Ja, heute gibt es wieder einen zynischen Zwischenruf.

So kann es ja auch nicht angehen. Daß ein Mann sich als Bundespräsident unfehlbar erwies, sogar die Menschenrechte achtete, zu dem er als Ministerpräsident eines Bundeslandes sich außer Stande sah,  ist schon ein starkes Stück. Daß ihm nun dafür die Verachtung nicht nur des Elfriede Springer-Verlages entgegenhüpft, sondern auch die eines undankbaren Volkes, verwundert da wirklich nicht weiter.

Der Mann hat sich als Bundespräsident als untadelig herausgestellt. Genau deshalb mußte er gehen. Seine Verbrechen, die er als Ministerpräsident Niedersachsens verübt hat, zählten ab dem Moment nicht mehr, da der gesamte Bundestag über sein Sündenregister informiert gewesen ist. Womit sich die Frage stellt, ob alle damaligen Wahlleute darüber informiert waren. Und wenn ja, macht sie dies dann automatisch zu Mittätern? Immerhin haben sie einen Kriminellen beschützt! [Und ja, ein wenig BILD-Polemik wird an dieser Stelle gebraucht, damit auch der dümmste Dumme in diesem Land erkennt, wie verarscht er wurde, in dem er den Rücktritt des Bundespräsidenten befürwortete.]

Die Frage stellt sich weniger, welcher Verbrechen sich Christian Wulff hat zuschulden kommen lassen, sondern welche davon sich wirklich als juristisch relevant erweisen. Ich empfinde es als bedeutend schlimmer, daß eine FDJ-Agitatorin Bundeskanzler bleiben darf, obwohl bekannt ist, daß sie als StaSi-Spitzel arbeitete und gleichzeitig noch Agitatorin in einem System war, daß sogar Joachim Gauck als schlimmer als das menschenverachtende Regime der Nazi-Kultur ansieht. Wer ist hier der schlimmere schlimme Finger?

Geht man nämlich einmal nach normaler juristischer Nomenklatur vor, hätte man bereits die 662 Flachwichser des Bundestages wegen Landesverrat am Wickel. Nicht nur, wegen eines schlichten Eidbruches – so was übersieht die Justiz gerne, immerhin ist sie beidseitig blind – sondern auch wegen ihrem ganzen Gebaren während der Affäre. Hier wurde ein Bundespräsident demontiert, weil er sich weigerte, etwas zu tun, was eigentlich normal für einen Faschisten gewesen wäre. Das er als Bundespräsident seine menschenfeindliche Politik, die er als Ministerpräsident eines Bundeslandes ausübte, weiterführte. Nur er hat es nicht gemacht. Er wollte der Vorzeigepräsident sein und deshalb machte er Fehler auf Fehler.

Anstatt bei der ersten hetzenden Veröffentlichung alles direkt unumwunden zuzugeben und nicht den Guttenberg zu machen. So was bricht einem Politiker immer das Genick. Und was das angeht, sind alle 662 Idioten, die im Bundestag sitzen, um keinen Deut besser als vuz Guttenberg, den wir leider immer noch nicht vollständig los sind. Auch hier wurde gesagt, es würde eine Hetzkampagne gegen das liebe Söhnchen laufen. Nur war es keine Hetzkampagne, sondern Aufklärung. Im Falle des Christian Wulff war es eine Hetzkampagne, aber keine Aufklärung.

Warum sonst hätte Deutschlands bekanntestes Hetzblatt solch einen Trubel veranstaltet, wenn es hier nicht darum ging, einen Humanisten im Amt loszuwerden. Einen Menschen, der sich weigerte, daß Internet als Rechtsraum anzusehen. Einen Menschen, der erkannt hat, daß es in diesem Land ohne die vielen Türken nicht mehr geht. Und der sich schon damit Feinde schuf, in dem er eine Muslima zur Ministerin in seinem Bundesland machte, um zu zeigen, daß der Islam durchaus integrierbar ist.

Wenn hier also jemand als unintegrierbar anzusehen ist, dann ist es Friede Springer. Die gute Frau hat einfach nicht begriffen, daß es heutzutage kein 3. oder 4. Reich mehr gibt. Und das sie mit ihrer Hetze grundsätzlich das Falsche erreicht. Ok, ich kann verstehen, daß sie etwas gegen Moslems hat. Ich hätte auch was gegen die Moslems, wenn die es aus Prinzip ablehnen, mein Hetzblatt zu kaufen und lieber in ihren Hinterhofmoscheen zum beten gehen!

Aber Christian Wulff wurde als Bundespräsident geschaßt, weil er es gewagt hat, im richtigen Moment gegern die allgemeine Hetze Widerstand zu leisten. Mit seiner Rede über die Integration des Islam in diesem Land schuf er sich Feinde. Auch im Kanzleramt. Aber nachdem er zum Rücktritt gezwungen war, zählen diese Fakten nicht weiter.

Genau deshalb werfe ich den Wahlleuten von vor 2 Jahren auch vor, daß sie gezielt und willentlich Landesverrat begangen haben. Ok, sie taten es in bester Absicht, aber sie taten es. Die Tatsachen sprechen für sich. Die gesamte elitäre politische Klasse beging gemeinschaftlich Verrat an Land und Volk. Noch ist die Sache klein-klein zu betrachten. Aber wie heißt es so schön: Der Galgen erwischt oft einen Unschuldigen, aber jener wiegt die Zahl der Schuldigen auf, die auch an ihm hängen!

Hier erwischte es einen Unschuldigen. Und mit Gauck wird man auch nicht froh. Ich persönlich wette darauf, daß Joachim Gauck nach 2 Monaten hinwirft, weil er nicht bereit ist, erneut kranke Gesetze zu unterzeichnen, die er aus seiner Zeit in der DDR noch kennt. Und dann wette ich, bekommt dieses Land endgültig ein Problem! Aber ab dann wird es richtig lustig. Wenn Friede Springer die Leichen eines Herrn Gauck ausgräbt und damit hausieren geht, um sicherzustellen, daß er jene Gesetze unterschreibt, die er nicht will! Dies ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Tags: , , , , ,