Alle Welt spricht davon! Aber keine einzige deutsche Partei hat auch nur ein Interesse daran. Ja, Basisdemokratie könnte nicht nur für einige Parteien zum Henkersbeil werden, sondern auch für die Demkratie an sich, so wie viele Parteien die Demokratie wahrnehmen.

Seien wir doch einmal ehrlich zu uns selbst: Ist es nicht so, daß selbst in Parteien keine Basisdemokratie vorherrscht? Ist es nicht so, daß zu Landes- oder Bundesparteitagen immer wieder Delegierte entsendet werden? Es dabei absolut keine Rolle spielt, welchem Lager nun diese Delegierten angehören, weil sie, rein faktisch, noch nicht einmal ihr ureigenstes Wahlrecht in Anspruch nehmen dürfen, sondern nur ihren Orts- oder Kreisverein vertreten. Basisdemokratie sieht anders aus. Ist aber links, wie rechts, der absolute Horror, das absolute Grauen.

Der einfache Bürger

Gehen wir doch erst einmal die Liste derer durch, die angeblich von einer Basisdemokratie profitieren würden. Der einfache Bürger gehört da eindeutig nicht dazu, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Der einfache Bürger ist froh, wenn er einen unterbezahlten Arbeitsplatz hat, an dem er 60 Wochenarbeitsstunden verbringen darf, ohne eigentlich etwas sinnvolles zu tun. Der einfache Bürger ist eindeutig nicht das Ziel einer Basisdemokratie, da er mit seinen Meinungsäußerungen eh nur stört.

Der einfach gestrickte Bürger möchte schon eine Demokratie. Von Diktaturen hält er nicht sonderlich viel, aber den richtigen Umgang mit den politischen Systemen lernt er nicht einmal auf dem Gymnasium, auf dem er war. Als einfacher Bürger möchte er nur seiner Arbeit nachgehen und genug Geld am Ende des Monats auf seinem Konto haben, daß es für die Familie und für sich reicht.

Hat deshalb der einfache Bürger kein Interesse an einer Basisdemokratie? Oh, Interesse wäre schon da, wenn hierbei die Interessen des Bürgers auch von der Politik Ernst genommen werden würde. Bzw. wenn der Bürger sich als mündig verstanden weiß, und ernstgenommen wird. Nur ist eine solche Art von Basisdemokratie wirklich ernsthaft von den Parteien angestrebt? [Die Antwort gibt es weiter unten.]

Der elitäre Bürger

Der sich elitär dünkende Bürger dieses Landes ist kein sonderlich großer Freund von Demokratie. Er hat seine eigenen Vorteile im Blick und da schadet zuviel Demokratie nur. Wie man bereits in Frankfurt/Main erlebte, kann zuviel Demokratie von Unten dafür sorgen, daß die Flugzeuge die falsche Route nehmen und über die Reichenviertel der Stadt hinwegdüsen. Ok, jetzt gibt es ein Nachtflugverbot. Aber auch nur, weil der elitäre Bürger, der vorher so vehement für die weitere Start/Landebahn gekämpft hat, mit dem Lärm nicht zurecht kam, den er eigentlich dem normalen Bürger zumuten wollte.

Der elitäre Bürger hält absolut nichts von Basisdemokratie. In seinen Augen wird eine Wirtschaftsherrschaft gebraucht, um dieses Land wieder zu etwas zu machen. Um aus dem Standort Deutschland wirklich die meiste Kohle rauszuziehen und sie auf die Cayman-Inseln in Sicherheit zu bringen, damit der deutsche Staat nicht auch noch den ihm zustehenden Anteil abkassieren kann. Der elitäre Bürger zöge eine gemäßigte Diktatur, die mit faulen Schmarotzern wie Migranten, Hartzern und Sozialgeldempfängern entsprechend hart umginge, jederzeit einer existierenden Demokratie vor. Vor allem möchte er nicht, daß besagte Gruppen der Gesellschaft weiterhin ihr Wahlrecht ausüben können. Weil dieses Wahlrecht kontraproduktiv für den eigenen Gewinn ist.

