Es heißt immer wieder auf linken Seiten „Der Kapitalismus stirbt!“, „Der Kapitalismus wickelt sich selbst ab.“ Wenn dem wirklich so wäre, wie kommt es dann, daß die politische LINKE immer mehr rechte, faschistische und nationalistische Parolen blöckt? Es ist schon verräterisch genug, wenn LINKE bei Blockupy mitmachen, oder am Friedenswinter, oder an den Montagswahnmachen!

Der Haken an der Geschichte ist nun der Umstand, daß die politische LINKE längst ganz weit rechts rausgekommen ist. Bestimmte MdB der LINKE haben schon mehrfach gezeigt, wo sie eigentlich politisch stehen. Genau dies macht DIE LINKE auch zum Problem! Auf der einen Seite – in Ostdeutschland – blökt die Partei irgendwas von einem sozialen Miteinander – aus dem natürlich Flüchtlinge und Migranten ausgeschlossen sind. Und auf der anderen Seite – in Westdeutschland – verteidigt DIE LINKE vehement das Hartz-System, welches aus dem kleinen Arbeiter ein Opfer derjenigen macht, die ihn nur ausbeuten wollen.
Deshalb hat in diesem Land nicht das Sterben der Marxisten begonnen, sondern das Aussterben des Marxismus selbst. Wenn in der LINKE sogar Angestellte der Deutschen Bank geduldet werden, hat diese Partei nicht mehr viel mit dem Marxismus gemein, mit dem sie vor 25 Jahren antrat, um die Politik in diesem Land zu reformieren.

Doch anstatt einer politischen Reform bekamen wir von der aSPD und den GRÜNEN (als Hauptverursacher) zuerst einmal die Hartz-Gesetze eingeschenkt, die noch durch §§31 SGB II verschlimmert wurden. Das man hiermit auf großer bundespolitischer Ebene dem Faschismus Tür und Tor aufriß und dieses Land begann wieder in seine alte Kolportage abzufallen, wurde kaum bemerkt. Ja, es wurde sogar regelrecht ignoriert. Und warum? Mit welcher Begründung?

Der Marxismus stirbt! Allein schon deshalb, wenn man bedenkt, daß Karl Marx, der große trierer Sohn, alles andere als ein Feind des Kapitals gewesen ist. Klar, er stand für eine gewisse Umverteilung ein, dennoch hielt er in seinem Manifest eindeutig fest, daß der Platz des Arbeiters nicht der des Herrschenden sei (wie einstmals Hartz-Kanzler Schröder), sondern immer unter dem Mittelstand, den es auch noch in einer rein kommunistischen (oder eher kommunarden) Gesellschaft geben würde. Der Arbeiter wäre immer noch Arbeiter, aber er müßte nicht mehr 60 Stunden pro Woche für zwei Taler am Tag schuften, sondern hätte eine ausgeglichene 38 Stunden-Woche mit einem fairen Lohn, von dem er sich und seine mindestens fünf Kinder ernähren kann. Denn schon bei Marx steht fest, daß die Frau Eigentum des Mannes verbleibt, auch wenn es zur großen sozialistischen Revolution gekommen ist.

Allein schon deshalb stirbt der Marxismus. Er war bereits zu Zeiten der Ratsaufstände 1919 rein faktisch tot. Da änderte dann auch eine Rosa Luxemburg nichts mehr daran, die von den Freikorps im Auftrag der aSPD abgeknallt wurde, weil sie eben keine rein marxistischsozialistische Revolution wollte, sondern eine wahre Evolution der menschlichen Gesellschaft. Luxemburgs Schriften sind hierüber übrigens erhellender als die des Meisters Karl Marx selbst. Luxemburg war sich darüber im Klaren, daß es einer großen gesellschaftlichen Reform bedarf, die solche faschistischen Parteien wie die aSPD unnötig machten. Und aus der Geschichte wissen wir alle, wie es endete. Frau Luxemburg wurde von den Freikorps hinterrücks erschossen, regelrecht hingerichtet. Und allein deshalb ist der Marxismus bereits tot.

