Fangen wir ganz am Anfang an. Der Niedergang der Deutschen Bahn AG begann nicht, als man eine AG daraus machte. Nein, noch nicht einmal dann, als man daran ging, mehrere Großprojekte zu erträumen und sich daran machte, jene auch umzusetzen. Nein, der Niedergang der Deutschen Bahn begann 1938. In jenem Jahr, als sie noch als Reichsbahn sich bereit erklärte, Menschen, die die Gesellschaft nicht mehr wollte, in die Vernichtungslager zu karren.

Ja, genau. In der Mitte des dritten Reiches begann der ganze Ärger, der sogar heute noch die Deutsche Bahn AG belastet. Denken wir doch nur einmal an den alten Judenzwinger in der Frankfurter Großmarkthalle. Richtig, jenes Gebäude, in dem sich einmal die EZB drin befand.

Was die wenigsten Wissen ist der Umstand, daß damals diese Großmarkthalle von den Nazis zu einem Judensammellager umfunktioniert wurde, und allein in dieser Halle mehrere hundert frankfurter Juden starben. Sie wurden schlicht erschossen. Was das mit der Deutschen Bahn zu tun hat? Sehr einfach: Die Deutsche Bahn war damals schon primärer Zu- und Ablieferer in der Großmarkthalle, und es waren als Bahnpolizei eingesetzte SS-Schergen, die fluchtbereite Juden damals in der Großmarkthalle erschossen. Mehr muß man nicht wissen. Wer jedoch mehr Wissen will, sollte sich einmal direkt bei den frankfurter Museen über die Vorgänge um die Großmarkthalle schlau machen. Die Geschichten, die man da stellenweise zu hören bekommt, werfen ein völlig anderes Licht auf die Deutsche Bahn.

Doch wir waren bei deren Lügen, nicht bei ihrer Vergangenheit. Obwohl eigentlich beides miteinander korrespondiert und fest zusammengehört. Die Deutsche Bahn AG schießt so einiges im Verlauf eines Jahres. Darunter fallen dann auch solche Großbrauprojekte wie S21, oder wie jetzt der neue, geplante, frankfurter Bahntunnel.

Jener Bahntunnel soll wieder so ein typisch deutsches Prestigeprojekt werden. Obwohl alle Kritiker an dem Projekt jetzt bereits zu verstehen geben, daß eine weitere, noch tiefere Unterkellerung der Stadt nicht eben gut tun wird. Der hessische Basalt reicht nur bis in eine gewisse Tiefe, und man möchte gerne diesen Tunnel unterhalb dieser Schicht verlegen. Und dies, obwohl man kaum die Werkstoffe hat, um sich quer durch diesen Basalt an den geplanten Ausstiegspunkten zu graben. Man würde dazu Maschinen benötigen, die in ihrer Dimension zwar deutlich kleiner als beim Schweizer Tunnelbau ausfallen würden, aber dennoch zu groß wären, um sie einmal quer durch die Stadt zu karren.

Hinzu kommt noch, daß der alte ICE-3 (nicht der ICE-T oder ICE-3T) nicht eben sicher ist, wenn es um seine Kühlflüssigkeit für den massigen Transformator angeht, der diesen Zug antreibt. Diese Kühlflüssigkeit ist dummerweise brennbar. So wie die in ihrem Kühlschrank. Und in einem längeren Tunnel besteht die Gefahr, daß wegen der schlechten Belüftung, die solche Orte nun einmal haben, diese Kühlflüssigkeit überhitzt und Feuer fängt. In Montabaur geschah dies ohne das ein Tunnel in der Nähe war. Das Ergebnis kennen wir.

Und nun kommt uns die Deutsche Bahn AG mit „ergebnisorientiertem“ Handeln, welches man im Falle des Frankfurter Ferntunnels an den Tag legen möchte. Dieser zusätzliche Tunnel wird angeblich zur Entlastung gebraucht. Hat man jedoch die massive und völlig unberechtigte Preiserhöhung vom 09. Dezember vergangenen Jahres dabei völlig ignoriert? Bei den Preisen, die jetzt verlangt werden, wird es kaum noch Personen geben, die die Züge benutzen können. Richtig, die Preise, selbst auf Kurz- und Mittelstrecken sind jetzt derart explodiert, daß kein Hartzer oder Rentner sich noch ein Zugticket leisten kann. Und mit den Fernbussen kann man ja nicht fahren, weil viel zu oft Gepäck geklaut wird.

Der richtige Hammer kommt jedoch erst noch! Zum Jahresende bekam ich eine Bäckereiwerbung in die Hand. Natürlich von einer Bäckerei, die in deutschen Bahnhöfen mietet. Auf deren Verpackungen preist nämlich die Deutsche Bahn ihren neuesten Supercoup an!

Die Deutsche Bahn will unter die Energieversorger gehen. Noch wie war Strom so nachhaltig wie heute. Nachhaltiger, exklusiver Strom direkt von der Deutschen Bahn. Nicht von einem der anderen 4 großen Energieversorgern, sondern direkt von der Deutschen Bahn. Damit möchte man nun endlich als Aktienkonzern die richtige Kohle scheffeln. Immerhin möchte jeder Veggie umweltneutral leben. Das geht am Besten, wenn man zwar nicht mit der Deutschen Bahn und ihren maroden Zügen zu exorbitanten Preisen fährt, aber deren Strom nutzt.

Eine sehr gute Werbeinitiative der Bahn. Ich fand das Original, aber gleichzeitig auch abstoßend. Bewies es doch die althergebrachte Theorie, daß es der DBAG seit gut dreißig Jahren nur noch um den Profit geht. Die letzte Preiserhöhung, die bis auf den kommunalen ÖPNV durchschlug, spricht da Bände. Man muß die DBAG nicht mögen. Man muß nicht einmal mehr ihre Züge benutzen, die sowieso immer mehr zugunsten des Frachtverkehrs ausgemustert werden, und dann einen der vielen Bahnbusse benutzen. Auch bei uns hier kreuzen wieder die gelben oder roten Bahnbusse den Weg. Teilweise mit Fahrern, die noch niemals etwas von einer STVO gehört haben. Da ist dann auch ernsthaft zu bezweifeln, ob die auch einen entsprechenden Personenbeförderungsschein und Führerschein besitzen.

Die Bahn mit all ihren Fehlern will nun auch Strom verkaufen. Die Bahn beweist immer öfter, daß sie nicht mehr Eigentum des Souveräns dieses Landes ist. Sie führt sich wie ein Konzern auf, der den Hals nicht voll genug bekommen kann. Ich hoffe nun, euch ist bekannt, daß das Logistikunternehmen DACHSER ebenfalls mit zur DBAG-Gruppe gehört, genauso wie ein weiteres halbes Dutzend Logistik- und Transportunternehmen in der ganzen Republik. Ja, die DBAG besitzt sogar einige ausländische Billigtransportunternehmen, die in diesem Land bereits in Verruf sind, weil man dort immer öfter indonesische Fahrer vorfindet. Also noch importierte Billigfahrer, die noch nicht einmal den hier üblichen Mindestlohn erhalten.

Dies ist die Deutsche Bahn. Ich hoffe, ihr nehmt euch dies zu Herzen und beschwert euch in Berlin vor der Zentrale dieser Firma und macht ihr klar, was ihre eigentliche Aufgabe ist.

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