Geht es nach den Superhirnen der Politik, wird es demnächst im tiefsten Afrika mal wieder einen sogenannten Stellvertreter-Krieg geben. Nein, kein solches Fiasko wie Afghanistan! [Dort hörte der Spuk auch erst auf, nachdem die Amerikaner selbst dachten, sie könnten das Land besetzen. Aber die Geschichte lehrt hier bereits, daß selbst ein Weltmachtführer wie Alexander der Große von manchen Gebieten besser die Finger gelassen hätte. Schon Alexander verlor hier, genauso wie später in Indien.] Mali wird ein rein europäisches Problem werden.

Viele denken jetzt, warum sollte sich die €U bei einem Stellvertreterkrieg breit machen? Ja, warum wohl? Mali ist immerhin eine von drei Nationen, die die Schweiz mit durch Kinderarbeit erzeugter Schokolade beliefern. Mali ist demnach für die europäische Glückseligkeit von immenser strategischer Bedeutung. Solange die Schwyzer den Weltkakaomarkt dominieren, bestimmen sie als Monopolisten den Preis. Und wer von einer Ware den Preis bestimmt, besitzt Macht. Und kann dann Steuerhinterziehern aus aller Welt auch ein Zuhause, ein Daheim, bieten.

Deshalb ist Mali so wichtig. In Nigeria sind die Chinesen ganz groß am rödeln, weil sie dort den Abbau von „Seltenen Erden“ kontrollieren. Wohin dies geführt hat, wissen wir ja bereits. Die Preise für Festplatten und RAM-Speicher von Computern zogen kurzzeitig im Westen an, um dann umso tiefer zu fallen. Derzeit kostet 1 Gb weniger als € 1 (zumindest bei HDDs).

Und genau deshalb ist Mali nun so wichtig. Der Westen braucht einen ungeschorenen Zugang zu den „Seltenen Erden“, von denen es auch welche in Mali geben soll. Wenn nun Mali nun von westlichen Truppen besetzt wird, haben die Chinesen durchaus Grund nervös zu reagieren. Dann kontrolliert der Westen ja schon die Schokoladenherstellung, und breitet die Stück für Stück dann auch auf die „Seltenen Erden“ aus. Wir sehen also: Mali ist nicht nur ein einfacher Stellvertreterkrieg zwischen westlichen und östlichen Kapitalismus, sondern gleichzeitig auch ein Rohstoffkrieg.

An Mali wird die Welt genesen. Die Schokolade, die hier angebaut wird, ist überlebenswichtig für die Glückseligkeit des Westens. Und wenn man dann noch so nebenbei ein paar Tonnen „Seltener Erden“ abgreifen kann, tut man das gerne, weil dies wieder die Preise für Computerbauteile steigen läßt. Womit sich der Profit der westlichen Computerbauer wieder steigern ließe. Doch kennen wir alle die Qualität westlicher Computer. Aus dem Westen kam im Bereich IT-Technologie schon seit über 20 Jahren keine sonderliche Innovation mehr. Unsere neuen Tb-HDDs verdanken wir den Asiaten, nicht dem Westen. Hier läuft auf dem Gebiet der Computertechnik schon seit Jahrzehnten nichts mehr richtig. Zudem im Westen Rechner nicht kostengünstig gefertigt werden können.

Mali ist also der Stolperstein für die €U, die doch gerade erst den Friedensnobelpreis dafür erhielt, weil sie es auch fertig brachte, in Afghanistan endlich eine Million Tote auf ihr Konto zu schreiben. Eine Million Islamisten wurden inzwischen, laut amerikanischer Buchführung, in Afghanistan und in der restlichen Welt getötet. Und schon wird behauptet, die Freischärler, die in Mali Streß machen, seien solche Islamisten. Also auch wieder nur Menschen, die es sich zu töten lohnt.

Also Stellvertreterkrieg? Oder doch ein ausgewachsener Religionskrieg? Immerhin leben in Mali eine Menge Moslems. Deren Freizeitbeschäftigung ist eh, sich ständig gegenseitig an die Kehle zu gehen, wenn grade mal kein Christ oder Jude greifbar ist. [Und ich spreche hier nicht von den Salafisten, die sind ein völlig anderes, noch dümmeres, Kaliber als der Standardislamist.] Wir haben also in Mali Ausschreitungen von Islamisten gegen eine Regierung, die etwas gegen eine überspannt religiöse Weltsicht hat. Womit sich die Regierung von Mali schon sehr dem Westen angenähert hat, obwohl sie ja eigentlich muslimisch ist. Wobei man bedenken muß, daß der Westen nichts gegen die überspannte religiöse Weltsicht von extremistisch veranlagten Katholibanen oder Evangelikale hat. Eher im Gegenteil, deren Rassismus und Faschismus ist gerne gesehen. Immerhin möchte man in seinen christlich dominierten Ländern keine Juden, oder gar Moslems, die überall nur Moscheen aus dem Grund errichten, um damit zu beweisen, daß sie dieses Land ebenfalls schon glaubenstechnisch übernommen haben.

