Womit fangen wir an? In dem wir auf die letzten Artikel hier im Blog hinweisen, als es noch um dioxinverseuchtes Hühnerfleisch & Eier ging? Oder wenden wir uns gleich den Dingen zu, die wir bereits ebenfalls in älteren Artikeln beschrieben, als wir darauf hinwiesen, daß es jedes Jahr einen neuen Skandal um die Nahrung gibt?

Die Frage war schwer zu beantworten. Doch zuvor sollte man darauf hinweisen, daß der normale Bürger in den seltensten Fällen genau weiß, was er denn da genau ißt. Wer sagt, daß in einer Wurst aus Schweinefleisch wirklich Schweinefleisch drin ist, hat noch niemals beim Wurstmachen in einer Metzgerei zugeschaut. Und Wurstmachen ist eine Kunst, nichts, was eine Maschine besser könnte.

Doch wir haben es nicht nur mit maschinell hergestellten kruden Wurstwaren zu tun, sondern damit, daß der Profit, den die FDP in diesem Land so herrlich besingt, anscheinend nur noch das einzig Wahre ist, während alles andere auf der Strecke bleibt. Jeder, der für gutes Essen etwas übrig hat, meidet übermässigen Genuß von Rindfleisch, mag es auch noch so billig sein.

Und wenn man Fleisch holt, sollte man sich nach einer Fachmetzgerei umgucken und es dort holen – und nicht an der Supermarktmetzgerei, die gegen Ende vergangenen Jahres dabei erwischt wurde, daß ihr Gemischtes Hack einen höheren Wasseranteil aufweist, als selbst ein Magnum-Eis am Stiel.

Wenn wir uns also wieder einmal über einen Skandal  aufregen, sollten wir einfache Bürger erst einmal bei uns anfangen. Man bekommt auch außerhalb überteuerter Bio-Läden gutes Fleisch. Man bekommt auch in einem Hofladen sehr gute Qualität bei den Lebensmitteln und bezahlt nicht einmal zuviel. Und würden hier in Hessen die Strauß-Wirtschaften noch nach den Regeln betrieben, die einst der alte Vater Strauß vorgegeben hat, wäre die Versorgung der Bürger mit guter und billiger Nahrung auch gewährleistet. Aber wenn selbst Strauß-Wirtschaften gezwungen sind, ihre angebotenen Speisen im Supermarkt zu holen, befürchte ich, haben die Betreiber irgendwas nicht ganz begriffen.

Was ist also hier der eigentliche Skandal? Daß man Pferdefleisch in jedem noch so qualitativ niedrigem Supermarktfertiggericht gefunden hat? [Einzige Ausnahme bisher: Kraft Ravioli, die 740 gr.-Dose. Die hat als Einzige kein Pferdefleisch abgekriegt, während anderes schon mit leichten Spuren kontaminiert zu sein scheint. Was aber Kraft nicht daran hindert, seine Ravioli nach wie vor wie ein Kotzmittel schmeckend zuzubereiten. Wer ißt solchen Kack? Und ist dort wirklich nur gemischtes Hack drin?]

Ich meine, über Pferdefleisch kann man unken, wie man möchte. Ich liebe Pferdefleisch und mir ist diese kleine geschmackliche Nuance nie aufgefallen, weil diese Fertiglasagnen eh nicht auf meinem Speiseplan stehen. Ich hasse Nudeln, weil selbst die härteste, versprochene Weizennudel, die man heute im Laden kriegt, keine Weizennudel ist. Ja, Hartweizengries richtig zu definieren – und dies einmal profitunabhängig – ist verdammt schwer. Ich bin mir sicher, daß nicht einmal in den Nudeln drin ist, was drauf steht. Also warum sich dann über grade einmal 11% Pferd (als Maximum im Fleischanteil) aufregen, wenn noch nicht einmal die Nudel echt ist?

