… ein wunderschönes Land. Schland, oder wie das braune Land, von seinen Verächtern und in ihm lebenden Feinden genannt wurde, Dummland, genoß bei seinen Nachbarn keinen guten Ruf. Immer wieder verfiel seine Bevölkerung in alte Unarten zurück. Wenn es also gerade keine Hexen zum verbrennen gab, verbrannte man Ausländer, Migranten, Juden und Moslems. Und natürlich Andersdenkende, von denen es bald im Land so gut wie keine mehr gab, weil die gleichfalls alle mitverbrannt wurden,.

Dieses wunderschöne Land hatte aber auch noch ein Arbeitslosenproblem. Nicht, das der Schlandner nicht jede Arbeit machen wollte. Er konnte nicht. Sein Bildungsniveau war dermaßen niedrig, daß es bei den Nachbarn hieß, eine Limbostange wäre höher.

Das doch so reiche Volk, welches sogar eine nennenswerte, eigene, Kultur besaß, und nicht ein Konglomerat der Kulturen der armen Schweine, die gezwungen waren, in den Grenzen seines Landes zu leben, hatte ein Problem mit der Bildung und mit der Kultur an sich. Das entscheidende für ein ehrenhaftes Leben war der schnöde Mammon. Wer nicht genug davon besaß, galt nicht nur als gesellschaftlich ausgegrenzt, sondern wurde auch noch materiell abgehängt. Arbeitslose hatte man genug, doch man benötigte jene, um die Löhne der einfachen Arbeiter so gering zu halten, daß jene davon nicht leben konnten.

Denn das Recht auf vom eigenen Gehalt menschenwürdig Leben zu können, gab es in diesem fernen Land gar nicht. Nicht einmal die Stützeempfänger des Staates durften menschenwürdig leben. Menschenwürde war etwas, daß nur Reichen und Wohlhabenden vorbehalten war. Also jenen, die mindestens ein Haus besaßen, keine Steuern bezahlten, und genug Arbeiter terrorisierten.

Dieses wunderschöne Land war jedoch nicht schön, weil es soviel Natur gab. Natur gab es für die Reichen und Wohlhabenden zuviel, weil ständig Wildschweine und Rehe in die gepflegten Gärten der Reichen eindrangen, und Schäden anrichteten. Und Hufabdrücke in einem feinen englischen Rasen sind nicht so was. Dennoch gab Schland die Regelung aus, daß man in bebauten Gebieten kein Wild mehr schießen dürfe. Also gab es noch mehr wilde Natur, die sich in den Kommunen und den Städten einlebte und dauerhaft blieb. Was ja kein Problem war, denn die leeren Wohnungen waren optimale Behausungen für die Wildtiere.

Denn die Armen besaßen nicht einmal das Recht für ein Dach über den Kopf. Wildtiere besaßen mehr Rechte. Und dies lag nicht an den vielen Vegetariern in diesem fernen Land. Dies lag allein an der Unfähigkeit gewisser Ministerien dieses fernen Landes. Das Verkehrsministerium von Schland weigerte sich kategorisch das Bahngleissystem in Schland zu erneuern, dafür wurden dann 40t-LKWs im Land erlaubt, und dies, obwohl sie Dieselmotoren besaßen, die angeblich die Luft schlimmer belasteten als Elektrofahrzeuge.

Schland war ein Land, welches Stolz auf seine braune Vergangenheit war. Und wenn seine reichen Bürger nicht regelmäßig Hexen, Ausländer, Migranten und Andersdenkende verbrennen konnten, fühlten sie sich irgendwie um ihre Menschenwürde betrogen. Ihr Frust äußerte sich dann dadurch, daß sie irgendwelche hirnrissigen Gesetze auf den Weg brachten, die den einfachen Armen noch mehr gängelten und ihm noch mehr Lebensqualität nahmen.

Ja, so ist Schland. Heute. Nicht in tausend Jahren und nicht vor tausend Jahren. Heute.

Und an den Zuständen sollte sich sehr schnell etwas ändern, sonst fängt demnächst wieder eine Saison von Hexen-, Ausländer-, Migranten- und Andersdenkendenverbrennung an. Und das will doch eigentlich jeder, oder?

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