Wir haben in diesem Land ein riesiges, ja gewaltiges, Problem!

Kein Problem alter Schule, sondern eines aus archaischen Zeiten.

Denn die Bildungsferne gewisser Schichten ist wirklich bedenklich. Nein, ich spreche an dieser Stelle nicht von Migranten, oder Flüchtlingen oder einfachen Zuwanderern (von denen es in dieses Land jährlich mehr als genug gibt). Ich meine, wenn ich von bildungsfernen Schichten spreche, vom normalen dummdeutschen Teutonenwichtel, der gerne auf Mahnwachen rennt, und auf seine Parteimitgliedschaft beim AfD besonders Stolz ist.

Denn der normale teutonische Germane war niemals fremdenfeindlich. Als fremdenfeindliche Völker sind aus der Geschichte nur Römer, Griechen, Spanier, Franzosen und vornehmlich die Engländer bekannt. Schon in alter Zeit wehrten sich die heutigen Briten erfolgreich gegen Invasoren. Erst gegen die Sachsen, dann gegen die Allemannen, dann gegen die Normannen. Doch gegen die Normannen verloren die ach so stolzen Briten, nachdem sie vorher wirklich jeden Invasor und Kolonisten in die Flucht geschlagen hatten.

Europa selbst krankte immer wieder an seinem Verhältnis zum Osmanischen Reich. Mal gab es deutsche und österreichische Kaiser, die sehr gut mit den Kalifen und Sultanen des Osmanischen Reiches konten, dann gab es wieder Amokläufer mit Krone, die sich nichts Besseres vorstellen konnten, als die Muselmanen zu bekämpfen, wo sie sie fanden. Deshalb ist es an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, daß Haus Habsburg während der ersten Türken-Invasion in Rumänien und Ungarn nicht eingriff, sondern diese beiden Länder sich selbst überließ. Die Ungarn haben seitdem Vlad Tepec als Beschützer des Landes, die Rumänen einen einfachen Ritter, der die Invasionsarmee des Islam mit fünf Getreuen zurückschlug.

Und was hat der Rest Europa? Nur das Gedenken an die beiden großen Schlachten vor Wien. Die eine unter Karl Martell, die andere schlug Johann III. Sobieski, seines Zeichens polnischer König, am Kahlenberg und trieb dadurch das Heer der „Ungläubigen“ zurück. Beide Schlachten sind auch dem Osmanen und heutigen Türken noch im Gedächtnis. Denn bei beiden Schlachten zeigte sich, daß die Europäer doch nicht so doof und hinterwäldlerisch sind, wie es doch den Eindruck in den Jahrzehnten vor diesen Schlachten immer gemacht hatte. Im Zweifelsfall hielten die Europäer nämlich immer gegen einen äußeren Feind zusammen. Dabei ist dann auch völlig irrelevant, wer dieser Feind ist.

Doch kehren wir zu Deutschland zurück. Die Geschichte zeigt eindeutig auf, daß der Deutsche in seiner sehr langen Geschichte sich gleichfalls gegen gewaltbereite Invasoren aktiv zur Wehr setzte, und sich nicht einfach ergab. Das Bild, welches heute an deutschen Schulen vermittelt wird, stellt den Teutonen als willens- und kampfschwachen Angehörigen einer noch im Wald auf Bäumen lebenden Spezies vor. Und wenn Kinder solches Wissen zu ihren Eltern tragen, befürchten jene zurecht eine Überfremdung ihrer Heimat, wiewohl jene absolut nicht stattfindet.