Warum all diese Aufregung? Und warum dieses ganze Versagen von den Lebensmittelkontrolleuren? Deren Aufgabe ist es doch, genau solches zu verhindern. Wenn ich mir nun anschaue, daß da nicht nur ein Produkt mit einem gewissen Pferdefleischanteil in den Handel kam, muß ich mich einfach freuen. Einmal deshalb, weil ich diesen ganzen billigen Schund nicht esse. Und dies nicht nur, weil ich keine Nudeln mag, sondern weil eine bechamelhaltige Soße grundsätzlich in Gefahr ist, bei einer zu großen Temperaturschwankung zu kippen. Und zum anderen deshalb, weil ich sehr selten Billigfleisch esse. Also mich würde es nicht stören, liebe ich schon seit Kindesbeinen Pferd aus der Pfanne.

Doch ein weiterer Skandal erschütterte die Republik beinahe gleichzeitig mit dem Pferdefleischskandal, der eigentlich keiner ist. Ok, in den Pferdefleischrückständen hat man nun überraschenderweise mit einem Mal die Reste eines Schmerzmittels gefunden, welches man wirklich nur Pferden gibt und welches die Potenz erhöht. [Ja, auch die desjenigen, der diesen Dreck ißt, da bereits geringe Mengen dieses hochpotenten Schmerzmittel bereits mit der körpereigenen Chemie interagieren.] Gleichzeitig mit dem Pferdefleischskandal war nun diese Woche zu lesen, daß im Kebab nicht mehr das Rind ist, welches auf ihm drauf steht.

Kebab mit Pferd? Dies wäre ja noch gegangen. Nein, viel schlimmer für die islamische Ummah in Deutschland. Diverse Kebab von einigen Herstellern beinhalteten Schweinefleisch. Ja, richtig gelesen. Dies habe ich mir auch nicht ausgedacht, sondern ist leider Fakt, wenn gleichzeitig SÜDDEUTSCHE und WELT darüber berichten und dann so tun, als sei dies nichts Besonderes. Ja, von der rechtsnationalen Warte dieser beiden Zeitungen aus gesehen, ist es nichts besonderes. Weil man jetzt nachprüfen kann, ob die in diesem Lande lebenden Moslems bereit sind, sich überhaupt an die Regeln ihres eigenen Glaubens zu halten. [Doch dies ist uns einen weiteren Artikel Wert, dazu später mehr.]

Fest steht: Würden sich in diesem Land einige Menschen wirklich einmal um gutes Essen bemühen, bräuchten sie auch kein Pferdefleisch fürchten. Würden einige Menschen in diesem Land wirklich den Sinn für gutes Essen haben, würden sie die ganzen Fertiggerichte aus unseren Supermärkten verbannen und auch in den Schulen wieder Kochunterricht anbieten. Nach unserer letzten Zählung gibt es im gesamten Kreis Bergstraße gerade noch eine Schule, die Kochunterricht anstatt Werken anbietet. Nein, nicht das Schuldorf Bergstraße. Dort ist werken wichtiger als kochen. Nein, die Guttenbergschule in Eberstadt! Hier reibt man sich verwundert die Augen, weil die hierfür zuständige Lehrerin sogar mit den Schülern zum ortseigenen Gemüsehändler geht und den Kindern auch noch beibringt, wie man richtig einkauft.

Das Problem ist also: Wir haben Kochsendungen im Fernsehen, die kaum ein Mensch noch guckt, weil es schlicht zuviele sind. Und die Qualität in diesen Kochsendungen ist ebenfalls unter einem erträglichen Niveau. Keine wirklich vernünftige deutsche oder internationale Küche, sondern immer nur Gerichte, die in der Zubereitung nicht länger als 35 bis 40 Minuten brauchen. Hier fängt es ja schon mit dem Kochen an! Ein guter Braten braucht nun einmal zweieinhalb Stunden, alles, was darunter ist, verdient die Bezeichnung Braten nicht.

