Irgendwann muß sich jeder einmal dem einzig wichtigem in seinem Leben stellen:

Der Realität!

Es geht dabei weniger darum, sich irgendwelchen sozialistischen, liberalen, faschistischen oder einfach nur nationalen Realitäten zu stellen, sondern einfach nur darum, sich überhaupt einmal der Wirklichkeit zu stellen. Denn eine ideologische Realität ist nicht mehr als ein Wunschtraum, ein Tagtraum, der sowieso nur in den kühnsten Momenten im Leben in Erfüllung geht, und sich dann als der schlimmste Albtraum überhaupt entpuppt.

Aber seien wir einmal ehrlich: Erkennt denn überhaupt Jemand von uns noch die Realität? Dieses Blog sagte vor etwa 10 Jahren voraus, daß unsere Gesellschaft eine Verrohung des Umgangs miteinander erfährt, daß sowohl einfache Bürger, als auch Politiker, nur noch einen feuchten Kehrricht darauf geben, wie denn der Umgang in unserer Gesellschaft miteinander sein soll.

Der damalige Artikel unseres Blogs wurde teilweise entstellt und um seine wichtigsten Zutaten gebracht, in den nachfolgenden Jahren sowohl in linken, als auch rechten, Internetpostillen aufgenommen, kopiert und verbreitet. Gebracht hat es gar nichts. Denn geändert hat sich überhaupt nichts.

Ich gebe sogar als Autor zu, nicht ganz unschuldig an der ganzen braunen Wutbürgergemeinde zu sein. Denn ohne viele der Artikel dieses Blogs in seinen Anfangstagen, die noch Reichweite besaßen, wirkte sich dieses auf den Verstand der Menschen aus und machte sie wütend. Wenn sie auch damals noch kein Ziel hatten, auf das sie wütend sein sollten.

Doch die deutsche Geschichte lehrt, kein Volk ist seinen Herrschern gegenüber so undankbar, wie es das Deutsche ist. Die Deutschen stürzten Bismarck im Angesicht des Ersten Weltkrieges. Wäre der Lotse damals an Bord geblieben, wäre dieses Land wahrscheinlich noch Kaiserreich, und trotzdem sehr stark technisiert. Aber die Menschenrechte würden wenigstens gewahrt. Doch der Undank des deutschen Volkes zerstörte schon damals den Glauben des Fürst Bismarck in das Volk, welches er geeint und befriedet hatte.

Der moderne Wutbürger hat sich erneut einen Kanzler als Sündenbock für ihre eigene Unfähigkeit herausgesucht. Und warum? Weil er nur einfacher Propaganda folgt. Denn wenn man einmal bei diesen Wutbürgern nachfragt, warum sie unseren Kanzler weghaben wollen, kommt meist keine klar verständlich argumentierte Antwort, sondern nur Ausflüchte, die in sich selbst gesehen, noch unlogischer sind.

Aber mir geht es in diesem Artikel um eine Gesellschaft, die sich selbst desillusioniert hat. Das dabei solche Politiker wie Christian Lindner, oder solche Möchtegerns wie der Prof. Lucke, nachgeholfen haben, stimmt mich irgendwie traurig. Belegt es doch, das vieles in diesem Land falsch läuft. Nur deshalb falsch läuft, weil in vielen Parteien die falschen Leute dort an den Hebeln der Macht sitzen.

Und dies meine ich nicht nur auf parteipolitischer Ebene. Alle Leser dieses Blogs wissen, wie sehr mir die aSPD mitgespielt hat, wie man mich dazu zwang, meine Parteimitgliedschaft aufzugeben. Dies jedoch nur, weil der gemeinsame Mentor, vom damaligen Ortsvereinsvorsitzenden und mir, überraschend verstarb. Das Ergebnis hiervon war. das im Ortsverein die falsche Personengruppe endgültig das Ruder übernahm. Dann brachte sich der damalige Ortsvereinsvorsitzende auch noch um, woraufhin jeglicher Widerstand in unserem kleinen Ortsverein im Keim verstarb, die etwas gegen die Münteferisierung der aSPD etwas unternehmen wollten. Schaue ich mir heute den JuSo-Chef an, erkenne ich in ihm auch nur wieder einer jener neoliberalen Aufrüher, die sich nicht schämen würden, erneut mit den Braunen gemeinsame Sache gegen jene zu machen, die er als Untermenschen ansieht.

