Man mag es vielleicht als Häresie ansehen, doch da im Land immer noch die Beschneidungsdebatte tobt – bei der offensichtlich nichts vernünftiges außer dem Einknicken deutscher Politiker – herauskommen wird, sollte man von dem Thema eher ablassen. Denn es kann nicht nur die deutsche Politik damit in Verruf geraten, sondern das deutsche Volk als Ganzes. [Diverse mentale Tiefflüge konnten wir ja inzwischen bei den Pipifanten und einigen anderen braunen Spinnern beobachten. Würden sie ihre Argumentation ein wenig anders wählen, wäre der Schrott sogar verlinkbar. Doch der Grundtenor der Aussagen solcher Blogs macht sie jedoch unvermittelbar.]

Wenn ich nun also hören muß, daß in Frankfurt/Main ein Rabbiner auf offener Straße von einem Haufen muslimischer Jugendlicher unweit der eigenen Haustüre zusammengeschlagen wurde, beginne ich mir ernsthaft Sorgen zu machen. Nicht nur wegen der muslimischen Jugendlichen, sondern auch wegen dem Rabbiner.

An anderer Stelle äußerten sich jüdische Rabbiner verbittert über das Vorhauturteil, welches in diesem Land bald in einem Atemzug mit jenem unseligen Kruzifix-Urteil genannt werden wird, weil es in genau die gleiche Kerbe stößt. Doch noch einmal zum Thema zurück: Nach besagtem kölner Gerichtsurteil äußerten sich jüdische Verbände in diesem Land derart, daß sie es als neuen Holocaust auf ihren Glauben ansähen, wenn sie zukünftig nicht mehr beschneiden dürften. Daß das geplante Verbot gut und richtig sei, kam aus der einen Hälfte des jüdischen Lagers. Die andere Hälfte sagte: „Wenn man Beschneidigungen verbietet, ist jüdisches Leben in diesem Land nicht mehr möglich.“

Nun, beide Seiten können nicht Recht haben. Doch entwickelt sich die ganze Lappalie, in der es um einen muslimischen Jungen ging, der beschnitten werden sollte, immer mehr zum unkontrollierten Selbstläufer. Und wie Selbstläufer nun einmal sind, verursachen sie eine Menge Kollateralschaden.

Doch wenn ich dann die mentalen Entgleisungen der Pipifanten lesen, und danach einige Äußerungen von jüdischen Rabbinern lesen muß, fasse ich mir an den Kopf und frage mich, wer hier nun der größere Faschist und Menschenfeind ist. Beschneidigungen an für sich – egal ob bei Jungen oder Mädel – sind eine widerrechtliche Körperverletzung, sofern keine eindeutige medizinische Indikation vorliegt. Daß aber nun die deutschen Braunhemden mit den deutschen Juden ins gleiche Horn stoßen und sich dabei gleich als Faschisten outen, muß einem weh tun. So weh wie die Tracht Prügel, die ein jüdischer Rabbi auf frankfurter Straßen kassiert hat.

Mir stellt sich inzwischen die Frage: Haben wir nun ein muslimisches oder ein jüdisches Problem in unserem Land? Oder schlicht und einfach nur Politiker, die jedem Idioten den Arsch lecken, weil sie sich etwas davon versprechen? Einerseits möchte die deutsche Politik gerne das Beschneidungsproblem vom Tisch haben. Andererseits möchte sie Moslems und Juden nicht das gläubige Leben versauen. Nur dummerweise sind alle drei Blutreligionen (inklusive Christentum) in erster Hinsicht auf Beschneidung ausgelegt. Also nix damit, daß sie eigentlich unnötig ist. [Die Argumente gegen die Beschneidung brachten wir vor einiger Zeit hier in einem Artikel.]

