Religionen haben meist etwas anheimeliges, schönes, an sich! Nun ist es jedoch so, daß nicht jede Religion gleich mit jeder anderen vergleichbar ist. So ist es dann auch kein Wunder, daß ausgerechnet jene Religionen sich die meisten Kämpfe (auch intern) liefern, die heute als Hauptreligionen dieses Planeten angesehen werden. Sowohl im Christentum als auch im Islam gibt es wohl mehr Strömungen als in jeder anderen Religion. Und eben jene unterschiedlichen Strömungen sollen eben dem vorhandenen Klerus dabei helfen, die Kontrolle über ihre Schäfchen zu behalten, damit jene nicht konvertieren (egal wohin).

Ironischerweise hat ausgerechnet das Christentum das Aufkommen des Satanismus zu verantworten. Ok, warum sollte die Lehre vom Lichtbringer so unbedingt böse sein? Daß sie direkt auf den Lehren des Order of the Golden Dawn fußt? Soll dies schon Grund genug sein, Satanisten als Kindermörder oder Menschenopfer bringende Sadisten darzustellen? Nun, wenn man nach solchen Dingen sucht, findet man diese im Islam oft genug. Doch man wird mit solch einer Grundeinstellung keinem Glauben gerecht, sondern begeht hiermit bereits das erste und wichtigste Sakrileg in der Heilslehre.

Doch kehren wir zur eigentlich Verantwortlichkeit zurück. Was ist Glauben schon? Selbst unsere Wissenschaft glaubt eher, daß so etwas Diffuses wie Schwarze Materie existiert, anstatt endlich einmal den Beweis für deren Existenz zu erbringen. Sieht man Religion und Glauben vom rein wissenschaftlichen Standpunkt, haben sowohl Judentum, Christentum und Islam einen einzigen Makel: Es gibt keine Beweisbarkeit der in ihren Lehren vertretenen Wunder.

Was sind Wunder also? Nur Gedankenspiele jener, die zu sehr in ihrem Glauben hängen, anstatt sich ein wenig Realismus bewahrt zu haben? Oder sind Wunder etwas wirklich faßbares? In den Glaubensrichtungen, die heute von den Christen verächtlich als Alter Glaube abgetan wird, gab es so etwas wie Wunder gar nicht. Und der asische, beziehungsweise nordische Glaube, arbeitet ebenfalls mit dem Phlegmatismus Wunder. Was darauf hindeutet, daß der asische Glaube auch nicht mehr ist, als die sonstigen Religionen, die sich alle einst aus dem alten sumerischen Blutkult entwickelt haben, der uns heute als Judentum, Christentum und Islam ständig ins Leben eingreift.

Religionskritik, nein Danke!

Hauptproblem aller modernen Religionen ist der Umstand, daß sie absolut nicht kritikfähig sind. Selbst solche alten Glaubensrichtungen wie Judentum, Christentum und Islam haben ein gewaltiges Dilemma damit, wenn man bestimmte überkommene Traditionen als das hinstellt, was sie sind: Traditionen, die nicht im Glauben gesichert sind. Der Glauben, die feste Religion, arbeitet sowieso mit Traditionen. So sind Messen oder Zelebrate immer an Traditionen gebunden, tradiert, damit auch der Unwissenste davon beeindruckt ist. Nur ist dies wirklich Glauben? Oder nicht doch eher Obrigkeitshörigkeit?

Das Thema Religionskritik erreicht den Islam immer öfter. Doch wenn dies dann geschieht, wird es meist falsch angegangen. Religionskritik im Islam kann, genauso wie im Christentum, mit dem sofortigen Ausschluß aus der Glaubensgemeinschaft geahndet werden. Wobei sich mir nicht die Frage stellt, ob dies besser für den Gläubigen ist. Im Normalfall ist es besser für den Gläubigen. Genauso wie eine Exkommunikation im Christentum eher als Belohnung, denn als Strafe anzusehen ist, wenn man sich denn einmal getraut, kritisch über den eigenen Glauben und seinen Weltbeherrschungsanspruch nachzudenken. Deshalb lehnen alle auf der Welt als wichtig erachteten Religionen Religionskritik ab. [Mit einigen wenigen Ausnahmen wie der Shintoismus, in dem Glaubenskritik und Religionskritik durchaus gefördert werden, weil man nur so erfahren kann, wie die Geister und Götter die Welt ständig gestalten.]