Doch von den Kochsendungen einmal abgesehen, lernen unsere Kinder in der Schule wirklich ernsthaft kochen? Ich meine, den richtigen Umgang mit Fleisch und Gemüse? Natürlich nicht. Diese Gesellschaft ist so schnelllebig geworden, daß nicht einmal mehr Fleisch seine Ruhezeit zum Abhängen bekommt. Gutes Fleisch muß mindestens 3 Wochen beim Metzger im Kühlraum nachgereift sein. Fleisch solcher Qualität findet man nur noch in asiatischen und türkischen Lebensmittelmärkten, die diese Bezeichnung auch verdienen.

Ich muß sowieso zugeben, daß mir inzwischen die Qualitätsdiskrepanz zwischen europäischen/deutschen und asiatischen/türkischen Lebensmitteln aufgefallen ist. Deutsche Ware, die als Qualitätsware betitelt wird, wäre vor 30 Jahren aus dem Handel genommen worden, weil ungenießbar. Schaue ich mir jedoch an, was bei Asiaten an verschiedenen Fischsorten – selbst im kleinsten Laden – angeboten, oder welche gut abgehangenen Fleischstücke beim Türken angeboten werden, kann ich nur staunen. Die Qualität der Ware ist mindestens dreimal so hoch, wie man sie aus deutschen Geschäften kennt. Und wenn dort einmal Pferd liegt, wird es auch als solches deklariert.

In unserer Kreisstadt haben wir nur noch einen Metzger, der auch Abdeckerei betreibt. Nur hat er auf dem Gebiet weniger zu tun, weil er die Pferde erst aus dem Modautal holen müßte. Im Odenwald gibt es heute noch drei Metzger, die auch ein Pferd artgemäß schlachten können. Doch wissen das ihre Kunden? Nur einige Bauern wissen darum. Aber der einfache Laufkunde, der sich in die Metzgerei verläuft, weiß eben nicht, daß der hiesige Metzger neben Wild auch Pferd schlachten und richtig zubereiten kann. Ironischerweise lagert Pferdefleisch bei besagtem Metzger noch ab, während Schwein und Rind nach modernem Gusto viel zu frisch in die Ladentheke kommen. Aber dieser Metzger hat nach der alten Schule gelernt und wird früher oder später verstehen, warum es notwendig ist, Fleisch mindestens 3 Wochen abzuhängen.

Der Skandal ist also weniger, daß Schwein im Kebab auftaucht, oder Pferd in der Billiglasagne. Der Skandal ist hierbei eher, daß die Menschen vom guten Geschmack des Pferdes abgekommen sind. Oder des guten Geschmackes, den ein wirklich gut abgehangenes Schwein oder Rind aufweist. Viele essen heutzutage nur noch geschächtetes Lamm (ich auch, wie ich zugebe), weil dieses Fleisch einfach nach dem Tier schmeckt, dessen Name auf der Verpackung außen drauf steht.

Der Skandal ist also weniger, daß uns immer öfter dieses andere Fleisch unter unsere Fertiggerichte gemischt wird, sondern ehe diese Sache, daß wir als Verbraucher einfach verlernt haben, richtig zu kochen. Oder unser Essen sonst richtig zubereiten können. Kochen ist in Vergessenheit geraten, genauso die Art und Weise, wie man Fleisch richtig zu behandeln hat. Für einen guten Sauerbraten nimmt man das Fleisch eines vor kurzem verstorbenen und geschlachteten Tieres und legt es für mindestens 3 Wochen in der Lake ein. Für alle anderen Braten benutzt man Fleisch, welches gut 3 Wochen abgehangen ist. Je länger das Fleisch hängt, umso besser.