Der kommunale Politiker

Auch eine Spitzengruppe jener, die absolut kein Interesse an eine echten Basisdemokratie haben. Wo käme dieses Land hin, wenn die Bürger mit einem Mal darüber bestimmen dürften, wie der Jahresetat der Gemeinde aufgeteilt wird? Wo käme dieses Land hin, wenn die Bürger bei Ausschreibungen mitreden dürften und eben nicht mehr der reichste Baulöwe vor Ort ständig die gemeindlichen Bauaufträge erhielte? Der kommunale Politiker würde dabei seinen Einfluß auf die Gemeinde und auf die Wohlhabenden in der Gemeinde verlieren. Und zwar direkt. Die Gemeinde würde Entscheidungen treffen, die bestimmte Ämter abschaffbar machen würde. Aber ein kommunaler Politiker ist nur durch sein Rathausbüro ein Jemand. Dazu muß er noch nicht einmal zu den sich elitär denkenden Bürgern der Gemeinde zählen.

Der kommunale Politiker hätte sogar durch die Einführung einer Basisdemokratie am meisten zu verlieren. Nicht nur sein Gesicht, sein Outing als total unfähige Person im Amt, sondern auch sein sonstiges Ansehen. Der erschnorrte Reichtum durch die Arbeit für die Gemeinde wäre mit einem Mal hinfällig. Unter Umständen muß sogar das neue Auto zurückgegeben werden. Deshalb befürworten durch die Bank Kommunalpolitiker eine Basisdemokratie in keinster Weise, weil sie wissen, welches Opfer sie dann bringen müssen.

Der Landespolitiker

Für Landespolitiker treffen die Argumente, die für den Kommunalpolitiker schon zutreffen in noch verstärktem Maße zu. Ein Landespolitiker müßte nicht nur mit dem Verlust seines Wahlkreises rechnen, sondern tendenziell damit, demnächst am Hungertuch zu nagen. Die Wenigsten haben in dem Beruf schon gearbeitet, den sie einst gelernt haben. Und auch sonst sind sie nicht gerade in der Lage, sich und ihre Familien auf ehrliche Art und Weise zu versorgen. Oder deren Versorgung zu garantieren. Landespolitiker haben eine Scheißangst davor, daß eine Basisdemokratie eingeführt würde.

Sie verloren nicht nur ihren direkten Wirkungseinfluß, sondern würden regelrecht überflüssig. Und jemand, der überflüssig ist, Dritten nur auf der Tasche liegt, wird von diesem Personenkreis gerne als asozial bezeichnet! Landespolitiker haben kein Interesse an einer Basisdemokratie, würden sie sich doch als die asozialen Schmarotzer outen, die sie sind.

Der Bundespolitiker

Für ihn trifft es in mehrfacher Hinsicht zu, was bereits für den Kommunal- und den Landespolitiker gilt. Eine Basisdemokratie ist Gift für deren Selbstverständnis. Nichts tun und dafür fürstlich bezahlt werden, funktioniert in einer Basisdemokratie nicht. Dort wäre das Leistungsprinzip auch für Bundespolitiker gefragt. Und jeder, der nur seinen Sessel mit seinem Arsch warm hält, wäre im Nu weg vom Fenster. Er würde schneller ausgewechselt, als er sein Büro ausräumen kann.

Der Bundespolitiker sieht sich also gezwungen, eine Politik zu machen, die eine Basisdemokratie unmöglich macht. Eine Basisdemokratie würde das Demokratieverständnis der Politiker unterhöhlen, aushöhlen und sie nur noch als die nackte Karosse stehen lassen, die sie ist. In der Bundespolitik geht es nicht um die Einzelinteressen einzelner Bürgerschichten, sondern darum, daß man sich am besten verkauft, jedoch rein technisch nichts macht. Also nicht arbeitet in dem Sinne.