Von der Tradition

Nun ist es ja nicht so, daß Religionen nicht ohne Traditionen zurande kämen! Fest steht, Messen und Zelebrate müssen gewissen Regeln folgen. Das die Mehrzahl dieser Regeln auf überkommenden Traditionen fußen, wissen nicht einmal die meisten Priester/Pfarrer. Wie leicht könnte man den Islam und das Christentum für den Ungläubigen und Atheisten interessant gestalten, wenn sich Imame getrauen würden, von alten Traditionen abzugehen? Ich meine, wenn sich ein Iman in Deutschland offen dafür einsetzt, daß die Scharia in diesem Land nicht eingeführt wird – nicht einmal ummaintern – wird er gleich auch direkt von überkommenen Christen als Häretiker gebrandmarkt. Auch das Christentum beruft sich auf einen eigenen Rechte- und Gesetzekodex, der in unserer westlichen Welt bereits in unser Strafgesetzbuch eingebrannt wurde. Sind deshalb Christen besser als Moslems, die eigentlich nur fordern, daß ihr eigenes überkommenes Recht auch für ihre Umwelt gilt?

Meiner persönlichen Meinung nach ist dem nicht der Fall. Sowohl unser eigenes Strafgesetzbuch enthält noch Klauseln, die von Annodunnemals stammen und bis heute nicht wirklich außer Kraft gesetzt sind. Klauseln und Artikel, die eindeutig auf die Nähe zum Christentum hindeuten. Zwar wird heute die Todesstrafe nicht mehr durchgeführt – wie es in der Scharia oft der Fall ist, selbst bei Bagatellverbrechen – aber sie ist im Gesetzestext immer noch vorhanden oder schimmert durch.

Hier wird nur wieder an einer Tradition festgehalten, die eigentlich nicht mehr gebraucht wird. Todesstrafen sind in modernen Zeiten nur ein Anzeichen von Barbarei. Und dies betrifft sowohl die christlichen, als auch die islamischen Länder, in denen sie immer noch zur Anwendung kommt. Das Zeitalter der Aufklärung konnte im Christentum niemals seine volle Kraft entfalten. Der Islam war einmal aufgeklärt, doch dann vernichtet, als das spanische Königreich durch El Cid eben jenen Küstenstreifen zurückerobern ließ, der damals als al Andalus berühmt war und der einige der größten Künstler und Wissenschaftler hervorgebracht hatte.

Das Christentum ist demnach nicht besser oder schlechter als der Islam. Beide liegen, wenn es um den Stand der Aufklärung geht, sehr weit zurück. Ein modernes Christentum würde zu seinen Fehlern stehen. Ein modern gelebter Islam ebenfalls. Und Ehen zwischen Moslems und Christen (oder anderen Religionen) wären in einer aufgeklärten Welt an der Tagesordnung. Ohne, daß ein Imam gleich vorschreibt, in welcher Religion die Kinder, die aus einer solchen Beziehung entstehen, ausgebildet sein müssen. Ist dem jedoch so?

Noch heute gilt die Tradition, daß ein Moslem nur einen Moslem heiraten darf. Islamische Frauen, die sich auf einen Christen oder einen Angehörigen einer anderen Glaubensgemeinschaft einlassen, leben gefährlich. Eben weil der Islam schon wieder weit hinter jenen Stand der Aufklärung zurückgefallen ist, den er einmal hatte. Im Christentum ist es jedoch nicht besser. Vom Judentum möchte ich an dieser Stelle nicht sprechen, weil auch dort die Entscheidung für einen anderen Lebenspartner sowohl für Mann, als auch für Frau, lebensgefährlich werden kann.

Extremismus nur ein Zeichen von Schwäche

In allen Glaubensrichtungen gibt es deutliche Extremismus festzustellen. Allen voran das Christentum, aber auch der Islam schwächelt inzwischen vor sich hin. Zwar sind Moslems eher bereit sich ehrlicher Kritik zu stellen und auch einmal von der Scharia abzulassen – sofern man mit den richtigen Argumenten kommt und den Glauben nicht gleich verteufelt. Doch Extremisten folgen nicht nur einer stur tradierten Weltsicht, sondern im Prinzip gar keiner.

Ist ein Glauben erst einmal derart ausgelutscht, kommt es dort automatisch zu extremistischen Strömungen. Daß manche dieser Strömungen dann auch noch auf Konvertiten zurückgehen, ist hierbei nur ein Umstand, der auch niemals beachtet wird. Deshalb ist dieses Thema prinzipiell für eine Gesellschaft überlebenswichtig. Man kann als Gesellschaft nicht davon sprechen, daß man in seinen eigenen Reihen sehr viele verschiedene, vielleicht sogar untereinander spinnefeind seiende Religionen duldet, sich dann aufgeklärt nennen, wenn man nicht bereit ist, den Stand der Aufklärung auch zu halten, den man großmäulig verspricht. An dieser Stelle heucheln Christen genauso viel wie Moslems. Auch hier besteht kein Unterschied.