Deutsches Schulwisssen ist ein Kapitel für sich. An dieser Stelle sollte man Lehrer sprechen lassen. Doch die wenigsten tun dies. Im Normalfall wird immer mit dem Bild der Mauren gedroht, die fünf Jahrhunderte Spanien und Portugal umklammert hielten und die iberische Landesbevölkerung versklavten. Sogar jene, die bereit waren, zum Islam überzutreten. Daß es heute noch mehrere hunderttausend maurische Familien in Spanien gibt, wird sogar von der spanischen Regierung verschwiegen. Nicht, weil man keinen neuen Streit erzeugen möchte, sondern weil man auf seine Geschichte, insbesondere der Bluttaten eines „El Cid“ nicht eben Stolz ist. Zwar Stolz auf die Befreiung, aber nicht auf die Massaker, die der Befreier dann im Nachhinein veranstaltete.

Selbst das moderne Dritte Reich Deutschlands stellte sich gut mit dem Islam. Sogar besser, als man es sich eigentlich vorstellen kann. Die Wenigsten wissen, daß es unweit der Reichskanzlei eine offizielle und öffentliche Moschee mit zwei bestellten Imamen gab. Jene Türken wurden vom NS-Regime nicht als Staatsfeinde ausgewiesen, oder gar wie ihre jüdischen Vettern ins KZ geschafft. Jene Türken konnten im Einklang mit dem Regime friedlich leben und ihre Gemüsegeschäfte weiterhin betreiben. Das älteste türkische Gemüsegeschäft befindet sich heute in Neukölln und ist sage und schreibe 84 Jahre alt! Und immer noch im Besitz der gleichen Familie.

Wenn man nun also die Frage stellt, ob Deutschland dem Deutschen gehört, so muß die Antwort eindeutig Nein lauten. Nicht, weil Ich vielleicht Antideutscher wäre, sondern weil dieses Land hier eine mehrtausendjährige Einwanderungsgeschichte aufweist. Die alten Teutonen waren nur der Zusammenschluß mehrerer kleinerer Völker unter eine Krone, nachdem feststand, daß keine dieser Volkgruppen in der Lage war, die königliche oder kaiserliche Krone des Deutschen Reiches für sich zu erobern. Also kehrten die deutschen Fürsten zu einem Verhaltenskodex zurück, der schon bei den Kelten – aus denen sich ein gutes Drittel der heutigen Deutschen rekrutiert – Gang und gäbe war.

Man kehrte zu den Regeln des Jarltuns zurück. Ein Jarltun war eine Fürstenwürde eines Clans, eines Stammes oder eines ganzen Volksstammes. Die deutschen Völker, ob sie nun Sachsen, Hessianer, Bayer oder Sinti waren, einigten sich im Jarltun zuerst darauf, einen eigenen Fürsten auszumachen, der sie mit harter Hand regieren sollte. Doch es war nicht sicher, ob auch eine Fürstendynastie hierdurch entstehen würde. Im Normalfall lief es so, daß eine Familie nicht länger als eine Generation regierte, bevor ein neuer Jarl, bzw. Fürst, gewählt wurde.

Die deutschen Fürsten besannen sich auf diese alte keltische Regel und schufen einen Königsrat, der zu jedem Tod des alten Königs verpflichtet war, aus den eigenen Reihen einen neuen zu wählen. Diese Tradition hielt sich sogar bis in relativ moderne Tage, nur dann wurden auch noch die einzelnen Bischöfe Deutschlands als Landesfürsten mit in den Reigen aufgenommen. So entstand dann das moderne Deutschland, welches wir alle kennen und lieben.

Wer also nicht mit deutscher Geschichte vertraut ist, sind jene bildungsfernen Schichten, die sich fremdenfeindlichen Demonstrationen und dem AfD anschließen. Denn nur, wenn man seine Vergangenheit nicht kennt, ist man dazu verdammt, sie zu wiederholen. Die Türkei hat derzeit ein ganz ähnliches Problem. Auch hier ist ein exentrischer Nationalist an der Macht, der auch nicht sehr viel für die türkische Geschichte übrig hat. Denn würde er sie kennen, würde er nicht wollen, ein neues Osmanisches Reich aufbauen zu wollen. Das Osmanische Reich war zwar gewaltig groß, aber es war politisch derart schwerfällig, daß es Kemal Atatürk ohne weiteres stürzen und es demokratisieren konnte. Atatürks Erbe ist es, daß heute viele islamische Migranten nach Deutschland tragen. Und dieses Erbe sagt eindeutig aus, da der Islam niemals wieder mit Feuer und Schwert konvertieren darf.

