Wir alle lieben ja unsere hessischen Gemeinden!

Nachdem nun Seeheim-Jugenheim demnächst ein IKZ beherrbergt, welches dafür Sorge trägt, daß im Kreis in 28 Gemeinden etwas mehr als 1.000 verbeamtete Angestellte ihren Status und ihren Job verlieren, kommt auch schon der nächste Skandal daher. Wie wir inzwischen aus eigener Anschauung wissen, wird das IKZ nicht direkt auf den Schenkenäckern gebaut – wie vormals angekündigt – sondern auf dem Parkplatz des SBS (Schuldorf Bergstraße).

Was dies bedeutet, sollte wohl klar sein. Nun erklärt sich auch, warum die Gemeinde in den letzten beiden Jahren soviel Geld in den Ausbau des Parkplatz gesteckt hat. Wir haben es hier also mit einer konstertierten Aktion der Dorf-aSPD und der gut mit ihr befreundeten CDU.- Nein, kein Scherz, leider grausame Wahrheit. Unser Gemeinderat scheint kein Problem damit zu haben, seine Bürger zu belügen. Und die Mitarbeiter natürlich auch, weil die IKZ-Mitarbeiter – welch Wunder – von der Bertelsmann AG gestellt werden sollen. Die beiden ersten Bereiche, die von den 28 betroffenen Gemeinden in das IKZ verlagert werden sollen, sind nach unseren Quellen der Finanzbereich und der Familienbereich im Rathaus. Die dafür zuständigen Dezernenten werden quasi ausgelagert und arbeitlos (derzeit werden beide von den Grünen gestellt, die damit Einfluß auf die Gemeindepolitik verlieren).

Doch in unserer beschaulichen Gemeinde gibt es noch mehr Dinge, die im Argen liegen. Niemand hat etwas dagegen, daß in unserer Gemeinde nicht die 40h-Woche, sondern nach wie vor die 32h-Woche gilt. Oft genug sind die Beamten des Ordnungsamtes auf Patrouille, damit sie die im Ort nichtexistenten Obdachlosen auch erwischen. Zumeist verteilen sie jedoch Strafzettel an Leute, die unachtsam genug sind, an der falschen Stelle ihre Kippen fallen zu lassen. Aber dies ist eine andere Geschichte und nicht so interessant.

Interessanter ist jedoch, daß in der Hauptstraße dieser kleinen Gemeinde große Plakate so gehängt sind, daß dadurch das Leben von Fußgängern gefährdet wird. Natürlich gab es deshalb schon mehrmals Beschwerden im Rathaus, aber oft genug sind die Leute vom Ordnungsamt auf Streife, oder hängen in wichtigen Telefongesprächen fest, in dem es um private Einkaufslisten gibt [keine Sorgen, wir haben Ohrenzeugen für diese Aussagen, und auch die Namen der Personen am Telefon]. Andererseits ist es so, daß diese Plakate wirklich ein Problem sind. Viele Anwohner beschweren sich regelmäßig. Interessiert dies aber Jemanden – allen voran unseren Bürgermeister? Mitnichten.

Tut die Gemeinde etwas dagegen? Nö, sie verdient ja an den Plakaten. Wenn jetzt nicht noch das IKZ hinzu käme, könnte man die Sache als reine Geschichte aus der Provinz abtun. Der Haken daran ist jedoch, daß das Regierungspräsidium Darmstadt die umliegenden Gemeinden zu einem sauberen Gemeindeetat anhält. Und dies bedeutet, jede Werbefläche, die vermietet werden kann, wird vermietet. Unabhängig davon, ob deshalb die Bürger gefährdet werden oder nicht!

Die Schuld jedoch nun stur beim Regierungspräsidium zu suchen, wäre zu einfach. Wir haben es hier nicht nur mit einer Fehlentscheidung des Regierungspräsidiums zu tun, sondern auch mit einem des Gemeinderates. Unser Herr Bürgermeister besitzt leider zu wenig Macht, um den Profitierern dieser Sache den Hahn abdrehen zu können. Selbst wenn er es versucht, klappt dies nicht! Im Gegenteil, er könnte durch ein solches Verhalten sogar den Rückhalt der ihn unterstützenden Fraktionenverlieren. Und bei Neuwahlen wäre er dann geliefert, weil alle Fraktionen in unserem Gemeinderat dafür Sorge tragen würden, daß er nicht wiedergewählt wird. [Mit der gleichen Methode hatte man auch seine Amtsvorgängerin aus dem Amt geschossen. Auch darüber gibt es Beweise. BERGSTRÄSSER aus jenem Jahr, als sie abgewählt wurde.]

Und nun müssen sich die Bürger nicht nur mit einem IKZ herumärgern, welches sie nicht wollen (wer möchte schon eine braune Gauleitung vor der Haustür?), sondern auch noch mit einer Rathausbelegschaft, die sich wegen des drohenden IKZs nicht einmal mehr getraut, ordnungsgemäß ihre Arbeit zu machen. Angst beherrscht das Rathaus. Und diese Angst beginnt auf dem Stuhl des Bürgermeisters, während die einzelnen Fraktionen – allen voran die der aSPD – sich die Hände reiben, weil deren Macht durch die Installation eines IKZs augenscheinlich steigen würde. Ja, nur es wäre nur ein Scheinanstieg der Macht. Die Macht in der Gemeinde hätte dann die Bertelsmann AG. Und das jene etwas gegen billige Gemeindefeste hat, wissen wir bereits aus ihrem Gebaren in BaWü, wo sie bereits durch ein Gegenstück der IKZs einige Gemeinden und Städte kontrolliert. [Auch darüber gibt es mehr als genug Beweise. Nur einmal die entsprechenden kleinen Gemeindezeitungen im karlsruher Umland durchgucken, und ihr werdet sie finden.]

Seeheim-Jugenheim stehen also harte Zeiten bevor. Und dies bereits vor Landtags- und Bundestagswahl!  Nicht unser Bürgermeister ist hier der Versager und Nichtskönner (nein, jener versucht sein Bestes für die Gemeinde zu tun), sondern die Fraktionen von CDU, aSPD & FDP gehören aus dem Gemeinderat herausgewählt. Genauso wie die Grünen, die um keinen Deut besser sind als die anderen Parteien. Wir brauchen also eine gemeindegetragene Partei, die zur nächsten Gemeinderatswahl antritt und diese Spinner ein für alle Mal aus dem Gemeinderat und aus ihren Gemeindeämtern vertreibt. Und zwar ein für alle Mal! Dann können wir auch den Bau des IKZs stoppen und dafür Sorgen, daß unsere Hauptstraße wieder sicherer wird, indem diese verdammten Plakate wegkommen. Dafür könnte man dann auch dazu übergehen, die Wohlhabenderen in unserer Gemeinde endlich einmal richtig und fair zu besteuern. Dann ist auch genug Geld da. Aber so kann es hier nicht weiter gehen.

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