird einem dieses Balzverhalten antrainiert. Man wird zum Weibchen abgerichtet. Bis zum Akt der Geburt ist man Vollweib, danach für die meisten Männer nur noch Mutter. Es gibt nicht wenige Männer, für die die Frau mit Wachsen des Bauches schlagartig an Attraktivität verliert. Ist es vor diesem Hintergrund verwunderlich, dass Frauen auf die Bühne drängen, um zu zeigen, dass sie auch Menschen sind, die mehr empfinden als nur den bloßen Fortpflanzungstrieb ? Und liegt es wirklich in der Natur der Frau, auf ihre Menschenwürde zu verzichten ? Andererseits warum etwas verhüllen, wenn man doch nichts zu verbergen hat ? Im Zeitalter der Nacktscanner wird auch der Tschador bald aus der Mode kommen. Wir gehen wahrhaft himmlischen Zeiten entgegen in einem Überwachungsstaat. Wie lautet noch ein altes Beatlesslied „Why don´
t we do it in the road, nobody will be watching us“… Fakt ist, dass es sich hierbei um Erregung öffentlichen Ärgernisses handeln würde. Da es aber NOCH private Räume gibt, stellt es NOCH keinen exhibitionistischen Akt dar, sich vor dem Mann oder der Frau seiner Wahl zu entblättern. Außer es wird zu laut und stört die Nachbarn. Vielleicht daher auch die abnehmende Zahl von (Haus)geburten. Die Frau bei der Geburt zu filmen kommt auch immer mehr in Mode. Man hält ihr zwar nicht die Hand, aber die Kamera drauf. Wo die Exhibitionistin, da der Voyeur. Das ist letzten Endes eine religiöse Entwicklung. Wachsen wir nicht alle mit dem Bild von Gott als dem großen Voyeur auf, dem big brother des Universums ? Bekommen wir nicht alle Pässe, bevor wir auf der Welt sind ? Ist es nicht für eine schwangere Frau obligatorisch, ihren Bauch regelmäßig durchtönen zu lassen mittels Ultraschalldruckwellen ? Ist es nicht normal, verkabelt zu entbinden ? Der Staat ist anscheinend der Meinung, dass die Leibesfrüchte ihm gehören. Also muss er sie auch „beschützen“. Dies ist nun mal der Preis für die Fabrikschutzgesetzgebung, für die Sozialversicherung. Privates wird öffentlich, selbst der Entstehungsort des Lebens. Will man in den Genuss von Arbeitsschutz kommen, muss man als Frau halt öffentlich beweisen, dass man sich den dicken Bauch nicht in der Kantine angefressen hat, sondern am Tag X mit Y intimen Verkehr hatte. Dies ist eine Regel, die wie alle Regeln der Sozialgesetzgebung kirchliche Wurzeln hat. Das spanische Hofzerimoniell am Hof von Versailles sah vor, dass die Königin und der König eben keine Privatatmossphäre zu haben hatten. Man wurde immer beobachtet, beim Aus- und Anziehen, in der Hochzeitsnacht und beim Gebären. Es ging um Erbansprüche und Katalogisierung.  Selbst die mendelschen Gesetze von wurden von einem katalogischen Augustinermönchchen entdeckt. Die französische Revolution hat mit dem Hofzerimoniell nicht wirklich Schluss gemacht, denn nach dem kurzen Kaiserintermezzo wurde die Krone dann ja postwendend den katalogisierten Restbourbonen überreicht, die kleinlaut geworden waren und nicht mehr aufmuckten, wenn man ihnen zwischen die Beine schauen wollte. Und die damaligen Männerrechte galten denn auch nur für selbige. Männer mussten  ja nur bei der Musterung die Hosen herunterlassen. Wobei die Frage ist, zu welchem Zweck ? Gottseidank haben Männer diesbezüglich endlich ihre Männerwürde zurrückerhalten, ausgerechnet durch einen christsozialen Adeligen. Und auch Frauen werden nicht mehr kirchlicherseits im Beichtstuhl zum Gebären gezwungen, auch wenn eine christsoziale Familienministerin angeregt durch einen demosozialen Angst vor dem Aussterben ihrer Untertanen hat und der Sache auf den Grund gehen möchte. Heutzutage können Frauen zum Militär und Männer können anschaffen gehen. Wobei Frauen ja schon an die Musterung gewöhnt sein dürften und Männer sich aber noch an die regelmäßigen Begutachtungen im Privatbereich gewöhnen müssten. Also das ist doch toll, Gleichentrechtigung für alle. Dies ist der Beweis, dass Exhibitionismus nichts typisch Weibliches und Voyeurismus nichts typisch Männliches sein müssen. Es geht auch umgekehrt.