Daß dieses Land eindeutig ein religiöses Problem hat, steht unzweideutig fest. Nur wie weit dieses Problem wirklich geht, will keiner zugeben. Da sind einmal die Moslems, deren Religion die Regierung dringend einschränken möchte, jedoch durch den eigenen Artikel 4 des GG daran gehindert wird. Und dann sind da die Juden, die noch schamloser im Schambereich ihrer Kinder mit Messern hantieren, als es bei Moslems üblich ist. Weibliche Beschneidung ist keine islamische, sondern eine jüdische Sitte. In vielen Gebieten, in denen sich der Islam in seiner Anfangszeit breit machte, wird diese jüdische Sitte heute noch praktiziert, weil die Gemeinsamkeiten zwischen Judentum und Islam den Moslems durchaus bekannt sind. [An dieser Stelle sollte man sich als Braunhemd besser nicht mit dem „dummen“ Moslem rausreden, sonst bringt man sich selbst in Verruf.]

Wo liegt also das Problem bei dieser Debatte? Fakt ist: Beschneidung sollte generell in diesem Land verboten werden. Unabhängig der zugrunde liegenden Religion. Nur leider ist dieses Land immer noch nicht erwachsen genug, dies auch entsprechend zu würdigen. Beschneidungen an für sich sind genauso großer Mist wie die Religionen, die sie bis heute zur Anwendung bringen. Wenn dann noch bekennende Grüne sich in die Debatte einmischen, kann man das Thema eh als völlig sinnlos begraben. Immerhin kam von grüner Umweltpolitischer Seite bis heute nichts vernünftiges zum Thema Religionsfreiheit. Gleichzeitig wird darauf herumgeritten, daß dieser Staat doch eigentlich säkular sein sollte.

Im Kommentarbereich einiger Zeitungen konnte man dann auch lesen, daß jener Rabbi (von denen es inzwischen 2 in die Presse schafften, weil sie von sogenannten „Kulturbereicherern“ verkloppt wurden – einer in Frankfurt, der andere in Berlin) eigentlich direkt angepöbelt wurde, bevor man ihn zusammenschlug. Dieses Land hat eindeutig ein rassistiscshes und ein religiöses Problem. Nur welches wiegt schwerer?

Einmal die Unverfrorenheit bestimmter islamischer Kreise, die nicht damit zurande kommen, sich manche Städte nun einmal mit Juden teilen zu müssen (siehe hierzu Köln und Frankfurt/Main). Und dann im gleichen Atemzug die Dummheit christlicher Würdenträger, die sich damit herausreden, daß dieses Thema sie doch gar nix anginge, da Beschneidungen in Deutschland doch eigentlich nur bei Juden und Moslems stattfänden. Dies ist so weit unrichtig. Auch im Christentum gibt es fanatische Kreise, die ihre Kinder – Jungen wie Mädchen – von einem Arzt nur wenige Tage nach der Geburt beschneiden lassen. Die Zeugen Jehovas sind da nicht die Einzigen, die dieses Praxis anwenden. [Laut diverser Quellen auch die in Deutschland immer öfter anzutreffenden Evangelikalen (auch jene aus dem katholischen Lager)].

Klar, diese Republik hat in der Vergangenheit ziemlichen Bockmist mit den Juden gebaut. Auch ist klar, daß dieses Grundsatzurteil aus Köln deutlich aufzeigt, in welche Richtung der Hase zu laufen hat. Genitale Beschneidung, egal ob bei Junge oder Mädchen, ist Körperverletzung. Im Christentum weist man nun an dieser Stelle darauf hin, daß ein Jugendlicher mit 14 Jahren dazu entschließen kann, ob er seine getaufte Religion weiter ausführen möchte, oder es ganz bleiben läßt. Doch wäre dieses Land wirklich säkular, würde man diese Regelung auch auf islamische und jüdische Jugendliche ausdehnen. Was man jedoch nicht macht, weil immer noch das Damoklesschwert des einmal von diesem Volk verübten Holocaust über den Köpfen der Einheimischen schwebt. Quasi wird jeder deutsche Christ mit der Erbschande geboren, einem Volk anzugehören, welches nicht einmal in der Lage war, einen Genozid richtig durchzuführen. Moslems und Juden sind da schon weiter. Beide Religionen können mehrfach einen erfolgreichen Genozid auf ihren Konten verbuchen. Nur der dumme Deutsche war dazu nicht in der Lage und wird deshalb mit Verachtung gestraft.

