Unser Land hat ein Problem! Ein sehr großes Problem! Dabei geht das Problem diesmal nicht von den Blaubraunen aus, sondern von den magentagelben Vollpfosten, die sich bereits einmal mit ihrem Mövenpickgesetz der Lächerlichkeit preisgaben.

Aber ich möchte mal nicht so sein. Haß ruft nur wieder Haß hervor. Deshalb sollte man Herrn Lindner nicht mit Haß begegnen, sondern seinen Parteigenossen und ihm nur noch mit Verachtung.

Warum Verachtung? Wenn Herr Lindner in der Hetzsendung „Hart aber fair“ damit prahlt, daß er einem Austräger eines privaten Lieferdienstes € 2 Trinkgeld gibt, sollte man ihm für das bißchen Humanität, welche er damit beweist, gratulieren. Und ihn nicht mit Hohn und Häme überschütten.

Dieser völlig unfähige Mann, der noch unfähiger ist, als weiland Gauland (AfD), stellt damit klar, daß er es zwar ohne weiteres hinbekommt, eine Firma in den Bankrott zu führen, aber nicht in der Lage, menschenwürdigen Lohn oder ernsthafte Humanität zu erkennen, geschweige denn zu verteidigen.

Hallo, die FDP stand früher einmal dafür, daß der einfache Arbeiter zumindest ein Aus- mit seinem Einkommen hatte. Doch dann kam Kanzler Kohl, und alles veränderte sich. Als dann die von Solms, Gerhardt, Westerwelle, Hamm-Brücher kamen, war es mit der arbeiterfreundlichen Politik vorbei, und man besann sich wieder mehr auf die braunen Wurzeln, die die Partei einst nach dem Krieg groß gemacht hatten.

Denn nicht die CDU war das eigentliche Auffanglager von neoliberalen Faschisten, sondern die von Gott berührten (FDP), wie sich diese möchtegernwirtschaftsliberale Partei intern selbst nennt. Und dieser braune Bodensatz, der bis heute die Politik dieser Partei bestimmt, sympathisiert auch in mehreren Bundesländern mehr oder weniger offen mit dem AfD! So kommt es schon vor, daß die FDP Sachsen Gesetzesvorschläge und Anfragen des AfD positiv befürwortet, anstatt diese rundheraus abzulehnen.

Doch dies geschieht nicht. Nicht unter einem Parteichef Lindner, dem es nur um eines geht: Nicht die Macht an sich, sondern darum, der deutschen Industrie und der Finanzwirtschaft wieder steuerbefreite Zeiten zu bescheren, wie sie Deutschland nur in den zwölf goldenen Jahren unter Onkel Addi hatte.

Genau dies ist dann auch der Grund, wenn ein Herrn Lindner in einer Fernsehsendung generös betont, daß er einem unterbezahlten Paketlieferfahrer € 2 Trinkgeld gibt. Trinkgeld, was ist dies denn schon? Trinkgeld ist nichts wert. Denn bei den meisten Lieferdiensten muß dieses Trinkgeld beim Arbeitgeber abgeliefert werden. Die Unterschlagung dieses Trinkgeldes führt bei vielen automatisch zur Kündigung.

Wenn nun also ein neoliberaler Politiker etwas von Trinkgeldbereitschaft von sich gibt, sollte man sich Sorgen machen. Gibt ein neoliberaler freiwillig Trinkgeld, will er etwas dafür. Bei einem Hausmädchen kann man davon ausgehen, daß es dann zu sexuellen Ãœbergriffen kommt, die hinterher als „Sex im Einvernehmen“ dargestellt werden. Bei einem Paketlieferdienst bestand der zusätzliche Dienst womöglich noch darin, das gelieferte Paket ins Schlafzimmer im höchsten Stock des Privathauses gebracht werden muß. Den Rest kann man sich denken!

Was bedeutet denn Trinkgeldbereitschaft? Das ich, als Kunde, jederzeit bereit bin, freiwillig und im ausreichenden Maße, einem Angestellten eines Lieferdienstes oder einer Servicekraft, ohne zusätzliche Forderung, ein zusätzliches Bakschisch in die Hand drücke? Mitnichten.