Nur, wissen dies die Deutschen? Natürlich nicht! Vor allem nicht in den bildungsfernen Schichten, die man heutzutage weniger beim armen Deutschen vorfindet, sondern eher bei der wohlhabenden Mittelschicht und den Industriellen. Denn diese Schichten sind eindeutig nicht gebildet.

Die Frage stellt sich also wirklich: Deutschland den Deutschen? Die alten Germanen waren für ihre Toleranz, für ihre Integrationsfreudigkeit bekannt. Sie akzeptierten die aus dem Westen kommenden Franken genauso, wie sie die Ungarn in ihren bunten Reigen eines, später sogar zweier, Vielvölkerstaaten willkommen hießen. Und damit soll heute nun Schluß sein, nur weil einige entlaufene Irre mit Plakaten durch deutsche Großstädte rennen und eine Gefahr beschreien, die gar nicht existiert?

Denn jeder, der als Migrant in dieses Land kommt, möchte gerne ein Deutscher sein. Auch wenn es viele ältere Türken nicht zugeben, und auch die hiesige Sprache niemals gelernt haben, weil sie dies als einfache Arbeiter, die das Wirtschaftswunder ermöglichten, niemals mußten, so sind sie doch Stolz darauf, was sie hier für ihr Land getan haben. Ja, ihr Land! Denn viele dieser älteren Türken sehen sich als deutsche Mitbürger. Nicht als islamisierende Krawallmacher, die es durchaus in der jüngeren Generation gibt. Aber man darf nicht vergessen, daß die Islamisierer immer Konvertiten sind. Pierre Vogel ist hierfür wohl das lauteste Beispiel, wiewohl er wohl in einem Kalifat, wie jenes, welches der IS plant, keine zwei Sekunden überleben würde, weil man in ihm den Häretiker erkennt, der auch leider Gottes ist.

Wenn es also heißt: Deutschland den Deutschen? So sind damit alle gemeint, die bis dahin in dieses Land kamen, und hier friedlich leben. Alles andere ist nur reiner Rassismus und Faschismus. Solches muß in diesem Land bekämpft werden. Nicht mit den Waffen Allahs, sondern mit den bundesdeutschen Gesetzen, an die sich immerhin alle zu halten haben. Dieses Land ist wunderschön, und seine multikulturelle Kultur ist etwas ganz Besonderes. So einen Schatz dürfen wir nicht verlieren. Niemals. Denn ich fühle mich als Deutscher, auch wenn meine Eltern einst aus Anatolien kamen, um hier ihr Glück zu versuchen. Mein Vater war in seiner Heimat Ziegenhirt. Als er hierher kam, konnte er keine Maschine bedienen. Er lernte es hier, er lernte sogar deutsch. Meine Mutter wäre als einfache Hausfrau wahrscheinlich daheim versauert, wenn mein Vater nicht eine Möglichkeit gefunden hätte, ihr die gleiche Bildung zu ermöglichen, die auch er hier nutzen konnte. Meine Mutter arbeitete jahrelang mit Prokura als Buchhalterin in einer großen deutschen Firma in Wiesbaden. Wir fühlen uns als Deutsche, auch wenn ich Mustafa und mein Vater Ali heißen. Wenn hier also irgendwelche bildungsferne Kräfte schreien: „Deutschland den Deutschen!“, dann meinen sie auch uns. Aber wir sind voll integriert. Wir lieben dieses Land, weil es unsere Heimat ist. Wir SIND Deutsche, im Gegensatz zu jenen, die solche Sätze schreien.

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