Die Ausbreitung des Extremismus in den Religionen weist sogar eher darauf hin, daß es mit diesen Religionen zu Ende geht. Daß nur ein Miteinander etwas ändern kann. Nur wie kann man drei Religionen miteinander versöhnen, die direkt auf dem gleichen Irrglauben Sumers beruhen, dies aber selbst nicht anerkennen wollen? Eine Versöhnung wäre nur dann möglich, wenn alle drei Religionen bereit wären, die in ihren Reihen üblichen Traditionen hinter sich zu lassen, und sich statt dessen auf die reinen Gemeinsamkeiten zu berufen.

Wenn also ein Papst einen Koran küßt, heißt dies nur, daß er den Koran, so wie er ist, als weiteres göttliches Buch anerkennt. Davon, daß er den Glauben, der dahinter steht, anerkennt, wird nichts mit auch nur einem Wort gesagt. Im Klartext heißt dies, daß ein Papst, der einen Koran küßt, den Islam unterworfen hat. Das der Islam nur noch ein weiterer Teil des Christentums ist. Mit all seinen Fehlern, mit all seinen Ausprägungen und mit all seinen Schwächen. Und dann reibt man sich im Vatikan verwundert die Augen, wenn mal wieder Extremisten irgendeiner Seite Konsequenzen für den Papst daraufhin androhen.

Glaubensfreiheit in der Lehre

Längst ist die Welt weit genug, um sich entsprechend weiter entwickeln zu können. Meine religiösen Kenntnisse sind beschränkt, dies gebe ich offen zu. Jedoch erlaube ich mir eine offene Meinung über alle Weltreligionen. Persönlich lehne ich alle Ausprägungen des alten Blutkultes ab. Eben darum, weil ich alle damit im Zusammenhang stehende Schriften so weit kenne. Nur wird es allmählich an der Zeit, daß eben jene drei als wichtig angesehenen Religionen sich selbst entsprechend weiter entwickeln und auf einen gemeinsamen Nenner und von ihren Blutkultwurzeln abkommen.

Nicht Gott, nicht Allah, nicht Jesus Christus oder Mohammed sind wichtig. Wie Mohammed schon damals feststellte, nannte er sich selbst nur den vorletzten Propheten des Glaubens. Womit er schon darauf anspielte, daß die Wurzeln des Blutkultes, wie sie im Juden- und Christentum immer noch offen anzutreffen sind, hinter sich gelassen gehören. Daß man als Gläubiger des Glaubens bereit sein sollte, neue Wege zu beschreiten, die Traditionen hinter sich zu lassen, und statt dessen nur das Gute aus der Religion zu übernehmen.

So kann der Islam politisch gesehen werden, sollte aber nicht. Nicht jede islamistische Ausprägung ist gleich politisch, geschweige denn bindend für die Gesellschaft. Im Christentum wird übrigens der gleiche Fehler auch gemacht. Auch das Christentum ist politisch, nur hier scheint es keinen zu stören. Nur wenn ich beim Islam genau dies bekritele, dann sollte ich auch so ehrlich sein, dies auch im Christentum zu tun. Politische Strömungen in einem Glauben sicherten immer nur den Herrschaftsanspruch jener, die die Macht bereits in den Händen halten. Dies gilt nicht nur für den Islam, sondern auch für das Christentum und ganz besonders für das Judentum.

Wenn ich also möchte, daß der Glauben sich weiter entwickelt, muß ich auch bereit sein, etwas dafür zu tun. Jedoch nicht im Glauben selbst, sondern meine Ansichten betreffend. Wäre ich islamischer Imam würde ich die Ehen zwischen Nichtmoslems und Moslems fördern, anstatt sie offen in meinen Predigten als Teufelswerk zu brandmarken. Ja, ich würde mich sogar offen für die Versöhnung mit dem Judentum einsetzen. Immerhin ist jene Religion die Mutter meines eigenen Glaubens. Und Menschen sind Menschen. Wenn ich der anderen Seite keine Möglichkeit gebe, meine eigenen Regeln kennenzulernen, werde ich niemals eine Möglichkeit finden, Frieden zwischen den Religionen zu stiften. Auch sollte von der Tradition Abstand genommen werden, daß Kinder eines muslimischen Mannes oder einer muslimischen Frau automatisch dem Islam zugerechnet werden. Warum nicht die Kinder mit 14 Jahren selbst darüber bestimmen lassen, welchen Glauben sie folgen wollen? Ohne Konsequenzen für die Familien.