Wie wir alle wissen, haben es Servicekräfte auch nicht leicht. In Hotels erfährt man immer wieder kleinere Geschichten, daß Servicepersonal (egal ob Hausmädchen oder Bedienung) oftmals von Gästen dazu benötigt wird, Dinge zu tun, die so nicht im Anstellungsvertrag stehen. Und aus guter Quelle, vor allem im Frankfurter Raum, erfährt man auch, das dies öfters auch mal FDP-Parteimitglieder auf Landes- oder Bundesebene sind.

Angeblich jedoch ist dies nur dummes Geseire, Legenden, Lügen. Denn ein neoliberaler Herrenmensch würde sich niemals freiwillig dazu herabbegeben, einer Frau oder einem Mädchen einer niedriger stehenden Kaste, gar den Untermenschen angehörig, sich in irgendeiner Form sexuell zu nähern (zumindest beschrieb es einmal so ein bundesweit bekanntes FDP-Mitglied). Womit wir wieder beim Thema wären!

Denn was bedeutet denn schon Trinkgeld? Es dient als Druckmittel, einen offenkundig Untergebenen dazu zu bringen, Dinge zu tun, die jener nicht tun möchte. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Paketboten oder um ein Zimmermädchen handelt. Wer denn heutzutage noch bereit ist, Trinkgeld zu geben, hat es deshalb auch verdient, als verachtenswerter Mensch angesehen zu werden. Trinkgelder dienen nicht dazu, eine gute Arbeit zu belohnen, dies kann man auch anders, sondern dazu, die eigene höhergestellte Position finanziell und wirtschaftlich, hervorzuheben.

Es hat schon seine Gründe, das in nicht tendenziell und klassisch begründet neoliberalen und faschistischen Ländern, Trinkgelder nicht gerne gesehen sind. Ein Trinkgeld zu geben, macht einen zum Herren in einer Gesellschaft, in der nur die faschistischen Elemente der Gesellschaft die wirklichen Herren sind. Der kleine Bürger streicht seine Position damit hervor, in dem er einer Servicekraft, einem Zimmermädchen oder einem Paketboten ein Trinkgeld gibt. Damit macht man sich mutwillig zu etwas Besserem! Der kleine Bürger möchte damit also eindeutig klarstellen, daß er mit zu den Großen, zu denen gehört, die den Faschismus leben. Denn nur jene geben Trinkgeld.

Viele Gesellschaften kennen so etwas wie ein Trinkgeld nicht. Denn Trinkgelder unterscheiden arm von reich. Wer Trinkgelder gibt, macht sich zu etwas Besserem. Allein deshalb ist schon Herr Lindners Auftreten in der Fernsehsendung ein deutliches Zeichen dafür, für was er sich hält. In unseren Zeiten gelten Politiker nicht mehr als der kleine Bürger. Auch wenn Politiker den kleinen Bürger von oben herab behandeln, und ungefähr das 20fache dessen verdienen, wie jener, sind sie nicht mehr Wert als ein kleiner Bürger. Deshalb bekämpfen solche Möchtegernpolitiker wie Herr Lindner auch die Anhebung des Sozialgeldes auf einen menschenwürdigen Stand, wie ihn die €U, die die FDP aktiv und massiv in diesem Lande bekämpft, schon seit gut 10 Jahren vorschreibt.

Herr Lindner hat wieder einmal bewiesen, wie seine Gesinnung ist. Haben wir, neben dem AfD, eine weitere faschistische Partei im Bundestag gebraucht? Oder geht es in Wirklichkeit hier nur um jene Werte, von denen die Reichen schon seit Jahrtausenden fürchten, daß sie sie verlieren könnten? Ich vermute hier einmal das Zweite! Denn solche Menschen wie Herr Lindner sehen sich längst als Leistungsträger, und dies, obwohl sie bereits eine Firma in die Pleite führten und damit Menschenleben ruinierten. Aber wohl wahrscheinlich deshalb. Und genau deshalb nimmt man von einem solchen Menschen auch kein Trinkgeld, egal wie niedrig der eigene Lohn ist.

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