Demokratie ist schon was Feines!

Vor allem dann, wenn es im Internet (und leider auch außerhalb davon) genug Dummschwätzer gibt, die diese diesem Land absprechen. Man könnte auch bei der derzeitigen unfähigen Regierung denken, man hätte sich bereits von der FDGO und dem GG verabschiedet. Doch wenn dem so wäre, warum pratrouillieren noch keine braunen Horde durch Städte und Dörfer und eliminieren solche Störenfriede wie mich und heißen solche wie Jens Berger als ihre neuen Stürmer-Autoren willkommen?

Darüber möchte eigentlich keiner wirklich nachdenken. Viel wichtiger ist es, seine eigene krude Meinung überall kund zu tun, unabhängig davon, ob sie gehört werden möchte, oder nicht. Meiner Erfahrung nach ist es den Braunärschen in diesem Land relativ egal, ob man sie ernst nimmt oder eher doch nicht. Für sie ist nur ausschlaggebend, daß sie ihre demokratiefeindlichen Aussagen in dieser Demokratie äußern können, unabhängig davon, ob sie beweisbar oder richtig sind!

Dieses Land hat leider in den Reihen der Bürger ein deutliches Demokratiedefizit. Es gibt viele, die wünschen sich einen starken Mann (oder eine starke Frau wie die Zensursula) herbei, der endlich einmal mit all dem asozialen Kroppzeugs im Land aufräumt. Von einer Wirtschaftsdiktatur in diesem Zusammenhang zu sprechen ist in meinen Augen nicht mehr als Jammern auf deutlich überhöhtem Niveau.

Was hat also die Politik in den vergangenen 25 Jahren falsch gemacht, daß immer mehr Menschen sich von der FDGO und dem Faschismus zuwenden? Womöglich liegen hier die gleichen politischen und persönlichen Schwächen vor, wie wir sie in der Ukraine beobachten dürfen. Dort hat sich nun Vitali Klitschko mit Julia Timoschenko – einer überführten und verurteilten Mörderin und Putschistin – zusammengetan, um möchte nun das Land in eine neue Demokratie führen.

In der Zwischenzeit wurde der Süden des Landes – vornehmlich die Krim-Halbinsel, wo die russische Schwarzmeerflotte vor Anker liegt (die paar Schiffe, die noch übrig sind) – von gemischten russischen und demokratiefreundlichen ukrainischen Truppen besetzt und gehalten. Ja, der abgesetzte Präsident des Landes wird um die Demokratie kämpfen. Im Zweifelsfall mit dem Russen im Rücken, damit das Land sich diesmal wirklich der Demokratie öffnen kann. Sich der €U zu öffnen wäre eine deutliche Abkehr von jener.

Immerhin hat die €U solche Spinner wie Breivik zustande gebracht, weil in den westlichen Demokratien viel zu selten offen gegen Faschismus und Nazitum vorgegangen wird. Rassismus ist nicht nur in Deutschland ein Problem, welches Moslems betrifft. Im Prinzip kann Rassismus in Deutschland jeden Ausländer treffen. Selbst Touristen aus dem nahen und fernen Osten werden oftmals auf den Straßen Frankfurt/Mains angepöbelt. Und diejenigen, die das tun, haben sich schon längst von demokratischen Grundregeln verabschiedet. Ja, sie sehnen sich geradewegs nach einem harten Herrscher.

Nur wehe, euer Wunsch wird erfüllt. Deshalb auch Merkels Ausspruch vor einigen Tagen, daß sie deutsche Truppen in die Ukraine entsenden möchte. Jedoch mit einer Auflage – und jene wäre wieder vollständig grundgesetzkonform: Nur humanitären und Sicherungseinsatz, keine Kampfeinsätze in der Ukraine, sollte die NATO wirklich ein UN-Mandat für diesen Einsatz bekommen. Dann müßten wieder einmal die Amerikaner und die Briten ran – und der Weltkrieg hätte begonnen!

Wenn man dann also dem sprechenden Hosenanzug Kriegslüsternheit unterstellt, sollte man richtig nachdenken und vor allem richtig lesen. Der Bundeskanzler sprach mitnichten von einem Kampfeinsatz, dies tat nur der Landesverräter und derzeitige Außenminister Steinmeier. Ja, eben jener Steinmeier, der in seiner ersten Amtszeit als Kanzleramtsminister deutsche Bundesbürger nach Guantanamo verschleppen ließ und sich kategorisch weigerte, den deutschen Bürgern zu helfen. Eben jener Steinmeier, der die Agenda2010 befürwortet, obwohl er weiß, daß sie britischen Ursprungs und faschistischer Natur ist. [Immerhin resultieren die Hartz-Gesetze direkt auf ihr. Aber nicht nur viele Blogger ignorieren diese Tatsache völlig.]