Doch wir leben in einer Demokratie, wenn auch in einer hart gebeutelten. Unsere Gesellschaft baut sich nicht um, weil weitere 2 Mio Kriegsflüchtlinge aus Syrien und anderen arabischen Ländern sich in unsere Breiten flüchten. Unsere Gesellschaft schafft sich auch nur deshalb ab, weil solchen Menschen. wie einem Herrn Sarrazin, vorbehaltlos geglaubt wird. Oder man studiert die Werke eines Herrn Ulfkotte, und regt sich hinterher darüber auf, daß wir in unserem Land doch so viele Ausländer haben, die hier Lügen, betrügen und Morde begehen.

Doch diese Zustände sind nicht die Schuld des einfachen Bürgers, auf dessen Rücken sich braun und nichtganzsobraun bekämpfen. Diese Zustände sind die eindeutige Schuld der Politik. Und hierbei nehme ich nicht einmal den AfD oder sonst einige politische Losertruppe aus, die sich gerade im Bundestag herumtreibt.

Wenn man etwas an den Zuständen verbessern wollte, würde man es tun, und hinterher dann die Konsequenzen beachten. So geschehen 2003, als die Bundesregierung dieses „Nuttenschutzgesetz“ mit den Grünen auf den Weg brachte. Das Endergebnis dieses Gesetzes kann ich heute sehr gut in der frankfurter Kaiserstraße beobachten. Huren müssen in Laufhäusern oder Flatrathäusern anschaffen gehen, und eine tägliche Miete bezahlen. Die Zuhälter besitzen mehr Einfluß auf die Frauen als jemals zuvor. Und dann regt sich die deutsche Politik über die Zustände der Prostitution in Drittländern auf, und kritisiert die Hurerei der in Mali lebenden Frauen. Die man doch eigentlich mit der Anwesenheit der Bundeswehr vor Übergriffen schützen wollte!

Es wird Zeit, das der einfache deutsche Bürger wieder in der Realität ankommt. Die Realität ist nicht diese braune Nation, die sich der AfD wünscht, in der Andersdenkende, Juden und Moslems gemeinschaftlich in die Gaskammer gesteckt werden. Die Realität ist auch nicht eine Bundesregierung, die einfach ignoriert, das so etwas wie Menschenrechte existieren, und trotzdem nicht einmal im eigenen Land danach handelt.

Seien wir doch einmal ehrlich, und deshalb ist es praktisch, wenn Aschermittwoch und Valentinstag auf das gleiche Datum fallen, wenn wir wirklich etwas für unsere Nation tun wollen, müssen wir dies vorurteilsfrei und vor allem ehrlich tun. Täglich kann ich die Heuchler der Pfadfindergruppe, der Kirche, und der sozialen Einrichtungen hier im Ort dabei beobachten, wie sie primär ihren Vorurteilen und ihrer Machtgeilheit frönen. Richtig helfen tun merkwürdigerweise nur die Ausländer vor Ort. Also jene, die hier geduldet werden, weil sie ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten.

Wir müssen endlich anerkennen, das unsere Gesellschaft im Umbruch ist. Behalten die Wutbürger über diesen Umbruch die Oberhand, wird sich dieses Land in eine Hölle verwandeln, von der wir uns nur wünschen können, das uns amerikanische Atombomben dann den Garaus machen. Behalten jedoch wir, die demokratisch gesonnenen Bürger die Oberhand bei diesem Umbruch, wäre es uns möglich, dieses Land wieder mehr in Richtung Paradies zu verändern. Wir müssen es nur wollen.

Doch unserer Gesellschaft fehlt der Wille zur Veränderung. Der Mutwille zur aktiven Veränderung, um sich in etwas zu verwandeln, auf das unsere Enkel noch Stolz sein werden. Und eine Nation wird daran gemessen, wie sie mit Umsiedlern, Kolonisten und Neubürgern umgeht, und nicht danach, wie viele Gaskammern sie in dieser Woche wieder eröffnet hat. Unserer Gesellschaft fehlt es an Rückhalt.

Und so, wie ich vor Jahren bereits die Verrohrung der Gesellschaft bekritelte, bin ich auch diesmal von der jetzigen Entwicklung alles andere als angetan. Doch bin ich mir darüber im Klaren, das diese Entwicklung sich bei dem derzeitigen Tempo totlaufen wird. Der gerade wieder aufblühende Faschismus wird sich selbst fressen, wird sich selbst zerstören. Sogar nachhaltiger als es eine Bleikugel könnte. Und dieser Faschismus wird sich ohne Hilfe von außen selbstzerstören. Er wird es tun, weil er keine andere Wahl hat. Weil jede Revolution nun einmal zuerst ihre eigenen Kinder frißt, bevor sie wirklich Schaden anrichtet.

DAS IST REALITÄT!

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