Die Parteien

Auch die in diesem Land befindlichen Parteien haben etwas gegen eine wirklich existierende Basisdemokratie einzuwenden. In einer Basisdemokratie werden parteiliche Ansichten irrelevant. Eine Partei kann sich noch so gut links wie rechts verkaufen. In einer Basisdemokratie würde dies vollkommen unnötig. Eine Parteizugehörigkeit wäre auch nicht mehr zwingend vonnöten, wenn man es bis in den Bundestag schaffen möchte. Die Basisdemokratie würde sowieso einen Großteil der politischen Ämter abschaffen, weil sie schlicht unnützer Ballast sein würden.

Deshalb sind alle Parteien in diesem Land vom Kern her grundsätzlich gegen die Basisdemokratie. Eine Basisdemokratie bedeutet, daß entsprechend existierende Entscheidungsträger das tun, was das einfache Volk von Ihnen erwartet, und nicht das getan wird, was nur ein Bruchteil des Volkes – eben jene selbsterklärte, reiche, Elite – voraussetzt, was zu geschehen hat.

Parteien haben kein Interesse an Basisdemokratie, sonst wäre es völlig unnötig gewesen, ein Delegiertensystem aufzubauen und zu etablieren, mit dem die tonangebenden Vorsitzenden der Partei genau bestimmen können, in welche Richtung das Parteischiff fährt. Eine Basisdemokratie wäre der Untergang jeglicher Parteiarbeit.

Fazit

Da in diesem Land nur eine erschreckend geringe und kleine Gruppe, eben die große Masse der Bevölkerung, die rein technisch nichts zu melden hat, zu einem basisdemokratisch durchwirkten System wechseln möchte, wird dies auch nicht geschehen. Der einfache Bürger ist durch die Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahl bereits so weit entmündigt, daß er entweder in den hingehaltenen Keks der Parteien beißt, oder aber als Arbeitsloser verhungert. So sieht es aus.

Eine Basisdemokratie würde jedem Land gut tun. Ich denke hierbei an Spanien und Griechenland. Auch Italien hätte mit einer Basisdemokratie eine ernsthafte Überlebenschance. Auch Deutschland besitzt diese Chance, nur wird man das durch die Schule anerzogene Obrigkeitshörigkeitsverhalten nicht so einfach aus dem Deutschen heraus kriegen. In diesem Land gilt jeder als ungebildet, der nur den Hauptschulabschluß hat, während es doch die Idioten mti Gymnasium sind, die der Realität nicht gewachsen sind. Bildung spielt eine entscheidende Rolle dabei, ob man auf der Seite derer steht, die eine Basisdemokratie befürworten.

Aber alle Anderen haben vor diesem Szenario Angst. Schon fast eine Todesangst, da eine Basisdemokratie ohne weiteres sämtliche nazistischen Untriebe in diesem Land vernichten könnte. Und dies, ohne das auch nur ein einzelner Schuß fallen müßte, sondern einfach nur, weil das Volk durch seine Entscheidung bei einer basisdemokratischen Entscheidung, eindeutig aussagt, daß es mit einer solchen Ideologie nichts mehr zu tun haben möchte. [Was dann wohl den politischen Tod einiger tausend scheinlinker rechter Blogs zur Folge hätte, weil deren Ideologie nicht mehr gebraucht würde.]

Deshalb stellt eine Basisdemokratie das große Druckmittel gegen korrupte und dumme Politiker dar. Wenn der einfache Bürger sich aufraffen würde, und endlich wieder FÜR anstatt als Wutbürger ständig GEGEN etwas zu kämpfen, könnte man sogar eine positive Systemveränderung herbeiführen. Und dies, ohne daß auch nur ein einziger Nazi zu schaden käme. Wäre dies nicht besser für uns alle? Wäre es nicht besser, wir zwängen die Politiker auf diese Art und Weise friedlich dazu, daß zu tun, was wirklich notwendig ist? (Nämlich zuerst einmal alle Personen, die sich als braun geoutet haben, nach Österreich auszuweisen.)

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