Worin liegt also genau unser Problem? Das wir zwar ein unfähiges Kabinett und somit unfähige Regierung haben, oder einfach daran, daß die bundesdeutschen Bürger es inzwischen Leid sind, Politiker zu haben, die mmit so gut wie jeder Schweinerei durchkommen? [An dieser Stelle verweise auf den Fall Edathy und seinen Kleinkrieg mit einem bekannten berliner Blogger.] Es ist ja nicht so, daß in unserer Politik das Peter-Prinzip als unausweichliches Absolutum gilt. Es ist vielmehr so, daß dieses Land hier gerade eine schwere politische Krise durchmacht, die nichts mit einer globalen Wirtschaftskrise zu tun hat, die eh nicht existiert. [Und hierzu muß ich nur einige intelligentere Politiker anhören, die nun wirklich nicht LINKS sind.]

Doch es geht vielmehr darum, daß man unserem aktuellem Kabinett unbedingt unterstellen möchte, daß es auf einen heißen Krieg in der Ukraine baut. Und dies ausgerechnet dann, wenn dort die braunen Horden den Aufstand proben, während sie doch in der Ukraine selbst von Timoschenko selbst gesteuert werden. Timoschenko hat im Gegensatz zu unserem sprechenden Hosenanzug niemals leere Versprechungen gemacht. Sie hatte eben nur Pech, daß herauskam, daß sie ihren Ehemann ermordete, um mit seinem Kapital dann ihre politische Karriere aufzubauen. Die orange Revolution damals wurde schon von den USA finanziert. Wer finanziert diesmal die braune Revolte in der Ukraine? Die gleichen Geldgeber wie vorher, oder vielleicht doch andere? Vielleicht der norwegische Breivig-Fanclub?

Fest steht, daß dieser Regierung nicht nur durch die Faschisten im eigenen Land Kriegslüsternheit unterstellt wird, sondern auch wieder einmal von der britischen Presse. Anscheinend wittern da einige britische Kriegswaffenhersteller das große Geschäft, welches sie nicht machen können, sollten sich deutsche Blauhelmtruppen in der Ukraine aufhalten. In Afghanistan haben wir ja gesehen, was passiert, wenn deutsche und schwedische Soldaten in einem Taliban-Unterschlupf britische Waffensysteme vorfinden, die laut UN-Liste längst vernichtet sein sollten! [48 Soldaten starben nach der Aktion durch eine unglückselige Verkettung von Unfällen, die so eigentlich nicht in einer gut trainierten Armee vorkommen sollten. 18 Schweden starben bei dem Einsatz selbst, der Rest ging in der nachfolgenden Zeit drauf.]

Es stellt sich also die Frage, wo man in diesem Land noch steht! Ich selbst befürworte nicht einmal einen Blauhelmeinsatz der BW in der Ukraine, weil unsere Soldaten schlicht zu mies ausgerüstet sind, um gegen schwerbewaffnete Faschisten auch nur zwei Minuten im Kampf durchhalten zu können. Oder möchte man Oberst Klein abermals in den Einsatz schicken und diesmal läßt er einen kompletten Stadtteil Kiews wegbombardieren, wie er es bereits in Afghanistan mit zwei Tanklastzügen getan hat?

Deutschland ist nicht kriegslüstern. Deutschland wird auch nicht vornehmlich von Rassisten und Faschisten bewohnt. Die Vernünftigen sind noch in der Mehrheit. Noch! Wie lange dem so sein wird, kann ich nicht sagen. Es kann sein, daß morgen bereits ein gewaltbereites braunes Kommando mein Zuhause stürmt und mich umbringt, weil ich es gewagt habe, ihre Machenschaften seit Jahren offen anzuprangern. Ich habe jedoch keine Angst vor dem Tod, oder einer Horde brauner Irrer, die mich unbedingt erledigt sehen möchten, weil ich über Namenslisten verfüge, die ganze Stadtteile von FFM als braune Brutstätten outen. Deutschland möchte – von Seitens seiner Bürger her – eigentlich nur normal seinen Geschäften nachgehen und nicht in total unsinnige Kriegsaktionen verwickelt werden. Deshalb auch der Schwerpunkt auf humanitäre Einsätze. Und solche Einsätze bedingen es nun einmal nicht, daß die Truppe schwerbewaffnet auffahren muß. In der Ukraine wird sie es tun müssen.

Ich glaube immer noch an die Demokratie in diesem Land. Auch wenn ich damit hier als Blogautor so ziemlich allein auf weiter Flur stehe. Ich glaube an die FDGO und an die Menschenrechts-Charta. Aber ich habe den Glauben in die meisten anderen Blogger verloren, die sich nicht getrauen, neben ihrer Kritik einmal offen ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen, wenn es darum geht, sich zu positionieren. Die meisten haben Angst vor ihrem eigenen Schatten. Deshalb haben wir in diesem Land eine vornehmlich neoliberale Bloggosphäre. [Ein Umstand, den dieses Blog hier schon vor Jahren bekritelte und deshalb aus den res:publika-Veranstaltungen auf Lebenszeit ausgeladen wurde. Kein Autor dieses Blogs darf sich dort blicken lassen, wenn er am Leben bleiben will. Die braune Meute dort würde uns sofort lynchen.]

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