Doch kehren wir noch einmal zu den Grundaussagen des Marxismus zurück! Ich glaube, dies wäre erhellender. Karl Marx führt in seinem Buch DAS KAPITAL aus, daß der Reichtum chronisch falsch verteilt wäre. Dieser Aussage ist nichts hinzuzufügen, da sie schon zu seinen Zeiten eine korrekte Annahme war. Wenn man nun dem marx’schen Buch weiter folgt, wird es wirklich interessant. Denn nun erklärt Karl Marx, warum unser Lebenssystem nun einmal so ist, wie wir es kennen. Nicht der Reiche ist an der unfairen Verteilung Schuld, sondern der kleine Arbeiter, weil er sich nicht mit seinem Kollegen solidarisiert, und nicht bereit ist, für bessere Arbeitsbedingungen einzustehen. [Man darf nicht vergessen, zu den Zeiten, als Marx sein Buch schrieb, waren in Deutschland Gewerkschaften unter Todesstrafe verboten.] Solidarität unter den Arbeitern hätte genau dies zur Folge gehabt: Gewerkschaftsbildung. Deshalb sorgten die großen Industriellen des Ruhrgebietes ziemlich schnell durch, daß die gegründeten Gewerkschaften gefälligst den Stahlwerkbesitzern gegenüber loyal zu sein hatten. Dies schränkte schon einmal die Streikbereitschaft ein, zum anderen sorgte es dafür, daß der einzelne Arbeiter seinem Kollegen gegenüber nicht absolut loyal blieb. Denn von den zwei Talern täglich mußte immerhin eine mehrköpfige Familie ernährt werden.

Nicht der Marxist stirbt, sondern der Marxismus! Zwar sind immer weniger Marxisten bereit, anzuerkennen, daß ihr großes Vorbild Karl Marx ein Freund des Kapitals war, und deshalb auch etwas gegen Arbeitszeitverkürzungen hatte, sofern sie nicht auf gleicher Ebene zwischen dem Kapitalträger und dem Arbeiter verhandelt würden. Dies ist aber nicht gleichbedeutend damit zu sehen, daß der einfache Arbeiter besondere Rechte zugestanden bekäme. Denn der Arbeiter sollte auch in einer marxistischen Gesellschaft weiterhin rechtlos leben dürfen. So war Marx ein glühender Verfechter der Regel, daß dem einfachen Arbeiter das Wahlrecht verwehrt bliebe. Das glauben sie nicht? Gut, dann lesen sie den entsprechenden Abschnitt in seinem Buch DAS KAPITAL nach. Zu Beginn des letzten Drittels ist die dahingehende Aussage zu finden.

Nimmt man es nun historisch genau, ist der Marxismus eigentlich bereits tot. Zwar nicht erneut von der aSPD gemordet, sondern diesmal von der faschistischen Partei, genannt DIE LINKE. Diese Partei hat sich vollständig dem Wohlstand verschrieben. Jedoch nur den Wohlstand für diejenigen, die bereit sind, dafür ihre Seele zu verkaufen. Und da laut Marx Religion eh nur Opium für das Volk ist, muß man gewissen- und seelenlos sein, um in dieser Partei auch Karriere machen zu wollen. Was zählt denn schon das Leben eines Menschen, wenn man ihn nur für ein höheres Ziel verhungern läßt? Absolut nichts, richtig. Und genau dies predigt der Marxismus. Um eine kommunarde Gesellschaft einzuführen, in der nur der Reiche noch eigenes, privates Eigentum besitzen darf, muß eben der arme einfache Arbeiter Federn lassen. Und wenn er diese Federn nicht läßt, vergast und verbrennt man ihn. Denn von dieser Warte her war die NSDAP durchaus eine linke Partei, da sie die Ideen des Marxismus, wie man sich die total Unnützen vom Hals schaffen kann, direkt aus Karl Marx Büchern entnahmen.

Und genau deshalb ist der Marxismus tot. Nicht nur in diesem Land, sondern global! Hätte der Marxismus noch eine Ãœberlebenschance, würde er sie bestimmt nutzen. Doch Menschenrechte zählen nun einmal mehr als eine kommunarde marxistischsozialistische Gesellschaft, in der dem Einzelnen genau jene Rechte vorenthalten werden. Solange es die Menschenrechte noch gibt, wird der Marxismus weiterhin sterben, und irgendwann wird ihm auch der Marxist folgen. Denn Marxismus bedeutet die Maximierung des Profits für das Kapital auf Kosten des Arbeiters, dem nur rudimentäre Rechte, aber keine Menschenrechte, zugestanden werden. Alle Menschen sind nach dem Marxismus gleich, aber es gibt einige, die sind gleicher – und jene regieren im Marxismus. Und wer aufmuckt, wird gnadenlos vernichtet!

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