Nur wenn ich die Offenheit auch praktiziere, von denen in meinen Lehren geschrieben steht, kann ich dafür Sorge tragen, daß mein Glaube auch noch in Zukunft bestand hat. Anstatt durch ein stures Festhalten an überkommenen Gepflogenheiten und Traditionen eine Schwäche zu zeigen, die den gesamten Glauben vernichten kann. Zeige ich die Offenheit, die Mohammed in seinen Suren ausdrückte, zeige ich das Selbstverständnis, daß Frauen durchaus mit Männern gleichberechtigt sind, kann ich etwas für meinen Glauben tun. Aber von vorneherein jegliche eheliche Verbindung zwischen Angehörigen unterschiedlicher Glaubensrichtungen auszuschließen, damit separiere ich mich nicht nur, sondern oute mich gleichzeitig als ein Extremist, der nicht einmal die eigenen Schriften und Lehren richtig kennt.

Glaubensfreiheit (?)

Doch diese Glaubensfreiheit betrifft nicht nur den Islam – dort ist es nur stärker mit den Konventionen ausgeprägt – sondern auch das Christentum und das Judentum. Nur wie sieht es die Gesellschaft? Fände eine Mischehe zwischen Christ und Moslem überhaupt den Segen der Gesellschaft? Natürlich nicht! Weil auch hier wieder Traditionen als Gedankenbilder vorhanden sind, die ein solches von vorneherein ausschließen. Christ und Jude wird gerade noch gebilligt, meist jedoch wurde dem jüdischen Partner einer solchen Verbindung das Leben von der Gesellschaft besonders schwer gemacht, weil mit einem Mal christliche und nicht mehr jüdische Regeln einzuhalten waren.

Richtige Glaubensfreiheit kennt unsere Gesellschaft nicht mehr. Und unsere Gesellschaft sagt von sich selbst, sie wäre aufgeklärt. Sie hätte sich weiter entwickelt. Sie hat dies schon seit Jahrhunderten nicht mehr getan. Vor allem nicht auf dem Gebiet des Glaubens. Im Christentum gelten Moslems nach wie vor wie die Bösen, wie die gemeinen Schmarotzer. So wie die Christen im Judentum nur als Schmarotzer gesehen werden. Gesellschaftlich kann man eher mit einer Ächtung rechnen, wenn man als Christ (oder als Angehöriger einer anderen Glaubensgemeinschaft) sich auf einen Moslem einläßt. Bedeutet diese gesellschaftliche Ächtung nicht gleichzeitig auch, daß unsere Gesellschaft vieles von dem, welches sie predigt, schon erreicht zu haben, bereits wieder hinter sich gelassen zu haben?

Wenn man also eine Erkenntnis aus diesem Thema ziehen kann, dann jene: Das richtige Glaubensfreiheit nicht existiert. Weil es immer wieder eine oder mehrere Religionen geben wird, die die Majorität, die Oberhand behalten möchte. Auch der Islam hat gute Züge. Zwar nicht sehr viele, aber dennnoch mehr als das Christentum. So ist das Christentum auch für einen Juden interessant, weil er dort mehr Freiheiten als in seinem angestammten Glauben hat. Nur wird dies gesellschaftlich anerkannt? Natürlich nicht. Eine Gesellschaft, die sich so weit entwickelt, daß die drei großen Religionen nicht nur in Eintracht miteinander zusammen leben, sondern auch zusammen arbeiten, und alles aus ihren Regeln herausstreichen, was nicht nur auf den alten Blutkult hinweist, sondern auch, was als rein traditionell angesehen wird, wird es so schnell nicht geben. Dies ist jedoch nicht die Schuld der Moslems. Dies ist die Schuld aller. Und dies sollte auch so wahrgenommen werden. In allen drei Religionen besteht ein Nachbesserungsbedarf im Rahmen der Regeln der Aufklärung. Nur so kann dieser Planet vor einem weiteren Glaubenskrieg gerettet werden. Und natürlich noch durch gemischtgläubige Ehen, in denen jeder Partner seine Religion auch privat so leben darf, wie er möchte. Nicht, wie es ihm vorgeschrieben wird.-

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