Seien wir mal ehrlich: Wann haben sie das letzte größere Erdbeben auf deutschem Boden miterlebt?

Richtig, 1945, als die amerikanischen Panzer durch die kleinen Ortschaften fuhren, und damit das Land vom NS-Regime befreiten.

Aber mal Spaß beiseite, der niederrheinische Graben ist eine Erdbebenzone, ist er schon immer gewesen. Und wenn ich jetzt höre, daß es in Südhessen noch nicht einmal einen sogenannten Notfallkatastrophenplan gibt, muß ich schmunzeln. Ein Erdbeben, wie jenes, welches die Grube Messel entstehen ließ, findet in dieser Gegend höchstens einmal alle 26 Mio Jahre statt.

Dennoch hat der einfache Bürger Angst, daß der Rheingraben abermals einige hundert Meter abrutschen könnte. Ein Gefahrenszenario, welches nur noch vom Ausbruch des Lach in der Eifel übertroffen wird. Mal ganz davon abgesehen, sollte der in der Eifel verborgene Megavulkan wirklich jemals aktiv werden, haben die Südhessen in doppelter Hinsicht die Arschkarte gezogen. Dann rutscht nicht nur der Rheingraben um weitere gute 500 Meter ab, sondern der aufkommende Aschestaub wird das Atmen innerhalb weniger Sekunden unmöglich machen. An einen Notkatastrophenplan braucht man dann schon nicht mehr zu glauben.

Doch die lieben Katastrophenjünger in Südhessen glauben immer noch, daß die große Katastrophe nach der Handvoll ignorierbarer Erdbeben nun endlich bevorsteht. Auch wenn es die deutschen Geologen und Vulkanspezialisten nicht offen zugeben, liegen sie mit ihrer Vermutung nicht eben fehl, daß es wirklich zu einer größeren Katastrophe in Südhessen kommen kann. Mit oder ohne Eifelmegavulkan.

Das Problem ist nämlich ein ganz anderes. Die hiesigen Feuerwehren sind alle auf den ABC-Abwehreinsatz gedrillt, aber nicht auf eine Erdbebenkatastrophe, die in Südostasien einen gewaltigen Tsunami nach sich ziehen würde. Vor Tsunamis ist man zwar in Südhessen sicher, vor der Dummheit der hier agierenden Politiker jedoch leider nicht. Hierfür gibt es keine Schutzräume. Und die Tiefgaragen von Darmstadt sind auch nicht auf die Aufnahme von allen knapp 200.000 Einwohnern der Stadt ausgelegt.

Ein größeres Erdbeben mit Stärke 6 und darüber, fand in Südhessen schon Ewigkeiten nicht mehr statt. Und sollte es jetzt wieder so weit sein, daß ein solches Erdbeben geschieht, sind Stadt und Land nicht darauf vorbereitet. Bleibt das bisher ausgemachte Epi-Zentrum weiterhin in seiner Ecke im nordosten von Eberstadt, wird die Lage sowieso für die unterhalb von Eberstadt in Richtung Süden liegenden Gemeinden unhaltbar. Das nächste Erdbeben, welches den Boden im Felsenmeer wieder aufbrechen läßt (wie das letzte mit angeblichen 4.5 Richter), könnte zu einer fatalen Seitwärtsbewegung der Grundplatte, die den Grund der rheinischen Tiefebene bildet, führen. Das Ergebnis wäre dann ein Erdbebenschaden von ungefähr Stärke 8 Richter, womöglich sogar 9!

Und dagegen gibt es keine Mittel. Erdbebensicheres Bauen ist in Europa sowieso ein Fremdwort, weil die einzigen Erdbeben, die der Südhesse fürchtet, von explodierenden Atombomben in Ramstein herrührt. Und das ist ja angeblich weit genug weg, daß man sich um den Rest des Grabens keinerlei Sorgen zu machen braucht.

Der Haken an der Sache ist, daß der Graben sich am seitlichen Ausläufer des in der Eifel befindlichen Megavulkans befindet. Sollte jener hochgehen, ist nicht nur die Mosel und das ganze Moseltal erst einmal weg, sondern die Druckwelle würde das Gebiet zwischen Kaiserlautern und Weinheim wunderbar auffalten. Die Schockwelle dieses Ereignisses könnte schon ausreichen, den bereits instabil gewordenen Graben noch mehr zu destabilisieren und das Jahrtausendbeben auslösen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht beruhigen. Aber es ist nicht beunruhigend, daß es für den Fall der Fälle keinen Notkatastrophenplan gibt, weil jener sowieso ab dem Moment hinfällig ist, wenn das Deckgebirge um den Megavulkan in der Eifel in die Luft fliegt. Das nachfolgende Erdbeben würde 9 Richter im Minimum erreichen und dabei die komplette Gegend zwischen Lach und Mainz umpflügen. Wird an dieser Stelle der Mainzufluß gestoppt, wird Frankfurt/Main unter einer Wasserwand verschwinden, während sich gleichzeitig der Boden zusammenfaltet.

Innerhalb von wenigen Stunden wäre der Spuk vorbei und das Gebiet zwischen Mainz und Messel wieder verwüstete Natur, wie damals bei jenem Erdbeben, welches Messel zuschüttete. Und alles in diesem Gebiet bis runter nach Heidelberg wäre dann umgepflügt, zerstört, zerrieben. Falls nicht noch der Rheingraben sich noch zusätzliche hunderte Meter absenkt, denn dann ginge das Licht ganz aus. In einem solchen Fall wäre es dann doch gut, wenn nur noch das AKW Heilbronn brennen würde und Biblis ausgeschaltet bleibt. Im Falle eines solchen Desasters bleibt nicht genug übrig, was man retten könnte. Nicht einmal genug Menschen.

Die, die dieses Szenario bis zu diesem Punkt überlebt haben, werden von dem Aschestaub erstickt, falls die Flutwelle, die von Frankfurt/Main runter kommt, sie nicht schon vorher ersäuft hat, weil sie sich in Keller flüchteten. Wer dann noch steht, erstickt. Egal, ob es sich um einen Rettungssanitäter, oder um einen Flüchtling handelt.

Also, einen Notfallkatastrophenplan aufzustellen ist absoluter unnötiger Mummpitz. Im Zweifelsfall würden von der in Südhessen ansässigen Bevölkerung von gut 5 Mio Menschen gerade einmal 5000 überleben. Und dies auch nur, weil sie sich gerade nicht im Bundesland aufhalten.

Können wir nun unseren Geologen trauen, kommt demnächst sowieso ein Erdbeben der Stufe 6 Richter. Dies wird noch nicht das Ende sein, weil dann klar sein wird, ob die Magmakammer sich wirklich in der Eifel wieder füllt. Ihr seitlicher Ausläufer hockt ja dummerweise unter Eberstadt in ungefähr 5 Km Tiefe. Und sollte sich diese alte Kammer wieder füllen, hat die tiefrheinische Ebene, eben jener berühmter Graben, noch knapp zehntausend Jahre. Also kein Grund, in irgendeiner Form nervös zu werden, da Megavulkane nicht Mal eben so ausbrechen. Ihr Ausbruch kündigt sich nicht nur durch eine anhaltende Erdbebenwelle an, sondern auch durch Landhebungen in jenem Gebiet, welches später dann der Krater sein wird. Und bisher hat die Rheinland-Pfalz im Gebiet um den Nürburgring keinerlei Landhebungen gemeldet.

Also wieder nur falscher Alarm, kein Grund, sich Sorgen zu machen.

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