Seien wir doch einmal ehrlich: Die ganze Organspendedebatte sollte doch nur eines tun: Diesen Saftarsch von der FDP, Bundesgesundheitsminister Bahr, als ein Genie dastehen zu lassen. Und sie werden es kaum glauben, ungefähr 90% der Bundesbürger sind auf dessen neoliberales, faschistisches Geseire auch noch herein gefallen.

Ich bin ansonsten nun wirklich nicht eben ein Freund der Menschen – hinter diesen Worten stehe ich, da meine eigene Meinung über die Menschheit selten druckfähig ist. Aber wenn ich sehe, daß sich ein Windbeutel wie Herr Bahr in der Organspendedebatte derart aufbließ und einen faulen Kompromiß ermöglichte, der den bundesdeutschen Organhandel nur noch verschlimmert, bekomme ich einfach das Kotzen. Da beginnen dann sogar Pferde zu kotzen, so mies ist die Tour, die der Bundesgesundheitsminister mit den ihm anvertrauten Bundesbürgern fährt.

Ok, kehren wir aber noch einmal kurz zu den Tatsachen zurück. Und warum ausgerechnet der Bahr’sche Kompromiß ein so immens fauler ist. Es ist doch so, daß in diesem Land chronisch Organe zur Verpflanzung fehlen. Auch ich verlor einen guten Freund, weil sich seine Krankenkasse, inklusive des ihn behandelnden Krankenhauses, weigerte, ihm ein Kauforgan zuzugestehen. Bei ihm ging es um den rechten Lungenflügel, der vollständig entfernt werden mußte, weil die Verteerung bereits einen toxischen Zustand erreicht hatte. Mit einem Organspenderorgan hätte er es sogar überleben können. Doch die Krankenkasse stellte fest, daß es billiger wäre, ihn einfach verrecken zu lassen, anstatt € 50.000 für einen neuen (nahezu ungebrauchten) Lungenflügel zu bezahlen. Und mein Freund war dagegen, daß ein Internetspendenaufruf gestartet wird, um das Geld zusammen zu kriegen. Zu jener Zeit wußte er schon, daß die Verteerung bereits sein Blut erreicht hatte, und daß er nur dann überleben könnte, wenn er sich bereitwillig in eine Eisenerne Lunge begeben hätte. Die die Krankenkasse übrigens auch nicht zahlen wollte.

Doch die Safthirsche der FDP haben ja in einem solchen Fall anders entschieden. Als vor einigen Monaten diese riesigen Skandale mit dem bundesdeutschen Organhandel aufflogen, dachte ich schon, Minister Bahr nimmt seinen Hut. Dies geschah jedoch nicht. Bundesgesundheitsminister Bahr hat diese Handlungen gewisser Kliniken auch nicht verteidigt. Doch er stellte es so hin, als sei dies kein Skandal, sondern gang und gäbe in der Medizin.

Daß nur derjenige medizinische Hilfe erhält, der das dafür notwendige Kleingeld aufweisen kann. Wissen sie, solche Denkweisen machen mich wütend, zeugen sie doch von einer Dummheit, wie man sie selten ein zweites Mal findet. [Die gleiche Art von Dummheit herrscht auch bei Faschisten vor und ist dort gleichfalls nicht wegzukurieren.]

Schauen wir uns also die Organspendedebatte genauer an, komme ich persönlich nur zu einem Schluß: Bundesgesundheitsminister Bahr sollte mit gutem Beispiel voraus gehen und mindestens 4 lebenswichtige Organe lebend spenden (auch wenn dies seinen Tod bedeuten würde). Nur so kann er den einfach gestrickten deutschen Bürger davon überzeugen, daß gut ist, was bei der Organspende passiert. Ok, wir haben generell zu wenig Organe zum verpflanzen. Doch würden alle Bundestagsmandatsträger mindestens 2 lebenswichtige Organe im Jahr spenden, gäbe es diesen Engpaß nicht mehr, der einigen Kliniken erlaubt, einen gewaltigen Reibach zu machen.

Aber wir kennen ja unsere bundesdeutschen Politiker. Immer stellen sie moralische Forderungen auf, deren eigenen Gehalt sie nicht einmal im Ansatz halten können. Früher nannte man so etwas Landesverrat. Heute lacht der intelligente Bürger über solche Politiker, die denken, mit moralischen Vorhaltungen etwas in diesem Land erreichen zu können, während sie sich selbst nicht einmal im Ansatz an die eigenen Vorgaben halten.

Doch es wird noch besser. Diese ganze unselige Debatte hat nun viele Krankenkassen dazu gebracht, ihre Mitglieder darüber aufzuklären, wie gut und edel doch Organspenden wären. Und an dieser Stelle wird die Grenze zum Faschismus locker durchbrochen. Nur damit einige Ärzte weiterhin riesenhafte Gewinne einfahren können, soll also der kleine dumme Bürger seine Organe spenden. Dies ist ein Witz. Und genau jener faule Kompromiß, den Herr Bahr im Amt erwirkte. Jener Kompromiß, bei dem er nicht einmal mit gutem Beispiel voran geht, sondern sich feige in die Ecke drückt und dem Bundeswirtschaftsminister und seinem Parteichef mal wieder den schwarzen Peter zuschiebt, wiewohl er doch Mist gebaut hat. Und dann hofft die FDP noch ernsthaft darauf, bei der kommenden Bundestagswahl die 5%-Hürde zu knacken. Wie phantastisch ist denn das?

Wenn also eure Krankenkasse euch wegen Organspende anschreibt, antwortet schriftlich zurück. [Dieser Blog wird euch einen Musterbrief als separate Seite in den folgenden Tagen hier anbieten, damit ihr eurer Krankenkasse gehörig die Meinung geigen könnt und sie daran erinnert, daß es diesen Krankenkassen in erster Hinsicht darum gehen sollte, die Leben ihrer bestehenden Mitglieder zu retten, und nicht die irgendwelcher reicher Bonzen, die noch nicht einmal Krankenkassenbeitrag bezahlen, weil sie privat versichet sind.] Und laßt euch von der Propaganda nicht einwickeln. Denn mehr ist dieser ganze Aufwand nicht. Nur braune Propaganda. Aber jene Herren, die zur Organspende auffordern, würden selbst niemals ein lebenswichtiges Organ einer Person spenden, die es dringend braucht. Deshalb: WEG MIT DER ORGANSPENDE! ORGANSPENDEPFLICHT NUR FÜR BUNDES- UND LANDESPOLITIKER. DER NORMALE BÜRGER MUSS VOR DIESEM IRRSINN BESCHÜTZT WERDEN.

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