Hier wird also etwas zu einem Skandal aufgebauscht, weil einfach nicht einmal mehr unsere Lebensmitteltechniker, die doch auf die Qualität unserer Nahrung achten sollen, noch Ahnung vom Kochen oder richtiger Zubereitung haben. Der Skandal liegt also hier eher auf der Seite des Bundes und seiner Prüfinstitutionen, die einfach verlernt haben, gute von schlechter Ware zu unterscheiden. Hier scheint man wirklich die Meinung zu vertreten, solange etwas vom Bund die Zulassung als Lebensmittel hat, müssen wir es nicht testen, ob es auch all das enthält, was der Hersteller auf der Verpackung angibt.

Wir haben hier also keinen Nahrungsmittelskandal, wie uns die Presse weißmachen will, sondern einen Gesellschaftsskandal. Das einfache Volk soll also solchen Dreck weiterhin fressen, während sich nur ein Bruchteil der richtig Reichen und Wohlhabenden gut abgehangenes Fleisch leisten kann. Und dann mokiert man sich in den Medien noch zusätzlich über den angeblich gewaltigen Fleischkonsum der Deutschen. Aber Hallo, der Fleischverbrauch der Deutschen ist seit über 2 Jahrzehnten absolut stabil. Wir haben hier keinen höheren Fleischverbrauch, eher im Gegenteil.

Dieser Nachrungsmittelskandal, mit dem wir also derzeit als Gesellschaft kämpfen, betrifft auch eher die Gesellschaft. Wo sind die guten Metzger? Die fachgerecht ausgebildet wurden, und Ahnung davon haben, wie man gutes Fleisch wirklich behandelt? Oder besser ausgedrückt: Die genau wissen, wie man aus einfachem Fleisch ein Fleisch guter Qualität macht. Wo sind diese Metzger hin?

Also liebe Leute, bevor ihr nun beginnt auf diesem Blog, oder seinen Autoren herumzuschlagen, denkt erst einmal darüber nach, über was ich hier genau geschrieben habe! Tut euch selbst den Gefallen. Haßkommentare sind wie üblich erlaubt, weil wir jede braune Beleidigung veröffentlichen werden. Nur wer die Wahrheit nicht verträgt, sollte aus diesem Land verschwinden. Nicht alles ist Böse, nur weil man uns via Medien eintrichtert, es wäre so. Nicht alles ist verwerflich, nur weil wir nicht mehr gutes von schlechtem Fleisch unterscheiden können. Die Wurzel dieses Skandals liegt nicht im Pferde- oder Schweinefleisch, sondern nur in der Gesellschaft. Also liegt es an uns allen, die bereitwillig Fertiggerichte kaufen, anstatt sich einmal daheim die Mühe zu machen, und ein Essen wieder von Hand zuzubereiten. Ich weise mit Absicht noch einmal darauf hin. Deshalb stört es mich nicht, für diese offene Meinungsäußerung wieder einmal angefeindet zu werden. Leute, seid ehrlich zu euch selbst. Dann erkennt ihr die Wahrheit auch selbst.

[Wer Adressen von guten Metzgern haben möchte, die noch echtes Fleisch anbieten, soll sich via Contact-Board mit der Redaktion in Verbindung setzen. Wir können bis in den Frankfurter Raum hinein einige nennen, die noch nach klassischer Art schlachten.]

 

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3 Kommentare on Skandal um’s Lebensmittel

  1. Lisa sagt:

    Die CDU will die Pferdefleischprodukte an Bedürftige verteilen lassen! Und die Veggies jubeln und posten überall „Ein Grund mehr vegan zu leben“ „Go vegan“ usw! 😀

  2. Andreas E. sagt:

    Also ich finde die Idee gut, das pferdefleischverseuchte Lasagne an Bedürftige zu verteilen. Die FDP, ein gewisser Herr Dirk Niebel, unterstützt doch die Idee bereits.

    Aber mal ernsthaft: Was haben die Leute gegen Pferdefleisch? Ich liebe es.

    Und was Veggies angeht: Wer sich vegan ernährt, ist wie die Kuh auf der Weide – zu blöd, den Metzger zu erkennen, wenn er das Messer wetzt!

    lg

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