GDL

Man kann über viele Menschen vieles sagen. In den meisten Fällen wird es aber nicht die Wahrheit sein. Der Kampf, den GDL-Gewerkschaftsführer Weselsky führt, ist berechtigt. Und nicht nur das, er ist auch grundgesetzkonform. Endlich wieder einmal eine Gewerkschaft, die nicht der Politik in den After kriecht und kuscht, sondern die wirklich bereit ist, für die Grundrechte einzutreten und zu kämpfen.

Viele werden jetzt sagen, daß dieser Streik der Lokführer sie nervt. Damit haben sie auch nicht so Unrecht. Streiks müssen nerven. Streiks müssen weh tun. Nicht nur der Industrie, sondern auch der einfachen Bevölkerung. Mich verwundert an dieser Stelle nur einmal mehr, warum die äußerst bahnfreundliche EVG nicht auch bereit ist, in Streik zu treten, um die mitgliedsschwächere GDL bei ihrem Anliegen nicht entsprechend zu unterstützen. Könnte es sein, daß bei der EVG – früher Transnet – die DGB-Idioten das Sagen haben, und die sich einfach nicht getrauen, für ihre Mitglieder einzustehen?

Es ist allgemein bekannt, daß ich nicht sonderlich viel von Gewerkschaften halte. Ich selbst wurde im Saarland von der dort bekanntesten Gewerkschaft während meiner Ausbildung verraten und verkauft. Ich bekam keine Unterstützung gegen das betriebseigene Mobbing, dem ich ausgesetzt war. Und die Ausrede ging nicht, daß ich kein Gewerkschafter gewesen sei, sondern einfach nur deshalb, weil ich in meiner Ausbildungsphase keinerlei gewerkschaften Schutz genieße. Nicht einmal vor betriebsbedingtem Mobbing!

Doch an für sich sind mir Gewerkschafter genauso egal wie alle anderen Menschen. Wer die Wahrheit ignoriert, muß sich nicht weiter wundern, wenn er eins aufs Maul kriegt. Und für den DGB – und all die gefressenen und mundtot gemachten Spartengewerkschaften – wird es einmal Zeit, daß es eine andere Gewerkschaft wagt, ihm aufs Maul zu schauen und zu schlagen. Immerhin verrät der DGB seit über 20 Jahren immer und immer wieder seine Mitglieder. Für mich Grund genug, Niemals Gewerkschafter zu werden!

Doch mir geht es heute um den unterstützungswürdigen Arbeitskampf des GDL, der wohl durch dieses arbeitnehmerfeindliche faschistische neue Streikrecht des Arbeitsministeriums gewaltsam beendet werden wird. Nicht Weselsky ist derjenige, der hier jegliche Bodenhaftung verliert, sondern das Arbeitsministerium – sinnigerweise mal wieder unter aSPD-Führung – und das Bundeskabinett! Man will das Streikrecht von kleineren Spartengewerkschaften intelligenterweise einschränken und sie so schneller an den Verhandlungstisch zwingen. Daß dies wieder einmal ein Gesetz ist, welches mit Sicherheit in wenigen Monaten vom Bundesverfassungsgericht gekippt wird, ist den Machern dieses ausgemachten Schwachsinns wohl nicht klar. Jedenfalls stellt allein schon die Ausarbeitung eines solchen Schwachfugs klar, daß die aSPD nach wie vor die Angewohnheit hat, den kleinen Arbeiter und den kleinen Bürger mit schöner Regelmäßigkeit zu verraten.

Und vergessen wir hierbei nicht, daß es eben die Großgewerkschaft DGB war, die noch vor 10 Jahren famos Beifall klatschte, als die irre Schröder-Administration die umgebaute, und bürgerfeindliche Hartz-Gesetzgebung verabschiedete und durchpeitschte und sich dann klammheimlich auf die Agenda2010 (Teile davon sind hier veröffentlicht) herausredete. Ohne dabei zu bekennen, daß man es zuließ, daß die wirklich guten finanziellen und gesetzlichen Vorschläge eines Peter Hartz von neoliberalen Bütteln ins genaue Gegenteil verkehrt wurden.

Heutzutage interessiert dies sowieso keinen mehr, da ja klar ist, daß ich mindestens 70 Jahre arbeiten gehen muß, um eine Rente € 100 über dem derzeit aktuellen Eckregelsatz eben jenes Gesetzeswerkes zu haben. Wem verdanken wir das? Nur solchen Gewerkschaften wie dem DGB, die lieber einem vernünftigen Arbeitskampf aus dem Weg gehen, anstatt für ihre Mitglieder zu kämpfen – und natürlich der aSPD!

Dieses Land ist am Ende, wenn die GDL ihren Kampf nicht gewinnt. Dann ziehen wieder solche Zeiten auf, wie in den famosen „12 goldenen Jahren“, die diesem Land nichts als Leid, Hunger und Tod und einen äußerst schlechtem Ruf eingebracht haben. Wer die historische Wahrheit ignoriert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Unter Onkel Addi gab es gleichfalls keine Gewerkschaften, die etwas zu Sagen hatten. Es gab nur den KdF! Und jeder weiß, zu was dieser Verein fähig war.

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