Alles Kappes? Dann schauen sie mal nach Mali hinunter. Dort raucht und kracht es grade ganz gewaltig. Die Widerständler bekommen nun britischen, amerikanischen und französischen Besuch. Drei Nationen, die ja schon in Afghanistan, und stellenweise auch in Pakistan, gezeigt haben, daß „Islamisten töten“ für sie eine Art Volkssport ist. Früher tötete man in Deutschland Juden und erntete dafür nur Verachtung, weil man den so an sich gerissenen Reichtum eben nicht mit diesen drei anderen Nationen, die mindestens genauso faschistisch damals waren, teilte. Aber heute geht es in Ordnung, wenn in diesen drei Ländern Moslems auf offener Straße abgeknallt werden und in den Medien die Sache dann wieder als Amoklauf in einer amerikanischen oder britischen Kleinstadt verkauft wird.

Leute, Mali ist nur für unsere Schokolade wichtig. Die europäische Computerindustrie liegt eh darnieder, und solange keine neuen Innovationen von irgendwelchen deutschen Forschungseinrichtungen kommen, wird sich da sowieso nichts weiter tun. Doch wollen wir Deutsche doch nicht von unserem Schokoladennachschub abgeschnitten werden. Oder etwa doch?

Unsere supergeniale Bundesregierung hat demnach beschlossen, erst einmal nur die angreifenden, und Krieg führenden, Nationen zu supporten. Also deutsche Transportflugzeuge karren Amerikaner, Briten und Franzosen inklusive deren Ausrüstung runter nach Mali, damit die dortige Regierung Schutz von Christen hat, die es lieben, auf Islamisten zu schießen. Als Gegenleistung erhalten dann Großbritannien und Frankreich Zugriff auf die nicht eben geringen Uran-Vorkommen Malis. So, daß diese Länder weiterhin Atomwaffen herstellen können, um somit das Überleben der Menschheit weiterhin zu gefährden.

Mali wird demnach die Nagelprobe für die Zukunft der Welt. Versaut der Westen Mali, haben wir bald keinen Stellvertreterkrieg mehr an der Backe, sondern einen ausgewachsenen Weltkrieg. Der wird zwar nur biologisch und chemisch geführt werden, und nicht atomar, wie viele befürchten, aber die Verluste dürften dann in die Milliarden gehen – und dies nicht nur an Menschenleben. Dann ist die Karre wirklich tief im Dreck!

Also: Wollen wir das? Wollen wir, daß die Bundesrepublik Deutschland einen Konflik in Mali supported, von dem sie effektiv nichts hat? Oder wollen wir weiterhin dabei zusehen, wie die €U genau dasselbe macht, wie jeder Präsident, jeder Staatschef, jeder Verteidigungsminister auf dieser Welt, der einmal den Friedensnobelpreis erhalten hat? Wollen wir es zulassen, daß weiterhin sinnlos Krieg geführt wird? Und dann auch noch in einem Dritte-Welt-Land, in dem die Landesbevölkerung sich erst durch den Kakao-Export halbwegs vernünftige Lebensbedingungen erarbeiten konnte?

Sind wir deutschen Bundesbürger wirklich bereit, außer afghanischen islamischen Blutes, nun auch noch jenes afrikanischer Islamisten auf die Hände zu schmieren, nur damit wir weiterhin unsere heißbegehrte Schokolade haben? Sind wir wirklich dazu bereit? Mal ganz ehrlich: Was geht uns Mali an? Die Menschen sollten lernen, ihre Kontroversen auf friedliche Art und Weise zu regeln. Nicht jedes Mal das Gewehr ziehen, oder die Atombombe zücken, wenn es Widerworte gibt. Wie sagte einst ein großer deutscher Diplomat: „Krieg ist der letzte Ausweg der Diplomatie, wenn Reden schon vom ersten Tag an nichts dem eigenen Land gebracht hat.“ Krieg ist keine Lösung, Krieg ist das Problem. Und wer diplomatische Beziehung nur dazu benutzt, um den eigenen Reichtum zu mehren, hat nicht nur nicht verstanden, für was Diplomatie da ist, sondern denkt nur krankhaft egoistisch an sich selbst. Und an seinen Geldbeutel.

Mali könnte den WK3 auslösen, jetzt wo das Palästinenser/Israel-Problem mal wieder Pause hat. Das in Mali ist ein rein islamistisches Problem. Und dies geht den Westen nichts an. Oder hat China bislang angekündigt, auch nur einen einzigen Soldaten da runter zu schicken, um das Problem zu lösen? Nein, dies geschah nicht. Dies sollte uns zu denken geben. Wenn China sich da raushält, sollten sich auch die USA, Großbritannien und Frankreich da unten heraus halten. Mali ist ein Problem des Islam, nicht des christlich-überheblichen Westens. Oder schmeckt Schokolade besser, wenn sie in Blut getränkt wurde?

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