Aber Hallo! Gleichermaßen stößt dem noch bekennenden Christ in diesem Land von islamischer wie jüdischer Seite eine Verachtung entgegen, die ihresgleichen sucht. Nur ist dies dann auch fair? Wie gesagt, am Zankapfel Beschneidung, der eigentlich gar nicht das Thema ist, scheiden sich die Geister. Im Guten, wie im Schlechten. Wenn den Juden dieses Land nicht gefällt, weil sie hier nicht schamlos an den Genitalien ihrer Kinder herumschnipseln dürfen, können sie gerne nach Israel gehen. Für Moslems gilt dasselbe. Wenn sie weiterhin ihre Kinder beschneiden wollen, sollen sie dies in ihren primitiven Heimatländern machen und diesem Land endlich den Rücken kehren.

Aber nicht auf der einen Seite Neubauten von Moscheen einfordern, dann aber die in diesem Land geltenden Menschenrechte mißachten. Dies geht nicht, dies geht eindeutig zu weit. [Und mir wird man bestimmt jetzt Islamophobie als auch Antisemitismus vorwerfen.] Dabei geht es hierbei ums Prinzip. Von deutscher Seite wurde bereits 1956 der von Hitler geschlossene Konkordatsvertrag einseitig durch ein Gerichtsurteil gekündigt. Nur daer vatikanische Gerichtshof hat diese Auflösung des Konkordatsvertrages bis heute nicht bestätigt. Doch dies geschieht nicht aus penunziellen Gründen, sondern allein deshalb, weil nur so erzkonservative Katholiken und Evangelikale in die Lage versetzt werden, ihre Kinder weiterhin in der Annahme eines falschen Glaubens, in voller Ausübung eines Blutkultes, beschneiden zu lassen.

Wir haben also kein jüdisches Problem in diesem Land, sondern absolut unfähige Politiker, die den Grundsatz der Säkularisierung dieses Landes gerne mit Füßen treten und deshalb Beschneidungen in diesem Land nicht verbieten lassen wollen. Die sich deshalb von Mullahs und Rabbinern gängeln lassen, damit Beschneidungen weiterhin erlaubt werden. Bei Jungen und bei Mädchen. Beschneidung ist Beschneidung. Erlaubt man die Beschneidung bei Jungen, wird man sie folgerichtig auch bei Mädchen in diesem Land nicht nur dulden, sondern staatlich schützen müssen. Dies stellt offenen Landesverrat durch die Politik dar, weil dabei wichtige Menschenrechte aktiv durch die bundesdeutsche Politik mit Füßen getreten und verletzt werden.

Um dies nicht zuzulassen, sollte man also diese erzkonservativen Christen, Juden und Moslems besser auffordern, sich ein anderes Land in der Welt zu suchen, wo sie ihre archaischen unmenschlichen Traditionen praktizieren können. In diesem Land jedoch sind sie genauso fehl am Platz wie die vielen Nazis und Braunhemden, die der Meinung sind, daß sie mit ihrer Denkweise richtig liegen. Wir, als einfache Bürger, müssen den Scheiße nämlich hinterher ausbaden, sollte es wirklich zu einer politischen Duldung von Beschneidungen in diesem Land kommen. Menschenrechte werden nämlich in einem solchen Fall einfach außer Kraft gesetzt. Und als einfacher Bürger kommt dies einer Beschneidung der Bürgerrechte gleich, und solches sind wir, nach unserem Grundgesetz, nicht verpflichtet zu dulden.

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